Vor 50 Jahren... Aus dem Freiburger Volkskalender 1968:

Deutschfreiburg und der Fremdenverkehr

Was ist im Grunde der Fremdenverkehr? Welchen Nutzen, welche Bedeutung kann er für Deutschfreiburg haben?


Foto: Wintersport am Schwarzsee von Jean Mülhauser

Der Fremdenverkehr ist eine Erscheinung des Gesellschaftslebens. Sobald jemand seinen Wohnsitz verlässt und ein anderes Land besucht, nimmt er, ob er sich dessen bewusst ist oder nicht, als Reisender teil am Fremdenverkehr. Der Grund, warum jemand reist, spielt keine Rolle. [...]

Hauptsächlich wir Schweizer, die allzu sehr die Gewohnheit haben, die Menschen nur nach ihrer Schaffenskraft zu beurteilen, sind schnell fertig mit dem Urteil über einen Menschen, der eine Reise unternimmt, »um nichts zu tun«. Wir nehmen ihn gewiss auf, weil das einen Verdienst für uns bedeutet; aber schenken wir ihm unsere Achtung oder gar unsere Freundschaft? Und doch müssen wir das tun: Die ganze Welt und das ganze Leben sind ja ein Netz von menschlichen Beziehungen. Nehmen wir den Fall an: jeder Mensch würde ständig an seinem Wohnsitz bleiben und daher nur die allernächsten Nachbarn kennen, dann wären Beziehungen zwischen örtlich weit entfernten Menschen nur durch Tausende von Vermittlungsstellen möglich, und es käme nie zur unmittelbaren menschlichen Begegnung. [...]

Der Kanton Freiburg im ganzen und Deutschfreiburg im besonderen stellen den Fremden nur wenig Betten zur Verfügung. [...]

Auf alle Fälle ist es notwendig, dass jedermann eine wohlgesinnte Haltung einnehme und überall, wo es sein mag, klug handelt. Der Deutschfreiburger sollte, so scheint es uns, sein Augenmerk auf folgende Punkte richten:

- Mithelfen an der touristischen Entwicklung der zweisprachigen Stadt Freiburg und des umgebenden Senselandes. Also Instandstellung schöner Promenadenwege und lockender Ausflugsstationen in der näheren und weiteren Umgebung der Stadt.

- Konzentrierte Bemühungen für die Entwicklung des Schwarzsees, der eine Ferienstation für Sommer und Winter werden soll, und der Umgebung des Schwarzsees (Ausflüge in die Berge).

- Vorsichtige und klug überlegte Entwicklung der Station Jaun und der Umgebung (ebenfalls Ausflüge in die Berge).

- Entwicklung des Tourismus in Murten, der hier schon gut eingerichtet ist. Hoffentlich wird nicht die Bodenspekulation die bisher erreichten guten Resultate beeinträchtigen oder gar vernichten.

- Angelegentliche Sorge um die Erhaltung des landschaftlichen Reizes der Gegenden unseres Landes, welche von Eisenbahnen und Strassen durchzogen werden, besonders um alles, was unsern Kanton oder unsern Bezirk von anderen unterscheidet: Landschaftsbild, Häuserstil, Blumenschmuck. Vermehrte Annehmlichkeiten für den Durchgangsreisenden: Kaffeewirtschaften, Einkaufsläden, Tankstellen, Parkplätze usw.

Das Senseland, das Murtenbiet, das Jauntal sind schöne Landschaften mit sanften oder kühnen Linien, mit eigenständigen Bauwerken. Der Fremde empfindet bei der Betrachtung dieser Schönheit eine stille Freude und ein Glück. Aber wenn er eine Geschmacklosigkeit entdeckt, missfällt sie ihm, und er kritisiert sie ganz sicher. Die Gesamtheit aller Eindrücke, welche die fremden Gäste von einer Gegend mitnehmen, gestalten allmählich deren Ruf; das sollte jedermann bedenken.

Gegen die Einrichtung von Haltestellen für Automobilisten an den Hauptverkehrsadern ist nichts einzuwenden. Man hüte sich aber, zu viele zu schaffen, die schlecht gelegen und nicht gut eingerichtet wären. Die einzige Lösung wird eine sorgfältig studierte Ortswahl und eine gute Ausführung sein.

Das Schlimmste scheint uns, einen Ort unter dem Vorwand der Entwicklung für den Fremdenverkehr zu verschandeln. Ein Ort, der seine Schönheit und landschaftliche Charakteristik verliert, ist touristisch nicht mehr interessant. Das einzige Heilmittel ist eine strenge Planung, der sich jeder am Wohlstand des Ortes Interessierte zu seinem eigenen Nutzen unterwerfen sollte. Denn die Freiheit zu bauen, gleichgültig was, gleichgültig wo, gleichgültig wie, käme der Freiheit gleich, alles zu verderben und die Erfolgschancen für sich selber und die anderen zu vernichten.

Vielleicht fehlt uns noch etwas; Man wird nicht von heute auf morgen ein guter Hotelier, ein guter Koch, ein guter Gastgeber. Das muss man erlernen, sowohl technisch wie psychologisch. Sogar in einer schlichten Hüttenwirtschaft auf den Bergen oder in einem bescheidenen Landgasthof muss dem Gast neben dem bestellten Glas Milch noch etwas Unbestelltes geboten werden, ich meine die Gastfreundschaft, diese führt zum Erfolg.

Eric Thilo

Freiburgerdeutsch?

Wahrscheinlich der Einfachheit halber hat es sich eingebürgert, von Züri-, Bern- oder eben Freiburgerdeutsch zu sprechen. Also quasi die Kantone als Dialekträume zu nehmen. Wir, die hier im Freiburgischen leben, wissen aber sehr wohl, dass es nicht bloss ein einziges Freiburgerdeutsch, sondern mehrere Mundarten gibt.

Oftmals wird in der Deutschschweiz mit Freiburgerdeutsch das Senslerdeutsch gemeint. Daneben gibt es aber noch Murtendeutsch, Jaundeutsch und das Bolz. Letzteres ist eine Mischung aus Senslerdeutsch und Französisch.

Um die Unterschiede zwischen den verschiedenen Deutschfreiburger Mundarten zu zeigen, greifen wir auf eine Tabelle der Webseite der Ueberstorfer Autorin Angelia Schwaller zurück:

Nachgefragt bei... FRI Travel

Wohin verreist du im Sommer?

Nun, die Osterferien sind durch und wir warten auf unsere nächsten "grossen" Ferien. Das derzeitige Wetter macht uns bereits "gluschtig" auf Meer, Strand und gemütliches Beisammensein.

Wir haben Mark Sahli, Inhaber von FRI Travel, besucht, um ein bisschen mehr zu erfahren: