Traumberuf Bankfachmann

Folge 4, Jonas Vonlanthen, Firmenkundenberater, Raiffeisen Freiburg-Ost

Jonas, was steht eigentlich auf deiner Visitenkarte?

Warte, ich hole sie kurz hervor. Also da steht: Leiter Firmenkundenberater/Responsable clientèle d’entreprises, Raiffeisenbank Freiburg Ost.

Hast Du nebst der Firmenkundenberatung noch andere Aufgaben?

Ja, das ist das Schöne in einem KMU, da hat man verschiedene «Hüte» auf. Eine wichtige und vor allem interessante Aufgabe ist die des Ausbildungsverantwortlichen. Ich kümmere mich um die Rekrutierung und anschliessende Betreuung unserer Lernenden. Des Weiteren koordiniere den Bereich Nachwuchsausbildung der Deutschfreiburger Raiffeisenbanken. Einmal im Jahr darf ich zudem als «Experte Branche Bank» die Lehrabschlussprüfungen abnehmen.

Ein Banker durch und durch.

Das ist schwierig zu sagen, ich habe bis heute ja noch nichts anderes gemacht. Bereits meine Lehre habe ich bei der Raiffeisenbank Freiburg Ost absolviert. Nach meinem Lehrabschluss arbeitete ich kurze Zeit für die Raiffeisenbank Wünnewil-Flamatt, bevor ich meinen Bachelor in Betriebsökonomie an der HSW Freiburg erlangte. Nach einem kurzen Gastspiel in einer Grossbank zog es mich im 2011 wieder in die Heimat zur Raiffeisenbank Freiburg Ost.

Man hat ja bekanntlich nie ausgelernt. Welche Ausbildungen sind bei dir geplant?

Ab März absolviere ich einen Fachlehrgang Firmenkunden. Für mich stehen vor allem Weiterbildungen on-the-job im Vordergrund. Ich finde solche Erfahrungen sehr spannend. Nebst der Wissensaneignung lernt man viele interessante Leute kennen, kann sich austauschen und so sein Netzwerk aufbauen.

Wolltest du bereits als Kind «Banker» werden?

Meine erste Schnupperlehre absolvierte ich damals als Automechaniker. Später in der Jubla wurde jedoch bald einmal klar, dass ich handwerklich nicht wirklich begabt bin und zwei linke Hände habe. Das höre ich noch heute oft. So war quasi die Berufsrichtung «Büro» gegeben.  

Zur Person Name: Jonas Vonlanthen, 1987, St. Antoni

Wohnhaft: Tafers

Privates: ledig

Werdegang: KV mit BM, Bachelor in Betriebsökonomie, seit 2011 bei der Raiffeisenbank Freiburg Ost, zuerst als Leiter Geschäftsstelle, seit Mitte 2015 Leiter Firmenkundenberatung  

Die Raiffeisen hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. Wie hast du das miterlebt?  

Der Wandel war enorm. Als ich im 2003 mit der Lehre begonnen habe, hatte die Raiffeisenbank Freiburg Ost zwei Standorte, St. Antoni und Freiburg. Heute sind wir an fünf Standorten vertreten. Weiter hat sich das regulatorische Umfeld stark verändert. Jeder Prozess ist dokumentiert und wird dementsprechend auch überprüft. Damit sind auch die Anforderungen an die Mitarbeiter stark gestiegen. Den klassischen Kundenberater zum Beispiel von anno dazumal, gibt es nicht mehr. Die Art der Tätigkeiten sind nicht nur mehr Ein- und Auszahlungen, sondern gehen in Richtung Allrounder-Fähigkeiten. Ständige Weiterbildungen sind Pflicht um den höheren Anforderungen, auch die der Kunden, gerecht zu werden. Das bedeutet zugleich, dass auch die Veränderungsmöglichkeiten gestiegen sind. Den lebenslangen Job gibt es quasi nicht mehr. Eine Vielzahl an guten Weiterbildungen können berufsbegleitend durchgeführt werden und öffnen damit neue Perspektiven.

Die Bankergilde hat in den letzten Jahren ihr Fett abbekommen. Hattest du auch Reaktionen?

Klar wurde in Kollegenkreisen «gesprüchert» das Banker finanziell besser dastehen etc. Aber man kann einen regionalen Banker nicht mit einem Investmentbanker vergleichen. Unser Lohnniveau liegt im regionalen Durchschnitt und die Art der Arbeit ist im Vergleich zu einem Investmentbanker total unterschiedlich. Weiter greifen die heutigen Regulatorien sehr stark, so dass Missbräuche wie vor der Finanzkrise auch bei den Grossbanken weitgehend verhindert werden. Wir kennen unsere Kunden, viele sogar per Du. Begleitet man zum Beispiel einen Kunden beim Erstellen eines Wohnheimes, ist man in den Prozess von A-Z involviert und freut sich über ein tolles Endresultat. Ich sehe überhaupt keine Übereinstimmung zwischen dem typischen Bild des Bankers in den Medien und meinem täglichen Job.

Hast du deinen Traumjob gefunden?

Kann man den überhaupt jemals finden? Für mich gibt es nicht «DEN» Traumjob. Je nach Lebensphase kann das anders aussehen. Ich weiss für mich, dass ich am Morgen mit Freude aufstehe und meine Arbeit gerne mache. Das ist eine wichtige Voraussetzung. Dazu kommen natürlich viele andere Punkte, die in der Summe grossen Einfluss auf die Zufriedenheit am Arbeitsplatz haben. Ein kurzer Arbeitsweg, ein super Team, den Sinn und das Resultat der Arbeit sehen, Wertschätzung und die Arbeitsplatzsicherheit sind sicherlich Variablen die für eine wohlwollende Stimmung sorgen. Die Regionalität spielt in meinem Fall eine weitere wichtige Rolle. Ich bin umgeben von Leuten die ähnlich funktionieren und die meine Denk- und Arbeitshaltung verstehen. Meine Arbeit erlaubt es mir nahe am Kunden und der Bevölkerung zu sein, das gefällt mir.

Früher war der Bankerberuf nur Banker vorbehalten. Gibt es heute auch Quereinsteiger?

Auch in dieser Hinsicht hat sich unsere Branche geändert. Klar, wenn jemand Berufserfahrung im Banking mit sich bringt, ist das nach wie vor ein grosser Vorteil. Durch die bereits vorhin angesprochenen, in einer Vielzahl vorhanden Weiterbildungsmöglichkeiten, ist ein Berufswechsel, im Vergleich zu früher, nicht mehr unmöglich. Der Einstieg in die Bankenwelt ist vor allem für Studenten viel einfacher geworden. So bietet auch Raiffeisen diverse Traineeprogramme und Praktika an, die einen Einstieg vereinfachen.

Du würdest also den Studenten und angehenden Lernenden eine Ausbildung auf einer Bank empfehlen?

Das ist natürlich eine Typen-Frage. Aber grundsätzlich auf jeden Fall. Unsere Lernenden durchlaufen während den drei Jahren, sämtliche Abteilungen und erhalten viel Verantwortung. Ein grosser Vorteil von Raiffeisen, aufgrund der Rechtsform, ist die dezentrale Organisation. Viele der Abläufe können vor Ort gemacht werden, welches dem Lernenden viel praktisches Wissen vermittelt. Sie arbeiten nach kurzer Einführung selbständig, bedienen Kunden und werden auch schulisch gefördert. Nach der Lehrzeit sind Allround-Banker und können mit einem vollen Rucksack in die berufliche Karriere starten.

Was ist der beste Weg um sich bei Raiffeisen zu bewerben?

Ich kann es aus der Sicht der angehenden Lernenden aufzeigen. Die Raiffeisenbank Freiburg Ost veranstaltet viermal jährlich Schnuppertage. Alle interessierten Schüler haben die Möglichkeiten während eines Tages unsere Bank und den Beruf Bankkaufmann/frau kennenzulernen. Als idealer Ratgeber für die bevorstehende Bewerbung, organisieren die Deutschfreiburger Raiffeisenbanken jeweils eine Infoveranstaltung in welcher die genaue Vorgehensweise aufgezeigt wird. Schlussendlich erfolgt eine «normale» Bewerbung an die gewünschte Raiffeisenbank.

Traumberuf Physiotherapeut

Folge 3, Rolf Kröpfli, Inhaber Bfit2

Rolf, danke für deine Zeit. Was steht eigentlich auf deiner Visitenkarte?

Eigentlich habe ich zwei. Eine als Physiotherapeut und eine vom Medical Training Bfit2. Meine genaue Bezeichnung lautet: «Sportphysiotherapeut».  

Uns interessiert natürlich dein Werdegang. Ein ganz Klassischer nehme ich an?

Mein Traumberuf als Kind war «Sportlehrer». Da ich jedoch nicht im Spitzensport aktiv war, sanken meine Chancen markant, um überhaupt in Magglingen die Ausbildung zum Sportlehrer anfangen zu können. Ich entschied mich für das KV, welches mich jedoch nicht sonderlich forderte und auch zu keinen Freundensprünge anregte. Eine Knieverletzung und die anschliessende Physiotherapie machten mich erst auf diesen Beruf aufmerksam. So erkundigte ich mich nach den Möglichkeiten diesen Beruf zu erlernen. Dieser führte mich ans Collège in Fribourg, um meine Chancen für erfolgreiche Aufnahmeprüfungen zum Physiotherapeuten zu erhöhen.

Dies hat anscheinend erfolgreich geklappt?

Ich wurde aufgenommen und konnte meine Ausbildung in Bern beginnen. Die Ausbildung dauerte damals 3 Jahre mit diversen Praktika in unterschiedlichen Fachrichtung. Ich war z.B. in der Insel, in Nottwil, Montana und dem Lindenhofspital. 1992 schloss ich die Ausbildung erfolgreich ab.  

Und dann dein erster Job?

Meine erste Stelle als „Physio“ konnte ich in der Rehaklink in Gunten als Vertretung antreten. Nach ein paar Monate fand ich eine Stelle in der Nähe. Im Spital Tafers arbeitete ich 5 Jahre als Physiotherapeut. Eine sehr lehrreiche und spannende Zeit. Ich erhielt 1998 die Möglichkeit, die Leitung der Physiotherapie im Spital zu übernehmen. Zugleich stand aber auch die Selbstständigkeit im Raum. Ich entschied mich für das Unternehmertum und packte die Chance die Räumlichkeiten im Bahnhofzentrum zu kaufen.  

Mit 32 Jahren sich in die Selbständigkeit zu stürzen – ein Wagnis?

Es war eine ungewohnte Situation für mich. Das erste Mal in meinem Leben hatte ich Schulden. Der Kaufpreis, die Einrichtungen etc. überstieg den Jahreslohn eines Physiotherapeuten um ein x-faches. Dank der Unterstützung meiner Eltern und dem Wissen, dass ich mein Beruf liebe, hatte ich wenige schlaflose Nächte.

  Hat sich der Job des Physio’s seit deiner Selbständigkeit stark verändert?

Wie in vielen Bereichen, hat auch in unserer Branche, die Technik einiges verändert. So ist heute alles komplexer geworden. Der Patient wird ganzheitlich angeschaut. Früher behandelte man die betroffene Stelle und noch ein bisschen die Muskulatur um die Problemzone herum. Weiter hat die Orthopädie enorme Fortschritte erzielt. Ab einem gewissen Alter war früher der Einsatz von künstlichen Gelenken gar kein Thema. Heute werden solche Operationen auch im hohen Alter vollzogen, welches nachfolgend die Behandlung des Physiotherapeuten stark beeinflusst. Die Bereiche der Trainings- und Ernährungswissenschaften erbrachten in den letzten Jahren viele neue und spannende Erkenntnisse, welche unmittelbaren Einfluss in die Physiotherapie haben. Weiter muss alles dokumentiert werden, die administrativen Anforderungen sind gestiegen und die Leute sind durchschnittlich besser informiert, um einige der wichtigsten Veränderungen zu nennen.  

Zur Person: Rolf Kröpfli, 1966, ist in der Stadt Freiburg aufgewachsen

Wohnhaft: Düdingen

Privates: in einer festen Beziehung

Werdegang: KV, Collège, Ausbildung zum Physiotherapeuten, 1998 Selbständigkeit, 2015 Gründung Bfit2

Inwiefern hat sich dein Arbeitsgebiet mit dem Wachstum der Firma verändert?

Für mich ist die Arbeit mit den Menschen zentral. Ich kann mir nicht vorstellen nur noch zu «managen». Klar, als ich 1998 alleine angefangen habe, arbeitete ich zu 100% mit den Patienten. Heute hat sich das ein bisschen verlagert. Ich versuche jedoch weiterhin 80% als Physio tätig zu sein. Das ist meine Leidenschaft, das ist mein Beruf. All die strategischen und administrativen Aufgaben verlege ich auf das Wochenende. Kontinuierlich habe ich meine Ausrichtung auf den Bereich der Sportphysiotherapie gelegt. So kamen im Laufe der Jahre immer mehr Sportclubs auf uns zu, um sie im medizinischen Bereich zu unterstützen. Dies erlaubte mir mein Hobby mit dem Beruf zu verbinden. Wenn ich also mit einem Fussballklub ins Trainingslager fahre, ist es ein fliessender Übergang zwischen Arbeit und Freizeit.  

Was war ausschlaggebend für die tolle Entwicklung deiner Firma?

Mein Motto war schon immer, dass ich Zeit haben will für die Patienten. Es nützt nichts, wenn sie zwei Wochen auf einen Termin warten müssen. So habe ich 6-7 Tagen in der Woche gearbeitet. Da ich meinen Job liebe, hat es mir nichts ausgemacht. Die regionale Verankerung unter anderem mit den Sportclubs, hat sicherlich wesentlich dazu beigetragen, dass ich mich rasch weiterentwickeln und somit auch die Bekanntheit steigern konnte. In dieser Beziehung profitierte ich von meinem Engagement bei der Schweizer Unihockey Nationalmannschaft, welche ich von 1994-2006 betreute. Kontinuierliche Wissensaneignung gepaart mit praktischer Erfahrung sammeln, ist ein entscheidendes Kriterium für nachhaltigen Erfolg.  

Seit letzten Herbst habt ihr mit dem Bfit2 im Birchhölzli einen neuen Standort eröffnet?

Ja, richtig. Um den bereits erwähnten veränderten Bedürfnissen zu entsprechen und dass wir auch in Zukunft am Ball bleiben können, haben wir mit dem Bfit2 neue Wege beschritten. Wir können nun den Prozess ganzheitlich begleiten, mit dem Ansatz des Medical Training. Wir unterstützen die klassische Physio-Rehabilitation mit den neusten Erkenntnissen aus der Trainings- und Ernährungswissenschaft, ein Mix aus aktiver und passiver Bewegungstherapie. Unsere Räumlichkeiten im Birchhölzli bieten auch Platz für Gruppentherapie und vorbeugende Einzeltrainings mit den neusten Trainingsgeräten und -einrichtungen.  

Kommen wir zurück auf deinen Beruf. Ein Traumjob?

Ja, unbestritten. Ein sehr schöner Beruf. Die Menschen verlangen sehr viel und sind anspruchsvoll, klar, es geht ja auch um ihre Gesundheit. Das Feedback ist aber unglaublich schön und der Job gibt einem sehr viel zurück. Des Geldes wegen sollte man es nicht machen. Auch in Zukunft sehe ich grosses Potential für unsere Branche. So schnell kann uns kein Roboter oder Maschine ersetzen. Weiter ist der Beruf Physiotherapeut sehr vielfältig und abwechslungsreich.  

Was kannst du angehenden Physio empfehlen?

All denjenigen die sich für den Beruf Physiotherapeut interessieren, stehe ich gerne mit Rat und Tipps zur Verfügung. Aufgrund unserer Grösse und keiner spezifischen Spezialisierung, können wir «im Moment» keine Praktikumsplätze anbieten. Unsere Türen stehen jedoch offen für Schnuppertag-Anfragen. Schreibt mir einfach eine E-Mail oder kommt vorbei.  

Infos zu Bfit2 Gründer: Rolf Kröpfil, 1998

Inhaber: Rolf Kröpfli, Danny Pauwels

Standort: Bahnhofzentrum und Birchhölzli

Mitarbeiter: 14 professionelle Therapeuten

Eckdaten:

450 m2 Trainingsbereich und Physioräume im Birchhölzli und 340 m2 im Bahnhofzentrum

200 kostenfreie Parkplätze

7/7 täglich geöffnet

Im Medical Training Center befindet sich ein hochmoderner Trainings- und Therapiebereich. Dieser beinhaltet unter anderem eine Vielzahl von Kraft- und Ausdauergeräten, ein Milon-Zirkeltraining sowie ein Bereich für Functionaltraining- und Stretching-Übungen. Dieser Bereich ist nicht nur für Mitglieder und Patienten da, sondern für alle die sich gerne bewegen und fit bleiben wollen

Traumberuf Küchenbauer

Folge 2, Patrik Schneuwly, Mitinhaber Rasco AG

Danke Patrik für deine Zeit. Die RaSco AG ist ein Familienunternehmen par Excellence. Praktisch die ganze Familie hilft an der Mitgestaltung der Firma mit. Was ist genau deine Funktion?

Genau. Wir sind 4 Geschwister und 3 sind operativ in unserer Firma tätig. Ebenfalls arbeiten meine Frau und ein Neffe von mir in der Firma. Quasi also bereits die 3. Generation. Ich kümmere mich vor allem um den Innendienst, koordiniere die Einsätze der Monteure, verhandle mit den Lieferanten und schaue zum Rechten.

 Eigentlich bist du ja gelernter Schreiner…

Meine Lehre absolvierte ich bei der Schreinerei Karl Mülhauser in Wünnewil, vor allem im Bereich Bauschreinerei. Nach der Lehre war eigentlich geplant, dass ich «auswärts» noch mehr Erfahrung sammle. Ich hatte sogar eine Stellenzusage in einem Betrieb im Welschland.  

Aber es kam anders…?

Ja, aufgrund diverser Ereignisse trat ich direkt nach der Lehre in unsere Firma ein. Während ca. 10 Jahren war ich «draussen» tätig und habe Küchen montiert.  

Hattest du demnach nie das Gefühl, etwas verpasst zu haben?

Nein, überhaupt nicht. Aufgrund eines Spitalaufenthaltes meines Vaters war für mich klar, dass ich in die Bresche springe und somit in die Firma eintrete. Zudem hat man in unserem Beruf sehr viel Abwechslung, viele Kontakte und interessante Herausforderungen. Da bereut man nichts.    

Zur Person: Patrik Schneuwly, Inhaber und Mitglied der Geschäftsleitung, zuständig für den gesamten Innendienst
Wohnhaft: Wünnewil
Privates: verheiratet, 3 Kinder
Werdegang:  OS Wünnewil, Schreinerlehre bei Emil Mülhauser in Wünnewil, Übertritt in die eigene Firma, zuerst 8 Jahre als Küchenmonteur, seit 2001 im Innendienst.  

Was war demnach ausschlaggebend für den Turnaround und die heutige Erfolgsgeschichte deiner Firma?

 Da kann man mitunter zwei grosse Punkte rausstreichen. Einerseits war da sicherlich Anfangs der 90er Jahre die Anstellung eines Vollzeit-Verkäufers und die damit verbundene Professionalisierung des gesamten Verkaufs und andererseits haben wir im 2001 die Produktlinie gewechselt. Dieses brachte sehr viele positive Aspekte mit sich, wie etwa eine höhere Kundenspezifizierung und eine höhere Qualität in der Fertigung.  

Hat RaSco nebst den Küchen noch andere Geschäftszweige?

Wir versuchten uns früher auch im Bereich Badezimmer. Relativ rasch merkten wir aber, dass diese Sparte nicht unser Gebiet ist. Heute verfolgen wir den Ansatz: „Schuster bleib bei deinen Leisten“. Wir setzen auf einen prompten und zuverlässigen Kundendienst und besuchen Messen und Veranstaltungen, um aktuelle und zeitgemässe Produkte im Portefeuille zu haben. Wir wollen also im bestehenden Bereich noch besser werden.

Hat sich der Markt während dieser Jahre stark verändert?

Ja, eigentlich sehr sogar. Mein Vater zum Beispiel hatte im Lager zwei Marken an Backofen. Dies reichte völlig aus, um die Bedürfnisse der Kunden abzudecken. Heute wäre das unvorstellbar. Auch war der Markt viel übersichtlicher. Die halbe Miete war am Comptoir in Fribourg mit einem Stand vertreten zu sein. So konnten wir viele Kundenbeziehungen aufbauen. Dank dem Internet sind heute die Kunden bereits informiert und wissen vielfach bereits, wie Ihre Küche aussehen soll. Die Beratung hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt.  

Wie steht es um die Konkurrenzsituation in Deutschfreiburg?

Die Konkurrenz ist sicherlich gross. Viele Schreinereien bieten Küchen an, aber wir verstehen uns gut. Hauptsächlich sind wir jedoch im Welschland aktiv.  

Viele Schweizer KMU’s haben bekanntlich Probleme mit der Nachfolgeregelung. Besteht bei euch schon ein konkreter Plan? 

Nein, noch nicht konkret. Wie gesagt, mit Christoph Schäfler ist bereits ein Familienmitglied im Geschäft operativ aktiv. Meine Kinder sind zurzeit noch in der Ausbildung respektive in der Orientierungsschule. Ich würde es jedoch unterstützen wenn eines meiner Kinder ins Geschäft einsteigt.    

Kann man sagen, dass du deinen Traumjob gefunden hast?

Ich habe diverse Position in der Firma inne gehabt und konnte mich dadurch entwickeln. Klar, als Inhaber konnte ich mich flexibler bewegen als das vielleicht ein Mitarbeiter kann. Ich schätze vor allem meine Flexibilität, da mein „Privatleben“ mir sehr wichtig ist. So habe ich genügend Zeit für meine Familie sowie meine Hobbies Golf und Ski fahren. Im Vergleich zu meinem Vater ist der Arbeitseinsatz sicherlich nicht mehr so hoch, da wir auch strukturell gut aufgestellt sind. Also kann ich sagen, dass ich einen Traumjob habe.  

Falls jemand jetzt Lust hat sich zu bewerben und mehr zu erfahren über den Beruf Küchenbauer/monteur, wie muss man vorgehen?

Wir suchen vor allem handwerklich geschickte Personen. Mit Vorzug aus dem Schreiner oder Zimmermann-Bereich. Gerne können Interessierte mich anrufen oder ein Mail schreiben. Anzufügen ist, dass wir leider keine Schreiner-Lehrlinge ausbilden dürfen, da unsere eigene Schreinerei zu klein ist.  

Über RaSco AG:

In Betrieb: seit 1958
Aktionäre: in Familienbesitz
Initianten: Gründung durch Raphael Schneuwly mit dem Namen R. Schneuwly + CO
Mitarbeiter: 12 Angestellte
Geschäftsleitung: Patrik Schneuwly, Brigitta Schäfler, Judith Schneuwly, Walter Morgenegg

Eckdaten:
1969 Erstellung Austellungsgebäude Mühletal
1991 erster Verkäufer angestellt in der Firma 3 Generation im Geschäft tätig Eigene Schreinerei für Anpassungsarbeiten in Dietisberg

Kosten einer guten Standard-Küche: CHF 20‘000 – CHF 30‘000
Tipp: Falls die Küche noch nicht fixfertig geplant ist, könnte eines der vielen Ausstellungsmodelle von RaSco ideal und preisgünstig für ihr neues Zuhause passen.

Traumberuf Eismeister

FOLGE 1, Philippe Clerc, Eismeister Regionale Eisbahn Düdingen

Danke Philippe für deine Zeit. Gerne möchten wir mehr erfahren über den doch raren Beruf «Chef Eishalle und Eismeister».


Quasi seit deiner Kindheit bist du mit der Eishalle Düdingen verbunden.

Ja, das stimmt. Schon als Kind war ich von diesem Projekt "Eishalle Düdingen" beflügelt und akquirierte an den Haustüren in unserem Bezirk zukünftige Aktionäre. Umso schöner war es auch, als das Projekt 1996 endlich realisiert werden konnte.

«De Müscht isch karret», dein beruflicher Werdegang war also klar?

Nein überhaupt nicht. Ich hätte nie damit gerechnet, dass ich einmal in der Eishalle arbeiten würde. Nach dem KV-Abschluss war ich bis 2005 bei der Swisscom als Financial Accountant angestellt. Weiter habe ich mich von 2006-2009 zum Rettungssanitäter ausbilden lassen. Nebenbei habe ich mich um die Administration der Eishalle gekümmert.

Erst 2013 nahm ich die Gelegenheit wahr und übernahm den Betrieb zu
60%. Seit 2015 bin ich nun Vollzeit als Betriebsleiter angestellt. Ich
übernahm diesen Job von meinem Stiefvater Hans-Jörg Schweizer, welcher nach verdienstvollen Jahren in Pension ging. Selbstverständlich unterstützt er mich nach wie vor in der technischen Leitung.

Zur Person: Philippe Clerc, Eismeister und Betriebsleiter
Wohnhaft: Heitenried
Privates: verheiratet, 2 Kinder
Werdegang:  OS Düdingen, Kaufmännischer Angestellter, Rettungssanitäter bei Ambulanz&Rettungsdienst Sense, seit 2013 Geschäftsführer Regional Eisbahn Sense-See

Und wie wird man eigentlich Eismeister?

Das ist eigentlich nicht so genau geregelt. Der Eismeister ist ein «Nischenjob»: Ich selber habe in diesem Jahr den ersten offiziellen Eismeisterkurs absolviert der in der Schweiz angeboten wurde. Andere Länder sind da viel fortschrittlicher. Ein Eismeister muss vor allem handwerklich geschickt sein. Die praktischen Infos werden dann direkt von uns vermittelt. Selbstverständlich muss man Herzblut für das Eishockey haben.

Wie sieht dein Tagesablauf konkret aus?

Alles andere als Fliessbandarbeit…Gerade meine Doppelfunktion als Betriebsleiter und Eismeister erfordert Allrounder-Qualitäten. So kümmere ich mich um die Qualität des Eises, inklusive Putzen und Bandenfräsen, organisiere Anlässe, kümmere mich um die Administration und Buchhaltung. Ich bin Quasi der Mann für alles.

Also ein Traumberuf?

Für mich ist das wie ein Lotto-Sechser. Ich kann alle meine Fähigkeiten verbinden, habe viele Kontakte mit interessanten Leuten und kann meine Zeit selber einteilen. In der Wintersaison sind die Arbeitstage viel länger und intensiver. Dies erlaubt mir im Sommer dafür mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen.

Welchen Herausforderungen muss sich ein Eismeister stellen?

Da vieles «Learing by Doing» ist und es keine klaren Abläufe oder Regeln gibt, muss man den Kopf bei der Sache haben. So eine Eismaschine kostet CHF 250'000. In den Anfängen hatten wir in Düdingen zum Beispiel unregelmässiges Eis, bis wir herausgefunden haben, dass man das Eis immer unterschiedlich abfahren sollte. Dieser Tipp kam vom damaligen Eismeister vom St. Leonard. So hat jeder Eismeister seine eigenen Geheimnisse für ein perfektes Eis und ist dementsprechend auch stolz darauf.

Was macht ein Eismeister eigentlich im Sommer?

In den Sommermonaten fallen vor allem Instandhaltungsarbeiten an, damit die nächste Eissaison wieder kommen kann. Ebenfalls finden diverse Events statt sowie steht das Feld für Inline-Hockey zur Verfügung.

Falls jemand jetzt Lust hat sich zu bewerben, wie muss man vorgehen?

Zurzeit haben wir keine Vakanz. Wir sind mit fünf Eismeister gut aufgestellt. Wenn jemand sich aber für den Job interessiert, kann er sich bei mir melden für ein «Schnuppertag»

Mehr Information unter: www.regionaleisbahn.ch oder gehen Sie direkt vorbei…

 


Über die Regional-Eisbahn Sense-See AG:


In Betrieb: seit Oktober 1996

Aktionäre: öffentliche und private Aktionäre

Initianten: Hans Brügger, Hans-Jörg Schweizer, Joseph Fässler, Gustav Riedo, Paul Riedo und Norbert Schuwey

Mitarbeiter: 8 Personen

Betriebsleiter: Philippe Clerc

Eckdaten:

Ca. 2500 Eishockeymatches durchgeführt

Ca. eine Million Besucher der Eishalle

2 Eismaschinen im Einsatz (1 Benzin, 1 elektrisch, 250'000 CHF pro Maschine)

30 km Kühlkabel verlegt

Zwei 400PS Motoren kühlen das Eis

Eisdicke zwischen 3-5 cm
(pro cm-Eisdicke 10% mehr Engergieverbrauch)

Diverse Eishockeyclubs geniessen Heimrecht in der Eishalle Düdingen, darunter 11 Juniorenteams