Traumberuf: Koch, Gastrounternehmer

Folge 9: Marco Stöckli, Restaurant Hotel Bahnhof Düdingen

 

Merci Marco für deine Zeit und deine Ausführungen, damit wir Einblicke in den Alltag deines Berufs erhalten. Erzähl uns doch kurz mehr über deinen Werdegang?

Ich bin in einer Gastrofamilie aufgewachsen. Für mich war eigentlich immer klar, dass ich Koch erlernen möchte, obschon meine Eltern mich ermuntert haben, einen anderen Beruf auszuwählen. Schnuppertage in anderen Ausbildungen überzeugten mich nicht wirklich, meine Leidenschaft war das Kochen respektive als Gastgeber für seine Gäste da zu sein. Das merkte ich bereits früh.

Du konntest also deine Eltern überzeugen?

Sie haben mich natürlich dann unterstützt und ich trat meine Lehrstelle als Koch im Hotel du Moléson in Flamatt an. Im Anschluss hängte ich die einjährige Zusatzausbildung als Restaurationsfachmann im Gasthof Maygut in Wabern an.

Es folgte die zweijährige Ausbildung an der Hotel-Handelsschule SHV in Bern, das sogenannte KV in der Hotellerie. Meine erste «richtige» Arbeitsstelle trat ich dann 1999 im Mövenpick Marché Heidiland als Küchenchef an, bevor ich im 2001 in den elterlichen Betrieb nach Düdingen zurückkehrte. 

Hast du direkt die Geschäftsführung übernommen?

Nein, bis 2007 war ich der stellvertretende Geschäftsführer. Dies erlaubte mir, nebenberuflich die Weiterbildung zum diplomierten Gastrounternehmer zu absolvieren und gleichzeitig unser Restaurant und Hotelbetrieb noch besser kennen zu lernen. Seit 2007 bin ich nun Geschäftsführer des Bahnhofbuffets in Düdingen.

Eine gute Nachfolgeregelung also?

Geplant war das eigentlich nicht so, aber die Jahre sind im Nu verflogen, uns gefiel es sehr gut und wir konnten einiges bewegen. Wir sind ein Familienbetrieb geblieben: Meine Eltern und meine Frau sind im Unternehmen eingebunden. Ohne die Unterstützung und das Verständnis würde es heutzutage gar nicht mehr gehen.

Ein normaler 9 to 5 Job sieht anders aus, nehme ich an?

Arbeitswochen zwischen 80-90 Stunden sind normal. Als Gastgeber steht man bereit, wenn die Leute Zeit haben. Freude, Leidenschaft und eben das Verständnis der Familie bringen die nötige Energie, um dieses Pensum zu absolvieren.

Kommen wir auf das Gastgewerbe zurück. Inwiefern hast du den Wandel mitbekommen?

In den letzten Jahren ist einiges auf die Restaurateure zugekommen. Bekannte Themen wie das Rauchverbot und die Herabsetzung der Promillegrenze auf 0.5 haben einen einschneidenden Einfluss auf die Umsätze. Das gemütliche Beisammensein nach dem Essen wird viel weniger gepflegt.

Auch gesellschaftlich hat sich ein Wandel vollzogen. Am Morgen wird die Zeitung nicht mehr zwingend mit einem Kaffee und Gipfeli im Restaurant gelesen, sondern auf den mobilen Geräten irgendwo unterwegs. Am Mittag muss alles rassig und prompt gehen. Irgendwie sind die Leute nicht mehr bereit, sich Zeit zu nehmen zum Essen. Man sieht dies mit dem Aufkommen aller Arten von Fastfood-Restaurants.

Zur Person:

Name: Marco Stöckli

Wohnort: Düdingen

Jahrgang: 1976

Zivilstand: verheiratet, 1 Kind

Werdegang: Obligatorische Schule Düdingen, Kochlehre, Zusatzausbildung Restaurationsfachmann, zweijährige Hotelhandelsschule, zweijähriges Betriebsleiterseminar, einjährige Ausbildung zum dipl. Gastrounternehmer

 

Gehen immer weniger Leute ins Restaurant?

Die Anzahl Leute ist meiner Meinung nicht zurückgegangen. Vielmehr ist die Pro-Kopf-Konsumation gesunken.

Diverse Betriebe stehen in Deutschfreiburg zur Übernahme. Eine Folge des oben beschriebenen Wandels?

Die Kantone Bern und Waadt haben die «Beizen-Bereinigung» schon fast hinter sich. Das Aussterben von Restaurants wird auch bei uns weiter Einzug halten. Werte wie Qualität, gute Führung und Kenntnisse der Branche werden in Zukunft wieder wichtiger.

Viele Betriebe haben Mühe gute Talente zu finden. Wie sieht die Situation bei den Köchen aus?

Auch bei uns ist die Situation leider nicht sehr erfreulich. Die Arbeitszeiten spielen vielfach die entscheidende Rolle. Arbeiten an Wochenenden oder auch spät am Abend sind de facto normal und gehören zum Job. Bei den ausgelehrten Köchen beobachten wir das gleiche Phänomen: Bevorzugt werden Anstellungen in Mensas in Alters- und Pflegeheimen, Universitäten oder Firmen, in der sogenannten Gemeinschaftsgastronomie, da die Arbeitszeiten dort geregelt und die Wochenenden meistens frei sind.
 

Welche Anstrengungen unternimmt das Gewerbe, um den Job der neuen Generation schmackhaft zu machen?

Schnell umgesetzt, meistens aber nur kurzfristig erfolgreich, sind monetäre Anreize. Plausibler erscheinen mir Anstrengungen in der Ausgestaltung der Arbeitszeitmodelle: Jobsharing, Teilzeitanstellungen etc.

Was empfiehlst du jungen Berufseinsteigern?

Ich finde, dass man sicher in diversen Betrieben schnuppern gehen sollte. Man erhält so gute Eindrücke, ob man sich eine dreijährige Lehre vorstellen kann. Ebenfalls kann so auch der zukünftige Lehrmeister beurteilen, ob man sich dazu eignet oder doch lieber eine andere Berufswahl treffen sollte.

Hast du deinen Traumjob gefunden?

Ganz klar. Ich würde meinen beruflichen Werdegang nochmals gleich absolvieren. Ich bin sehr gerne ein Gastgeber und freue mich Tag für Tag den Leuten etwas Gutes zu tun. Kein Tag wie der andere. Ab und zu kann ich selber noch Hand anlegen in der Küche, tüftle an neuen Menüs herum, organisiere Events für Leute und freue mich am meisten, wenn die Leute unser Restaurant verlassen und sagen: «Danke für den schönen Abend!»

Per Ende Juni endet euer Vertrag im Bahnhofbuffet in Düdingen. Wie geht es weiter?

Ja, es ist schon speziell, da ich quasi mein ganzes Leben hier verbracht habe. Aber das ist der Lauf der Zeit und ich freue mich auf die neue Herausforderung. Konkret kann ich noch nichts sagen. Es liegen diverse Anfragen vor. Ich nehme mir jetzt genügend Zeit, um dieses Kapitel im Restaurant Hotel Bahnhof gut abzuschliessen und kümmere mich dann im Sommer um die Zukunft.

 

Marco, danke für das Interview, viel Glück und gute Entscheidungsfindung.

Traumberuf Verantwortlicher Masterlehrgang an der HSW Freiburg

Folge 8, Raphaël Gaudart, HSW Freiburg

Raphael, was steht auf deiner Visitenkarte?

Operativer Verantwortlicher Masterlehrgang in Unternehmertum, Hochschule für Wirtschaft Freiburg.  

Erzähl uns mehr über deinen Werdegang

Nach der obligatorischen Schulzeit in Giffers respektive in Plaffeien absolvierte ich das Collège Gambach in Freiburg, gefolgt von einer Anstellung im Versicherungsbereich, Auslandaufenthalt und der RS. Im 2004 besuchte ich den Bachelorstudiengang in Betriebsökonomie an der HSW Freiburg, welchen ich im 2007 abschloss. Noch während des Studiums konnte ich eine Stelle bei der Element AG in Tafers finden.

Als HR Verantwortlicher konnte ich bereits in jungen Jahren viel Verantwortung übernehmen. Persönlich ist mir eine ständige Weiterbildung und Wissenaneignung sehr wichtig, weshalb ich 2010 entschloss, mich für den Masterlehrgang in Unternehmertum in Freiburg einzuschreiben. Da ich in der damaligen Anstellung das Pensum nicht reduzieren konnte, nahm ich die Opportunität war und wechselte als Geschäftsführer zu EP Sahli AG nach Giffers. Ein kurzer Abstecher in ein Startup-Unternehmen, welches sich leider nicht am Markt behaupten konnte, öffnete mir quasi die Türe für die heutige Anstellung als Masterlehrgangs-Verantwortlicher.  

Du hast die frühe Übernahme von Verantwortung erwähnt. Wie hast du das erlebt?

Ganz grundsätzlich übernehme ich von meinem Typ her gerne Verantwortung. Nach meinen Studiumabschluss war mein theoretisches «Rücksäckli» gut gefüllt und war also bereit für die grosse Arbeitswelt. Ich musste jedoch noch einiges lernen. Verantwortung übernehmen heisst unter anderem auch unpopuläre Entscheidungen im Sinne der Fortführung des Unternehmens zu treffen, sei das eine Umstrukturierung oder eine Entlassung. Gerade in solchen Themen musste ich mich abgrenzen. Andererseits heisst Verantwortung auch Mitgestaltung, etwas unternehmen und kreativ sein.

Dies sollte jedoch nicht nur positions- oder altersabhängig geschehen, sondern jeder kann einen verantwortungsvollen Beitrag im Geschäft oder Privaten leisten. Je früher man also Verantwortung übernehmen und sich damit auseinandersetzen kann, umso wertvoller ist das für die persönliche und berufliche Entwicklung.  

Seit fast 2 Jahren bist du Verantwortlich für den Master an der HSW. Was sind deine täglichen Aufgaben?

Meine Hauptaufgabe liegt in einer spannenden, lehrreichen und sinnvollen Ausgestaltung des Lehrplanes. Darunter fallen die richtigen Dozenten und Modulleiter anzustellen und die Lernbereiche auf dem aktuellsten Stand zu halten um den Studenten eine interaktive und zukunftsgerichtete Ausbildung zu ermöglichen. Für mich ist der Mix zwischen Theorie und Praxis sehr wichtig. Deshalb versuche ich wenn möglich, Firmen aus der Region in den Unterricht mit einzubeziehen.  

Wie sieht das konkret aus?

Ein Modul, zum Beispiel, nennen wir Ventures in Action. Zu Beginn des Studiums erhalten die Studierenden den Auftrag ein kleines Start-up zu gründen. Während des zweijährigen Masterlehrgangs gilt es diese Firma in Gruppen von 2-5 Studierenden von der Ideen Generierung, zur Umsetzung des Produkts/der Dienstleistung bis hin zur reellen Etablierung zu entwickeln. Unser Ziel ist es, dass sie rasch marktfähig werden und erste Umsätze erzielen. Der Lerneffekt ist sehr gross, da die Studierenden aus ihren Komfortzonen ausbrechen müssen, um das Produkt aktiv zu vermarkten und mit Leuten in Kontakt treten.  

Zur Person Raphael Gaudart, 1982, aufgewachsen in Giffers

Wohnhaft: Tentlingen

Privates: ledig, in einer festen Beziehung Vorstandsmitglied FC Giffers, Eishockey, Betang

Werdegang: Collège, Betriebsökonomiestudium, Masterstudium  

Im Weiterbildungsbereich ist das Angebot in den letzten Jahren stark angestiegen. Inwiefern merkst du das?

Zweifelsohne gibt es sehr viel Angebote und die Weiterbildungsanbieter stehen in einem Konkurrenzkampf. Deshalb ist es für unsere Schule unerlässlich, nebst einer guten Infrastruktur und einer überdurchschnittlichen Unterrichtsqualität, immer aktuelle Themen, Forschungsschwerpunkte und Lernmethoden in die Kurse einzubauen. Auch bei uns gilt «Stillstand gleich Rückschritt». Unser Schwerpunkt «Unternehmertum» hebt sich vielfach ab und wir schaffen mit den Unterrichtssprachen Englisch, Französisch und Deutsch eine wichtige Basis. Eine internationale Vernetzung scheint uns ebenfalls wichtig zu sein. So haben wir Partnerschaften in Australien, Mexiko, Singapur und den USA, wo Studienreisen (Master) oder sogar Semesteraufenthalte (Bachelor) durchgeführt werden.  

Wie angetönt, findest du die persönliche Weiterbildung sehr wichtig. Was steht als nächstes bei dir an?

Ja, das stimmt. Zurzeit stehen bei mir «on-the-job» Weiterbildungen an. Bei uns dreht sich viel um die Themen Unternehmertum, Innovation und Zukunft. Angedacht ist deshalb ein CAS in „Disruptive Innovation“. Später kann ich mir auch ein Executive MBA vorstellen.  

Hast du deinen Traumjob also gefunden?

Das ist eine sehr schwierige Frage. Ganz ehrlich habe ich mir die «Traumjob-Frage» noch nie konkret gestellt. Für mich gibt es einige wichtige Punkte die in einem Job vorhanden sein müssen. Ein gut funktionierendes Team, eine abwechslungsreiche Tätigkeit die einen fordert, die Lernkurve muss positiv sein und mein Schaffen sollte nicht ganz unbemerkt bleiben, das sind Merkmale die ich in einem Job suche. Für mich gibt’s den lebenslangen Posten eigentlich nicht. Ich würde eher sagen: „Your dream job does not exist. You have to create it”.    

Infos zu Hochschule für Wirtschaft Gründung: 1991

Standort: Campus de Pérolles

Studenten: ca. 800

Direktor: Rico Baldegger

Eckdaten: Bachelor und Masterlehrgang Weiterbildung: 8 CAS-Ausbildungen, EMBA  

Traumberuf Personalberater

Folge 7, Pascal Haering, ATEC Personal

Pascal, danke für deine Zeit. Was steht auf deiner Visitenkarte?

Personalberater/Vize Direktor.  

Erzähl uns etwas über deinen Werdegang!

Ich bin ein KV’ler. Meine Ausbildung habe ich im Versicherungsunternehmen «Schweiz Allgemeine», heute Allianz, in Fribourg absolviert. Innerhalb des Unternehmens war ich nach meiner Lehre je ein Jahr am Hauptsitz in Zürich und danach in der Direktion Westschweiz in Lausanne tätig. 1988 konnte ich in die ATEC Personal AG in Düdingen eintreten.  

Wie hat sich über die Jahre deine Arbeit verändert?

 

Natürlich sehr stark. Wir waren 1988 das erste Stellenvermittlungsbüro in der Region. Der Ruf der Temporärbranche war zu dieser Zeit nicht sonderlich gut und wir mussten viel Aufbauarbeit leisten. Man wusste eigentlich nicht genau wie unser Metier funktionierte und war dementsprechend misstrauisch. Ich war quasi der erste Mitarbeiter der ATEC und machte mich im Februar 88 auf die Suche nach arbeitswilligen Sensler und umgekehrt suchten wir Arbeitgeber mit Vakanzen. Wo also die interessierten Personen finden? Dazu eine lustige Anekdote: Unseren ersten Kandidaten rekrutierte ich im Pub in Düdingen. Er konnte am gleichen Tag noch eine Stelle in einem Industriebetrieb im Sensebezirk antreten.  

Denkst Du, dass es heute noch so ist?

Unsere Branche hat in den letzten knapp 30 Jahren einen grossen und positiven Wandel durchgemacht. Die Temporärarbeit wurde zu einem wichtigen Wirtschaftszweig. Es wurden Gesamtarbeitsverträge initiiert, Sozialleistungen angepasst und dient heute vielen Personen als Überbrückung, Wiedereinstieg in die Arbeitswelt oder als kurzfristiger Geldverdienst. Viele Kandidaten wussten auch nicht, dass sämtliche Dienstleistungen für die Arbeitnehmer kostenlos sind. Auch meine Arbeit hat sich verändert. So haben wir mit den technischen Möglichkeiten ganz andere Voraussetzungen - Arbeitsverträge zum Beispiel müssen nicht mehr mit der Schreibmaschine abgetippt werden. Ohne die heutige EDV-Unterstützung wäre es gar nicht mehr möglich all den aufgetragenen Pflichten gerecht zu werden.  

Gibt es auch Tätigkeiten die gleichgeblieben sind?  

Ganz grundsätzlich ist das Modell immer noch identisch. Wir bevorzugen nach wie vor, trotz den technischen Veränderungen, den persönlichen Kontakt, sei es mit den Kandidaten oder auch den Unternehmen. Auch ist unsere Geschäftsphilosophie gleich geblieben. Wir konzentrieren uns auf die Region von Schwarzsee bis Murten und von Freiburg nach Bern. Persönlich freue ich mich über eine erfolgreiche Vermittlung immer noch wie vor 30 Jahren. Es ist sehr befriedigend, wenn man die Freude und Dankbarkeit in den Augen der Kandidaten sieht.  

Zur Person Pascal Haering 1965, aufgewachsen in Düdingen

Wohnhaft: St. Ursen

Privates: verheiratet, 2 Kinder

Werdegang: KV-Lehre Versicherung, Weiterbildung im Versicherungsbereich, seit 1988 Personalberater bei ATEC Personal AG

Die Konkurrenz-Situation in der Personalvermittlung ist gross. Wie gehst du damit um?

Ja, das stimmt. Es gibt mittlerweile in städtischen Gebieten sehr viele Stellenvermittler. In Freiburg ist der Umgang untereinander jedoch eher freundlich und man versucht einander auch zu helfen. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet die Vereinigung der freiburgischen Stellenvermittler (AFEPT), die den Austausch zwischen den Mitgliedern fördert und gute Rahmenbedingungen schafft. Seit den Anfängen bin ich bei der AFEPT im Vorstand. Aufgrund der Sprachgrenze und der jahrelangen engen Zusammenarbeit in und um Deutschfreiburg, merken wir den Konkurrenzkampf, in unserem eher ländlichen Gebiet, weniger. Zu erwähnen ist, dass wir nach wie vor die einzige Stellevermittlung im Sensebezirk sind.  

Du hast in den letzten Jahren einige tausend Bewerbungsgespräche geführt und Arbeiten vermittelt. Hat sich die Arbeitseinstellung der Leute stark verändert?

Der Grund wieso die Kandidaten unsere Dienstleistung beanspruchen hat sich verändert. Früher gab es viel häufiger die sogenannten «Saison-Stellen». Viele Arbeiter suchten eine Tätigkeit von März-November, damit sie während den Wintermonaten auf Reisen gehen konnten. Heute ist die Temporärarbeit wie jede andere Arbeit einzustufen. Das Modell «Try&Hire» wird beispielsweise von Firmen immer wie häufiger angewandt. So können sich Stellensuchende profilieren und beweisen. Die Firmen bemerken rasch, ob die jeweiligen Personen passen würden. Junge Männer arbeiten beispielsweise oft temporär als Überbrückung nach dem Lehrabschluss bis zum Militär oder Frauen finden dank dieser Art Tätigkeit nach der Mutterschaftszeit den Einstieg wieder ins Berufsleben. Grundsätzlich sind die Arbeitnehmer zuverlässiger geworden und die Fehltage haben stark abgenommen.  

Kommen wir zurück auf deinen Beruf. Ein Traumjob?

Absolut. Ich finde in meinem Job eine grosse Abwechslung vor und habe tagtäglich mit Leuten zu tun. Die obenerwähnten Erfolgserlebnisse, wenn ich jemandem eine Stelle vermitteln kann, sind grossartig. Wenn z.B. eine Firma eine dringende Anfrage infolge eines Mitarbeiterausfalles hat und wir innerhalb weniger Minuten eine Lösung präsentieren können, motiviert dies sehr. Arbeiten in einem aufgestellten Team und in einem gewohnten Umfeld sind weitere Aspekte, die meinen Job zum Traumberuf werden lassen. Für mich natürlich. Mein Sohn meinte neulich zu mir, dass er auch Personalberater werden möchte – eine schöne Aussage.  

Infos zu ATEC Personal AG Gründung: 1988

Standort: Bahnhofzentrum

Mitarbeiter: 6 Angestellte

Eckdaten: Über 10'000 vermittelte Personen 16 vergebene Prix ATEC’s 38 organisierte Wallenried-Gespräche  

Traumberuf: Automechaniker / Geschäftsinhaber Autogarage

Folge 6, Olivier Piller, Inhaber Hofmatt Garage

Heute sind wir bei Olivier Piller, Hofmatt-Garage in Alterswil. Olivier, was steht auf deiner Visitenkarte?

Geschäftsinhaber Hofmatt-Garage.

Erzähl uns mehr über deine berufliche Laufbahn!

Bereits in meinen Kinderjahren war die elterliche Autogarage quasi unser Spielplatz. Am Abend schwarze Hände zu haben war normal. Für mich war eigentlich klar, dass ich meine Lehre als Automechaniker absolvieren will. Von 1986-90 lernte ich in der Garage Stadtberg in Freiburg das Automech-Handwerk. Ende 1994 schloss ich zudem den Auto-Diagnostiker ab. Direkt nach der Lehre bin ich in den Familienbetrieb nach Alterswil gewechselt, da ein langjähriger Mitarbeiter ausgefallen war. Nach und nach übernahm ich immer mehr Aufgaben von meinen Vater. Seit 2007 bin ich nun Alleinverantwortlicher für unsere Garage.

Hat dein Vater die Hofmatt-Garage gegründet?

Die Anfänge machte bereits mein Grossvater. 1945 kaufte er am heutigen Standort Land für 50 Rappen den m2, heute ja kaum vorstellbar. Er reparierte vor allem Töfli’s und Velo’s. Es kam auch vor, dass er den Leuten die Zähne zog. Er war einer der ersten, der ein Auto hatte. So kam es manchmal, dass er am Morgen einen Geissbock im Kofferraum in den Schwarzsee führte und am Nachmittag im gleichen Auto ein Brautpaar chauffierte. Ein wirklicher Allrounder. 1968/69 startete mein Vater mit einer Autogarage, vor allem mit Austin von British Leyland. Um den wachsenden Bedürfnissen des aufkommenden Autogewerbes nach zu kommen, wurde 1971 die Garage umgebaut und neustrukturiert.  

Heute sind ja keine Britische Automodelle mehr bei Euch zu sehen. Wie ging es weiter?

Von den Autos von British Leyland erzählt man sich heute manchmal noch lustige Geschichten. Die Qualität und Verarbeitung liess stark zu wünschen übrig. So entschied sich mein Vater Ende der 70er Jahre, nach einer neuen Markenvertretung zu suchen. Zu dieser Zeit stand zum Beispiel Subaru kurz vor der Einführung in den Schweizer Markt. Der Importstart war jedoch noch nicht ganz bekannt und dauert noch ein bisschen. Im 1977 startete dann ebenfalls Mitsubishi die Marktaktivitäten in der Schweiz. So kam es, dass die Hofmatt-Garage die erste Mitsubishi-Vertretung in der Schweiz erhielt. Ein solcher Markenwechsel, war ein grosses Risiko. Über Mitsubishi war zu dieser Zeit wenig bekannt und die «Japaner»-Autos hatten nicht den besten Ruf. Zum Glück stellte sich rasch heraus, dass Mitsubishi punkto Zuverlässigkeit, Qualität und Kosten sehr gut bewertet wurde.

War für dich nach der Lehrzeit ein sofortiger Wechsel «nach Hause» immer geplant?

Sowohl für mich auch für meinen Vater war klar, dass ich die Lehre nicht im elterlichen Betrieb mache. Weiter wollte ich auch gleichzeitig Französisch lernen. Die Stadtberg-Garage, damals Peugeot Talbot Spezialist, eignete sich hervorragend. Geplant war eigentlich, dass ich nach der Lehre einige Jahre im Rennsport als Mechaniker mitreisen würde. Aufgrund der oben beschriebenen Umstände, kehrte ich dann direkt nach der Ausbildung in «unseren» Betrieb zurück.  

Wie hat sich deine Position innerhalb des Betriebes verändert?

Angefangen habe ich als Automechaniker. Mit der Zeit übernahm ich immer mehr Aufgaben im Bereich Büro, Verkauf, Personal und Administration. Ist heute Not am Mann, helfe ich natürlich mit in der Werkstatt oder putzte auch selber ein Auto.

Und wie hat sich das Autogewerbe in den letzten Jahren verändert? Man sieht es bereits an den Berufsbezeichnungen. Ein Automechaniker heisst heute Automechatroniker. Eine Mischung aus Mechaniker und Elektroniker. Ohne dieses elektronische Wissen kann man ein modernes Auto kaum mehr reparieren. Die Ansprüche haben sich massiv erhöht und die Entwicklung schreitet sehr schnell voran. Ganz generell ist unser Geschäft weniger planbar geworden. Eine Automarke kann dieses Jahr top sein und im nächsten Jahr liegt das Interesse woanders. Früher galten die Autogaragen als Spezialisten und Fachmänner. Heute ist das Wissen viel breiter gestreut und für jedermann zugänglich.

Hybrid, Elektro oder sogar autonomes Fahren sind Schlagwörter in eurer Branche. Wie sieht die Zukunft deiner Meinung nach aus?

Ja das stimmt, es sind viele Innovationen im Gange. Zurzeit ist Hybrid in aller Munde und funktioniert im alltäglichen Gebrauch sehr gut. Bei den reinen Elektroautos ist die Reichweite nach wie vor das grösste Hindernis um die nötige Durchschlagskraft zu erreichen. Ähnlich steht es um die Probleme bei den Wasserstoffantrieben. Ein weiterer grosser Forschungsbereich liegt im autonomen Fahren. Technisch würde dies bereits funktionieren, aber es gibt noch viele regulatorische Aspekte zu berücksichtigen. Zukünftig wird da sicher noch vieles auf uns zu kommen.  

Zur Person Olivier Piller, 1970

Wohnhaft: Alterswil

Privates: verheiratet, 2 Kinder

Werdegang: Automechaniker Lehre Stadtberg-Garage Freiburg, Autodiagnostiker (Abschluss 1994), Experte für Lehrabschlussprüfungen, Inhaber Hofmatt-Garage.  

Was bedeutet das Logo «Le Garage» in eurem Logo?

Das Konzept wurde von der ESA (Einkaufsorganisation des Schweizerischen Auto- und Motorfahrzeuggewerbes) entwickelt. Dies erlaubt den Garagen als Multi-Markenspezialist aufzutreten. Wir können so Service- und Reparaturen für fast alle Marken anbieten. Ein wichtiger Vorteil um diversifizierter am Markt aufzutreten.

Du führst quasi die Hofmatt-Garage in der 3. Generation. Wie sieht es mit der Nachfolgeplanung aus?

Konkret haben wir uns noch keine Gedanken darübergemacht. Meine zwei Töchter sind noch ein bisschen zu jung und wissen daher noch nicht genau, was sie später machen möchten. Meine Frau arbeitet ebenfalls im Betrieb und ist für alle buchhalterischen Angelegenheiten zuständig. Weiter sind wir mit Richard und Marc, zwei langjährige Mechaniker, und mit Doris, Verantwortliche für die Ersatzteile und Garantien, sehr gut aufgestellt.  

Bezeichnest du deine Tätigkeit als Traumjob?

Ich wüsste nicht, was ich lieber machen würde und kann daher sagen, dass es für mich ein Traumjob ist. Die Abwechslung, das Zusammenarbeiten mit Leuten und die Flexibilität schätze ich sehr. Klar denke ich manchmal, dass eine Tätigkeit wie oben bereits erwähnt z.B. im Rennsport interessant gewesen wäre. Aber bereue tue ich es nicht.

Du bist Experte an den Lehrabschlussprüfungen. Wie sieht es im Automobilgewerbe mit dem Talentmangel aus?  

Leider bemerken wir diesen sehr stark. Gelernte Automechatroniker oder Fachmänner sind sehr gefragt auf dem Markt. Bereits die Rekrutierung von neuen Lernenden stellt immer wie mehr Garagen vor grosse Probleme, obwohl der Job viele interessante Herausforderungen bietet, technisch wie auch handwerklich fordernd ist und nach der Lehre viele Weiterbildungsmöglichkeiten offeriert.

Traumberuf Landwirt/ Treuhänder/ Verwalter Camping Schiffenen/ Inhaber Driving Range Schiffenen

Folge 5, Patrik Schaller, Allrounder

Patrik, gerne möchten wir mehr über deinen Beruf respektive Berufe erfahren. Was steht auf deiner Visitenkarte?

Also physisch gesehen habe ich keine Visitenkarte und kann mich keiner genauen Berufsbezeichnung zuordnen. So bin ich Landwirt, Buchhalter bei Agro-Treuhand, Inhaber der Driving Ranch (Golf-Übungsanlage) und Verwalter der Camping Schiffenen AG.

Das klingt nach sehr viel Arbeit. Kommen wir später darauf zurück. Erzähl uns etwas über deinen Werdegang.

Meine Grundausbildung habe ich als Landwirt abgeschlossen. Mit 27 Jahren konnte ich dann den elterlichen Hof übernehmen und dadurch bereits früh selbständig arbeiten und entscheiden. Mein Ziel war, den Betrieb weiterzuentwickeln und für die Zukunft die nötigen Strukturen zu schaffen. Die Fortführung der Milchproduktion, sowie der Anbau von Gemüse, Früchten oder Blumen war für mich eher kein Thema. Eine Weiterbildung im kaufmännischen Rechnungswesen verhalf mir, eine Stelle im Agro-Treuhandbereich anzunehmen und somit meine Tätigkeiten zu diversifizieren. In dieser Anstellung bin ich nun seit 20 Jahren tätig. Vor 15 Jahren erhielt ich von Heinz Pfander die Anfrage, ob ich mit ihm zusammen die Golfparkanlage (Driving Range) in Schiffenen initieren und bauen möchte. Nach eingehender Planung konnten wir das Projekt erfolgreich realisieren. Zusätzlich übernahm ich vor 8 Jahren die Verwaltung des Camping Schiffenen.

Wie kriegt man all dies unter einen Hut?

Es braucht sicherlich eine gute Planung und viel Freude an der täglichen Arbeit. Die Art der Tätigkeiten lassen sich ziemlich gut kombinieren, da der Arbeitsanfall saisonal anfällt. Da ich Tätigkeiten habe welche auch wetterabhängig sind, braucht es Flexibilität und die Bereitschaft auch mal am Abend länger oder am Wochenende Arbeiten zu erledigen.

Du hast also kein « Nine-to-Five-Job»? 

Eine Woche gleicht selten der anderen. Das ist sehr spannend, lehrreich und entschädigt viel für die geleistete Mehrarbeit. Als Unternehmer ist eine geregelte Arbeitszeit selten möglich. Ich nehme mir jedoch ab und zu die Freiheit, unter der Woche einen Freitag zu beziehen, um Skifahren oder Golfen zu gehen.

Was rätst du Leuten, die sich auch selbstständig machen möchten?

Es braucht eine grosse Offenheit und man sollte das Risiko nicht scheuen. Ich war stets neugierig, hatte die Augen offen, sah vielfach Chancen und packte sie, dazu gehört Einsatz und viel Fleiss. «Ohni nüt, chunnt nüt», das ist mein Motto. Ein bisschen Glück gehört dazu. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. In meinem Fall konnte ich mit bestehenden Strukturen weiterarbeiten, welche in unserem Familienbesitz sind. Rückblickend half mir auch meine Tätigkeit als Gemeinderat. In dieser Funktion konnte ich mir ein grosses Wissen aneignen, welches mir heute bei der Verwaltung des Campings zugutekommt. Ich lernte viele interessante und spannende Leute kennen, was mein berufliches Netzwerk erweiterte.  

Zur Person

Patrik Schaller, 1963

Wohnhaft: Schiffenen, Düdingen

Privates: verheiratet, 1 Tochter

Werdegang: Landwirt, Abschluss kaufmännisches Rechnungswesen, Mit-Initiant Golfpark Schiffenen, Verwalter Camping Schiffenen AG  

Inwiefern hat sich dein Arbeitsgebiet verändert respektive wo liegen allgemein die grössten Veränderungen in den letzten 20 Jahren?

Wie in vielen Bereichen hat auch bei uns die technische Modernisierung grossen Einfluss. Alles wird optimiert und schneller. Als Arbeitnehmer muss man am Ball bleiben und sich mit den Veränderungen mitentwickeln. Ganz generell habe ich das Gefühl, dass ein Mentalitätswechsel in unserer Gesellschaft stattgefunden hat. Sich für etwas schinden und abmühen, sei es im Sport oder in der Arbeit, spüre ich bei den heutigen Jugendlichen viel weniger als bei uns dazumal. Die Ursachen, die diesem Phänomen zugrunde liegen, sind mannigfaltig. Vieles scheint zur Selbstverständlichkeit zu werden, für welche unsere Vorfahren «gchrampfet hì».

Kommen wir zurück auf deinen Beruf. Ein Traumjob?

Ich habe mir nie etwas unter einem Traumjob vorstellen können. Als Jugendlicher war zeitweise Sportlehrer mein Wunschberuf, da ich selber im Leistungssport aktiv war. Mit der Ausbildung im landwirtschaftlichen Bereich verflog allmählich dieses Berufsziel, was ich jedoch nie bereute. Mit der heutigen beruflichen Situation bin ich sehr zufrieden. Ich merkte zum Beispiel erst mit dem Einstieg in die Treuhand-Branche, dass ich ein gewisses Zahlenflair habe. Der Mix meiner Tätigkeiten stimmt für mich. Das soll jedoch nicht heissen, dass ich nicht offen bin für neue Projekte. Man weiss nie, was die Zukunft bringt. Über die Jahre wurde mir bewusst, dass ich der Unternehmertyp bin, gerne etwas erschaffe und dieses mit Herzblut verfolge.  

Infos Camping Schiffenen AG  

Gründung: 1985

Plätze: 260 Mobilehomes, 40 Passantenplätze (April-Oktober)

Fläche: 10 Hektaren

Mitarbeiter: 2 Festangestellte

Zusätzliches Angebot: Restaurant Seepark Schiffenen Buvette-Shop Campolino Tennisanlage Minigolfanlage  

Driving Range (Trainingsanlage Golf)  

Gründung: 2000

Initianten: Patrik Schaller, Heinz Pfander

Grösse: 2.8 Hektaren

Facts: 10’000 Golfbälle zur Verfügung Seit der Eröffnung wurden ca. 5 Millionen Bälle gespielt 20 Abschlagsplätze Chipping und Bunker-Übungsplätze Möglichkeiten für Firmenevents Für Anfänger und auch Fortgeschrittene können Golflektionen vereinbart werden.