Gottéron-Blog

Welcher war Dein Lieblings-Ersatzausländer von Freiburg-Gottéron?

Zuerst Andrew Miller, dann Michal Birner... Die Verletzungshexe scheint in dieser Saison leicht ausländerfeindlich zu sein. Die Verletzung von ausländischen Verstärkungsspielern hat zur Folge, dass die Sportchefs oft unter Druck einen Ersatzausländer suchen und finden müssen.

Foto: Jon Sim (Quelle: Wikipedia)

Gottéron-Sportchef Christian Dubé hat auf die Verletzungen bereits reagiert und den Kanadier Jacob Micflikier verpflichtet. Der 34-jährige Stürmer dürfte die Offensive der Freiburger bereichern, immerhin gehörte er in den vergangenen Saisons beim EHC Biel und dem HC Lugano stets zu den besten Skorern. In Erinnerung geblieben sind bei Freiburg-Gottéron von der Ersatzausländern nur die wenigsten aufgrund ihrer sportlichen Leistungen. In dieser Sparte ragen Namen wie David Desharnais oder Niklas Hagman heraus. In der Vergangenheit haben auf demselben Weg jedoch bereits unzählige lustige, kuriose und eigenartige Spieler das Trikot von Freiburg-Gottéron übergestreift. Welcher war Dein Lieblings-Ersatzausländer? Hier eine kleine Auswahl, welche ihr gerne ergänzen dürft.
 
1. Jon Sim:

Der Mann, der im ersten Training unter dem Helm eine Mütze anzog, da es ihm in der Patinoire St. Léonard zu kalt war. Übrigens auch der Mann, der ohne zu zögern aus der Trinkflasche von Leonardo Genoni trank. Ein verrückter Kerl.
 
2. Michel Ouellet:

Der Spieler, der laut Gerüchten vor jedem Spiel in einem Freiburger Gourmettempel Schnecken gegessen hat... Anders ist jedenfalls nicht zu erklären, dass er auf dem Eis langsamer war als der  20 Jahre ältere Schiedsrichter.
 
3. Dmitri Afanasenkov:

Endlich wieder ein Russe, sagten sich die Gottéron-Fans.  In Erinnerung blieb jedoch nur ein Hauch russischer Hockeykunst und zwar wegen seiner spektakulären Penaltys mit einer ganzen Drehung um die eigene Achse, bei denen es den Torhütern reihenweise schwindlig wurde.
 
4. Ryan Vesce:

Er wurde den Gottéron-Anhängern als Goalgetter angepriesen. In Tat und Wahrheit war der Amerikaner in etwa so torgefährlich wie der heutige Generaldirektor der Drachen, Raphaël Berger (3 Tore in 310 Spielen für Freiburg-Gottéron). Der Gottéron-Zampato möge dem Schreiberling den Vergleich verzeihen.
 
5. Alexander Selivanov:

Noch ein Russe, der den Nachgeschmack der glorreichen Bykov/Khomutov-Zeiten nicht aufzuwärmen wusste. Der ehemalige NHL-Spieler glich aufgrund seiner stets roten Nase auf dem Eis einem bekannten Trunkenbold aus der Freiburger Unterstadt. Insgesamt reichte die Luft des Russen nur für drei Spiele im Gottéron-Dress.

Hier kannst du deine Vorschläge abgeben:

Carte Blanche #65

Versuch zwei

Was ich nie für möglich gehalten hätte, ist eingetroffen: Ich wurde «Opfer» der Zensur. Mein Text hat einige Personen offenbar dermassen verletzt, dass sie Zeter und Mordio riefen und skippr daraufhin den Text von der Seite löschte.

Es fällt mir schwer, dies nachzuvollziehen.

Ich will niemanden verletzen. Ich mache mich über niemanden lustig (ich hätte das Wort «Münchhausensyndrom» nicht verwenden sollen, das ist deplatziert und fehlt deswegen hier).

Ansonsten: Ich lade alle Personen, die sich angegriffen fühlten, ein, den Text aufmerksam und mit Musse zu lesen. Ausserdem darf man sich mit mir in Kontakt setzen. Wer kritisiert, aber nicht dazu stehen kann/mag, ist in meinen Augen recht feige. Deswegen: Melden Sie sich bei mir, wenn Sie sich angegriffen fühlen.

Spoiler: Der Text ist aus der Sicht der Personen geschrieben, die die Bibel wortwörtlich interpretieren.

 

Also hier, Versuch zwei.

In den letzten Monaten hatte ich immer wieder die Gelegenheit, mit verschiedenen Personen des christlichen Glaubens zu diskutieren. Die Gespräche waren interessant, anregend. So sehr, dass ich mich tatsächlich wieder einmal hinter das Buch der Bücher setzte und las.

Ich habe das Gefühl, dass man Christen in fünf Gruppen einteilen kann:

-          diejenigen, die die Bibel nicht lesen;

-          diejenigen, die die Bibel lesen und auf dem Hintergrund der Geschichte und ohne Scheuklappen gegenüber den Wissenschaften zu verstehen suchen;

-          diejenigen, die die Bibel so lesen wie ich die gesammelten Werke von Karl May: mit Interesse und Neugier, ohne jedoch eine höhere Moral im Wort Gottes zu sehen;

-          diejenigen, die die Bibel lesen und sie eigentlich wörtlich übernehmen möchten, je nach Unglaubwürdigkeit im Text einige Passagen als interpretationswürdig erachten und überdies den Darwinismus ablehnen;

-          und die Gruppe der Christen, für die die Bibel wortwörtlich zu verstehen ist.

 

Ich beschäftigte mich mit dem Ansatz der Letztgenannten. Also unter dem Aspekt, wenn man die Bibel wortwörtlich als Wahrheit interpretiert.

Bereits im Kapitel 6 der Genesis konnte ich die Bibel getrost zur Seite legen. Ich kam zum Schluss, dass die wortwörtliche Auslegung der Bibel eine unglaubliche Dummheit ist.

Anzufügen ist ausserdem, dass ich die Bibel nur in der Übersetzung auf Deutsch und in der Fassung der «Neuen Jerusalemer Bibel» gelesen habe. Meine zu Papier gebrachten Gedanken würden einer wissenschaftlichen Überprüfung sicherlich nicht standhalten    -           das passt übrigens wie die Faust aufs Auge gerade zu den Leuten, die die Bibel wortwörtlich auslegen, denn für diese Menschen sind die Wissenschaften ja Humbug.

Wiederholung: Der Text ist aus der Sicht der Personen geschrieben, die die Bibel wortwörtlich interpretieren.

 

Kommen wir zum Buch Genesis.

Zu Beginn der Bibel hat der Herr doch allerhand zu tun. Es gilt, die Welt und, als Sahnehäubchen dazu, den Menschen zu erschaffen. Mit der Welt scheint der Herr ganz zufrieden zu sein. Mit dem Menschen hadert er seit dem Sündenfall doch immer wieder.

Seine erzieherisch-pädagogische Lösung findet dann kurz darauf, bei Noah, seinen Höhepunkt, als er sich entschliesst, alle Lebewesen vom Erdboden zu tilgen. Ausser Noah, seiner Frau, den drei Söhnen und deren Frauen.

Der Herr befiehlt Noah den Bau der Arche. Noah soll für das Tierreich den Fortbestand der existierenden Rassen garantieren und von jedem lebenden Tier mindestens ein Paar auf die Arche nehmen.

Dann kam der grosse Regen. Nachdem das Wasser alles verschlungen hatte und nur die Arche und seine Bewohner überlebt hatten, war es an den Söhnen des Noah, die ganzen Stämme zu zeugen, die dann die Grundlage für die menschliche Besiedelung des Planeten Erde waren.

Und so zeugten die drei Söhne was das Zeug hielt. Leider waren zwei der drei Söhne nur fähig Buben zu zeugen. Nur einer schaffte es, Mädchen zu zeugen. Gezeugt wurden mehrere Stämme, viele tausend Leben und diese Leben entsprangen nur dem Schoss der Mutter und der Frauen der Söhne. Diese vier Frauen als Gebärmaschinen hatten eine Sisyphusaufgabe: Während Jahrhunderten konstant schwanger zu werden, Kinder auszutragen. Und endlich: ein Mädchen. Dieses musste in Kürze auch tragfähig sein und wurde zur Geburtsstation Nummer 5. Und so ging es weiter, bis all die Stämme gezeugt waren, die die Erde bevölkerten.

Wenn man sich dieses muntere Treiben vor Augen hält, dann muss man zum Schluss kommen, dass Inzest betrieben wurde. Zudem ist der Herr ein gnadenloser Massenmörder.

Das, dass Gott ein Massenmörder ist und Inzest gutheisst, kann schlicht nicht im Sinne der Verfasser sein.

 

Benjamin Zurrón

Gottéron-Blog

Die wundersame Auferstehung des Serge Aubin

Im Heimspiel von Freiburg-Gottéron gegen die ZSC Lions kommt es zum grossen Wiedersehen mit Serge Aubin. Der ehemalige Gottéron-Center steht seit der neuen Saison als Löwendomteur an der Bande der Stadtzürcher.  In den Saisons 2009 bis 2011 gehörte der Kanadier aus Val d'Or, Québec, zum Inventar von Freiburg-Gottéron. In seiner ersten Saison bei den Drachen, der Saison 2009-2010, war Aubin nicht nur ein Teamleader, sondern auch der Topskorer der Mannschaft.

Eine Geschichte rund um Serge Aubin dürfte jedem Gottéron-Fan in bester Erinnerung geblieben sein. Wir schreiben den 16. März 2010. Der damalige Leitwolf, ich meine natürlich Leitdrache, verletzt sich im Playoff-Viertelfinal gegen Servette-Genf am Knie. Diagnose: Kreuzbandriss. Die Gottéron-Verantwortlichen melden Aubin für sechs Monate als verletzt. Zu diesem Zeitpunkt führen die Saanestädtler in der Serie gegen die Adler mit 2:1. Vor der vorentscheidenden Partie rechnet auch der grösste Optimist nicht damit, dass man Serge Aubin in den Playoffs nochmals auf dem Eis sehen wird. 30 Minuten vor dem vierten Playoff-Viertelfinalspiel verkündet der Presseverantwortlich in der Patinoire St. Léonard mit breitem Lächeln: "Ich bin kein Arzt und habe auch die Radiografien seines Knies nicht gesehen, aber Serge Aubin wärmt sich gerade mit der Mannschaft auf". In den Genfer Medien wird sofort von Betrug und Lügen gesprochen. Was zu diesem Zeitpunkt niemand weiss, der Materialverantwortliche und die Ärtzeabteilung von Freiburg-Gottéron haben die Nacht durchgearbeitet und für das Knie von Serge Aubin eine Stütze gebastelt. Wirklich gebastelt und nicht gefertigt, denn der Materialwart erzählte dem Schreiberling später, dass die Idee aus einem Jux entstanden sei und ohne gross zu überlegen einfach mal rumgeschraubt wurde. Jedenfalls testete Aubin am frühen Morgen vor Spiel 4 die über Nacht erstellte Stütze und entschied am Abend spielen zu wollen. Harter Hund, denn ganz ohne Schmerzen war dies sicher nicht möglich. Hierbei handelte es sich gewiss um eine der wundersamsten Auferstehungen im Schweizer Eishockey. Freiburg-Gottéron gewann das Heimspiel übrigens in überragender Manier mit 6:1. Die Serie gegen Senf-Gervette, natürlich Genf-Servette, ging trotz der wundersamen Heilung von Serge Aubin verloren. Servette vergab später im Final den Meistertitel gegen den SC Bern.
 
Die erwähnte Geschichte sagt eigentlich alles über Serge Aubin aus. Der Kanadier gilt auch als Trainer als aufopferungsvoll und ist schlicht eishockeyverrückt. Um Haaresbreite wäre Serge Aubin Trainer von Freiburg-Gottéron geworden. Sportchef Christian Dubé versuchte im April 2017 den damaligen Chef der Vienna Capitals als Nachfolger von Larry Huras zu verpflichten. Serge Aubin entschied sich jedoch seinen Vertrag mit dem österreichischen Topklub zu erfüllen und erteilte den Drachen eine Absage. Anstelle von Serge Aubin wurde danach Mark French Drachenzähmer und Serge Aubin versucht sich seit dieser Saison beim heutigen Gottéron-Gegner, den ZSC Lions.
 
Willkommen zurück, Serge Aubin. Geschenke gibt es aber keine! Allez Gottéron.

Carte Blanche #64

Von der Effizienz einer Inkasso-(Betreibungs)-Firma

Eine Nachricht an alle Grossmütter, pünktlich, unpünktlich und nie Zahlenden sowie grundsätzlich ängstlichen Personen. Inkasso-Firmen sind ein Witz, der Angst und Schrecken verbreiten kann und will. Trupps mit Baseballschlägern sind bisher nicht aufgekreuzt.

Intrum Justitia, neuerdings nur noch Intrum, was auch Sinn macht, den mit Justitia/Gerechtigkeit hat diese Firma wenig zu tun. Der Namensänderung in IRRTUM stünde nichts im Wege, wenn man die Geschäftspraktiken und die Seriosität dieser Firma unter die Lupe nimmt.

Vor vielen Jahren gab es ein Telekommunikationsunternehmen namens Cablecom, welches sich seinen guten Namen innerhalb weniger Monate durch mangelhafte Arbeit in verschiedenen Bereichen zugrunde gerichtet hat. Heute nennt sich diese Firma UPC.

Im Jahr 2008!!! hatte ich aus eben diesen Gründen das Internetabo bei dieser Firma aufgekündigt, rechtens, fristgerecht und per eingeschriebenen Brief. Erfolglos. Ein weiterer eingeschriebener Brief brachte ebenfalls keine Änderung.

Dann kommt Intrum Justitia ins Spiel: Meine «Schuld» beläuft sich angeblich auf fünf Rechnungen vom 14. Okt. 2008 bis 10. Feb. 2009. Schuldbetrag: CHF 203.05 + Gebühren etc. = CHF 345.50 mit Rechnungsdatum 15. Mai 2009 und dem Drohtitel: «Vous ne voulez pas perdre le fil ».

Rechnung vom 1. Juni 2009: 50 Rappen höher und mit «Vivre sans télévision et Internet?» betitelt. Dass ich im zweiten Eingeschriebenen meine Kontaktangaben auf deutsche Korrespondenz korrigiert hatte, war der Firma nicht weiter von Interesse. Am 11. Juni folgte ein Schreiben der Cablecom: eine Kündigungsbestätigung mit der Begründung, dass an meinem neuen Wohnort die Dienste von Cablecom nicht erhältlich seien?!?!? Aha, nicht gewusst, aber auch nicht danach gefragt. Ebenfalls am 11. Juni, ein Brief von Intrum Justitia mit dem Inhalt – auf Französisch natürlich – dass sie aufgrund meines Schreibens die Situation abklären würden. Titel des Briefes: «Encore un peu de patience.» Am 30. Juni dann «Décompte! >>>Déduction des paiements effectués»: CHF 195.05 Abzug. Wie schön, aber ich hatte nie etwas einbezahlt, weshalb auch? Dafür gab es eine weitere Erhöhung der Mahngebühren um 65 Rappen.

Am 25. Juli 2009 dann endlich die Betreibungsandrohung: «Avis de mise en poursuite », weshalb der Betrag auch wieder um 20 Franken angestiegen ist. Am 21. Sept. 2009 die nächste Rechnung, ohne Titel, aber 5 Rappen höher. Und am 21. Okt 2009 endlich der Ritterschlag: «Consultation juridique» und weitere 5 Rappen Mehrkosten. Yeah am 23. Nov. 2009: «Introduction de poursuite», 5 Rappen Mehrkosten.

Ab dann gings bergab, nicht mit meiner Zahlungsmoral, aber dem Rechnungsbetrag: «Hissez les voiles» mit einem 30%-igen Rabatt hiess es am 25. Januar 2010. «Action d’été» am 31. August 2010 mit 40% Rabatt, aber auf einem um 35 Rappen höheren Anfangsbetrag. Dann wird das Inkassobüro freundlich: «Nous vous souhaitons de joyeuses fêtes …» am 2. Dezember 2011. Der Rabatt war weniger weihnachtlich – nur noch 20% lagen drin.

Bis heute habe ich jährlich eine bis zwei Rechnungen erhalten – jede mit einem anderen Betrag und neuen Wünschen. Das letzte Lebenszeichen von Intrum erfolgte am 20. August – 30% Rabatt. Who cares? Welch Idioten. Wer stellt endlich diesen Briefroboter ab? Wie sind interne Kontrollen bei Intrum organisiert? Wieviel hat Intrum die gesamte Korrespondenz im Vergleich zu der Nicht-Schuld gekostet?

Fazit 1: Einmal in den Fängen dieser Inkasso-Firmen kommt man nicht mehr heraus.

Fazit 2: Unprofessioneller gehts nicht.

Tipp 1: Diese Kolumne ist keine Aufforderung zum Nichtzahlen der Rechnungen.

Tipp 2: Trotz aller Ungerechtigkeit und Unprofessionalität können solche ungerechtfertigten Schuldforderungen Konsequenzen haben, wie ich soeben selbst erfahren musste. Ein weltweit tätiger Multimedia-Versandhändler mit Schweizer Sitz im Kanton Zug akzeptiert keine Zahlungen per Rechnung mehr. Das, obwohl ich sicher schon zehn Lieferungen von derselben Firma erhalten hatte und selbstverständlich alle Rechnungen pünktlich bezahlt wurden. Man beruft sich plötzlich auf Intrum.

Nach zehn Jahren verjähren derartige Forderungen, in weniger als einem Monat also sollte die erste Rate gelöscht sein und ich am 10. Feb. 2009 endlich «schuldenfrei» sein. Ich bin gespannt, ob ich danach weiterhin solch nette Drohbriefe erhalten werde.

An alle im Titel Erwähnten: Trauen sie keinem Inkasso-Unternehmen und lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung.

Mario Corpataux

Gottéron-Blog

Ein Drachenluftschloss für grosse Träume

"Was ist ein Luftschloss", fragt der 9-jährige Bub im winzigen Gotteron-Trikot seinen Vater. "Ein Luftschloss ist gemäss Definition eine Vorstellung oder ein Plan von etwas, das man sich ersehnt, herbeiwünscht oder erträumt, das aber bei vernünftiger Betrachtung nicht realistisch ist", antwortet der erfahrene Gottéron-Anhänger. "Was ist dann ein Drachenluftschloss?". Der Gottéron-Papi antwortet verlegen: "ein Drachenluftschoss ist ein Luftschloss von Gottéron, das ehhh uhhh.. einfach ein Plastikdrache Wundernase!". "Ja, aber Papi, du hast doch gesagt, dass es wie ein Traum sei, der nicht wahr werden könne". "Ehhm uuhhh, ahhh, die Intelligenz hast du von deiner Mutter,  verdammt, halt jetzt einfach den Latz frecher Bengel, wir kommen sonst zu spät an den Gottéron-Match". 

Jeder Gottéron-Fan versteht auf Anhieb, was der Gottéron-Vater gegenüber seinem Sohn nicht aussprechen wollte. Es fängt mit "Meister" an und endet mit "titel". Ist es also gar kein Zufall, dass die Gottéron-Akteure seit der neuen Saison aus einem Drachenluftschloss aufs Eis kommen? Ein Drachenluftschloss? Für diejenigen, die es verpasst haben. Der legendäre, feuerspukende, von Hubert Audriaz gehätschelte Drache, findet aufgrund der Baustelle rund um die BCF-Arena keinen Platz mehr. Aus diesem Grund mussten die Gottéron-Verantwortlichen auf einen Plastik-Drachen ausweichen. Ein "Drachen-Gummpischloss" oder eben ein "Drachenluftschloss". Die Reaktion bei den Fans war heftig. Auf den billigen Plätzen hörte man unter anderem: "Mit diesem Drachen werden wir nicht Schweizermeister!". Hier zeigt sich wieder einmal das altbekannte Gottéron-Befinden, diese negative Einstellung. Ein-zwei Niederlagen und die Fans sehen Freiburg-Gottéron als Abstiegskandidaten und verlangen die Entlassung des Trainers. Warum sehen wir den Übergangsdrachen für einmal nicht als Chance alle erlebten Enttäuschungen vergessen zu machen, als Möglichkeit den Bann zu brechen und als Omen für eine glorreiche Saison? Warum sehen wir das Drachenluftschloss nicht als Symbol für grosse Träume? Von einem gestandenen Gottéron-Fan war zu vernehmen, dass es sich beim neuen Drachen um das Krokodil aus dem BEO-Funpark in Bösingen handle, welches für die neue Gottéron-Saison ungespritzt wurde. Also warum sehen wir das Drachenluftschloss nicht wie ein Kind als grossen Traum an?

Der Traum könnte wie folgt aussehen: Der Eingangs erwähnte Gottéron-Fan steht mit seinem Sohnemann im sechsten Finalspiel gegen den SC Bern in der zehnten Reihe und macht sich vor Aufregung beinahe in die Hose. Die French-Truppe führt in der Serie mit 3:2 und kann in der BCF-Arena alle Gottéron-Träume wahrmachen. In der Verlängerung, beim Stand von 3:3, zieht Julien Sprunger von 10 Metern ab und erwischt Leonardeo Genoni zwischen den Hosenträgern. Das Stadion kocht, Freudentränen, Jubelschreie... Gottéron ist Schweizermeister! Der Vater und der Sohn fliegen nach der Meisterfeier mit dem Plastikrachen nach Hause. Das muss der grosse Traum sein, auch wenn er vielleicht nie wahr werden wird. Liebe Gottéron-Fans, seht den neuen, zugegebenermassen etwas peinlichen Drachen, als Drachenluftschloss für grosse Träume an.