Ein Wort von Skipperin - mit Umfrage

Besuche mit Wisch und Weg

Wenn jemand bei ihr zu Besuch kommt, darf, muss oder soll er die Schuhe anbehalten dürfen. Schuhe gehören doch zum Outfit eines jeden Besuchers. Gut, wenn er will, darf er die Schuhe draussen lassen, er sei dennoch herzlich willkommen, der halbfertig gestylte Sockentreter. Skipperin hat gelernt, sich für Besuche der Einladung entsprechend rauszuputzen, also gehören Schuhe dazu. Sex and the City sei Dank erfahren, dass sogar teure Schuhe bei krabbelnden Kindern vor die Türe abzulegen seien, aber auch gestohlen werden könnten (Beim Sport empfiehlt sich, das Schuhwerk – und es müssen nicht mal Choos sein! – immer mit in den Spind einzuschliessen und nie ins öffentliche Schuhregal zu legen. Das ist ein handfester Tipp, im Fall).

Also, der Besuch putzt sich raus, die Gastgeberin putzt. Vor dem Besuch. Kennt ihr das?

Nach dem Besuch nochmals? Überall ist es so sehr aufgeräumt wie bei den anderen, und wir denken, der Besuch komme bestimmt nicht wegen uns, sondern nur, weil wir vorher blitzeblank (geht auch nur oberflächlich) geputzt haben? Vor dem Besuch ist nach dem Besuch: Reinigen. Kleiderbügel befreien, weil alle besetzt sind. Gläser wegen Wasserflecken kontrollieren und meist grad alle polieren. WC-Papier und –Brille checken. Etwas Kerzen und Duftstäbe hin. Alles, was unnütz oder vergraut in Vasen rumsteht, weg (geht in Schränke, die kein Besucher öffnet, oder direkt in den Vorgarten verstaut.) Vorher Staubsaugen, heisst nachher genauso.

Tipp: Keine Blätterteiggebäcke servieren – und ja keine Chrämlis oder fettige Wurst, wenn Kinder dabei sind. Alles, was nicht nach „Schöner Wohnen“ aussieht, oder nach „kreativ spielenden Kindern“, wegräumen (Schrank rein, Türe zu)! Am besten funktioniert ein separater Kindertisch mit Rüebli und Gurken (ohne Dip. Und um Himmelswillen keine Cocktailsauce servieren, die klatscht überall in Rosa.) Beilage? Tuc gehen nicht, Darvida auch nicht und Chips verwandeln kleine Krümelmonster in echte Monster. Das gilt übrigens auch für erwachsene Menschen, die nicht mehr oder schon bald wieder sabbern.

Wieso also all die Sorgen und der ewige Vergleich mit anderen, perfekten Gastgebern? Der himmlische Staubsauger landet sowieso auf den irdischen Boden, wenn der Besuch wieder gegangen ist. Ob mit oder kleinen, mehr oder weniger braven Kids. Ob mit oder ohne helfenden Mann. Ob mit oder ohne Putzfee: Der Besuch kam – wegen DIR. Vergleiche hat er dennoch angestellt, was DU besser machst. Drum lasst uns aufhören, mit oder ohne dem „Schöner Wohnen-Schöner-Familie-Schönen-Kindern“ – weil ihr es euch wert seid! Ansonsten gilt: Wisch und Weg mit solchen Gästen.