Gottéron ohne Julien Sprunger wäre wie Freiburg ohne Kathedrale – aber was wäre Freiburg ohne die Kathedrale?

Der Gottéron-Käpten Julien Sprunger hat seinen Vertrag vorzeitig um drei Jahre, mit Option für ein zusätzliches Jahr verlängert. Dies sollte eigentlich bei jedem Gottéronfan für Jubelstürme sorgen. Auf den sozialen Netzwerken gibt es jedoch auch kritische Stimmen die preisgeben: „So wird ja Gottéron nie Schweizermeister“ oder „kein Wunder. Kein anderer Klub will den Tänzer" (Originalkommentar Französisch). Es stellt sich somit die Frage, ob die vorzeitige und langjährige Vertragsverlängerung von Julien Sprunger gerechtfertigt ist oder nicht? Ein Kommentar:

 

KOMMENTAR – Elmar Wohlhauser

Julien Sprunger ist die Identifikationsfigur des grössten Freiburger Sportklubs. Sprechen Herr und Frau Freiburger über Freiburg-Gottéron, fällt auch der Name Julien Sprunger. Die Nr. 86 ist das gefühlte Wahrzeichen von Gottéron. Freiburg-Gottéron ohne Julien Sprunger wäre wie Freiburg ohne Kathedrale. Aber was wäre heute Freiburg ohne Kathedrale? Trotzdem Freiburg.  Und was wäre Gottéron ohne Sprunger? Genau. Gottéron.

Julien Sprunger ist durch seine Leistungen im Gottéron-Dress und auch in der Nationalmannschaft der bekannteste Gottéronspieler der Gegenwart. „Schüggu“, wie er liebevoll von den Deutschfreiburger/innen genannt wird, hat in den letzten 10 Jahren eine Unzahl an wichtigen sowie unvergesslichen Toren geschossen und war mit einigen Ausnahmen stets der Topskorer der Mannschaft. Mehr war Sprunger aber ehrlich gesagt nicht! Wer nun schreibt, dass der Captain, der Anführer, der Leitwolf der Drachen für drei weitere Jahre bei Gottéron bleiben wird, liegt falsch. Julien Sprunger ist von seinem Naturell her kein Leader, kein Leitwolf. In einem Rudel von Wölfen wäre der lange Mann aus Grolley der Wolf, der beim Jagen den tödlichen Biss in die Kehle verpasst, jedoch nicht der Wolf, der die Jagd anführen oder zu dieser aufrufen würde... Sprunger ist eine Tormaschine, ein Torjäger, ein Sniper, ein Skorer, ein kaltschnäuziger Vollstrecker. Wohl in dieser Disziplin der Beste auf Schweizer Eis. Basta. Dass ein Spieler die Identifikationsfigur eines Klubs ist, heisst noch lange nicht, dass er auch ein Leader darstellt. Julien Sprunger ist viel zu sehr mit sich selber beschäftigt, um eine ganze Mannschaft anzuführen. Das ist kein Vorwurf, sondern eine Feststellung. Es gibt im Eishockey nicht nur die zwei häufig zitierten Rollen der Häuptlinge und Indianer. Es gibt auch andere Rollen wie z.B. den Jäger oder den Medizinmann. Julien Sprunger ist kein Häuptling und kein Indianer, sondern ein Jäger. Er sorgt mit Toren für gute Stimmung im Team und nicht mit Worten. Er holt in entscheidenden Momenten die Kohlen für seine Mannschaft mit Toren aus dem Feuer, läuft in schlechten Zeiten jedoch nicht über das Feuer um dem Team zu zeigen, dass mit dem passenden Willen Alles möglich ist.. Aus diesen Gründen sollte Gerd Zenhäusern auch darauf verzichten Julien Sprunger in der neuen Saison zum Captain zu nominieren. Was Gottéron gut tun würde, wäre ein erfahrener kanadischer Leader – wie z.B. Pascal Pelletier - der das Captain-Band übernehmen könnte und als natürlicher Leader der Mannschaft helfen könnte, was Julien Sprunger wiederum Druck wegnehmen würde. Im Playoff-Viertelfinal gegen Servette Genf hat sich leider wieder einmal gezeigt, dass Sprunger nicht geeignet ist, um zu viel Druck zu stemmen. Lasst Sprunger einfach Tore schiessen. Dies hat ihn in den letzten Jahren zu dem gemacht, was er heute ist. Das Symbol eines ganzen Sportkantons.

Wir stellen fest: Sprunger ist kein Leader, kein Häuptling, sondern ein Jäger, eine Tormaschine, ein Wahrzeichen. War die vorzeitige Vertragsverlängerung für drei weitere Saisons nun jedoch gerechtfertigt? Es gibt nur eine Antwort: JA. Ohne Julien Sprunger würden die Drachen über einen Grossteil der Offensivkraft verlieren. Julien Sprunger, das sind 0.77 Skorerpunkte pro Spiel. Darauf kann Gottéron nicht verzichten. Sprunger ist für die Mannschaft enorm wichtig, auch wenn er kein Leader ist. Angesichts seiner 30-Jahre ist ein Dreijahresvertrag trotz seinen vielen Gehirnerschütterungen angemessen. Es stellt sich jedoch die Frage nach den Kosten seiner Dienste. Es ist gut vorstellbar, dass Sportchef Christian Dubé dem oft kongenialen Sturmpartner von Andrei Bykov das Gehalt nicht erhöht hat. Erstens ist Sprunger bereits der bestbezahlte Gottéronspieler, zweitens hat Dubé nicht das Budget dazu, drittens sollte sich Dubé den oben beschriebenen Umständen, dass Sprunger kein Leitwolf ist bewusst sein und viertens hat Julien Sprunger gute Gründe in Freiburg zu bleiben, was sich auf seinen Preis ausgewirkt haben dürfte. Gemäss unseren Informationen hat sich Julien Sprunger entschieden in Freiburg eine Ausbildung zum Lehrer zu machen, warum er sicher in Freiburg bleiben wollte und dementsprechend auf eine Lohnerhöhung verzichtet haben dürfte. Fazit: sollte das Gehalt von Julien Sprunger nicht erhöht worden sein, ist es in allen Belangen ein kluger Entscheid beider Seiten, den Vertrag frühzeitig um drei Jahre zu verlängern. Sprunger hat zudem in den vergangenen Jahren zur Genüge gezeigt, dass er trotz langjährigen Vertrag die Handbremse nicht anzieht.

Freiburg-Gottéron ohne Julien Sprunger wäre also trotzdem Freiburg-Gottéron. Jedoch würden die Fans einen seiner Lieblinge und Gottéron neben dem Drachen sein grösstes Wahrzeichen verlieren. Deshalb war es wichtig die Nr. 86 in Freiburg zu halten.

EW/ 2. Mai 2016

 

 

TEIL 1 - Fakten und Zahlen die sie vom Kanton Freiburg noch nie gehört haben

(Perfekt für am Stammtisch gross aufzutrumpfen)

  

Bevölkerung Kanton Freiburg

1900: 127'951 

2014: 303'377

 

Erwerbstätige Personen

1970: 73’000

2013: 164’700

 

Anzahl geschiedene Partnerschaften

1900: 179  (wovon 93 Frauen, 86 Männer)

2014: 22'757 (wovon 12'527 Frauen, 10'230 Männer)

 

Scheidungen

Die meisten Ehen werden zwischen 6-9 Ehejahren geschieden, jedoch sind die Ehepartner statistisch über 50 Jahre alt.

 

 

Anzahl Kinder pro Frau

2014: 1.66 Kinder 

 

Anzahl Adoptionen

1980: 51

2014: 16

 

 

Bild: Michel Roggo

Grösste Tiefe der Seen

Neuenburgersee: 153 Meter

Murtensee: 46 m

Schwarzsee: 10 m

 

Anzahl Gemeinden:

1850: 285

2015: 163

 

Grösste Gemeinde nach Fläche

Val-de-Charmey: 110 km2

Plaffeien (grösste Gemeinde Sensebezirk): 59.06 km2

 

Durchschnittlicher Brutto-Monatslohn

2002: 4'987 (Männer 5'286, Frauen 4'211)

2012: 5'797 (Männer 6'098, Frauen 5'023)

 

Anzahl Unternehmungen 2013

Kanton Freiburg: 20’736

Sensebezirk: 2’966

Seebezirk: 2’413

 

Anzahl Betreibungen

2007: 90’496

2014: 113’377

 

Das wichtigste Export-Warenart

Uhren

 

Tierbestand in Landwirtschaftsbetrieben 2014

Rinder: 135’635

Schweine: 79’632

 

Tierarten (gemeldete Betriebe)

Strauss: 3

Bisons: 6

Lamas: 46

Alpakas: 51

Hirsche: 601

 

Anzahl Betriebe mit Aprikosenanbau

1984: 1

2014: 89

 

 

Anzahl Milchproduzenten

2005: 2150

2014: 1600

Teil 2 - Fakten und Zahlen die sie vom Kanton Freiburg noch nie gehört haben

(Perfekt für am Stammtisch gross aufzutrumpfen)

 

 

 

Gefangene Fische im Murtensee (von Berufsfischern)

1.    Egli

2.    Rotaugen

3.    Brachsmen

 

Gefangene Fische im Neuenburgersee (von Berufsfischern):

1.    Felchen

2.    Egli

3.    Hechte

 

Leerstehende Wohungen

2015: 1’345

Davon Seebezirk: 217

Davon Sensebezirk: 195

 

Hotels 2014

Anzahl: 118

Anzahl Betten: 4’278

Auslastung: 41.5%

Gäste: 61% Schweizer

Gäste Herkunftsland: Deutschland, Frankreich, Italien

Durchschnitliche Aufenthaltsdauer: 1.62 Tage

 

Strassennetz (National-,Kantons- und Gemeindestrassen)

2011: 4'650 km

 

Anzahl zugelassene Fahrzeuge

1990: 122’914

2014: 222’000

 

Anzahl Boote

2014: 5’699

 

Zugelassene Fahrzeuge (pro Kopf)

Sensebezirk: Heitenried (0.76 Autos)

Seebezirk: Greng (0.91 Autos)

 

Verkehrsunfälle

1994: 1’809

2014: 736

 

Anzahl Flugplätze

3 (Bellechasse, Ecuvillens, Gruyère)

Passagiere 2014: 15’843

 

Grösste Fakulät an der Uni Freiburg

Sozialwissenschaften (2'769 Studenten von Total 10'422)

 

Meistbesuchter Kurs am Konservatorium Fribourg:

1.    Klavier (1'328)

2.    Gitarre (388)

     

Kantonsbibliothek Freiburg

Anzahl: 2.7 Mio Druckschriften

Total Ausleihen: 521’562

 

Anzahl Kinoplätze:

1970: 5’123

2014: 3’030

 

Anzahl Führerausweisentzüge

2014: 4’034

 

Quelle: Statistisches Jahrbuch 2016 Kanton Freiburg

 

 

 

 

Freiburger Fussball…Wie weiter?

Alles eine Perspektiven-Frage

Spektakuläre Fussballmatches im Kanton Freiburg als Wochenend-Highlight waren einmal…Das St. Leonard gefüllt mit 15'000 Zuschauer kann unsere Jugend kaum glauben: «In Freiburg? Nein, das kann nicht sein!». Tatsächlich ist, bis auf einige Cup-Kracher, die Zuschauersituation auf den meisten Fussballplätzen übersichtlich und luftig. Die Wurst schmeckt trotzdem, das Bier ist kalt und das Spielgeschehen eher nebensächlich. Doch irgendwie schmerzt das Fussballer-Herz, man ist unzufrieden und nörgelt. Ursache: Das ist einfach der Schweizer Fussball Die Pattsituation im Freiburger-Fussball!

Versuche, ein TEAM FRIBOURG/FC CANTONAL auferstehen zu lassen, scheiterten bereits in der Projektphase. Die Liste der Scheiter-Gründe wäre ellenlang, wahrscheinlich zu subjektiv und da es nur in Deutsch Französisch geschrieben ist, nur schwer verständlich. (mehr Infos zur Gründung:Bericht FN)

Es scheint so, als wären die drei grossen Klubs FC Bulle, FC Fribourg und der SC Düdingen für die Misere verantwortlich. Stimmt aber nicht. Der FC Bulle und der SC Düdingen haben einen völlig intakten Club, super Juniorenabteilungen, der Zusammenhalt ist gut und wirtschaftlich kann man sich behaupten. Leider passen diese Eigenschaften nicht zum grossen FC Fribourg. Nebst einigen Juniorenteams ist nur noch die erste Mannschaft übriggeblieben. Keine Senioren, kein «Zwü» kein «Drü». Jedes Jahr kriegen sie „häbchläb“ das Budget für die nächste Saison zumindest aufs Papier und zittern bei jedem Heimspiel, ob sie die 200-Zuschauer-Grenze knacken (inoffiziell natürlich).

Wieso sollen also diese Klubs zusammenarbeiten? Fussball ist Identifikation, Leidenschaft und Zugehörigkeit. Ich bin FC Bulle, FCF oder SCD Fan…Aber doch nicht FC Cantonal. Oder doch?

Wieso ein Zusammenschluss und was wäre überhaupt das Reiseziel? Die Brack-Challenge League? Gleich viele Zuschauer wie in der ersten Liga, Lohnsummen, die im Verhältnis zur gezeigten Fussballkunst unverhältnismässig sind (man rechne: Die Spieler sind Halbprofis und verdienen im Durchschnitt Fr. 3’000.- x 13 Monate x 20 Spieler= Jahreslohnbudget von CHF 780'000.- ohne Trainer, Staff, Unterhalt, Miete etc.) und man spielt gegen Teams wie Le Mont, Wohlen, Chiasso und Wil. Da ist ein Derby zwischen dem SCD und FCF unterhaltender.

Lasst uns einmal träumen, vergesst für einmal alle Hürden, Limitation sowie Ängste und schweifen ins Jahr 2025 ab:

Sonntagnachmittag, 15 Uhr: 3. Spieltag der Raiffeisen skippr-Super League. Ausverkauftes St. Leonard mit 15'000 Zuschauer. Saison-Karten gibt es nur noch auf dem Schwarzmarkt. FC Cantonal – BSC YB. Wir schauen den Spielern beim Einlauf in die Arena zu. Im Lautsprecher ertönt die Aufstellung des FC Cantonals: A. Schafer, D. Van Kraus, F. Mubuli, J. Lee, L. Spicher, E. Da Silva, C. Cotting, M. Fasel, J. Allemann, K. Rumo, R. Krasniqi.

*ENDE TRAUM*. Nicht einmal im Traum kann sich ein Freiburger dieses Szenario erdenken.

Nehmen wir ein aktuelles Beispiel: Nachdem der SC Düdingen das Kader für die Rückrunde 2016 bekannt gegeben hat, ging ein Raunen durch den Sensebezirk. «Wo bleiben die Schweizer Spieler? » oder sogar «die Sensler»? Schauen wir auf die letzten 4 Jahre und vergleichen die Namen, Nationalitäten mit den Anzahl Spielminuten für den SC Düdingen:

Adrian Schneuwly, Schweiz/Sensler, 8042 min

Fabian Brügger, Schweiz/Sensler, 7020 min

Elvis Corovic, Montenegro, 6798 min

Frédéric Piller, Schweiz/Sensler, 6729 min

Yann Hartmann, Schweiz/Städtler, 5479 min

Ermin Gigic, Bosinen/Schweiz, 5383 min

Christoph Schneuwly, Schweiz/Sensler, 3728 min

Lukas Schneuwly, Schweiz/Sensler, 3661 min

Mario Sturny, Schweiz/Sensler, 3633 min

Flavio Cassarà, Italien/Schweiz, 3346 min

Marc Rotzetter, Schweiz/Sensler, 3235 min

Daniel Spicher, Schweiz/Sensler, 2992 min

Pascal Jenny, Schweiz/Sensler, 2811 min

Ivano Baeriswyl, Schweiz/Sensler, 2747 min

In den meisten Klubs in der Schweiz kaum vorzustellen, dass auf 1. Liga Niveau Leute aus der Region über eine solch lange Zeit eingebunden werden können. Ein grosser Dank geht hier an alle Dorfklubs im Sensebezirk, die ihre Jungtalente ziehen lassen und die «Fussball-Region-Sense» über die des eigenen Klubs stellen.

Dies wird zukünftig nicht mehr der Fall sein, weil sich der Fussball verändert hat und der Kanton Freiburg im nationalen Fussball-Vergleich nicht existiert. Vor 10-15 Jahren war das Scouting-System der grossen Klubs quasi noch nicht vorhanden. Heute werden Jungtalente im Alter von 14 Jahren von den Scouts der Super League abgeworben. Nur wenige schaffen den Weg ins Profiteam. Diejenigen, die zurückkommen, haben zum Teil mit dem Fussball abgeschlossen, sind verletzt oder möchten nur noch zur Freude Fussball spielen. Und das funktioniert in der ersten Liga nicht.

Wenn wir den Werdegang der Stammspieler vom FCF oder SCD analysieren, stellt man fest, dass all diese Spieler ihre Grundausbildung in U-Junioren-Mannschaften absolviert haben. Nur selten schafft ein Spieler den Sprung in die 1. Liga ohne U-Erfahrung. Von wo also die regionalen Spieler nehmen, die in der ersten Liga bestehen? Je höher die Liga, umso schwieriger wird’s.

Oder wie viele Berner-Identifikationsfiguren hat YB? Erinnern Sie sich an Hänzi, Bregy, Kunz, Weber oder wie sie alle geheissen haben. Die Zeiten haben sich geändert und das ist auch gut so!

Die Professionalisierung schafft (zu) grosse Täler in den Schweizer Fussball. Entweder man setzt auf Leistung, 1. Liga und höher, oder man lebt den Dorfklub-Gedanken. Ein Mix aus beidem scheint für viele Klubs ein Ding der Unmöglichkeit. Der Dorfklub hat weit andere Verpflichtungen. So gilt es unter anderem die Dorfjugend einzubinden und zu begeistern, ihnen und den Aktiven eine sportliche Perspektive zu schaffen und den Zuschauern eine wichtige soziale Plattform zu bieten. Gute Teamstimmung, Freude am Fussball und ein Bierchen nach dem Matsch sind im Fokus. Die Auswirkungen, wenn man diese Punkte vernachlässigt, sieht man am Beispiel des FC Freiburg.

Wie weiter also mit dem Fussball-Kanton Freiburg? Visionäre vereinigt euch und lasst den Kanton Freiburg in neuen Fussballglanz erscheinen.

Schick uns eure Meinungen an info@skippr.ch oder per SMS/Whatsapp an die Nummer 079 950 15 71. Lasst uns diskutieren…

Gottéron-Blog

 Hockeygott schenk uns den EVZ

 „Wer seinen Gegner wählt hat Angst“, meinte Ex-Gottéronspieler Flavien Conne diese Woche in einem Interview mit Ticinoonline. Da ich weiss, dass einige Gottéronspieler den Blog lesen, bitte ich die Herren Aplanalp, Schilt und Co. nur noch bis zum Ende des Abschnitts weiterzulesen. Ihr könnt alle schlagen! Allez Gottéron. 

Da die Gottéronspieler jetzt nicht mehr mitlesen, reden wir nun Tacheles. Gottéron braucht als Viertelfinalgegner den EV Zug, sonst werden die Gottéron-Fans keine Freude an den Playoffs haben und die Freiburger im Eiltempo die Koffer packen müssen. Flavien Conne hat Recht. Die Spieler sollen nicht über mögliche Viertelfinalgegner sprechen und noch weniger die restlichen Spiele dahingehend beeinflussen auf ihre Wunschgegner zu treffen. Die Fans und Journalisten dürfen aber gerne pausenlos darüber diskutieren und den Hockeygott beschwören. Den Hockeygott beschwören? Gute Idee…. wir versuchen es mit einem Brief. 

 

Lieber Hockeygott

 

Ich habe mir oft vorgestellt wie du aussiehst. Wenn ich es versuche, dann sehe ich aber immer nur das Gesicht von Slava Bykov vor mir. Schick mir doch eine Autogrammkarte, damit ich diese mit derjenigen von Slava vergleichen kann, denn ich habe da einen Verdacht. 

Ich weiss, ich melde mich regelmässig. Aber ich erlaube mir dir zu schreiben, da bisher nur mein Wunsch zu „Sauvez Gottéron“ in Erfüllung ging. Bei den anderen Wünschen haben wohl mehr Kloten- und SCB-Fans als Gottéron-Anhänger geschrieben. Verstehen werde ich dies nie können, da du letzte Saison aber Rapperswil in die NLB verbannt hast, sei dir verziehen. 

Da diese Woche entschieden wurde, dass die Coaches Challenge eingeführt wird, hast du sicher auch etwas mehr Zeit meinen Wunsch zu erfüllen, da diejenigen Schreiberlinge wegfallen, welche sich stets bessere Linienrichter gewünscht haben. 

Ich will aber nicht lange um den heissen Brei reden. Schenk Freiburg-Gottéron bitte als Viertelfinalgegner den EV Zug. Lass mich dir erklären warum den EV Zug. Es sieht so aus, dass entweder Genf, Davos oder Zug gegen Gottéron im Viertelfinale spielen wird. 

Gegen Servette Genf hat Gottéron die letzten drei Spiele verloren und die Calvinstädtler praktizieren ein Hockey, dass den Drachen nicht liegt. Zudem würde eine Serie gegen die Genfer sehr kräftezehrend und das Risiko von Verletzten wäre zu gross. Darum bitte nicht Genf. 

Davos ist eine Playoff-Mannschaft und gegen die Bündner hat Gottéron in einer Playoff-Serie noch nie gut ausgesehen. Zudem hat der HC Davos Arno del Curto. Bin mir sicher, dass du ihn persönlich kennst und er dir auch regelmässig schreibt. Anders ist nicht zu erklären, dass ein Dorf mit gut 11’000 Einwohnern in den letzten acht Jahren dreimal Schweizermeister geworden ist. Bitte, bitte nicht Davos. 

Der EV Zug hingegen könnte der Truppe von Gerd Zenhäusern liegen. Gottéron hat gegen die Steuerparadisvögel zwar in dieser Saison nur eines von vier Spielen gewonnen, aber Zug wird in diesem Jahr keine guten Playoffs spielen. Spieler wie Ligatopskorer Bouchard und Martschini, immerhin der beste Skorer mit Schweizerlizenz, wissen in der Qualifikation zu brillieren, werden aber in der schönsten Zeit des Hockeyjahres gegen einen einigermassen gut organisierten Gegner nichts bewirken können. Solche Künstler haben es nicht gerne, wenn man ihnen den Schneid abkauft, was in den Playoffs das Motto eines jeden Teams sein muss. Solltest du das Motto von Freiburg Gottéron für die Playoffs schon wissen, dann schreib mir dies doch bitte auf die Rückseite deiner Autogrammkarte. Dies aber nur nebenbei. Zug scheint mir für eine Viertelfinalserie gegen Gottéron perfekt zu sein. In der Saison 93/94 gewann Freiburg-Gottéron die Halbfinalserie gegen den EVZ übrigens mit 3:1. Das muss ich dir aber wohl nicht erzählen lieber Hockeygott. Immerhin warst du, insofern mein Verdacht stimmt, in den Playoffs mit 31 Skorerpunkten in 11 Spielen (!) Topskorer der ganzen Liga. Zudem sind die Zuger vor allem Könige des Powerplays und in den Playoffs wird nicht gleich jeder Körperkontakt bestraft, weshalb es weniger Überzahlsituationen geben wird. Nicht ausser Acht lassen darf man auch, dass die Viertelfinalkonstellationen ZSC- Kloten, Genf- Lausanne, Zug- Gottéron und Davos- Lugano in jeder Serie für viel Spannung sorgen würde. Bitte verstehe mich nicht falsch, aber ja, ich habe absichtlich vergessen den SC Bern in den Playoffpaarungen zu erwähnen. Wenn du mir diesen Wunsch zusätzlich erfüllen würdest, dann verzeihe ich dir auch, dass Romain Loeffel heute bei Genf und nicht mehr bei Gottéron spielt. Da du sicher vor den Playoffs noch viele solche Briefe erhalten wirst und nicht alle Briefe ganz durchlesen kannst, hier nochmals kurz meinen grössten Wunsch:

 

Hockeygott schenk uns den EVZ

 

Mit freundlichen Grüssen

 

Für das skippr-Team

 

Elmar

 

PS: ich melde mich dann für den Halbfinal wieder…

 

 

 

EW/ 18. Februar 201