Liebe Frauen , ihr seid mir ein Rätsel...

Mein Onkel hat mir an meinem 14. Geburtstag folgende Lebensweisheit mit auf meinen Weg zum Mann gegeben: „Froue muess mù nid verstaàh, Froue muess mù gär ha“.


Zu diesem Zeitpunkt war ich noch der Ansicht, dass jeder Mann den Anspruch haben sollte das gewiss schönere Geschlecht zu verstehen. Heute bin ich weiser und muss eingestehen, dass ich zwar die Verhaltensweisen der Frau bis ins Detail studiert und Einiges kapiert habe, mein Onkel aber schlussendlich doch Recht hatte. Eine Frau kann man durch und durch studieren, verstehen kann man jedoch das Mysterium Frau nie ganz. Hier einige - natürlich schamlos ausgeschlachtete - Beispiele, wo wir Männer euch Frauen nicht verstehen. 

1.  Pediküre im Winter 

Die Füsse einer Frau bekommt „Mann“ im Winter höchst selten zu sehen. Da braucht es meistens schon einen Wellness-Urlaub. Trotzdem riecht es in regelmässigen Abständen in der heimischen Wohnung nach Nagellack und Nagellackentferner. Seien wir ehrlich liebe Leidensgenossen, wir haben gerne schöne Nägel, aber den Geruch von Nagellackentferner im Abfall bereitet wohl nur den Malermeistern unter uns keine Kopfschmerzen. Dies ist aber nicht der springende Punkt. Warum ist die Pediküre auch im Winter Pflicht, wenn die schönen Füsschen stets unter Bettsocken oder Wollsocken versteckt bleiben? Ein Rätsel.

2. Putzen vor Besuch oder Ferien

Ein weiteres Rätsel stellt sich, wenn man Gäste eingeladen hat. Natürlich will man die Gäste in einer präsentablen Wohnung empfangen. Jedoch wird vor dem Besuch die Wohnung auch geputzt, wenn diese bereits am Tag zuvor feinsäuberlich gereinigt wurde. Das Ganze, um bei der Ankunft den Gästen zu sagen, „zieht die Schuhe nicht aus, wir nehmen das Apéro auf der Terasse“. Dies hat zur Folge, dass die Wohnung nach nur 10 Minuten zwanzig Mal dreckiger ist, als vor dem Putzen und das getraute Heim am nächsten Tag wiederum stundenlang geputzt werden muss. Genau gleich verhält es sich vor Ferien. Die Wohnung muss kurz vor den zwei Wochen Ferien noch gründlich geputzt werden, damit sie für die Rückkehr sauber ist. Hä? Entschuldigung, ich meinte natürlich "wie bitte?“. Das macht keinen Sinn, denn in zwei Wochen hat es wiederum überall staub. Ein Rätsel.

3. „Du putzt nicht so gut wie ich“

Diese Diskussion wir wohl jeder Mann kennen, der versucht beim Haushalt mitzuhelfen. Die Frau ist ausser Haus und man denkt sich, jetzt mache ich ihr eine unschlagbare Freude. Also ran an den Staubsauger und das Ajax. Nach zwei Stunden glänzt die Bude und man könnte beinahe vom Boden essen. Wenn dann die Frau/Freundin nach Hause kommt, wird der männliche Effort geschätzt und es wird die Frage gestellt: „Wie lange hast du den geputzt?“. „Ganze zwei Stunden“, antwortet man stolz und etwas erschöpft. Am Tag darauf stellt man fest, dass die Frau/Freundin wiederum geputzt, also sozusagen „nachgeputzt“ hat. Geärgert stellt man die Frage, warum sie geputzt habe? Es sei nicht alles sauber gewesen, wird erwidert. Immerhin sei es nicht möglich in zwei Stunden die ganze Wohnung zu putzen, denn sie habe dafür mindestens 4 Stunden. Ein Rätsel. Wir Männer machen Vieles schneller als eine Frau, das auf die Qualität keinen Einfluss hat. Wir fahren z.B. schneller Auto und auch besser. Wir kaufen schneller ein, aber nicht schlechter. Wir trinken schneller, aber nicht weniger. Wir sind auch im Bett schneller..., gut lassen wir dieses Beispiel sein.   

4. Beim Coiffeur, um die Haare wachsen zu lassen

Frauen gehen gerne zum Coiffeur. Das ist auch gut so. Aber die jeweilige Bemerkung, dass nur die Spitzen geschnitten werden, damit die Haare schneller wachsen, ist ein Rätsel und mathematischer Schwachsinn. Wenn ich einen Zentimeter Haar abschneide, habe ich in einem Monat kürzere Haare, als ich mir die Haare gar nie geschnitten hätte. Noch schlimmer: vor nicht all zu langer Zeit habe ich von einem Kollegen erfahren, dass seine Freundin beim Coiffeur war, sich die Haare geschnitten hat und gleichzeitig ein überteuertes Produkt gekauft hat, damit die Haare schneller wachsen! Das wäre dann in etwa so, wie wenn wir Männer sagen würden: „ich fahre noch schnell nach Zürich um das Auto zu tanken, bin in 4 Stunden wieder zurück“.

5. Was nun?

Dass Frauen „Ja“ sagen, aber „Nein“ meinen, stimmt nicht. Aber Frauen ändern ihre Vorhaben oft in rätselhafter Weise. Wenn ein Mann sagt, ich gehe das Auto waschen, dann geht er das Auto waschen. Wenn eine Frau sagt, ich habe Lust einen Kuchen zu backen, dann ist gut möglich, dass man 20 Minuten später vergebens nach seiner besseren Hälfte in der Küche sucht. In der Zwischenzeit hat sie sich nämlich unentschieden und bastelt eine Adventsdekoration aus Korken in der Garage. Wenn ein Mann sagt, ich gehe schnell eine Flasche Wein für den Geburtstag eines Kollegen kaufen, kommt er 30 Minuten später mit einer Flasche Wein nach Hause. Wenn eine Frau sagt, ich gehe schnell in die Stadt einen Schal für den Geburtstag einer Freundin kaufen, dann kommt sie 4 Stunden später ohne Schal, dafür mit tausend anderen Sachen nach Hause. Ein Rätsel.

Liebe Frauen,

Wir verstehen euch nicht immer und werden euch auch nie ganz verstehen. Hier ein Tipp, damit ihr uns Männer besser versteht: wenn wir mit einem verschmitztem Lächeln aus einem Gespräch mit euch weglaufen, dann hat dies oftmals damit zu tun, dass uns gerade wieder bewusst wurde, dass ihr für uns auch nach tausenden von Jahren Erfahrung ein Rätsel bleibt.

Gottéron-Blog

Ein fliegendes und brisantes Romand-Derby 

Was haben Freiburg-Gottéron und Servette Genf gemeinsam? Nein, es ist kein schlechter Witz in dem nun breitgeschlagen wird, dass beide Klubs noch nie Schweizermeister geworden sind. Also, zweiter Versuch: Was haben Freiburg-Gottéron und Servette Genf gemeinsam? Nein, es hat auch nichts mit den heissblütigen Kanadiern Larry Huras und Chris McSorley an der Bande zu tun und auch nichts mit dem ehemaligen Gottéron-Spieler Romain Loeffel. Dritter und letzter Versuch: Gottéron und Genf, welche Gemeinsamkeit? Genau, es geht um das Maskottchen. 

Die beiden Klubs aus der Romandie haben ein fliegendes Maskottchen. Freiburg-Gottéron hat seinen Drachen und Servette seinen Adler, sprich beide haben ein "Wappen-Tier" das fliegen kann. Beim Adler ist dies offensichtlich, beim Drachen legendär. Beide Klubs fliegen diese Saison jedoch in unerwarteten Tiefen. Dies die unangenehme Gemeinsamkeit. Sowohl Freiburg-Gottéron, wie auch Servette-Genf liegen vor dem Westschweizer-Derby unter dem ominösen Strich. Die McSorley-Truppe und die Huras-Équipe hatten an den letzten Spieltagen unterschiedlich viel Wind unter den Flügeln. Die Drachen haben die letzten zwei Partien gegen die Langnau Tigers und die ZSC Lions für sich entschieden und damit Aufwind erhalten, um in der Flug-Sprache zu bleiben. Bei den Adlern hat sich der Wind in den letzten zwei Wochen abwärts gedreht. Die letzten drei Spiele gegen Zug, Bern und Biel gingen allesamt verloren.

Sowohl in Freiburg, wie auch Genf durften die Fans vor der Saison mehr von ihrer Lieblingsmannschaft erwarten. Freiburg-Gottéron wurde vor der Saison als Transfer-Mitsieger gehandelt. Cervenka, Ritola und Gustafsson sollten das St. Léonard entzücken und Gottéron nicht nur zurück in die obersten Höhen der Tabelle schiessen, sondern die Freiburger zu den Spektakelmachern der Liga hieven. Nach 24 Spielen die ernüchternde Bilanz: die Drachen schiessen am viertwenigsten Tore der Liga. Nur Langnau, Ambri und genau, Genf-Servette landen weniger Treffer. Bei Servette-Genf gingen die „Supporter“ nach drei Halbfinal-Qualifikationen in Serie sowie einem 4., 6. und 3. Rang in der Qualifikation davon aus, dass ihre „Équipe“ nichts mit dem Strichkampf zu tun haben werde.

Auf einer Seite liegen die Tiefflüge der Drachen und Adler daran, dass Mannschaften wie Lausanne, Kloten und Biel überraschen. Auf der anderen Seite muss man das „Junge“ beim Namen nennen. Freiburg-Gottéron spielt erst seit dem theatralischen Abgang von Gerd Zenhäusern wirklich Eishockey und wichtige Elemente wie Picard, Conz, aber auch die Neuzuzüge, konnten bis dato nicht vollends überzeugen. In Genf könnte der Absturz aus gewohnt sicheren Höhen daran liegen, dass mit Goran Bezina der langjährige Leitadler verloren ging und die ausländischen Stürmer Gerbe, Spaling und Slater den letztjährigen Topskorer D’Agostini sowie die Sturmtanks Pyatt und Picard nicht ersetzen konnten. Vielleicht hat Chris McSorely in seiner langjährigen und erfolgreichen Zeit in Genf nun auch kontinuierlich Federn gelassen, so dass ein Höheflug der Adler schwieriger geworden ist.

Den Gemeinsamkeiten zum Trotz, ist es unwahrscheinlich, dass die Drachen und die Adlern zusammen in die Playouts fliegen, den der EHC Biel wird ohne Hockey-Gott Kevin Schläpfer die Playoffs ziemlich sicher verpassen. Jedoch ist wahrscheinlich, dass entweder der fabelhafte Drache sich in den Playouts die Finger am eigenen Feuer verbrennt oder der Adler, der König der Lüfte, sich in der Relegationsrunde der schwächsten vier Teams der Liga seine Federn schmutzig macht. Fakt ist, ein Sieg im Romand-Derby würde sowohl Freiburg-Gottéron sowie Servette-Genf wichtigen Auftrieb im Kampf um die Playoff-Plätze geben, was für Brisanz und ein hartumkämpftes Spiel spricht. Nicht überraschen würde jedenfalls, wenn neben den Drachen und Adlern auch die Fäuste fliegen würden.

Ein fliegendes und brisantes Romand-Derby.

Ja, ich weiss - mein Fehler…

Der nachfolgende Text ist nur dazu da, den Frust über mich selber loszuwerden.

Stimmt gar nicht - ich fand den Einstieg nur toll. Neulich habe ich mich intensiv mit dem Phänomen Blogs auseinandergesetzt. Kennt ihr die Blog-Welt ein bisschen? In den tausenden Anleitungen wie man einen Blog schreibt, liest man ständig, dass das Wichtigste sei, die Leser in den ersten Zeilen mit Emotionen, Leidenschaft und Tragik abzuholen. Das gelang mir ziemlich gut, oder?

Heute gibt es ja Blogs zu jedem nur erdenklichen Thema. Kann man Windeln zweimal anziehen? Mein Surfbrett hat nicht gerne Wasser, wie weiter? Mein Freund schaut mir nicht mehr in die Augen – koche ich schlecht?

Nun, ich merke in diesem Augenblick, dass mir die Überleitung zu meinem eigentlichen Thema nicht gelingt. Leider habe in keiner Blog-Anleitung gelernt, wie ich diese professionell hinkriege. Gerne möchte ich nämlich über die Parkplatzsituation und Parkplatzbussen in unserem Bezirk sprechen. Ihr seht, eine passende Überleitung zu finden, ist gar nicht so leicht. Wie hättet ihr es gemacht?

Weiss jemand, wie viele Securitas-Angestellte im Raum Düdingen unterwegs sind? Ich vermute, für jedes Parkfeld einer…

- Znüni näh im Fire-on-Ice: Caffi CHF 3.90, Gipfeli CHF 1.20, vergessen, die Parkscheibe zu hinterlegen 40.- (Wieso muss ich am Morgen um 9 Uhr vor der Eishalle eine Parkscheibe hinterlegen? Es sind etwa 150 Parkplätze frei!)

- Einkäufe im Coop Bahnhofzentrum CHF 60.10, vergessen, die Parkscheibe zu hinterlegen CHF 40.-

- Fussballtraining im Birchhölzli, vor dem Training ein Glas Wasser und ein Sandwich CHF 7.50, vergessen die Parkscheibe zu hinterlegen CHF 40.- (im Birchhölzli muss die Parkscheibe hinterlegt werden… auch am Abend um 18.45 Uhr!!!)

Zwischendurch noch einen Eventtipp zum Thema: Wer ein richtiges Parkbussen-Spektakel erleben möchte, soll sich im Februar von Montag bis Freitag zwischen ca. 18.00-19.00 Uhr ins Birchhölzli begeben. Fussballmannschaften aus ganz Deutschfreiburg mieten während den Wintermonaten die Kunstrasenplätze. Pro Trainingseinheit stehen so ca. 60-80 Männer auf den Spielfeldern. Rund die Hälfte haben vergessen, die Parkscheibe in ihren Autos zu hinterlegen. Jetzt kommt's… Wird entdeckt, dass ein Securitas-Mitarbeiter die Kontrolle auf dem doch grossen Parkplatz durchführt, ja „salut zäme“. Die Schütteler sprinten in die Garderobe, schnappen ihre Autoschlüssel und beten, dass der Kontrolleur das ihrige Gefährt noch nicht erreicht hat. Ein unkoordiniertes Wettlaufen sondergleichen. skippr Eventtipp für den Monat Februar.

Zurück zum Thema. Jeder ist selber schuld, die Hinterlegung der Scheibe ist ein Kleines und schnell erledigt. Aber dass es bei Vergessen 40 Stutz kostet, na ja…

Dass die Kontrolleure keine Gelegenheit auslassen und durchaus auch kreativ sind, musste kürzlich auch das SRF feststellen. Anlässlich des Junioren-Nationalspiels in Düdingen Mitte Oktober kassierte der TV-Übertragungswagen eine saftige 40 Stutz -Busse. Nach dem Motto "hast du keine Scheibenwischer, scheissegal" wurde der Einzahlungsschein einfach an der Anhängerkupplung fixiert. Siehe Foto...

Meine Aushebung:

Ein Griff an die Kronjuwelen, ein Psychotest mit Hasen und ein Eklat

In diesen Tagen werden junge Deutschfreiburger an der sogenannten Aushebung ins Militär eingeteilt. Aushebung? Da muss mit rund 20 Jahren jeder Mann durch, denn der Militärdienst ist in der Schweiz für Männer obligatorisch. Meine Erinnerungen an die Aushebung liegen knapp 15 Jahre zurück. Trotzdem kommt es mir vor, wie ich erst gestern im Bus nach Tafers an die Aufhebung gefahren wäre.

Es war irgendwann um die Jahrtausendwende als ich für die Aushebung aufgeboten wurde. Mit mässiger Freude ging es damals mit meinen Gymnasiums-Kollegen nach Tafers an die Orientierungsschule. Ja, dazumal fand die Aushebung für Deutschfreiburger noch an einem Tag im Sensebezirk statt, heute sind es zwei bis drei Tage in Sumiswald.

Am Morgen früh wurden wir an der OS Tafers von einer Gruppe Armeeangehöriger empfangen und man spürte unter meinen Jugendfreunden bereits bei der Ankunft eine gewisse rebellische Stimmung. Wie in einem schlechten Film wurden wir nach Aussehen in zwei Gruppen eingeteilt. Die sportlichen mit kürzeren Haaren links und die etwas korpulenteren sowie diejenigen mit längeren Haaren rechts. Ich wurde dank meinen etwas längeren Haaren in die "Rebellengruppe" eingeteilt. 

Rein diese Einteilung sorgte für das erste Kopfschütteln. Nach der Vorstellung der Ausbildner sollten wir in Reihe und Glied stehen. Die Rebellen gehorchten jedoch zum ersten Mal nicht, bildeten einen Kreis und gaben sich die Hand. Dem Major Migthy Duck (Name unbekannt, blieb mir jedoch so in Erinnerung) platzte schon kurz vor 8 Uhr der Kragen. Ich habe noch nie einen Menschen mit einem so roten Kopf gesehen, als er uns androhte, dass wir alle nachgestellt werden würden und in einiger Zeit wiederum an die Aushebung kommen müssten, wenn wir uns nicht sofort in Reihe und Glied begeben würden.

Als sich die Lage beruhigte, ging es ab zum Medizintest. Jeder von uns stellte sich die Frage, die bisher nur als Abschreckungsversuch oder "Grüselgeschichte" im Raum stand. Gibt es den berüchtigten Griff an die Kronjuwelen mit gepaarter Aufforderung zum "Husten" wirklich? Und wie es ihn gab! Als der Erste meiner Kollegen aus dem Raum kam war rein an seinem verwirrten Gesichtsausdruck klar, dass dieses Gerücht der Wahrheit entsprach. Es spielte sich in etwa so ab: der Arzt zog sich Handschuhe an, bat die Boxershorts runterzuziehen, griff an das männliche Heiligtum und sagte "nach links schauen und Husten, nach rechts schauen und husten". Was mit diesem altertümlichen Test rausgefunden werden sollte, ist mir bis heute unklar und ich will es ehrlich gesagt auch nicht wissen.

Am späteren Morgen fand dann der Psycho-Test statt. Darin ging es einerseits darum festzustellen, ob man einigermassen intelligent ist und ob man dir eine Waffe anvertrauen kann. Am besten in Erinnerung ist mir folgende Frage geblieben: "Du siehst auf dem Feld einen Hasen. Was machst du? Eine der vorgegebenen Antworten war, mit dem Maschinengewehr darauf zu schiessen. Einmal könnt ihr raten, was ich darauf geantwortet habe. Hier sollte man wissen, dass wir vorher unter Kollegen abgemacht hatten, auf dumme Fragen auch dumme Antworten zu geben.  

Am Nachmittag ging es dann in die Turnhalle für den berühmt berüchtigten Sporttest. Das Highlight des Tages und hier gaben auch die sportlichen Rebellen ihr Bestes. Immerhin gab es ein Abzeichen zu gewinnen und so machten wir daraus einen spassigen Wettkampf. Nach vier von fünf Aufgaben hatten ein Kollege und ich das Sportabzeichen bereits auf sicher. Beim letzten Wettkampf ging es darum, einen Medizinball so weit wie nur möglich zu werfen. Das Sportabzeichen in der Tasche entschieden wir uns den Medizinball rückwärts zwischen unseren Beinen zu werfen. Auch dies wurde von den Ausbildnern nicht wirklich gern gesehen!

Zum Abschluss mussten wir dann einzeln zum Aushebungsgespräch. Bei mir kam es hierbei zu einem Eklat. Major Mighty Duck teilte mir mit, dass ich aufgrund meiner Resultate in den Tests für alle Aufgaben geeignet sei und er mich gerne bei den Grenadieren sehen würde. Ich Grenadier? Nicht in 1000 Jahren. Danach zeigte er mir Videos mit Panzer und schlug mir weitere Aufgaben vor, die ich dankend ablehnte. Sein Gesicht wurde langsam wie am Morgen rötlich und er fragte mich enerviert. Was wollen Sie denn? Ich sagte Koch. Er sagte, dazu haben Sie keine Ausbildung! Buchhalter schlug ich vor. Er erwiderte, dass es dies im Militär nicht gebe. Also teilte ich ihm mit, dass ich sowieso gerne Zivildienst leisten würde. Major Mighty Duck war anzusehen, dass er mich am liebsten an den Ohren aus dem Raum geschleift hätte. Erstaunlicherweise blieb er aber ruhig, fasste ein Papier, knallte einen Stempfel drauf und schickte mich damit aus dem Raum. Darauf war zu lesen, Füsilier gebirgstauglich.

Nach dem erhaltenen Tagessold gab es ein wohlverdientes Bier in der Taverna. Am Abend zeigte ich die Einteilung zuhause meinem Vater, der die Welt nicht mehr verstand. Erst als er mir erklärte, was gebirgstaugliche Füsiliere so machen, war ich etwas reuig an der Aushebung nicht kooperativ gewesen zu sein. Dies spielte schlussendlich jedoch keine Rolle, da ich wie angekündigt meinen Militärdienst in Form von Zivildienst leisten konnte und für jede dadurch gemachte Erfahrung sehr dankbar bin.

ew/26.10.2016 

Gottéron-Blog

Roman Cervenka Superstar

Im Eishockey gibt es für Verteidiger eine ganz simple Regel: man schaut auf den Gegenspieler und nicht auf den Puck. Die Gegenspieler von Roman Cervenka können sich glücklich schätzen, dass die Regel nicht andersrum lautet. Denn jedem Gegenspieler auf dem Hockeyplaneten wird es beim Zuschauen der Stocktechnik Cervanka's "chatzesturn u hundeübu". Links, rechts, links, rechts, links, rechts und das im Hunderstelsekunden-Takt. Beeindruckend ist dabei aber nicht nur die Geschwindigkeit, sondern dass der tschechische Center zu keinem Zeitpunkt auf den Puck schaut. Unglaublich!

Man wird das Gefühl nicht los, dass Roman Cervenka einem sechsten Sinn hat. So wie man Fabian Cancellara vorwarf in seinem Rad einen Motor zu haben, könnte man der Nummer 11 von Freiburg-Gottéron vorwerfen, dass er in seinen Hockeystöcken einen Magneten hat, damit der Puck immer unter Kontrolle bleibt. Diese unerklärbare Fähigkeit führt dazu, dass man stets den Eindruck hat, dass Roman Cervenka am Puck eine Sekunde mehr Zeit hat als alle anderen Spieler auf dem Eis. Diese Gabe ermöglicht ihm im Spiel nicht nur ein-zwei Anspielmöglichkeiten, sondern alle nur erdenkbaren Optionen zu sehen und pro Partie seinen Mitspielern mindestens drei hundertprozentige Chancen auf dem Silbertablett zu servieren. Der tschechische Nationalspieler setzt seine Mitspieler derart gut in Szene, dass jeder Hobby-Hockeyspieler selbstbewusst sagt "also in der Linie mit Cervenka würde sogar ich ein Tor schiessen". Bis dato verstanden Ritola und Co. es aber noch zu wenig diese Vorlagen in Tore umzumünzen. Ändert sich dies, dann kann die Paradelinie um Cervenka jedoch zur Tormaschinerie der Liga werden.

Der nicht gelungene Saisonstart von Freiburg-Gottéron sowie die Theater-Aufführungen mit den Herren Zenhäusern und Pouliot in den Hauptrollen haben leider dazu geführt, dass die Gottéron-Fans sich gar noch nicht bewusst werden konnten, dass in den Reihen der Drachen "der Superstar" der Liga spielt. Klasen, Arcobello und wie sie alle heissen, können sich vor dem grossen Roman Cervenka nur verneigen. Auf dem Pausenplatz würde der Hockeygott persönlich von allen National League A Spielern den Tschechen als Ersten in seine Mannschaft wählen. Ein Spieler der Schweizer Eishockeyliga am World Cup of Hockey? Gar nicht möglich. Doch, Roman Cervenka! Über den neuen Gottéron-Star könnte man Tag und Nacht schwärmen. 

Wenn Freiburg-Gottéron den Tritt nun nach dem starken Auftritt gegen den HC Lugano richtig gefunden hat, wird Cervenka ohne jeglichen Zweifel Ende Saison der wertvollste Spieler der Liga gewesen sein, auch wenn am Schluss ein Spieler des SCB, des HCD oder des ZSC zum MVP gewählt wird. Der grösste Star Gottéron’s seit Bykov/Khomutov hat bei den Drachen einen Vertrag für eine Saison unterschrieben. Möge Christian Dubé die richtigen Worte finden, dass der Künstler den Drachen noch lange erhalten bleibt. Denn Cervenka könnte Gottéron ohne Zweifel zu einem Meistertitel führen. Roman Cervenka Superstar.

ew/20. Oktober 2016