Carte Blanche #28

Ich bin hier der Chef!

Während Jahren habe ich in den verschiedensten Varianten von meiner Freundin folgenden Satz gehört: "Du bist vielleicht der Chef im Büro, aber zuhause bin ich der Chef". Nun hat sich das Blatt endlich gewendet. Die Stadt Freiburg hat letzte Woche einen Brief an unseren Haushalt gerichtet und dort steht unter meinem Namen der Titel: "Chef de ménage"! Hier der Beweis:

(zum Vergrössern auf das Bild klicken)

Himmelhoch jauchzend, jubilierend, ja sogar zu Tränen gerührt, freute ich mich auf die Heimkehr meiner Freundin vom Einkaufen, um ihr das Schreiben nicht nur unter die Nase, sondern richtiggehend ins Gesicht zu reiben. "Chef de ménage!" Ich bin hier der Chef, sagte ich ihr gefühlte 999 Mal. Und auch beim 999. Mal fühlte sich der Begriff "Chef de ménage" auf meinen Lippen noch immer an wie der erste Kuss in meinem Leben.

Im ersten Moment war ich der Stadt Freiburg für dieses Schreiben von ganzem Herzen zu Dank verpflichtet und dachte mir: Wenn ihr wollt, liebe Gemeinderäte, dürft ihr in diesem Jahr auch die Steuern ins Unermessliche erhöhen. Solange ihr mich mit "Chef de ménage" anschreibt, ist mir eine Steuererhöhung recht. Auch mit einer Chef de ménage-Steuer könnte ich selbstverständlich leben...

Den Brief habe ich vor Angst, dass meine Freundin ihn vernichten könnte, übrigens 100 Mal kopiert, in drei verschiedenen Clouds abgespeichert und ihn mir auf meine drei verschiedenen E-Mail-Adressen geschickt. Zudem habe ich das Original vom Notar beglaubigen lassen und dieses in einem geheimen Bankschliessfach hinterlegt.

Von den 100 Kopien bleiben mir übrigens aktuell noch 22. Der Grund? Jedes Mal, wenn meine Freundin mir zu Hause irgendeine Vorschrift machen will (z. B. "Lass deine Jacke nicht auf dem Küchenstuhl liegen", "Lauf nicht mit deinen Joggingschuhen durch die Wohnung" oder "Lass deine dreckigen Kleider nicht auf dem Kleiderkorb liegen" usw.), lege ich ihr eine Kopie mit der Anschrift "Chef de ménage" vor, welche jeweils umgehend im Abfall landet.

Was danach passiert, ist unschön, könnt ihr euch selber vorstellen und möchte ich nicht in aller Öffentlichkeit verarbeiten. Soviel sei jedoch jedem Mann mit auf den Weg gegeben: Wenn ihr jemals ein Schreiben mit der Anschrift "Chef de ménage" erhalten solltet, dann trotzt der grossen Versuchung, es eurer Freundin vorzuhalten, sondern vernichtet es. Vernichtet es!

Autor: Der Verfasser des Textes möchte anonym bleiben, da er vor den Konsequenzen und den möglichen Strafen seiner Freundin Angst hat.

Carte Blanche #27

Ein Hörspiel über die Sensler

Wy cha mù d Seisler, Gottéron, as Radio-Hörschpǜü, d Zwǜspraachigkiit ù d Hörbschtfeerie zämebringe? Ganz iifach – mit ara Carte Blanche bi Skippr ;-)

De Endspurt lùùft, i fröye mi ryysig. Vom erschte Kapitù «Dasch itz awä nid de Hammer gsyy» bis zùm lötschte «As Träänli im Ùùgewinkù» git es vom 23. Oktober bis zùm 21. November im ganze 22 Tiile vom a Hörschpǜü ùf RadioFR. Ebe, mengisch «hiis d Seisler böös», bim Schryybe ù Entwickle, bim Beschpräche ù Organisiere, bim Uufnää ù Schnyde, bim Gschtaute ù Naabessere, bim Mengisch-no-iinisch-vo-voor-aafaa. Das gits aus!

«D Seisler hiis böös – Hörspiel» isch a Wytterentwicklig vo Buech ù CD, wo im Ustaage usachoo sy. As par ganz nüi Dialöög ù Gschǜchte, as paar ander, wo im Buech o sy.

Ù äbe apropos «usachoo». Da sy mer itz bi Gottéron, wo o im Hörschpǜü vorchùnt. Loset! De Hotline-Berater Toni Schöpfer nǜmmt hie graad de Höörer ab.

– Hotline «Wortschwau hoch drüü».

– Sälü, Toni. Auso dùù, di Wäutsche: Di chii auso nùme iis Wort ùf Schwytzertütsch.

– Ù das wee?

– «Use!», brüele si gnǜsslich, we am Gottéronmatch de Gägner a Straaf bechùnt.

– Ja, settig Wörter leert mù haut ringer aus komplizierti Grammatik.

– Aber «use» isch scho chli weenig. Vor alùm sääge d Seisler ja «usi». D Fääns müessti doch «usi» brüele, de leerti di Langnauer Tigere oder d Genfer Adler oder d Zürcher Löye wenigschtens Seislertütsch, we si ùf de Strafbank hocke…

Genau. Ù drùm bitte, liebi Seisler am Gottéron-Match: Wen es scho schaadefrǜǜdig ù destruktiv muess sy – de tüe mer nis doch fùr amaau nid aapasse a di Wäutsche oder a d Bärner. De tüe mer härzhaft «usi» brüele! Müesset de ggùgge, wy di Ùswärtige ùf ds Maau Seislertütsch leere.

Guet, das wees…

Ou neei, itz hetten i fasch vergässe d Hörbschtfeerie yyzbue! Ebe, gniesset di Feeriezyt, dii wo hii. Oder o dii, wo daablyybe. Nämet as Seisler Wort mit ùf anas sùnigs Benkli, chroutschet a wee drùf ùma, chǜschtigets no bitz, ggùggets aa, loset, chaflet, gschpǜret ù schmeckets – as tuet ifach guet. Ja, das köört auz üüs! Ù d Uussicht ùf ds Seiselann passt dezue wy d Pfuuscht ùf ds Ùùg.

Pfuuscht ùf ds Ùùg – isch daas iigentlich positiv oder negativ?

Härggott, d Seisler hiis haut glyych böös…

Text: Christian Schmutz 

 

 

Gottéron-Blog

Ein Brief an Philippe Furrer

Der Nationalverteidiger Philippe Furrer gastiert am Freitag mit dem HC Lugano in der BCF-Arena. Der 32-jährige Verteidiger wechselte nach drei Meistertiteln mit dem SC Bern auf die Saison 2015/2016 hin ins Tessin und führte die "Bianconeri" auf Anhieb in den Playoff-Final. Philippe Furrer gehört seit Jahren zu den besten Verteidigern auf Schweizer Eis. Nun, sein Vertrag in Lugano läuft Ende Saison aus und es sieht danach aus, dass er wieder auf die andere Seite des Gotthards zügeln möchte. Philippe Furrer wäre genau der Spieler, der aus einem guten Gottéron wieder ein GROSSES Freiburg-Gottéron machen könnte. Das Problem: Philippe Furrer hat sich in der Vergangenheit dahingehend geäussert, dass er sich nicht vorstellen könne in Freiburg zu spielen. Um ihn umzustimmen, schreiben wir ihm aus der Sicht der Gottéron-Fans einen leicht übertriebenen Brief:

 

Lieber Philippe

Das Gottéron-Trikot steht dir gut. Wir wollen dich nicht unter Druck setzen, zu etwas drängen oder gar nötigen... aber wenn du nicht zu Freiburg-Gottéron wechselst, dann, dann, ja dann...  Eine Frau aus Bösingen, ein schönes Haus in Kerzers und viele Freiburger Freunde, setzt dich also erst gar nicht mit Biel oder Lausanne auseinander, sondern setz dich seelenruhig und ganz gemütlich ins gemachte Nest Namens Freiburg-Gottéron. 

Argumente dagegen gibt es übrigens keine. Titel dürften dich nur bedingt reizen, da du mit dem SCB bereits eine Handvoll gewonnen hast. Geld sollte auch kein Argument sein, da du den Goldesel Lugano sicherlich in den letzten beiden Jahren gut melken konntest und wir in Freiburg zwischenzeitlich auch ansprechende Löhne zahlen. Was du suchst, kann also eigentlich nur eine neue Herausforderung sein. Gottéron wäre für dich nicht nur eine Herausforderung, sondern viel mehr! In Freiburg kannst du dich unsterblich machen. Glaub es uns: Ein Meistertitel mit Gottéron hat einen Wert von 10 Titeln mit dem SC Bern.

Schliesse kurz die Augen und blicke 25 Jahre in die entfernte Zukunft, lieber Philippe. Mit 57 Jahren schlenderst du an einem schönen Sonntagnachmittag mit deiner Frau durch die Stadt Freiburg. Deine drei Töchter studieren zu diesem Zeitpunkt bereits an der besten Schweizer Uni, an der zweisprachigen Université de Freiburg. Zuerst läufst du am Place Georges Python und damit am Meister-Denkmal der Saison 2019/ 2020 vorbei. Kurz verdrückst du dir eine Freudenträne bevor du die Rue Philippe Furrer (heute Rue de Lausanne) hinunter läufst. Danach nimmst du den Trolley-Bus der TPF in Richtung St. Léonard, der auch 23 Jahre später noch immer das Team-Foto der Meistermannschaft trägt. Bereits im Bus siehst du aus der Ferne die 12 Meter grosse Philippe Furrer-Statue vor der etwas in die Jahre gekommenen BCF Arena, die beim Meistertitel noch brandneu war. Vor der Statue stehen wie an jedem Sonntag dutzende Gottéron-Fans und huldigen gut zwei Jahrzehnte später noch immer deine Leistungen. Nun öffne die Augen lieber Philippe und erklär uns, warum du nicht zu Gottéron wechseln möchtest? Genau! Es gibt keine Argumente gegen die Drachen. Im Gegenteil. 

Wir Gottéron-Fans bieten und versprechen dir zudem Folgendes:

1. Einen Fangesang, der zu deinen Ehren komponiert wird. Etwas mit "Philippe Furrer, Philippe Furrer, Philippe Furrer dù büsch a gaila Siech". Reto Von Arx wird es uns nicht Übel nehmen.

2. Mind. 10 Mal pro Saison nach dem Spiel deinen Namen zu skandieren, um dich für die Ehrenwelle in die Fankurve zu bitten. Du darfst in Anlehnung an den Kiwi-Dance auch einen eigenen Tanz erfinden.

3. Die Deutschfreiburger Gottéron-Fans lernen den "Welschen" wie man deinen Nachnamen ausspricht, damit dein Nachname nicht der Bezeichnung des wohl fürchterlichsten Menschen der Geschichte ähnelt.

4. Über Eigentore wie dasjenige an der WM 2008 im Dress der Schweizer Nationalmannschaft nur 3-4 Wochen zu lachen.

5. Tag und Nacht für dich und deine Familie da zu sein. Will deine "Madame" Abends um 23:15 Uhr Meringues mit Double Crème, eine deiner Töchter zum Z'Morge um 6:20 Uhr einen Gâteau de Vully oder ein Cousin in Bern endlich Mal ein paar "Seislerbrätzele"... wir Fans organisieren es.

Sag JA zu Gottéron und wir Fans werden dich, lieber Philippe, auf Händen tragen.

Deine Gottéron- und in Zukunft hoffentlich auch Furrer-Fans

Carte Blanche #26

Gottéron macht wieder Freude!

Es sind erst 20% der Qualifikation absolviert und doch lassen sich einige Erkenntnisse über das Gottéron 17/18 ziehen, die in meinen Augen alle erfreulich sind. Wohin der Weg schlussendlich führen wird, ist mir eigentlich vollkommen egal.

Wie immer im Sommer ging ich davon aus, dass wir dieses Jahr, wie alle Jahre, mindestens Meister werden. Die sommerliche Euphorie mit der bewussten Träumerei ergibt jedes Jahr dasselbe Fazit: Wir sind unschlagbar. In der Regel ist die Begeisterung spätestens nach dem dritten Heimspiel in Zynismus umgeschlagen.

Dieser Saisonstart stimmt mich jedoch wirklich zuversichtlich, Träumerei hin, Zynismus her. Warum?

Seit der letzten Finalteilnahme 2013 habe ich kein Gottéron mehr gesehen, das einen Spielplan hatte und den auch umzusetzen versucht. Nach der Entlassung vom harten Hans und dem unglücklichen Intermezzo mit dem Weichspüler Gerd (noch frisch sind die Erinnerung an den Saisonstart mit Sieg nach Sieg...bis gefühlte 200 Niederlagen am Stück folgten) bis hin zum Notnagel Larry (der es immerhin geschafft hat, dank Sprunger und Cervenka, mit einem Lottergoalie und einer unglaublichen Verlierertruppe den Ligaerhalt zu schaffen) haben wir offenbar wieder Sachverstand an der Bande. Einen Mann, der einen Plan hat und diesen auch umgesetzt sehen will. Sonst greift er durch, dem Vernehmen nach hart, aber fair. Wer hätte es sich vorgestellt, dass unser talentiertester Verteidiger, der die dumme Angewohnheit hat, nicht verteidigen zu wollen, auf einmal nur noch eine Randfigur spielt und andere, die auf dem Abstellgleis waren, im Mittelpunkt sind?

Mit French sind einige neue Gesichter an der Saane gelandet, die offenbar passen. Der stoische Barry, der sich auch vom ach so bösen Tanner nicht aus der Ruhe bringen lässt, die Vorkämpfer Tristan, Laurent und Jonas, der Brocken Mathias und der Notnagel Jim. Reicht dies jedoch, um eine notorische Verlierertruppe derart zu wandeln, dass auf einmal eitel Sonnenschein herrscht? Nein.

Es gehört schon fast zum Alltag, dass es bei uns rumpelt und rumort. So auch diesen Sommer. Die Operettenführung mit dem trinkfreudigen Präsidenten zeigt uns immer wieder auf, wie man Dossiers souverän verschlampt. So kommen wir in den Genuss von mehreren zusätzlichen Saisons im altehrwürdigen St.Léonard. Modezar Christian D. hat immerhin etwas (scheinbar) gelernt: Es geht nicht um ihn und seinen Stolz, sondern um mehr. So hat er sich vornehm zurückgehalten mit unpassenden Bemerkungen und hat statt Worten Taten geliefert. Chapeau, wie er die Krise um Berra gemeistert hat. Und welch’ Ersatz er aus dem Hut gezaubert hat. Schade, ist Barry Ausländer, seit Caron wurde ich nie mehr so königlich vom Torhüter unterhalten. 

Was man der Führung in diesem Jahr zu Gute halten muss: Sie lässt die Sportliche arbeiten. Und so komme ich auf Fedorchuck, French, Aebischer und auch Knutti zu sprechen. Der Trainer hat einen Plan. Er hat den Spielern ein System auf den Leib geschustert, das eingehalten wird. Fedorchuck bereitet die Spieler offenbar Match für Match auf die Spezialsituationen vor, etwas, das laut den Spielern in den letzten Saisons nicht gemacht wurde. Auch Knutti scheint seine Arbeit wieder gemacht zu haben, wie immer die beste Vorbereitung, die er je hatte (mittlerweile die 22., glaube ich). Und mit Aebischer haben wir einen Goalietrainer, der, obwohl in den letzten Aktivjahren eher eine Witzfigur denn ein Torhüter war, gut mit Brust und Waeber arbeitet.

Kommen wir zum Team.

Als zum Saisonstart der Fanblock ein Transparent in die Höhe hielt (es wollte mit dem Hinaufziehen nicht recht klappen, ein schlechtes Omen, meinte ich damals), auf dem stand, dass man das Leibchen verschwitzen darf, sagte ich mir: Genau das will ich sehen. Spieler, die kämpfen, die Einsatz und Ehrgeiz zeigen.

Das Team arbeitet solidarisch. Es kämpft. Es werden Schüsse geblockt. Man hat keine Angst vor Checks. Wie Bykov gegen Genf in die Ecken ging, austeilte und einsteckte, war beeindruckend. Er, der Zauberer und Zauderer als Kämpfer. Man will den Zweikampf gewinnen. Man rächt seinen Mitspieler. Man schürt Emotionen. Man steht defensiv eng und offensiv vor dem Goalie. Und dies mit einer ähnlich talentfreien Mannschaft, wie diejenige, die Bern eliminierte.

Man lässt sich von einem Gegentor nicht verunsichern. Man kämpft weiter. Man hebt den Kopf nach Niederlagen und fasst sich. Man holt sich die Punkte, indem man den Gegner wegarbeitet. Wie chancenlos am Dienstag Genf war, unglaublich. Hatten wir doch in den letzten Jahren so viel Angst vor den Genfern.

Gottéron macht Freude. Die Mannschaft arbeitet, zeigt Emotionen, schwitzt. Dass wir nicht wirklich mit Talent gesegnet sind ist egal. Solange jeder alles gibt bin ich zufrieden. Allez Gottéron!

Text: Benjamin Zurron

Gottéron-Blog

Hurra, hurra die Berner sind da!

Was gibt es schöneres als das Derby Freiburg-Gottéron gegen den SCB? Nichts, ausser ein Zähringerderby, in dem Freiburg-Gottéron nichts zu verlieren hat! Denn Siege gegen die "Mutzen" schmecken den Drachen besonders gut, wenn sie kaum zu erwarten sind.

Ein Sieg gegen den Titelverteidiger aus der Hauptstadt kann im kommenden Heimspiel in der Tat nicht erwartet werden. Der SCB ist, man gibt es in Gottéron-Kreisen ungerne zu, die klare Nr. 1 im Schweizer Eishockey. Das grösste Budget, der grösste Umsatz, die beste klubinterne Organisation, die besten sportlichen Perspektiven, am meisten Fans, der erfahrenste Trainer und und und... der SCB scheint auf dem Weg zum dritten Titel in Serie unaufhaltbar zu sein. Unaufhaltbar? Nicht ganz. Es gibt ein Tier, das den Bären den Lachs aus den Tatzen reissen und die gefährlichen Kuscheltiere in einen verspäteten Winterschlaf oder, besser gesagt, in einen verfrühten Sommerschlaf jagen könnte. Nein, es sind nicht die Löwen der ZSC Lions, auch nicht die Stiere des EV Zug und erst recht nicht die Steinböcke des HC Davos. Es sind die Drachen aus dem Freiburgerland. Hierbei handelt es sich nicht um blinde Hoffnung oder wahnwitzigen Optimismus, sondern um eine nicht ganz unrealistische Einschätzung der Gesamtsituation. Der SC Bern wird die Qualifikation mit grosser Wahrscheinlichkeit auf dem ersten Rang beenden und Freiburg-Gottéron wird sich vorsichtig geschätzt auf dem 7. oder 8. Rang für die Playoffs qualifizieren. Läuft die Meisterschaft wie erwartet, dann beträgt die Wahrscheinlichkeit nach Adam Riese also 50 %, dass es in den Playoff-Viertelfinals zum Derby zwischen den Freiburgern und den Bernern kommt. Sollte es soweit kommen, dann wären die Drachen - man erinnere sich an die Playoff-Sensation aus der Saison 2008/2009 - für die Berner wohl die grösste Hürde zum dritten Meistertitel in Serie. Jedenfalls wären die Mutzen nach einem Viertelfinal-Sieg über Gottéron nicht zu stoppen. Ergo: nur Freiburg-Gottéron kann in dieser Saison den Meistertitel des SCB verhindern.

sponsoring: Fasel-Piller AG Plaffeien/ Heitenried

Nun jedoch weg von den noch weit entfernten Playoffs und den Mutmassungen des Chronisten zum bevorstehenden Derby in der Qualifikation. Der SC Bern ist selbstredend auch in diesem Spiel der grosse Favorit, umso mehr nach dem 6:1 Heimsieg im ersten Zähringerderby der Saison. Auf ein Spiel bezogen kann im Schweizer Eishockey jedoch jeder jeden schlagen. Der SC Bern ist in Freiburg zudem nicht ein ungern gesehener Gast. Seit dem Jahr 2000 - oder genauer in den letzten 47 Heimspielen gegen den SCB - konnte Gottéron 23 Siege feiern. Die BCF-Arena-Truppe heimste in den letzten 17 Jahren insgesamt 49 % der Punkte in den Derbys gegen den Kantonsnachbarn aus der Hauptstadt ein. Will Gottéron ohne zu zittern in die Playoffs kommen, dann müssen Spiele gegen die direkten Konkurrenten und Begegnungen gegen die Playout-Kandidaten gewonnen werden. Partien gegen die Top-Teams wie der SCB sind eher als Dessert anzusehen. Was haben Desserts und Heimsiege gegen den SCB gemeinsam? Sie schmecken am besten, wenn sie nicht erwartet werden. Da Gottéron nur gewinnen kann, sind es also Good-News, dass der SCB in Freiburg zu Gast ist.

Hurra, hurra die Berner sind da!