Fan-Fahrten an die Auswärtsspiele sind Kult!

Seit Jahrzehnten sind die Fanfahrten an die Auswärtsspiele von Freiburg-Gottéron nicht nur Tradition, sondern Kult. Die Car-Fahrten an die Auswärtsspiele von Gottéron sind jedoch keine Selbstverständlichkeit. Es wäre schade, wenn diese in Zukunft nicht mehr stattfinden könnten.

Unvergessen bleibt die Fahrt im Jubiläumsjahr nach Davos. 43 Fan-Cars gefüllt mit rund 2500 Gottéron-Anhängern, begaben sich zum 75-jährigen Geburtstag des Freiburger Eishockeyklubs ins Bündnerland. In den Medien wurde von einer Gottéron-Invasion in Davos gesprochen. Vielleicht war es ein Weltrekord! Dies müsste man bei den Verantwortlichen des Guinness Buch der Rekorde anfragen. In Erinnerung bleiben selbstverständlich auch die Fan-Fahrten zu Zeiten von Bykov/Khomutov, als die Horner- oder Klopfstein-Cars jeweils aus allen Nähten platzten und die vielen Anhänger die Auswärtsspiele teilweise zu Heimspielen machten. In den vergangenen Jahren ist das Interesse an den Fan-Fahrten zurückgegangen. Dies liegt mit Sicherheit daran, dass man heute die Spiele nicht nur im Radio oder im Teletext, sondern live im Fernsehen mitverfolgen kann. Trotzdem ist das Erlebnis vor Ort schlicht nicht mit dem Geschehen im TV zu vergleichen. Da das Interesse an den Fan-Fahrten gesunken ist, wird die Existenz der organisierten Auswärtsspiel-Besuche in Frage gestellt. Unverständlich! Eishockey ohne Fans ist unvorstellbar. Eishockey lebt von den Fans. Spiele ohne Auswärtsfans, wie in dieser Saison in Lausanne, nehmen einer Partie die Elektrizität. Alleine aus diesem Grund müssen die Fan-Fahrten am Leben erhalten werden.

Was viele Leute nicht sehen, ist die Arbeit, die hinter den Fanfahrten steht. Der Fanclub Sense, mit dem Team um André Schultheiss, scheut Saison für Saison keinen Aufwand, um den Gottéron-Fans zu ermöglichen, ihre Lieblinge auch in Davos, Lugano oder Genf sehen zu können. In den vergangenen Jahren wurde das Budget für die Organisation der Fan-Fahrten jedoch immer etwas kleiner, so dass der Fanclub Sense Mühe hat, die Tradition weiterführen zu können. Der Fanclub Sense ist darum für die Organisation der Reisen an die Auswärtsspiele auf freiwillige Helfer und auch auf finanzielle Hilfe angewiesen. Der Präsident André Schultheiss freut sich über jede Kontaktaufnahme und Hilfedarbietung.

Wir möchten im Namen der Gottéron-Fans dem Fanclub Sense, André Schultheiss und allen freiwilligen Helfern hiermit DANKE sagen. Danke für den Einsatz, danke den Kult "Fan-Fahrt" in Freiburg am Leben zu erhalten.

Julien, bitte komm zurück! 

Ohne Julien Sprunger ist Gottéron nicht Gottéron!

Der Chronist hat Julien Sprunger einmal als Wahrzeichen des Kantons Freiburg im gleichen Atemzug mit der Kathedrale genannt. Zwischen dem architektonischen Wahrzeichen und dem Gottéron-Wahrzeichen besteht jedoch ein wesentlicher Unterschied. Die Kathedrale  ist unverwüstlich, Julien Sprunger - auch wenn er teilweise Superkräfte hat - leider nicht.

Julien Sprunger  ist unbestritten der talentierteste Freiburger Eishockeyspieler der Neuzeit, der bekannteste Sportler des Kantons, vielleicht gar der grösste Freiburger Sportler aller Zeiten. Niemand hat in den letzten zwei Jahrzehnten das Freiburger Selbstbewusstsein so sehr geprägt wie der Kapitän von Freiburg-Gottéron. Wer an Julien Sprunger denkt, der denkt an Erfolg, Grösse und Leidenschaft. Unvorstellbar, dass Julien Sprunger irgendwann nicht mehr im Gottéron-Trikot auflaufen wird. Unvorstellbar auch, was Julien Sprunger ohne den 4. Mai 2009 in seiner Karriere erreicht hätte. Wer an Julien Sprunger denkt, denkt nämlich auch an eine möglich NHL-Karriere, die abrupt durch einen hässlichen Check verunmöglicht wurde. Wir erinnern uns nur all zu ungerne: an der Eishockey-WM 2009 in Bern checkte der amerikanische Bösewicht David Backes den Nationalspieler auf miese Arte und Weise in die Bande. Der Freiburger stand zu diesem Zeitpunkt vor dem Sprung in die beste Liga der Welt, erlitt beim Aufprall in die Bande eine grobe Hirnerschütterung und musste an zwei Halswirbeln operiert werden. Seine Zukunft als Sportler stand auf Messers Schneide und seine Karriere in Übersee musste der damals 23-jährige Stürmer aus seinem Kopf streichen. Seit diesem Angriff auf seine Gesundheit, anders kann die Attacke von David Backes nicht beschrieben werden, hatte Julien Sprunger immer wieder mit Hirnerschütterungen zu kämpfen.

Am 4. Januar hat Julien Sprunger seinen 32. Geburtstag gefeiert. Nachträglich Happy Birthday. Momentan wünscht man der #86 jedoch lieber baldige Genesung, als alles Gute zum Geburtstag. Zum Zeitpunkt der Verfassung des vorliegenden Blogs ist die Zukunft von Julien Sprunger weiterhin ungewiss. Der Topskorer musste in seiner Karriere bereits ein halbes Dutzend Hirnerschütterungen einstecken und lebt mit der ungemütlichen Gewissheit, dass jede Hirnerschütterung diejenige sein könnte, die seine Karriere beendet und im schlimmsten Fall gar bleibende Schäden nach sich ziehen könnte. Wer Julien Sprunger kennt, weiss, dass er seine Gesundheit nicht leichtsinnig aufs Spiel setzen wird. Eher henkt er die Schlittschuhe an den Nagel, als er das Risiko eingeht seine Gesundheit und seine Zukunft als Lehrer und Vater zu verbauen. 

Für die Gottéron-Fans gilt es darum zu hoffen, dass es der Gesundheitszustand des Traums aller Schwiegermütter zulässt, weiterhin für die Drachen auf Torjagd zu gehen. Denn ohne Julien Sprunger rückt nicht nur der Traum eines Meistertitels trotz Berra, Furrer usw. wiederum in weite Ferne, sondern ohne Julien Sprunger ist Gottéron nicht Gottéron.

Julien, bitte komm zurück!

 

 

Wir wünschen ein gutes neues Gottéron-Jahr

„Wenn das alte Jahr erfolgreich war, dann freue dich aufs neue. Und war es schlecht, ja dann erst recht“, sagte einst der Nobelpreisträger Albert Einstein.

Das Jahr 2017 wird sportlich weiss Gott nicht als einer der erfolgreichen Abschnitte in die Geschichte von Freiburg-Gottéron eingehen. Wir erinnern uns ungern an die verpassten Playoffs und das darauffolgende Zittern, Jammern und Fluchen in den Playouts. Der Start in die neue Saison vermochte zwar Hoffnungen zu wecken und auf eine ruhigere Saison hinzudeuten. Zum Jahreswechsel, nach einem katastrophalen Dezember mit sieben Niederlagen aus zehn Spielen, steht Freiburg-Gottéron jedoch mitten im Kampf um die Playoff-Teilnahme und hat nicht die besten Karten in der Hand. Mit Julien Sprunger und Roman Cervenka musste das Team von Mark French zum Jahresende auf den unbestrittenen Leader und Topskorer sowie auf den Kreativkopf der Mannschaft verzichten. Sollten die #86 und #11 nicht bald wieder zur Bestform finden, dann wird sich Gottéron an der Playoff-Qualifikation die Zähne ausbeissen. Erschwerend kommt die Verletzung des Torhüters Ludovic Waeber hinzu. Mit dem Ausfall des jungen Keepers ist für Mark French die Option, mit vier ausländischen Feldspielern zu agieren, wohl von der Saane weggespühlt worden. Fazit: Gottéron wird um die Playoff-Teilnahme auch in diesem Jahr kämpfen müssen. Nicht, dass dies nicht zu erwarten war, aber die Gottéron-Fans wären nach der vergangenen Saison gerne ohne Zittern in die schönste und entscheidendste Zeit des Eishockeyjahres gestiegen. Sehen wir das Glas für einmal aber halbvoll und halten fest, dass die Gottéron-Fans zum Start in das neue Jahr immerhin um die Playoff-Qualifikation bibbern dürfen. Dies war im Januar 2017 bereits nur noch den grössten Optimisten überlassen.

Man darf also ruhig sagen, dass das Jahr 2017 eher schlecht als recht war. Trotzdem gab es in den vergangenen zwölf Monaten einige positive Nachrichten seitens der St. Léonard-Truppe, weshalb sich die Gottéron-Fans ganz à la Einstein "erst recht" auf das Jahr 2018 freuen dürfen.  

Im Jahr 2018 erfolgt der Baustart für das neue Stadion, was für die Zukunft der Unternehmung Freiburg-Gottéron wegweisend sein wird. Endlich, endlich, endlich wird die Entstehung eines neuen Gottéron-Tempels spür- und sichtbar. Für das Jahr 2018 konnten im sportlichen Bereich bereits die wichtigsten Pfeiler gesetzt werden. Mit dem Quartett Berra, Furrer, Walser und Schneeberger konnten sich die Freiburger auf die kommende Saison hin enorm verstärken. Aufgrund der aktuellen Situation von Reto Berra dürfte dieser im Sommer seinen NHL-Traum an den Nagel hängen und nun wirklich zum wichtigsten Transfer der letzten Jahre werden. Findet Sportchef Christian Dubé noch einen ausländischen Erstlinien-Center (wie geht es eigentlich David Desharnais?), der in allen Bereichen, auf und neben dem Eis, dominant ist, dann werden die Fans im Jahr 2018 das beste Gottéron aller Zeiten sehen. Und ja: dann dürfen die Fans in den kommenden Jahre auch wieder vom langersehnten Meistertitel träumen.

Die Gottéron-Fans dürfen sich also auf das Jahr 2018 und bereits jetzt auf die Jahre darauf freuen. In dem Sinn wünschen wir ein gutes neues Gottéron-Jahr!

 

 

Alt auf Neu für Jung und Alt

Am Sonntag um Punkt 00:00:00 Uhr knallen in Deutschfreiburg wieder die Korken. Tausende Neujahrsglückwünsche werden per WhatsApp, SMS, Facebook usw. verschickt und tausende Menschen wünschen sich "as guets Nüüs". Anstossen und Glückwünschen dürften wohl alle Deutschfreiburger/innen auf irgendeine Art und Weise. Wie die Leute in unserer Region jedoch den Abend des 31. Dezembers verbringen, ist wohl sehr, sehr unterschiedlich. Wir versuchen, die verschiedenen Neujahrsabende nach schwammigen Altersstufen in einigen Worten darzustellen. Dies selbstredend mit einer grossen Prise Humor...

0-3 Jahre:

Schlafen, schlafen, schlafen.

3-6 Jahre: 

Chicken Nuggets und Pommes-Frites essen, Dessert und dann ab ins Bett!

6-14 Jahre:

Fondue Chinoise essen, Rimuss trinken und dann Dinner for one schauen bis man auf dem Sofa einschläft (obwohl man sich sooo auf das Feuerwerk gefreut hat).

14-16 Jahre:

Griesgrämig mit den Eltern Fondue Chinoise essen und an der Gerechtigkeit im Leben zweifeln, da die Eltern einem verboten haben, mit älteren Freunden an eine Party zu gehen. Dabei ständig auf das Smartphone schauen, wie toll "alle anderen" feiern...

16-18 Jahre:

Saufen bis der Notarzt kommt! Egal wo, egal mit wem... Hauptsache Alkohol. Nicht vergessen, Selfies zu schiessen, solange man noch das Mobiltelefon in der Hand halten kann und diese mit dem Hashtag #happynewyear auf Instagram und mit lustigen Filtern auf Snapchat zu veröffentlichen. Im 5-Minuten-Takt kontrollieren, wie viele Likes man schon abgesahnt hast.

18-32 Jahre:

Vom TM ins Fri-Son, kurz ins Irish und Lapart, bevor dann ins Rock und anschliessend mit dem Taxi betrunken ins Bad Bonn, um dort anstossen zu können. Zwischenzeitlich nicht vergessen, via WhatsApp alle wissen zu lassen, wo man gerade das nächste Bier trinkt. Überall (fast) alle kennen. 

32-42 Jahre:

Fondue Chinoise essen bei Freunden, gemütlich ein Glas Wein trinken, bei Gesellschaftsspielen sich schier in die Hose machen und insgeheim traurig darüber sein, dass die wilden Jahre Geschichte sind. 

42-55 Jahre:

Mit den Kindern zu Hause Neujahr verbringen bei Fondue Chinoise. Später leicht angesäuselt mit dem Partner die Zeit planen, wenn die Kinder endlich aus dem Haus sind, während diese bereits im Bett sind (3-6 Jahre) oder Dinner for one schauen (6-14 Jahre).

Über 55 Jahre:

Essen im Restaurant oder im Ferienhaus mit Freunden und über gute alte Zeiten lachen, in denen man Neujahr noch an Partys verbrachte. Dazu gute Musik hören und mit Sekt anstossen. Oder verreisen. Oder alleine zu Hause bleiben.

Über 90 Jahre:

Welches Jahr haben wir? Was feiern wir? Warum gab es zum Dessert nur Pudding? Welches Jahr haben wir nun?

In dem Sinn Prosit Neujahr!

Carte Blanche #37 / Glaubensbekenntnis - aktueller denn je? 

Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ist die Zeit, in der viele Menschen Bilanz ziehen.

Dies gilt auch für uns Gläubige. 

War ich ein treuer Gläubiger? War ich meinen Werten treu? Stand ich zu meinem Glauben, in guten wie in schlechten Zeiten? 

Nachdem jeder für sich diese Fragen beantwortet hat, sprechen wir gemeinsam das Glaubensbekenntnis: 

Das Gottéron’sche Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an den Drachen,
den Grossen, den Starken,
den Schöpfer des Tales und unserer Liebe.

Und an Gottéron,
seinen Verein, unsern Club,
empfangen durch den jugendlichen Geist,
geboren in der Basse-Ville,
gelitten unter der Liga,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich der Beinah-Konkurse,
am dritten „sauvez Gottéron“ auferstanden durch die Liebe Freiburgs,
aufgefahren in den Olymp;
von dort wird er kommen,
zu richten die Bären,
die Stiere, die Adler, die Tiger und die Löwen.

Ich glaube an den Heiligen Zorn,
die heilige Kameradschaft,
den Zusammenhalt der Copains,
Vergebung der Niederlagen,
Auferstehung der Totgesagten
und den ewigen Stolz. 

Für einmal    -   für immer. 

PS: Wenn ein Leser einen Themenvorschlag für eine Carte Blanche hat, kann er sich via skippr mit mir in Verbindung setzen.

Text: Benjamin Zurron