Jetzt geht die Post ab!

skippr sattelt die Postkutsche! Im Namen von #reasons2write der Schweizer Post verschicken wir auf digitalem  u n d  analogem Weg Glückwunsch-Karten, handgeschriebene Komplimente oder dicke Glückspost im interaktiven Austausch mit euch – denn, was wir instamässig und whatsappig im Stundentakt in Bild und Text können, können wir noch lange als altbewährte Postkarte: handgeschrieben an den Samichlaus, ans Grosi, aus dem Lager oder zu Neujahr. Es macht so viel Freude, eine Postkarte zu bekommen – und genauso eine zu schreiben.

Die kommende besinnliche Zeit eignet sich besonders gut für ein paar Zeilen der Dankbarkeit, der Wünsche, des Witzes und der süssen Güezigrüsse. Wir starten die Serie digital und postalisch und freuen uns, wenn ihr uns eure kürzlich geschriebenen Postkarten schickt. Wir stellen die ultimative Postkarten-Retrospektive auf.

#reasons2write - Merci Post!

Postkarte an den Samichlaus

Die Schuhgrösse des Jungen war kleiner als sein Mundwerk. In seine Stiefel passten grad so zwei Erdnüssli und eine halbe Mandarine rein. So gross wie seine Schlagfertigkeit war seine Nuggi-Sammlung. Da musste also Trick77 hinhalten, Brief an den Samichlaus schreiben und Nuggi-Entsorgungssorgen mit einrechnen.

Doch, wie bringt man einen Jungen freiwillig zum Schreiben und zum Nuggi-Entzug? Kleinkinder-Zeilen an den Samichlaus obendrauf? Zum Glück müssen nicht alle Kinder schon vor Schuleintritt schreiben oder lesen können. Protokollieren, das war die Lösung! Er erzählt und zeichnet dazu, man schreibt, einfach mit, was er Samichlaus versprechen will. Dass er kein Zetter-Mordio ablasse, weder heute noch am Freitag noch am Morgen im Bad.

Er erzählte was von, die Nuggis gehen nun für die armen Kinder ins Murtenholz, und ja, der Schmutzli dürfe sich auch einen nehmen. Und er schenke dem Samichlaus einen Apfel und die Mandarine, es gäbe ja im Wald nichts zu essen. Keine Rute möchte er. Aber er wünsche sich einen ferngesteuerten Motocross. Die Zeilen werden unterbrochen von einem „no vieu Glück“ und dem eigentlichen Wunsch: eine Brücke zum Ziehen am liebsten mit Ritterburg. Ins Protokoll kam auch ein knapper, spröder Wunsch eines kleinen Mannes an den Samichlaus: Dass dich der Fuchs nicht frisst. Die Protokollführerin konnte sich vor Lachen kaum zusammen reissen. Aber die Zeilen landeten im Stiefel mit den Nuggis und waren weg – seither unauffindbar, weil ja im Wald verteilt.

Wenige Jahre später, die Schuhgrösse so gross wie das Mundwerk, rutscht Schwager im katholischen Saint-Nicolas-Mantel die Treppe hoch beinahe aus. Zuviel verheddertes, weisses Tuch unter den Schuhen. Herrjeh, zum Glück sind der Beinahe-Unfall und das falsche Tenue im reformierten Haus lächelnd und längst vergessen!

Der erfolgreich Nuggi-Entwöhnte mit selbstgebasteltem Holzgewehr stand hinter der Tür. Wegen Schmutzli ging er in Selbstverteidigung. Er wusste auch, dass ein Taschenmesser zur Ausrüstung gehört, um sich aus dem Sack zu befreien.

Aber da hatte er schon eine Schwester, die sagte dem Samichlaus, in dem Jahr im roten Mantel gedresst, aber grad mitten in den Bart: Gäu, du arbeitest im Sommer am Strand? Im Winter im Wald? Du hast drum dieselben Augenbrauen wie der Wirt.

Auf euch, ihr lieben Chläuse - in lieber Vorfreude, dass ihr euch jedes Jahr von eurer milden Seite zeigt!


Für Inspiration rund ums Thema schreiben sorgt die Post: www.post.ch/schreiben und #reasons2write

#reasons2write: Zukunftstag am 14.11.

Postkarte an mein Kind

Am 14. November 2019 ist Zukunftstag. Du bist deine Zukunft schon seit knapp 16 Jahren am Gestalten und Erbauen. Lehrerin ist dein Berufsziel. Autorin, Moderatorin, Reporterin, Event Managerin, Tierpflegerin, Tänzerin, Animatorin, Sängerin oder Stallknecht – Oder der Beruf einer Lilly Fee, die passen im Fall alle auch zu dir.

Dass du nie mit Mama zur Arbeit gehen konntest, an diesem Zukunftstag, mag komisch erscheinen, doch du erlebst sie täglich am Arbeiten – meist im Multitasking am Mechen und nie nine to five. Oft durftest, nein du musstest, mit zur Arbeit: Weisst du noch? Auf dem Set als mittelalterlich, ärmlich und dreckig gekleidetes Mädchen, das seinen Vater wegen der Mobilmachung in die Murtenschlacht verliert. Mit so Tropfen in den Augen, damit die Tränen auf Kommando kullern. Oder vor der Kamera für eine Umfrage, die du heute noch sehr bereust: Gewonnen hast du nämlich nichts, dafür wird dir nun nachgerufen, du hättest einen Gaul verloren. So sorry, einfach souverän bleiben!

Mamasita ist stolz auf dich und dankbar, dass du ihre Tochter bist. So wie du bist. In allen Facetten und mit allen Macken. Manchmal zum Glück ein Bängeli oder Riesen-Bengel. Ja nie vergessen, wie sich sweet 16 anfühlen :-), dann schafft das jede Mutter mit ihrer Tochter. Du bist immer selbständig, top organisiert, meist fröhlich, tanzend, singend und musizierend, bis mir die Tränen kommen. Ganz ohne Theatertropfen. Deine Mutter bewundert deinen Umgang mit Tieren, mit denen du lieb, konsequent aber auch streng umgehen kannst. Und deine Zuverlässigkeit verdient ein weiteres dickes Lob.

Du kannst sehr vieles besser als ich oder Dinge, die du ganz sicher nicht von mir gelernt hast ;-) Ja, dazu gehört Hunde-Agility oder das lockere Singen vor Publikum, das du seit dem Song „Anna-Anna- Annabelle“ von Steff la Cheff mit 5 Jahren schon zum Besten gegeben hast. Oder war es „veo veo es tes, wie ein Totschuh“? Der Schweizer Psalm am 1. August dieses Jahres war ebenso schräg, doch schön.

Die Zukunft ist grad jetzt und wird dir ein paar Cavalettis in den Weg stellen. Zum Glück sitzt du fest im Sattel, kannst hoch und weit springen, mit und gegen den Wind und auf hohen Wellen reiten. Und bevor die Sonne wieder scheint, bist du leicht durch den Ocean Alley und den Regen durch. Es gibt ja Kapuze, Schirm oder Mütze. Ja, das Leben sei kein Ponyhof – sagen sie, aber mit dir definitiv sehr viel öfter, als sich eine Mutter ausdenken kann.

#reasons2write

Postkarte an einen Fischer und seine Frau

Die Ursprungsgeschichte von Grimms „Der Fischer und seine Frau“ handelt von Masslosigkeit und einem Butt. Hier geht es jedoch um einen Hecht. Und das Mass aller Dinge, diesen aufzutischen. Es ist eine Ode an den fangfrischen Hecht, den Fischer und seine Frau immer wieder an Land ziehen. Ein Segen, denn davon profitieren auch ihre Gäste.

Ein einheimischer Geheimtipp, weil so viele Eglis, wie hier verzerrt werden, gar nicht baden. Es empfiehlt sich, mal Hecht im Restaurant zu bestellen. Oder sonst was, was der See und seine Fischer fangfrisch hergibt.

Bei jedem Wind und Wetter, Fischer und Frau haben gekämpft mit einem Raubfisch, der dank ihrem korrekten Werkzeug ganz bestimmt gerätefrei auf dem Teller landet. Da kann ein Restaurant am Bielersee noch lange prahlen mit dem Schild „Hier gibt es garantiert, gerätefreier Hecht“. Dass geduldiges Warten auch zur Freizeit-Fischerei gehört, ist ein schöner Nebeneffekt zum hektischen Beruf der Beiden. Märchenhaft ist es auch ohne Grimms auf dem Wasser - Fischer und Frau im Einklang.

Wieso bekommen ein Fischer und seine Frau eine Postkarte? Für ein Petri Heil einer Freundin!

#reasons2write

Postkarte an Frau Rathgeb

Werte Frau Rathgeb

Haben Sie vielmals Entschuldigung für die hässige Postkarte vom 31. Mai 1938. Frau Hanny Schneider war bestimmt nicht so pfeffrig wie ihre Zeilen zu Ihnen nach Pfäffikon, aber voller quälender Schuldgefühle. Sie wollte Sie abgekürzt gefl. und umgehend um eine Mitteilung in einer Angel. bitten. Scheinbar war sie Ihnen für eine Familie R. was schuldig.

Wenn wir heute nur wüssten, ob es Geld war? Viel Geld? So ein paar blaue Scheine? Oder haben Sie der Familie, als Sie in Murten zu Besuch waren, Essen spendiert, weil ihr Portemonnaie verschwunden war. Frau Hanny Schneider selig aus der Hauptgasse wüsste es. Vielleicht liessen Sie auch ihr Wind-Jäckchen dort, weil die Kleine der Familie R. kalt hatte? Wie kommt es dazu, dass eine Bäckerin aus Pfäffikon auf Durchreise nach Murten einer Familie R. was gegeben hat, was eine Frau Schneider für sie abgelten will? Und zwar so schnell als möglich? Das kann kein trockenes Brot sein.

Seien Sie versichert, Frau Rathgeb, diese Karte wird das Haus nie verlassen, denn auf der Vorderseite ist ein Haus abgebildet, frei von verdichtetem Verbauen von Nachbarsquartieren. Die Bewohner dieses Hauses, das mitten auf freiem Feld steht, halten die Karte also in Ehren – sie ist ein historisches Dokument geworden und Anreiz zum heiteren Krimi-Raten.

Bleiben Sie also beim besten Glauben, Frau Hanny Schneider hat Sie nicht nur freundl. gegrüsst, Ihnen aber die Hoffnung gegeben, die Zeilen mögen Sie in bester Gesundheit erreichen. Das hoffen wir insbrünstig – ebenso, dass die Schulden zwischenzeitlich beglichen wurden.

Hochachtungsvoll
MS aus M

#reasons2write

Postkarte an den Koch

Wenn ein Koch eine Postkarte kriegt, dann gespickt mit einem dicken, persönlichen Kompliment für seine feine, superkalifragilistische-expialigorische Küche – und seine ehrliche Freundlichkeit.

Apropos: Bitte um eine Reservation für einen Vierertisch für den Abend vom 3. Dezember 2019?

#reasons2write

Postkarte an die blonde Garderobendame

Weil sie sorgfältig, stilsicher und sachte mit Kleidern und Schuhen umgehen kann.

 

White trash beautiful an eine wilde Hilde

...die mich liebevoll Fee genannt hat. Kriegt sie also Feenstaub ins Couvert bestreut.