Traumberuf Küchenbauer

Folge 2, Patrik Schneuwly, Mitinhaber Rasco AG

Danke Patrik für deine Zeit. Die RaSco AG ist ein Familienunternehmen par Excellence. Praktisch die ganze Familie hilft an der Mitgestaltung der Firma mit. Was ist genau deine Funktion?

Genau. Wir sind 4 Geschwister und 3 sind operativ in unserer Firma tätig. Ebenfalls arbeiten meine Frau und ein Neffe von mir in der Firma. Quasi also bereits die 3. Generation. Ich kümmere mich vor allem um den Innendienst, koordiniere die Einsätze der Monteure, verhandle mit den Lieferanten und schaue zum Rechten.

 Eigentlich bist du ja gelernter Schreiner…

Meine Lehre absolvierte ich bei der Schreinerei Karl Mülhauser in Wünnewil, vor allem im Bereich Bauschreinerei. Nach der Lehre war eigentlich geplant, dass ich «auswärts» noch mehr Erfahrung sammle. Ich hatte sogar eine Stellenzusage in einem Betrieb im Welschland.  

Aber es kam anders…?

Ja, aufgrund diverser Ereignisse trat ich direkt nach der Lehre in unsere Firma ein. Während ca. 10 Jahren war ich «draussen» tätig und habe Küchen montiert.  

Hattest du demnach nie das Gefühl, etwas verpasst zu haben?

Nein, überhaupt nicht. Aufgrund eines Spitalaufenthaltes meines Vaters war für mich klar, dass ich in die Bresche springe und somit in die Firma eintrete. Zudem hat man in unserem Beruf sehr viel Abwechslung, viele Kontakte und interessante Herausforderungen. Da bereut man nichts.    

Zur Person: Patrik Schneuwly, Inhaber und Mitglied der Geschäftsleitung, zuständig für den gesamten Innendienst
Wohnhaft: Wünnewil
Privates: verheiratet, 3 Kinder
Werdegang:  OS Wünnewil, Schreinerlehre bei Emil Mülhauser in Wünnewil, Übertritt in die eigene Firma, zuerst 8 Jahre als Küchenmonteur, seit 2001 im Innendienst.  

Was war demnach ausschlaggebend für den Turnaround und die heutige Erfolgsgeschichte deiner Firma?

 Da kann man mitunter zwei grosse Punkte rausstreichen. Einerseits war da sicherlich Anfangs der 90er Jahre die Anstellung eines Vollzeit-Verkäufers und die damit verbundene Professionalisierung des gesamten Verkaufs und andererseits haben wir im 2001 die Produktlinie gewechselt. Dieses brachte sehr viele positive Aspekte mit sich, wie etwa eine höhere Kundenspezifizierung und eine höhere Qualität in der Fertigung.  

Hat RaSco nebst den Küchen noch andere Geschäftszweige?

Wir versuchten uns früher auch im Bereich Badezimmer. Relativ rasch merkten wir aber, dass diese Sparte nicht unser Gebiet ist. Heute verfolgen wir den Ansatz: „Schuster bleib bei deinen Leisten“. Wir setzen auf einen prompten und zuverlässigen Kundendienst und besuchen Messen und Veranstaltungen, um aktuelle und zeitgemässe Produkte im Portefeuille zu haben. Wir wollen also im bestehenden Bereich noch besser werden.

Hat sich der Markt während dieser Jahre stark verändert?

Ja, eigentlich sehr sogar. Mein Vater zum Beispiel hatte im Lager zwei Marken an Backofen. Dies reichte völlig aus, um die Bedürfnisse der Kunden abzudecken. Heute wäre das unvorstellbar. Auch war der Markt viel übersichtlicher. Die halbe Miete war am Comptoir in Fribourg mit einem Stand vertreten zu sein. So konnten wir viele Kundenbeziehungen aufbauen. Dank dem Internet sind heute die Kunden bereits informiert und wissen vielfach bereits, wie Ihre Küche aussehen soll. Die Beratung hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt.  

Wie steht es um die Konkurrenzsituation in Deutschfreiburg?

Die Konkurrenz ist sicherlich gross. Viele Schreinereien bieten Küchen an, aber wir verstehen uns gut. Hauptsächlich sind wir jedoch im Welschland aktiv.  

Viele Schweizer KMU’s haben bekanntlich Probleme mit der Nachfolgeregelung. Besteht bei euch schon ein konkreter Plan? 

Nein, noch nicht konkret. Wie gesagt, mit Christoph Schäfler ist bereits ein Familienmitglied im Geschäft operativ aktiv. Meine Kinder sind zurzeit noch in der Ausbildung respektive in der Orientierungsschule. Ich würde es jedoch unterstützen wenn eines meiner Kinder ins Geschäft einsteigt.    

Kann man sagen, dass du deinen Traumjob gefunden hast?

Ich habe diverse Position in der Firma inne gehabt und konnte mich dadurch entwickeln. Klar, als Inhaber konnte ich mich flexibler bewegen als das vielleicht ein Mitarbeiter kann. Ich schätze vor allem meine Flexibilität, da mein „Privatleben“ mir sehr wichtig ist. So habe ich genügend Zeit für meine Familie sowie meine Hobbies Golf und Ski fahren. Im Vergleich zu meinem Vater ist der Arbeitseinsatz sicherlich nicht mehr so hoch, da wir auch strukturell gut aufgestellt sind. Also kann ich sagen, dass ich einen Traumjob habe.  

Falls jemand jetzt Lust hat sich zu bewerben und mehr zu erfahren über den Beruf Küchenbauer/monteur, wie muss man vorgehen?

Wir suchen vor allem handwerklich geschickte Personen. Mit Vorzug aus dem Schreiner oder Zimmermann-Bereich. Gerne können Interessierte mich anrufen oder ein Mail schreiben. Anzufügen ist, dass wir leider keine Schreiner-Lehrlinge ausbilden dürfen, da unsere eigene Schreinerei zu klein ist.  

Über RaSco AG:

In Betrieb: seit 1958
Aktionäre: in Familienbesitz
Initianten: Gründung durch Raphael Schneuwly mit dem Namen R. Schneuwly + CO
Mitarbeiter: 12 Angestellte
Geschäftsleitung: Patrik Schneuwly, Brigitta Schäfler, Judith Schneuwly, Walter Morgenegg

Eckdaten:
1969 Erstellung Austellungsgebäude Mühletal
1991 erster Verkäufer angestellt in der Firma 3 Generation im Geschäft tätig Eigene Schreinerei für Anpassungsarbeiten in Dietisberg

Kosten einer guten Standard-Küche: CHF 20‘000 – CHF 30‘000
Tipp: Falls die Küche noch nicht fixfertig geplant ist, könnte eines der vielen Ausstellungsmodelle von RaSco ideal und preisgünstig für ihr neues Zuhause passen.

Traumberuf Eismeister

FOLGE 1, Philippe Clerc, Eismeister Regionale Eisbahn Düdingen

Danke Philippe für deine Zeit. Gerne möchten wir mehr erfahren über den doch raren Beruf «Chef Eishalle und Eismeister».


Quasi seit deiner Kindheit bist du mit der Eishalle Düdingen verbunden.

Ja, das stimmt. Schon als Kind war ich von diesem Projekt "Eishalle Düdingen" beflügelt und akquirierte an den Haustüren in unserem Bezirk zukünftige Aktionäre. Umso schöner war es auch, als das Projekt 1996 endlich realisiert werden konnte.

«De Müscht isch karret», dein beruflicher Werdegang war also klar?

Nein überhaupt nicht. Ich hätte nie damit gerechnet, dass ich einmal in der Eishalle arbeiten würde. Nach dem KV-Abschluss war ich bis 2005 bei der Swisscom als Financial Accountant angestellt. Weiter habe ich mich von 2006-2009 zum Rettungssanitäter ausbilden lassen. Nebenbei habe ich mich um die Administration der Eishalle gekümmert.

Erst 2013 nahm ich die Gelegenheit wahr und übernahm den Betrieb zu
60%. Seit 2015 bin ich nun Vollzeit als Betriebsleiter angestellt. Ich
übernahm diesen Job von meinem Stiefvater Hans-Jörg Schweizer, welcher nach verdienstvollen Jahren in Pension ging. Selbstverständlich unterstützt er mich nach wie vor in der technischen Leitung.

Zur Person: Philippe Clerc, Eismeister und Betriebsleiter
Wohnhaft: Heitenried
Privates: verheiratet, 2 Kinder
Werdegang:  OS Düdingen, Kaufmännischer Angestellter, Rettungssanitäter bei Ambulanz&Rettungsdienst Sense, seit 2013 Geschäftsführer Regional Eisbahn Sense-See

Und wie wird man eigentlich Eismeister?

Das ist eigentlich nicht so genau geregelt. Der Eismeister ist ein «Nischenjob»: Ich selber habe in diesem Jahr den ersten offiziellen Eismeisterkurs absolviert der in der Schweiz angeboten wurde. Andere Länder sind da viel fortschrittlicher. Ein Eismeister muss vor allem handwerklich geschickt sein. Die praktischen Infos werden dann direkt von uns vermittelt. Selbstverständlich muss man Herzblut für das Eishockey haben.

Wie sieht dein Tagesablauf konkret aus?

Alles andere als Fliessbandarbeit…Gerade meine Doppelfunktion als Betriebsleiter und Eismeister erfordert Allrounder-Qualitäten. So kümmere ich mich um die Qualität des Eises, inklusive Putzen und Bandenfräsen, organisiere Anlässe, kümmere mich um die Administration und Buchhaltung. Ich bin Quasi der Mann für alles.

Also ein Traumberuf?

Für mich ist das wie ein Lotto-Sechser. Ich kann alle meine Fähigkeiten verbinden, habe viele Kontakte mit interessanten Leuten und kann meine Zeit selber einteilen. In der Wintersaison sind die Arbeitstage viel länger und intensiver. Dies erlaubt mir im Sommer dafür mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen.

Welchen Herausforderungen muss sich ein Eismeister stellen?

Da vieles «Learing by Doing» ist und es keine klaren Abläufe oder Regeln gibt, muss man den Kopf bei der Sache haben. So eine Eismaschine kostet CHF 250'000. In den Anfängen hatten wir in Düdingen zum Beispiel unregelmässiges Eis, bis wir herausgefunden haben, dass man das Eis immer unterschiedlich abfahren sollte. Dieser Tipp kam vom damaligen Eismeister vom St. Leonard. So hat jeder Eismeister seine eigenen Geheimnisse für ein perfektes Eis und ist dementsprechend auch stolz darauf.

Was macht ein Eismeister eigentlich im Sommer?

In den Sommermonaten fallen vor allem Instandhaltungsarbeiten an, damit die nächste Eissaison wieder kommen kann. Ebenfalls finden diverse Events statt sowie steht das Feld für Inline-Hockey zur Verfügung.

Falls jemand jetzt Lust hat sich zu bewerben, wie muss man vorgehen?

Zurzeit haben wir keine Vakanz. Wir sind mit fünf Eismeister gut aufgestellt. Wenn jemand sich aber für den Job interessiert, kann er sich bei mir melden für ein «Schnuppertag»

Mehr Information unter: www.regionaleisbahn.ch oder gehen Sie direkt vorbei…

 


Über die Regional-Eisbahn Sense-See AG:


In Betrieb: seit Oktober 1996

Aktionäre: öffentliche und private Aktionäre

Initianten: Hans Brügger, Hans-Jörg Schweizer, Joseph Fässler, Gustav Riedo, Paul Riedo und Norbert Schuwey

Mitarbeiter: 8 Personen

Betriebsleiter: Philippe Clerc

Eckdaten:

Ca. 2500 Eishockeymatches durchgeführt

Ca. eine Million Besucher der Eishalle

2 Eismaschinen im Einsatz (1 Benzin, 1 elektrisch, 250'000 CHF pro Maschine)

30 km Kühlkabel verlegt

Zwei 400PS Motoren kühlen das Eis

Eisdicke zwischen 3-5 cm
(pro cm-Eisdicke 10% mehr Engergieverbrauch)

Diverse Eishockeyclubs geniessen Heimrecht in der Eishalle Düdingen, darunter 11 Juniorenteams