Carte Blanche #11

Wir Freiburger sind die besten Kreiselfahrer der Welt 

Was ist der grösste Vorteil, in Freiburg aufgewachsen zu sein? Die Zweisprachigkeit des Kantons? Nein. Den Lebensweg mit zwei verschiedenen Lebenskulturen beschreiten zu dürfen? Mitnichten. In der Hochburg des Fondue gesprossen zu sein? Ja, auch... Aber der grösste Vorteil ist es, von Geburt an zu den besten Kreiselfahrern der Welt zu gehören.

In den vergangenen Tagen sind mir auf den Freiburger Strassen dutzende Autofahrer/innen aufgefallen, die schlicht keine Ahnung vom Kreiselfahren haben. Nun denkt ihr euch bestimmt, dass diese Aussage mit meiner Ausgangstheorie nicht aufgehen kann, dass Freiburger die besten Kreiselfahrer der Welt sind. Weit gefehlt. Bei all den erwähnten Vorfällen ergab sich nämlich beim Blick auf das Nummernschild, dass es sich um einen ausserkantonalen oder ausländischen Verkehrsteilnehmer handelte.

Diese Beobachtungen konnte ich durchaus bereits in anderen Kantonen oder gar im Ausland machen. Der Freiburg Autolenker ist auch dort ein Kreiselprofi! Gäbe es eine Formel 1 der Kreiselfahrer, wären wir Weltmeister. Gäbe es einen Marathonlauf um einen Kreisel, wären wir Olympiasieger. Gäbe es eine „Tour de Kreisel“ würden wir gleichzeitig im „maillot jaune“ und im „maglio rosa“ fahren.

Woher kommt nun aber die Sicherheit, die Präzision, die Selbstverständlichkeit, die Freiburger Autofahrer in Kreiseln an den Tag legen? Die Antwort ist ganz einfach. Der gute alte Jumbo-Kreisel (siehe Bild). Viele Freiburger/innen mussten den Jumbo-Kreisel bei der Fahrprüfung bewältigen und ältere Lenker/innen durften mit ihm das Kreiselfahren perfektionieren.

Wir sind uns unserer Weltvorherrschaft im Kreiselfahren bereits so bewusst, dass wir seit kurzem Brunnen auf unsere Kreisel bauen. Tafers lässt grüssen.

Text: Elmar Wohlhauser

Gottéron-Blog

Michal Repik komplettiert tschechisches Traumtrio

Mit der Verpflichtung des Stürmers Michal Repik hat Gottéron-Sportchef Christian Dubé ein richtiggehendes Traumtrio zusammengestellt. Das tschechische Nationalmannschafts-Trio Cervenka-Birner-Repik dürfte in der kommenden Saison zu den gefürchtetsten Sturmlinien auf Schweizer Eis gehören. Denkt man an das neue Trio bei den Drachen, kann man die lokalen Radiokommentatoren bereits schreien hören: „Cervenka zu Birner, zurück zu Cervenka, quer auf Repik und Tooooooor für Gottéron. Die Drachen führen nach 38 Minuten im Zähringerderby gegen den SC Bern mit 6:0.“

Es ist zu erwarten, dass der neue Gottéron-Zampato Mark French die drei tschechischen Verstärkungsspieler in einer Sturmlinie auflaufen lässt. Michal Repik und Michal Birner spielten in der Saison 2015/2016 bei Liberec  in einer Linie und gewannen zusammen die tschechische Meisterschaft. Zudem passt Roman Cervenka zu den beiden Flügelspielern wie die Faust auf’s Auge. Darum wäre es töricht von Mark French, kein tschechisches Traumtrio zu bilden.

Spielen die drei ausländischen Gottéron-Stürmer effektiv zusammen, darf, kann und muss man vom Trio Cervenka-Birner-Repik erwarten, dass sie an jedem Game-Day den Unterschied ausmachen können und die Liga dominieren werden. Alles andere wäre eine Enttäuschung. Mit der Verpflichtung von Michal Repik darf erwartet werden, dass Julien Sprunger in der kommenden Saison wiederum an der Seite seine kongenialen Partners Andrei Bykov spielen wird. Die nominell zweite Sturmlinie könnte mit der Neuverpflichtung Matthias Rossi ergänzt werden.

Doch wer ist der neue Gottéron-Stürmer überhaupt? Michal Repik wurde in Vlasim/Tschechien – einem ca. so grossen Ort wie Düdingen – geboren und ist 28-jährig. Die Juniorenzeit verbrachte er bei Sparta Prag und wechselte im Juniorenalter nach Nordamerika. In der NHL kam er zu 72 Einsätzen für die Florida Panthers. In der Saison 2014/2015 gab Repik ein kurzes Gastspiel beim EV Zug und erzielte dort in 4 Spielen immerhin 3 Skorerpunkte. Der rechte Flügel ist 179 cm gross und bringt 87 kg auf die Waage. Der Rechtsschütze ist ein guter Schlittschuhläufer, hat gute Hände und Skorerqualitäten. Zudem schreckt er mit seinen 87 kg auch vor harten Zweikämpfen und auch Faustkämpfen nicht zurück. 

Eines ist klar, am tschechischen Traumtrio werden nicht nur die Gottéron-Fans, sondern die ganze Hockey-Schweiz grosse Freude haben.

Nach der Verpflichtung des vierten Ausländers ist das Kader der Drachen für die kommende Saison komplett. Wir schlagen Mark French folgende Linien vor

Tor: Reto Berra/ Ludovic Waeber

1. Linie: Jonas Holos - Yannick Rathgeb / Michal Birner – Roman Cervenka – Michal Repik 

2. Linie: Lorenz Kienzle - Andrea Glauser / Matthias Rossi – Andrei Bykov – Julien Sprunger

3. Linie: Larri Leeger - Marc Aplanalp/ Nelson Chiquet – Laurent Meunier – Tristan Vauclair

4. Linie: Sebastian Schilt – Ralph Stalder/ Kilian Mottet – Flavio Schmutz – John Fritsche

(Überzählig): Benjamin Chavaillaz – / Caryl Neuenschwander – Christopher Rivera – Nathan Marchon

Wie würde eure Aufstellung aussehen, würdet ihr an der Bande von Freiburg-Gottéron stehen? Teilt uns dies mit per E-Mail auf info@skippr.ch oder als Kommentar auf unserer Facebook-Seite mit.

Carte Blanche #10

D Seisler jùscht verstaa

Wen a auta Seisler epis vùrzöut, de müesse Seislertütsch-Ùngwaaneti leere interpretiere. Was er ächt het wöle sääge? Hie a chlyyni Aaliitig fùr d Seisler z verstaa.

Seisler: «I gaa flingg mys Bebe ga tuusche.» –
Rückfrage: «Minschù de, dù becheemisch as Hǜbschersch defǜǜr?»
Verständnishilfe: «Jaja, wy di Wäutsche tüe wier o d Chliider tuusche (changer) – oder d Windle.»

Seisler: «I ha daas graad ùf de Zyttùng gglääse.» –
Rückfrage: «Hiisst daas, dass dù nùme di eerschti ù lötschti Sytta lisisch? Nùme ‹ùf de Zyttùng›, aber nid drinine?»
Verständnishilfe: «Neei, deich nùme di eerschti. Di lötschti wee nid ùf, sondern ‹ùnder de Zyttùng›.»

Seisler: «I mache der hinacht as Telefon.» –
Rückfrage: «Bruuchschù niid, wäge i ha scho iis. Oder heschù graad as par Lattlini, Naagle ù Kabelini z vǜü?»
Verständnishilfe: «Chiit er graad ùmmi vergässe. As wiis doch niemer mee, was as Telefon isch.»

Seisler: «I chùme de maau vùrbyy.» –
Rückfrage: «We dù ifach ‹vùrbyy› giisch, han i nüüt devaa. Wees nid gschiider, we dù ‹zùcha› cheemisch?»
Verständnishilfe: «Da hii standardtütschi Struktuure ùf di fautschi Fäärta gfüert. Vorbeikommen, vorbeischauen ù soo.»

Seisler: «My Frou tuet Schuu gää.» –
Rückfrage: «Schue gää? Auso Haubschue verchùùffe, i d Hann trǜcke, abgää? Oder moodisch uusstatte? Oder schaffet si a de Schuu? Auso Schuele i Stann stöle? Isch si vilicht Abwarti?»
Verständnishilfe: «Dä setti vilicht no chli z Schuu, ga Schuu nää.»

Seisler: «Nǜmm ds Richterli fùr d Mǜüch z richte.» –
Rückfrage: «Was het si ächt verbroche, di Mǜüch? Graffiti i Anke gsprayet, di liide Häppere nid gschöönet oder de Weichchees la hört choo? Nachtrue-Stöörig im Frigor?»
Verständnishilfe: «Blöödi Ssou-Mûüch daas! Drùm triichen ii mys Ggaffi schwarz.»

Text: Christian Schmutz

Bad Bonn Kilbi 2017

Petrus hasst die Bad Bonn Kilbi

Es darf doch nicht wahr sein! Alle Jahre wieder wird die Bad Bonn Kilbi von Regen heimgesucht. Auch an der diesjährigen Ausgabe wurde das Festival am Schiffenensee von wasserfallartigen Regenfällen überfallen. Es scheint, dass Petrus die Bad Bonn Kilbi hasst. Aber warum?

(Karikatur: Silvan Wegmann, www.swen.ch)

Es gibt zum alljährlichen Regen an der Bad Bonn Kilbi verschiedene Theorien, auch wenn einige an der langen Nase – man sagt eigentlich an den Haaren – herbeigezogen sind.

-       Die Stimmung an der Kilbi wäre ohne Regen schlicht zu „hot“.

-       Petrus hat mit der Gummistiefel-Industrie einen 50-Jahresvertrag.

-       Die Verantwortlichen der Kilbi beten jeweils selber für Regen, da ohne Regentradition die Nachfrage nach Kilbi-Tickets ins Unermessliche steigen würde und damit auch der Druck auf eine Vergrösserung des magischsten Festivals der Schweiz.

Am einfachsten und verständlichsten ist jedoch die Theorie, dass Petrus die Bad Bonn Kilbi abgrundtief hasst.

Es macht das Gerücht die Runde, dass die Verantwortlichen die diesjährige Ausgabe, nicht etwa wegen dem praktischen Pfingstwochenende, sondern um Petrus aus dem Weg zu gehen, um eine Woche zurückgeschoben haben. Auch dies hat offensichtlich jegliche Wirkung verfehlt. Man wird das Gefühl nicht los, dass es an der Kilbi auch regnen würde, wenn sie am trockensten Ort der Welt, im McMurdo Trockental – wo es nie regnet – stattfinden würde. Am meisten Niederschlag pro Jahr fällt auf dem Mount Wai’ale’ale in Hawaii. Bezogen auf das Kilbi-Wochenende fällt der meiste Regen wohl jedoch eher in Düdingen.

Die Kilbi ohne Regen wäre wohl keine richtige Kilbi. Am beeindruckendsten ist jedoch nicht die grosse Wahrscheinlichkeit, dass es an der Bad Bonn Kilbi regnet, sondern, dass die Stimmung jedes Jahr trotz Regen wiederum fantastisch ist!

Carte Blanche #9

Wie erreiche ich den Oberamtmann?

In meinem letzten Text bin ich der Frage nachgegangen, warum Politiker heutzutage ins Bonn gehen und warum sie sich auch dort abbilden lassen. Mit den Bonnbetreibern konnte ich mich treffen, eine Anfrage meinerseits beim Oberamtmann blieb, bis zum heutigen Tage, unbeantwortet. Warum?

(klicke auf das Foto, um es zu vergrössern)

Es ist üblich, dass Politiker 100 Tage „Schonfrist“ zugesprochen erhalten. Nach den ersten 100 Tagen im Oberamt war Manfred Raemy in diversen Medien präsent, unter anderem den FN und auch hier auf skippr gab es ein Video mit ihm.

Raemy sprach davon, dass er immer erreichbar sein müsse (er nimmt sich bewusst Familienzeit, ich finde dies löblich und wichtig) und er versuche, alle Anfragen zu bearbeiten. Warum also hat er gerade meine Anfrage unbeantwortet gelassen? 

Eine Spurensuche

Während dem Wahlkampf war ich einer derjenigen, die von Raemy ungefragt angeschrieben und kameradschaftlich begrüsst wurden. Mir sind solche Praktiken zuwider, ich mag es nicht, wenn ich das Gefühl habe, dass sich jemand anbiedert. Ähnlich ergeht es mir, wenn ich in meinem Briefkasten Werbung der Politparteien finde, obwohl ich keine Werbung will. Dies ist aber ein anderes Thema. Die oben erwähnte Wahlkampftaktik hat Raemy Kritik seiner unterlegenen Gegner eingebracht, zu Recht, wie ich meine. 

Ich wollte Raemy fragen, warum er sich das Bad Bonn als mögliches Siegerlokal ausgesucht habe. Dazu wollte ich ihm eine Mail schreiben. Leider fand ich seine Email-Adresse nicht heraus. Auf der Homepage der Gemeinde Tafers erschien am 8. April immer noch der Name von Bürgisser als Oberamtmann (was für ein Zeugnis gibt dies über die Wartung der Seite von Tafers?). Ich versuchte es also, indem ich den Namen von Raemy so zu einer Adresse wurstelte, wie die Adresse von Bürgisser lautete. So schrieb ich denn eine Mail an die Adresse raemym@fr.ch. Ich erhielt keine Fehlermeldung, daher ging ich davon aus, dass die Mail irgendwo angekommen sein musste.

Nach der Schwierigkeit, überhaupt auf digitalem Weg an Raemy heranzukommen, gibt es verschiedene Hypothesen, warum ich keine Antwort erhalten habe. Hier sind einige Gedanken dazu. 

- War eventuell meine Mail unhöflich formuliert? Dies kann gut sein, ich bin manchmal nicht die diplomatischste Person, die es gibt.

- War die Anfrage unklar? Ich denke nicht.

- Wollte Raemy nicht antworten? Das kann ich mir nicht vorstellen. 

- Hat sich Raemy die wohl eindrucksvollste Eigenschaft der Politiker innert Kürze angeeignet? In meine Augen sind alle Politiker gleich (Achtung, ich verwende nun bewusst die Ruedi Vonlanthen’sche Rhetorik und verunglimpfe einen ganzen Berufsstand per se; irgendwann werde ich mich dann dafür entschuldigen.):Kurz nach der Wahl das Fussvolk vergessend und ran an die Pfründe aus Privilegien, Verwaltungsratsmandaten und Apéros? Ich kann es mir bei Raemy nicht vorstellen (im Gegenzug zu seinem Vorgänger, den ich eher als fleissigen Apérogänger in Erinnerung habe als einer, der hinsteht und Entscheide fällt. Obwohl ich fairerweise sagen muss, dass diese Einschätzung völlig daneben ist und der Arbeit von Bürgisser in keiner Weise gerecht wird, hat er doch einiges bewirkt).

- Hatte Raemy schlicht besseres zu tun, als eine unwichtige Anfrage zu bearbeiten? Falls meine Anfrage bei ihm ankam, dann bin ich sicher, dass dem so ist. 

Fazit: Manfred Raemy hat in meinen Augen alles richtig gemacht.

Im Sensebezirk gab und gibt es wichtigeres, als belanglose Anfragen zu beantworten.

So musste er sich einlesen, einarbeiten und einige Brände löschen: Chapeau, Herr Raemy, wie Sie die Bürgerwehr-IG-Wirrköpfe zur Räson gebracht haben. Genau für solche Standfestigkeit und Bestimmtheit haben wir Sie gewählt. Zivilcourage, gepaart mit Visionen... es kann gut kommen auf dem Oberamt.

Ich wünsche Ihnen, Herr Raemy, weiterhin den Mut, Entscheide zu fällen; Freude an Ihrer Tätigkeit; Neutralität und Gelassenheit bei der Bearbeitung von heissen Themen und nicht zuletzt Gesundheit und Durchhaltevermögen. 

PS: Ich habe Raemy gewählt und würde ihn sofort wiederwählen.

PS II: Ich bin mir bewusst, dass nur wenige Politiker opportunistische, narzisstische Egoisten sind.

Text: Benjamin Zurron