Gottéron-Blog

Fünf amerikanische Redewendungen zur Playoff-Qualifikation


« It ain’t over until the fat lady sings »
 
« Es ist nicht vorbei, bis die fette Dame singt », pflegte der ehemalige Gottérontrainer und letztjährige ZSC-Meistercoach Hans Kossmann jeweils gegenüber Journalisten auf Englisch zu sagen. Mit dieser Oper-Metapher meinte Kossmann jeweils, dass die Qualifikation oder eine Playoff-Serie erst fertig ist, wenn die Schlusssirene der letzten Partie erklingt. In der Oper ist dies meistens der Fall, wenn die stärkste Stimme, die fat lady, nochmals richtig ihre Röhre ertönen lässt. In dieser Saison passt die kossmanische Aussage zu der Hauptrunde wie die Faust aufs Auge, denn um die Playoff-Plätze wird bis zur letzten Spielsekunde der Qualifikation gekämpft.

« It’s money time »
 
Mit dieser englischen Sportredewendung wird in Nordamerika die entscheidende Zeit eingeläutet, in der es um Sieg oder Niederlage, um Erfolg oder Misserfolg geht. Biel, Ambri, Langnau, Lugano, Genf, Lausanne und Zug: Das sind die übrigen Gegner der Drachen in der laufenden Qualifikation. Aus den letzten sieben Spielen braucht Freiburg-Gottéron wohl mindestens vier Siege, um sich für das Playoff zu qualifizieren. In den vergangenen Saisons reichten jeweils 66-71 Punkte für die Qualifikation. In dieser Saison benötigen die Drachen wohl mindestens 75 Punkte, um in den Genuss der Endrunde um den Meistertitel zu kommen.

« The winner takes it all »
 
Dies ist nicht nur ein Song von ABBA, sondern eine im Sport häufig verwendete Redewendung. Nach diesem neudeutschen Sprachgebrauch steht der Sieger am Schluss als Held und der Verlierer mit leeren Händen dar. Eine knapp verpasste Playoff-Teilnahme gilt als Scheitern. Schafft Freiburg-Gottéron den Sprung in die Playoffs, sind die Höhen und Tiefen dieser Saison schnell vergessen und die Gottéron-Fans werden ihr Team feiern. Wird das Playoff verpasst, dann wird diese Saison bittere Spuren hinterlassen.

« Have someone in your corner »
 
Diese Redewendung stammt aus dem Boxen. « Du musst jemanden in deiner Ecke haben », heisst soviel, dass du stets Unterstützung brauchst. Freiburg-Gottéron benötigt in den letzten Saisonspielen den Support der Fans unbedingt. Zu Letzt waren in der BCF-Arena vermehrt Pfiffe zu hören. Insbesondere bei der Heimniederlage gegen Rapperswil gab es für das French-Team ein gellendes Pfeifkonzert. Der Unmut der Fans kann aufgrund der dargebotenen Leistungen verstanden werden, ist jedoch höchst kontraproduktiv. Freiburg-Gottéron braucht seine Anhänger, um die Playoff-Qualifikation zu schaffen. Also denkt daran liebe Gottéron-Fans, ihr seid gemäss der Redewendung der « someone in Gottérons corner »!

« Come on Gottéron, do it! »

Carte Blanche #71

Geht Stadtfreiburger-Deutsch unter?

Ein Artikel in der NZZ vom 18.1.2019 beschreibt den Wandel der Deutschschweizer Mundarten. Die Autorinnen der Uni Zürich haben Online-Umfragen gemacht und mit diesem Material u. a. die Sprache der Grosseltern und ihrer Enkel verglichen. Wo ist der Wandel am grössten? In Freiburg! Eine der Schlussfolgerungen ist: In der Stadt Freiburg verstehen sich Grosseltern und Enkel kaum mehr, weil sie so andere Wörter brauchen – in Baar/ZG gibt es kaum Unterschiede. Dies sind die zwei Extremorte in der Deutschschweiz.


Als Begründung für die Veränderungen in der Stadt Freiburg werden die wachsende Mobilität der Leute, Minderwertigkeitsgefühle sowie die Anpassungslust und Offenheit der Städter gegenüber neuen sprachlichen Entwicklungen angegeben. Das sei in Baar umgekehrt, die Ortsmundart sei auch bei Kindern hoch im Kurs. «Sich anzupassen, ist meist leichter, als anders zu sein», schlussfolgern die Autorinnen und sehen Randdialekte verschwinden.


Ich kann die gesammelten Ergebnisse aus den Jahren 2013-17 nachvollziehen, bin aber mit den Schlussfolgerungen nicht einverstanden. Ich habe andere Erklärungen dieser Daten.

– Zuerst eine Präzisierung: Es geht um die Stadt Freiburg und nicht um Deutschfreiburg. Und es geht im Porträt um einen Siebenjährigen, der in seinem Leben noch viele alte Begriffe ausgraben und viel Stolz auf seinen Dialekt entwickeln kann. Und es geht ums aktive Brauchen von speziellen Wörtern – passiv verstehen sich Grosseltern und Enkel immer noch problemlos. Nur zum Relativieren.

– Heutige Grosseltern von Jugendlichen sind in den 1940er/50er-Jahren auf die Welt gekommen. Als deutschsprachige Städter lebten sie wohl in der Unterstadt und erlebten da noch die alte Welt – arm, abgeschottet, von Kirche und (welschem) Staat unterdrückt. Der starke Deutschschweizer Sprachwandel nach dem Zweiten Weltkrieg hat das katholische Freiburgerland auf seiner Insel weniger betroffen. Trütscha, Pärisou und Fageta und viele andere Begriffe haben in der Abgeschiedenheit den ersten Schub überlebt. Aber längst haben die Freiburger punkto Mobilität und Schulbildung aufgeholt. Immer mehr Jüngere geben nun sprachliche Exotismen auch auf – einfach viel später als in anderen Regionen. Also: Die gleiche Befragung hätte vor 50 Jahren vielleicht das umgekehrte Bild zwischen Baar und Freiburg ergeben.

– Wer sagt auf Freiburgerdeutsch schon emüf für "hinauf"? Höchstens Zuwanderer (vgl. Walliser embrüf). Die Ergebnisse zeigen aber eine breite Verteilung von wùy über ufe bis emüf. Offenbar nennen auch 2.- und 3.-Generatiönler in der Stadt ihre Sprache Freiburgerdeutsch, auch wenn sie im Alltag viel von ihrem Elterndialekt einbringen. (Vergleichbar mit den vielen Reformierten im Sensebezirk, deren Familien teilweise seit 180 Jahren im Senseland leben. Was anders als der Sensebezirk ist deren Heimat?). Hier haben die Autorinnen recht: Altes Stadtfreiburgerdeutsch ist auch daheim von Französisch sowie deutschen Mundarten minorisiert. Kein Wunder sagt eine Gewährsperson: «Üsa Dialäkt isch spezieu, as verstöö na nid ali. U du muesch de würklich a huufe Energie u Chraft haa, dass du de dezue stiisch, zu dim Dialäkt.» Die Jungen verlieren die Lust daran und passen sich rasch an – in Richtung Welsch und zu anderen Dialekten. Offenbar haben Mutter und Grossmutter ebenfalls mehrere Anpassungsregister. Das hat vielleicht den Buben auch geprägt.

- Die Studie zeigt meiner Ansicht nach, dass die historische Verbindung zwischen Stadt Freiburg und dem Senseland am Bröckeln ist. Der Anteil Deutschsprachiger in der Stadt nimmt seit 40 Jahre stark ab. Er wird noch auf einem knappen Fünftel gehalten (sozusagen künstlich) von Deutschschweizer Uni-Studenten, -Mitarbeitern und solchen, die nach der Uni hängengeblieben sind. Die Sensler selbst besuchen Freiburg seltener. Sie gehen immer öfter nach Bern in den Ausgang, zum Einkaufen und Arbeiten. Aus der Sicht der Zweisprachigkeit ist höchst bedauerlich, dass die Sensler diesen Alltagstrumpf aufgeben. Aber noch schlimmer ist es für die alteingesessenen Stadtfreiburger. Sie verlieren ihre historischen Freunde und spüren deren Wertschätzung für die gemeinsame Sprache nicht.

– In einer globalisierten Welt werden Heimat und Heimsprache wichtiger – in der deutschen Schweiz boomen Dialekte wie noch nie. So wird sehr oft Mundart geschrieben. Viele Leute heben alpine Randmundarten wie das Senslerdeutsche lobend hervor. Immer mehr Sensler tragen viel selbstverständlicher ein leicht angepasstes Senslerdeutsch nach Bern oder Zürich als vor 30-40 Jahren. Und sie erhalten dafür Komplimente! Diesen Kulturwandel scheinen Stadtfreiburger weniger mitzubekommen.

Was tun? Sensler, unterstützt eure sprachlichen Verwandten in Freiburg, indem ihr euren Dialekt in die Stadt tragt und ihnen zeigt, dass man diesen mit Stolz brauchen kann. Denn wie sagen die Autorinnen so schön: «Sprache und Identität sind stark verwoben. Wie stark sich jemand an andere anpasst, hat auch mit seiner Persönlichkeit zu tun.» An der Liebe zu Sprache und Heimat gilt es in Freiburg zu feilen, damit Grossmutter und Enkel sich noch lange verstehen.

NZZ am 18.1.2019


Christian Schmutz

skippr Fahrausweis-Challenge

Wer hat gewonnen?

Seit Ende August 2018 stehen sich Patrick und Michelle bei der skippr Fahrausweis-Challenge gegenüber.

Und nun ist es soweit: Es steht ein Gewinner oder eine Gewinnerin fest!

Doch, wer konnte das Rennen machen? Wer kann den Sieg nach Hause holen?

Schau dir das Video an, um es herauszufinden ;)

Carte Blanche #70

Kinder an die Macht

Weihnachten, Fest der Liebe und des Friedens, und sein Ladenöffnungskrieg in der Stadt Freiburg, oder 17-jährige Menschen hinter dem Steuer? Welches Thema generiert – kontrovers diskutiert – mehr Feinde/Krieg/Unfrieden? Nahe am Fest der Liebe entscheide ich mich für die kleinere Bevölkerungsgruppe: die 17-Jährigen.

In den Vereinigten Staaten fahren Jugendliche schon mit 16 Jahren im Jeep umher, ganz legal. Es sei Ihnen gegönnt. Ich würde ihnen auch ein Bierchen ab 16 gönnen, was dort drüben dann aber erst ab 21 Jahren möglich ist. Bei uns herrscht bezüglich Alkohol und Autofahren der gutschweizerische Kompromiss: Ab 16 darf gesoffen werden, ab 18 Auto gefahren, dann jedoch mit einer Promillegrenze. Nun will die abtretende Bundesrätin Doris Leuthard noch schnell ein ihr – oder der Autolobby – liebes Geschäft durchdrücken. 17-Jährige dürften damit den Lernfahrausweis beantragen und mit punkt 18 Jahren bereits den Führerausweis bestehen. Sind der Doris die Konsequenzen dieser Verjüngung eigentlich bewusst? Schon jetzt bewegen sich Herr und Frau Schweizer/in quasi im Alleingang in ihrem Personenfahrzeug, wie die Statistiken beim Pendlerverkehr eindrücklich belegen: 1,1 Personen sitzen dabei durchschnittlich im Auto. Wer das nicht glaubt, soll im Berufsverkehr die Probe machen und die Insassen pro Fahrzeug zählen. Meine Zählungen aus Langweile während der Busfahrt in der Stadt Freiburg bestätigen diese Zahlen, gehen sogar noch näher an die Eins.

Wenn nun die 18-Jährigen schon mit 18 Komma Null Jahren eigenständig ein Fahrzeug lenken dürfen, bedeutet dies zwingend, und speziell im Kanton Freiburg gemäss landesweiten Statistiken, noch mehr Fahrzeuge auf den Strassen, noch mehr Staustunden, noch mehr Abgase, noch mehr Lärm, vielleicht auch mehr Unfälle. Vielleicht wäre mit dieser Massnahme aber mein Zug weniger voll, da die Neulenker schon früher im eigenen Fahrzeug zur Arbeit oder in die Schule ziehen könnten. In diesem Sinn plädiere ich deshalb für Zehnjährige am Steuer. Der Verkehr käme dann nämlich vollständig zum Erliegen: weniger Abgase, weniger Lärm und vielleicht ein paar Geläuterte, welche endlich den Sinn des öffentlichen Verkehrs entdecken und ihr Auto zu Hause lassen würden.

Und weil es schon so schön politisch ist, doch noch ein Wort zu den Ladenöffnungen an Maria Himmelfahrt in der Stadt Freiburg: Ganz unabhängig davon, ob man nun für oder gegen offene Geschäfte an katholischen Feiertagen ist, wurde hier eindrücklichst die Absurdität (oder ist es doch Effektivität?) und (Ohn)Macht der verschiedenen Instanzen vors Auge geführt. Zwei Instanzen erteilen ein Ja, eine dritte rekurriert, die vierte erteilt, die fünfte hebt hälftig auf, die sechste rekurriert, um von der vierten in letzter Sekunde Recht zu erhalten bzw. die von der fünften Instanz aufgehobene halbe Bewilligung zurückzuziehen und in eine volle Bewilligung umzuwälzen – das Ganze innerhalb von acht Tagen. Zu viele Instanzen verderben den Brei. Auch hier deshalb: Zehnjährige an die Macht. Die sind meist noch unverdorben.

Mario Corpataux

Gottéron-Blog

Der Abplanasaurus

Laut Gerüchten haben Forscher der Universität Freiburg vor einigen Tagen eine neue Dinosaurier-Spezies entdeckt. Den "Abplanasaurus", benannt nach dem Gottéronspieler Marc Abplanalp.
 
Gäbe es in der Schweiz eine reine Kantonseinbürgerung, stünde Marc Abplanalp ganz oben auf der Warteliste des Kantons Freiburg. Der Gottéron-Verteidiger gehört in der Zwischenzeit nicht nur zum Inventar von Freiburg-Gottéron, sondern ist aus Freiburg gar nicht mehr wegzudenken. Der Grindelwalder spielt seit sage und schreibe 12 Saisons ununterbrochen im Leibchen der Drachen und hat erst kürzlich seinen Vertrag mit Gottéron um eine weitere Saison verlängert. Nicht unerwähnt bleiben darf, dass „Äpli“ bereits in der Saison 2002/2003 sein NLA-Debüt bei den Freiburgern gegeben hat, sich jedoch erst Jahre später wirklich auf dem höchsten Schweizer Eishockeyniveau festgesetzt hat. Nach 12 Jahren am Stück in Freiburg, darf man den gebürtigen Berner Oberländer ruhig als Freiburger bezeichnen.

Mit einem dutzend Dienstjahren auf dem Buckel ist Marc Abplanalp ein Gottéron-Urgestein. Der Abplanasaurus hat in der Zwischenzeit die 600-Spiele-Marke im Gottéron-Trikot erreicht. Damit gehört er zusammen mit Julien Sprunger zu den Gottéron-Sauriern der Gegenwart. Die #2 der Drachen gehört seit Jahren zu den abgebrühtesten und tadellosesten Defensivverteidigern des Schweizer Eishockeys. In der laufenden Saison scheint der 88 kg-Brocken seinen zweiten, vielleicht sogar schon dritten Frühling zu spüren.

Gäbe es einen Wikipedia-Eintrag zum Abplanasaurus, würde dieser in etwa wie folgt lauten:
Abplanasaurus („Gemütsechse“) ist eine Gattung hockeyverrückter Dinosaurier aus dem schönen Grindelwald. Abplanasaurus zählt zu den treusten Gottéronspielern der Erdgeschichte. Zu den anatomischen Merkmalen gehören die starken Arme und zu den mentalen Stärken der unbändige Wille. Der Abplanasaurus hält sich vorwiegend in der Garderobe und auf dem Freiburger Gletscher auf. Als Fleischfresser ernährt er sich hauptsächlich von Bären, Löwen, Tigern und Adlern. Die Brunftzeit des Abplanasaurus reicht jährlich von März bis Mai, je nach Verlauf der Playoffs. Der Abplanasaurus lebt vornehmlich in einer Truppe mit 22-25 Individuen und gilt als ruhiger Zeitgenosse. Rückt man ihm jedoch zu sehr auf den Leib, kann der Äpli-Saurus - wie er unter Kollegen genannt wird - sehr ungemütlich werden.

Lieber Marc, wir wissen, du bist erst 34-jährig und gehörst noch lange nicht zum alten Eisen, verzeih uns also bitte den Dinosaurier-Vergleich. Danke für deine Treue zum Klub, Marc Abplanasaurus Abplanalp.
 

Zum Schulbeginn am 23.8.18 

Was Schule macht - Harmos im Etui und auf dem Schulsack

Eine Frage verbindet derzeit Harmos 1 bis Harmos 11 (wir dürften zum Verständnis aller auch Chindsgeler und Neunteler sagen):

 

Welche Nuance soll mein Ersatzorange in der Farbstiftschachtel haben? Jenes Orange vom Leuchzi erledigt sich von alleine, die bestimmt die Polizei. Neongrün kommt später nach in der Hierarchie. 

In der zerbeulten Farbstift-Schachtel fehlt Orange. Im Etui eines Schulanfängers fehlt noch nichts, bis die Lehrerschaft den ergonomischen Füli ansagt. Den gibt es für Links- und Rechtshänder. Schönschrift, ganz schwierig gemacht.

Eine Haltung verbindet Harmos 1 bis Harmos 11: Fülis, egal welche, schmieren auch heute noch die Fingerbeeren voll beim Patronenwechsel und bei zuviel Druck auf dem Papier. Und irgendeine Farbe im nigelnagelneuen Etui oder in der verbeulten Farbschachtel ist schneller aufgebraucht, weil Lieblingsfarben bestimmen auch den Schulalltag.

 

Eine Frage verbindet jeden Schüler, jetzt da er noch zur Schule darf (nicht muss):

Neben wem werde ich sitzen?

Wer bestimmt meinen Pultnachbarn oder wird hier, ohne zu fragen, einfach ausgelost?

Nach ein paar Wochen ist dann eh’ Schluss mit Wunschkonzert, da setzt die Lehrerin unvorteilhafte Paare eh’ auseinander (als Paartherapeutin der Gemeinschaft im Kreisli oder im Schulzimmer zuliebe). Etwas unterscheidet Harmos 1 von Harmos 11: der Tintenkiller. Verboten für die einen, verschmäht von den anderen, weil Tippex (Werbung) am Meter schneller und besser geht beim schnellen Korrigieren, und weil Tintenkiller jeden Fehler nach ein paar Wochen wieder hervorzaubere.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zwischen 1 und 11: Die gute alte Unterlage. Mit Weltkarte, durchsichtig für die wilden Kleber, schwarz für Tippex-Graffittis oder mit dem Lieblingsheld, passend zu Tresen und Etui, ab Harmos 9 ist Schluss damit: Dann wird Grösse und  Schwarz normiert und während des Unterrichts individualisiert (könnte ja mal langweilig werden, und Tippex gibt es auch flüssig zum Zeichnen).

 

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Beim Schulsack gehen die Meinungen auch auseinander, doch der schnell ausverkaufte Verkaufsburner gibt es: ein 5-6 teiliger Schulsack, mit integriertem Turnsack, voll ausstaffiertem Etui, ergonomischem und mitwachsendem Rückeneinsatz, mobilem Einlegefach gegen zerknitterte Einzelblätter, Licht- und Leuchtkörper. Derweil Harmos 11 mit Surf- und Bikerrucksäcken oder Longchamps unergonomisch mit zerbeultem Etui, doch (wenn es andauert als motivierter Schüler) mit aufgepimpten Innenleben in die Schule geht.

Im Trend sind die Evergreens Dinos, Feen, individuell gesprayte Graffitis, und die Farbe Blau gegen Rosa teilen die Geschlechter weiterhin, was Harmos 1 angeht. Harmos 11 schämt sich Null und Koma mit rosa Skaterhelm oder Leoprint-Schlappsack zur Schule zu gehen.

Was allen gemeinsam bleibt: Hüselipapier und Gummis in allen Varianten. Und eben die eine Lieblingsfarbe - jene, die nach dem zigmalen Benutzen immer kürzer wird in der Schachtel. Eine zieht ja bekanntlich immer den Kürzeren. Zum Zweiten gemeinsam bleibt: Geliebte und gehasste Lehrer und Lehrerinnen. Doch seid euch gewiss, auch sie mögen nicht alle ihrer Schüler und Schülerinnen. Wir sind ja alle nur Menschen.

Einfassen, das dritte Merkmal eines alljährlichen Schulstarts: Easy peasy bei Hüseliheftli, weit kniffliger bei Atlanten (der Atlas in Einzahl) und Büchern. Das Einfasspapier bitte passend zum Outfit und ja nie zukleben, bevor die Länge und Breite der Buchdeckel quasi in Trockenübung im Papier eingefaltet wurde.

Wir denken diesen Donnerstag 23. August ganz fest an euch, wünschen viel Glück auf dem neuen Schulweg, einer grossen Entdeckungsreise, vielleicht erst mit Pedibus, oder des langweilig, gewohnten Schulwegs eines letzten Schuljahres. Wir staunen, wie gross’ die Schulsäcke auf den kleinen Rücken sitzen (klar, ergonomisch) und wie klein jener der grossen Rückgrate (klar, schon sehr erwachsen) werden.

Liegt es daran, dass die Schulsäcke überdimensioniert konzipiert aussehen oder ihr so schnell wächst? 

1. Nachtrag: Die Oldschool Chindsgi-Säckli seien out - da kämen direkt Mini-Rucksäcke im Einsatz. 

2. Nachtrag: Das Sujet vom ergonomisch-durchdachten Super-Schulsack ist möglicherweise ab Harmos 3 gehasst (nehmen wir die süsse Fee oder das rosa Einhorn, die waren dann auch mal out, ergonomisch hin oder her). Drum, denkt' über die Sujets wie Dino oder Fee gut nach, ihr lieben Schulsack-Designer! 

3. Nachtrag: Das Turnsäckli im 6teiligen Schulsack ist möglicherweise bei Harmos 4 zu klein, Turnschuhe mit Schuhgrösse 40 der Flossen eines Fünft-Klässlers passen da nicht mehr rein. Zum Glück, so ist Dino von selbst recycelt in der Hoffnung, da kommt kein jüngerer Bruder zum Nachtragen.