(Hunger-)Löhne in der globalen Modebranche

Was wir gegen die Missstände tun können

Weltweit arbeiten rund 60 bis 75 Mio. Menschen in der Schuh-, Bekleidungs- und Textilindustrie. Seit Jahren versprechen Modefirmen, dass sie sich gegen Hungerlöhne in der Kleiderproduktion einsetzen wollen. Doch noch immer erhält der weitaus grösste Teil der Arbeiterinnen und Arbeiter keine Löhne, die zum Leben reichen. As isch a kis Gseh - und wegschauen zählt nicht! skippr zeigt, was wir dagegen tun können.

Weniger ist mehr
Der Umgang der Gesellschaft mit Mode muss sich dringendst ändern. Weniger Kleider kaufen, diese länger tragen/tauschen/flicken etc. Dies ist generell sinnvoll - auch aus ökologischen Gründen. Spannende Gelegenheiten zum Tauschen und Flicken in der Region fanden gerade am Samstag, 19. Oktober statt:
- Kleidertauschbörse in Freiburg
- Repair Café in Murten (skippr berichtete)

Nachhaltiger Neukauf
Wenn etwas Neues benötigt wird, beim Kauf auf Nachhaltigkeit setzen. Warum?
- Faire Lohn- und Arbeitsbedingungen
- Besser für die Umwelt, da weniger Ressourcenverschwendung
- Ohne Giftstoffe, die unsere Haut (unser grösstes Organ) aufnimmt
- Keine Tierausbeutung für Leder, Pelz etc.
- Weniger Verbrauch, mehr Recycling: aus recycelten Wertstoffen und ohne unnötiges Verpackungsmaterial
- Geld sparen, weil Qualität statt Quantität. "Buy less, choose well, make it last!"
- Lokale Wirtschaft in ärmeren Regionen unterstützen
- Wissen, woher die Produkte kommen

Marken, die wir euch empfehlen können:
Kleidung: Armed Angels, Babàa, ekn, Embassy of Bricks and Logs, Hackwith Design House, Hessnatur, Hoodlamb, JannJune, Jungle Folk, Kavat, Mate the Label, Mudjeans, Näz, Nudie Jeans, OZMA, Patagonia, Qwstion, Reformation, SELFNATION, TOMS, Two Thirds, Van Palma, Veja, Wado

Für Kinder und Jugendliche:
Onlineshop Stadtlandkind mit viiielen nachhaltigen Labels

Wer hat meine Kleider gemacht?
Nach dem Einsturz des Rana Gebäudes in Bangladesch im April 2013 mit 1138 Toten und noch viel mehr Verletzten, hat die "Fashion Revolution" gestartet. Seither wurden Millionen von Leuten motiviert, mit dem Hashtag #whomademyclothes die Modemarken zu fragen, wer ihre Kleider gemacht hat - für mehr Transparenz im Modeherstellungsprozess. Der Prozess hat erst angefangen und ist abgeschlossen, wenn jeder Textilmitarbeiter gesehen und gehört, anständig bezahlt wird und zu sicheren Bedingungen arbeiten kann. Habt ihr euch auch schon gefragt, wer eure Kleider gemacht hat?

Boykott?
Der Boykott der grossen Modefirmen (Abbestellen der Fast Fashion Newsletter, Besuch in diesen Ketten meiden) ist okay, wird aber alleine nichts verändern. Wir müssen aktiv etwas gegen die Missstände unternehmen. Es sollte normal sein, dass ein Unternehmen den vollen Preis für die Produktion bezahlt, und dazu gehört eben auch ein Existenzlohn für diejenigen, die die Kleider herstellen. Wir alle haben es in der Hand, die politischen Rahmenbedingungen und die Realitäten in der Industrie zu beeinflussen. Deshalb:

Unternehmen wir gemeinsam etwas!
Schreib mit nur einem Klick dem Kundendienst von acht Modefirmen (C&A, Calida Group, H&M, Strellson, Tally Weijl, Triumph, Zalando und Zara) und frag sie, wann die Menschen, die deine Kleidung herstellen, endlich einen Lohn zum Leben erhalten. Sag Ja zu Mode, Nein zu Ausbeutung!

Bisher wurden rund 140'000 Anfragen verschickt (Stand 17.10.2019).

#JaZuModeNeinZuHungerlöhnen #Ausbeutung #PasstMirNicht! #WhoMadeYourClothes


Über Public Eye

Seit über 50 Jahren setzt sich Public Eye dafür ein, dass Schweizer Unternehmen und die Politik ihre Verantwortung zur weltweiten Achtung der Menschenrechte wahrnehmen.
In ihrem "Firmencheck 2019", in dem 45 Modeunternehmen (davon 19 aus der Schweiz) untersucht wurden, konnten nur bei zwei Firmen Anhaltspunkte dafür gefunden werden, dass zumindest einem Teil der Beschäftigten in der Produktion ein existenzsichernder Lohn gezahlt wird. Gegen diese Untätigkeit von H&M, Zara, Tally Weijl, Zalando, C&A, Strellson & Co setzt Public Eye eine innovative Kampagne, die Lohntransparenz und menschenwürdige Einkommen fordert: via Online-Kundendienst aktiv ans Gewissen appellieren. Die Botschaft: Ausbeutung passt uns nicht! Damit soll die Mauer des Schweigens durchlöchert und der Druck erhöht werden.