Carte Blanche #2

So flexibel wie die Deutschfreiburger ist sonst niemand

In Freiburg gilt Yves Kilchör vom Dialekt her als Berner. Das sieht bzw. hört man auf der anderen Seite der Kantonsgrenze aber ganz anders. Unterdessen wirft dies bei Yves Fragen auf und er entdeckt eine grosse Qualität von uns Deutschfreiburgern. 

Schon seit fast 25 Jahren lebe ich im Kanton Bern. Und bis vor fünf Jahren arbeitete ich auch dort und ging dort zur Schule. Deshalb habe ich mein schönes Senslerdeutsch, dass ich im Kindergarten – so erzählt man es mir – gesprochen habe, nach und nach verloren. Seit ich wieder in Freiburg arbeite, kommt es stückchenweise wieder zurück. Und dennoch galt und gelte ich immer noch für viele Sensler als Berner. Das sehen die Berner aber ganz anders: Sie lachen, wenn ich bei der Ampel frage: „Wenn chunts grüen?“, oder wenn ich das Wetter nachschaue und „morn chunts schön“ sage. Zuerst verstehen sie mich nicht, dann finden sie es lustig und schliesslich bringen sie ihr Unverständnis jedes Mal immer wieder von Neuem zum Ausdruck, wenn ich eine Sensler Formulierung oder einen typischen Sensler Ausdruck brauche. Dies führt dazu, dass ich mich noch heute häufig anpasse, um von den Bernern überhaupt verstanden und nicht ausgelacht zu werden. Und ja, ähnlich ist es auch in anderen Kantonen. Aber da habe ich immerhin das Gefühl, Senslerdeutsch werde als herzig angeschaut.

Was das angeht, erlebe ich uns Sensler und Freiburger anders: Auch wir machen den anderen Dialekt zwar immer wieder zum Thema, machen uns vielleicht das eine oder andere Mal lustig über das Berndeutsch. Aber immerhin verstehen wir das Berndeutsch. Wohl vor allem, weil nicht alle Deutschfreiburger denselben Dialekt sprechen. Und auch, weil in unserem Kanton anteilsmässig schon mehr Leute mit einem bernischen Schlag leben als es in Bern Sensler gibt. Dann aber wohl auch, weil viele Freiburger nach Bern oder in andere Kantone arbeiten gehen und auch, weil wir mit unserem einzigartigen Dialekt eine Minderheit sind und uns anpassen müssen.

Und da sind wir beim Anpassen: Wir Sensler und Freiburger passen uns an: Wenn wir in Bern unsere Kollegen treffen oder arbeiten oder dort zur Schule gehen. Und sogar Radio- und Fernsehmoderatoren sprechen häufig nicht mehr wirklich Senslerdeutsch, wenn sie beim Schweizer Radio und Fernsehen arbeiten. Einzelnen wurde das sogar verboten.

Wir Deutschfreiburger können das nun schlecht finden. Und zugegeben ab und zu regt es auch mich auf, dass wir es sind, die sich den anderen anpassen oder anpassen müssen. Aber schlussendlich zeigt es auch, dass wir Deutschfreiburger halt einfach flexibel sind. Und das ist doch auch eine Qualität. Und die haben wir vielleicht nicht zuletzt unseren Welschen Kantons-Mitbürgern zu verdanken. Denn auch da sprechen ja oft wir Deutschfreiburger ihre Sprache und nicht umgekehrt.

Text: Yves Kilchör

Gottéron-Blog

Wer wird Gottéron-Trainer? Leider nicht Slava Bykov

Der Wunsch eines jeden Freiburgers wird nicht in Erfüllung gehen. Slava Bykov steht nächste Saison nicht an der Bande der Drachen. Eine grosse Enttäuschung. Jeder Gottéron-Fan hatte gehofft, dass ab der kommenden Saison der Gottéron-Hockeygott persönlich die Drachen coachen würde. Bykov hat seinem Herzensklub jedoch zum dritten Mal innerhalb dreier Jahre abgesagt. Wann, wenn nicht jetzt? Der Zeitpunkt wäre doch perfekt.   Er könnte in den nächsten zwei Jahren eine kompetitive Mannschaft aufbauen und dann im neuen Stadion nach dem Titel greifen, den er als Spieler verpasst hat. Slava Bykov hingegen sieht den Zeitpunkt aufgrund persönlicher Gründe und wohl auch aufgrund der Situation des Klubs, nicht für den Richtigen. Wenn jemand den perfekten Zeitpunkt kennt, dann wohl Slava Bykov selber...

Nun steht die Tür für Spekulationen offen. Wer wird Gottéron-Trainer? Wir haben den Markt kurz überblickt und sehen einige Varianten.

1. Larry Huras

Mit dem Kanadier wir gemäss Sportchef Christian Dubé in den kommenden Tagen gesprochen. Der Kapitän Julien Sprunger lobt Huras in den Himmel hoch. Wenn Sportchef Christian Dubé keinen besseren Kandidaten findet, wird wohl Larry Huras an der Bande der Drachen bleiben. 

2. Lars Leuenberger

Der SCB-Meistertrainer wird bei jedem freien Trainerposten in der Schweiz als Kronfavorit gehandelt. Leuenberger spielte in den Jahren 2000-2002 in Freiburg und kennt den Klub dementsprechend. Vor gut zwei Jahren wollte Gottéron unbedingt einen jungen Schweizer Trainer verpflichten und engagierte Gerd Zenhäusern. Lars Leuenberger würde diesen Vorstellungen entsprechen. In der Zwischenzeit hat Christian Dubé jedoch das Gottéron-Zepter in die Hand genommen und wird wohl eher auf einen ausländischen Trainer setzen.

3. Kevin Schläpfer

Der Bieler Hockeygott sucht einen neuen Arbeitgeber. Erfahrung in einem zweisprachigen Klub hat Schläpfer genügend und hat es geschafft in  Biel die verschiedenen Sprachkulturen zu vereinen. Kevin Schläpfer in Freiburg? Dies kann man sich aber irgendwie nicht vorstellen. Noch weniger vorstellbar ist, dass Sportchef Christian Dubé einen emotionalen Trainer wie Kevin Schläpfer in sein Team holen wird. 

4. Ville Peltonen

Gottéron hat in den letzten Jahren zweimal einen Assistenztrainer eines anderen National League A Klubs zum Headcoach gemacht. Einmal war es Hans Kossmann, das andere Mal Gerd Zenhäusern. Der aktuelle SCB-Assistent Ville Peltonen wäre ein Assistenztrainer, der das Zeug zum Cheftrainer hätte. Der HC Lugano würde seinen ehemaligen Topspieler darum gerne ins Tessin holen. Peltonen wäre eine interessante Variante für Gottéron, eine Verpflichtung jedoch unwahrscheinlich.

5.  Doug Shedden

Der Kanadier führte den HC Lugano letzte Saison in den Playoff-Final. Im Januar wurde er im Tessin entlassen und ist auf Jobsuche.  Der harte Hund wird jedoch wohl kaum zu Gottéron passen.

6. Ein Anderer...

Gut möglich, dass ein Trainer engagiert wird, der noch keine Erfahrungen in der Schweiz hat oder der in den letzten Monaten aus dem Schweizer Radar verschwunden ist. Sportchef Christian Dubé hat gute Kontakte in Übersee. Gut möglich also, dass er in den kommenden Tagen einen Kanadier als Trainer von Gottéron vorstellen wird.

Auf unserer Facebook-Seite könnt ihr abstimmen, wer Gottéron-Trainer werden soll...

Carte Blanche #1

Freiburg vs. Fribourg

Also mich plagt jedes Mal arge Übelkeit, wenn ich auf offiziellen Formaten die Bezeichnung Fribourg, losgelöst von Freiburg, lese. Ist dies eine Art Verleugnung seiner Identität als Deutschfreiburger, oder gehört es zum guten Ton? Forum Fribourg, Region Fribourg, Ville de Fribourg!!! Usw.

Dazu kommt, dass „Fribourg“ absolut nichts heisst, oder bedeutet. Wenn, dann müsste es wohl analog Neuenburg „Frichâtel“ oder besser gar sauber übersetzt Citélibre oder Villelibre. Freiburg ist auf „Freie Stadt“ zurückzuführen und hat historische Bedeutung.

Nicht zu vergessen ist auch die Tatsache, dass die Franzosen erst rund 600 Jahre später nach Freiburg kamen. Ich weiss, alte Leier. Als Gegenargumente höre ich immer dasselbe, einzige Argument: „Es heisst Fribourg, damit man es nicht mit Freiburg in Breisgau verwechselt“. Ehem, in welchem Zusammenhang sollte man das bitte verwechseln können? Oder sind die Verursacher letztlich gar nicht der deutschen Sprache mächtig?

Text: David Aebischer

Die Gottéron-Saison 2016/2017: Fehlentscheide über Fehlentscheide

Kapitel 2: Eine Topmannschaft, die keine war

Die Saison 2016/2017 ist endlich vorbei. Zum Glück. Nun steht ein rasches Aufarbeiten der Geschehnisse, dann ein noch schnelleres Vergessen und schlussendlich die Vorfreude auf die neue Saison auf dem Programm. Die verpatzte Gottéron-Saison ist auf eine Reihe von Fehlentscheiden zurückzuführen. Wir sehen uns darum gezwungen, als Saisonbilanz von Freiburg-Gottéron in den kommenden Tagen die gröbsten Fehlentscheide chronologisch in Kapiteln zu präsentieren.  

Kapitel 2: Eine Topmannschaft, die keine war

Im Sommer 2016 stand Freiburg-Gottéron zusammen mit den ZSC Lions als Transfersieger dar. Mit Cervenka, Ritola und Gustafsson wurde die Offensive der Drachen verstärkt und in der Defensive sollten Spieler wie Leeger, Stalder, Kienzle oder Chavaillaz für Stabilität sorgen. Freiburg-Gottéron schien auf dem Papier eine Topmannschaft zu haben. Um sich dies besser vorstellen zu können, muss man sich nochmals die potentiellen Sturmlinien anfangs Saison vor Augen führen:

- Cervenka, Ritola, Gustafsson

- Bykov, Sprunger, Neukom

- Pouliot, Mauldin, Mottet

- Rivera, Neuenschwander, Fritsche 

Dass klangvolle Namen wie Cervenka, Ritola oder Gustafsson die Fans blind vor Freude gemacht haben und dementsprechend niemand die Transfers kritisch hinterfragt hat, ist völlig normal und verständlich. Einem Sportchef darf genau dies jedoch nicht passieren. Ein Sportchef holt keine Einzelspieler, sondern stellt eine Mannschaft zusammen. Ein Beispiel: dass Roman Cervenka ein Individualist Marke Weltklasse sein und in der Skorerliste ganz vorne mitmischen würde, dies konnte auch jeder parteiische Fan anhand seiner Statistiken und seiner Klasse erkennen. Dass er jedoch kein Leader sein würde, sprich jemand, der lieber alleine in der Garderobe sitzt, als in der Garderobe das Wort zu ergreifen, dass konnten die Fans ruhigen Gewissens ausser Acht lassen, der Sportchef aber nicht! Dementsprechend hätte neben Cervenka mindestens ein ausländischer Spieler mit Leaderqualitäten verpflichtet werden müssen. Nicht vergebens beklagte sich Julien Sprunger nach dem Ligaerhalt darüber, dass zu wenige Spieler Betroffenheit gezeigt, sprich zu wenig Spieler Verantwortung übernommen hätten. Bei Freiburg-Gottéron sind ausländische Verstärkungsspieler mit Leaderqualitäten umso wichtiger, da die Drachen keinen Martin Plüss und keinen Matthias Seger in der Mannschaft haben.

Greg Mauldin war ein Vorzeigebeispiel auf dem Eis, neben dem Eis jedoch ein ruhiger Geselle ohne Leaderqualitäten. Mattias Ritola hatte nicht den Charakter, um ein Leader zu werden, immerhin hatte er nicht einmal den Charakter, die Saison mit Gottéron zu Ende zu spielen. Marc-Antoine Pouliot hätte in bedingtem Masse Leaderqualitäten gehabt, lief jedoch lieber von den Problemen in Freiburg davon, was gegen die Fähigkeiten eines Leaders spricht. Nach weiteren Führungsspielern sucht man im St. Léonard-Team vergebens. Fazit: der Sportchef hätte ein-zwei ausländische Leader in die Mannschaft einbauen und im Gegenzug auf etwas Kreativität und Durchschlagskraft verzichten müssen.

Mit den Verpflichtungen der Defensivverteidiger Leeger, Stalder und Chavaillaz durften die Fans erwarten, dass in die Freiburger Verteidigung Stabilität einkehren würde. Weit gefehlt. Stalder und Leeger funktionierten im ultradefensiven Konzept des ehemaligen Lausanne-Trainers Heinz Ehlers fantastisch. In der konzeptlosen Gottéron-Verteidigung kamen ihre Stärken durch die ganze Saison hinweg nie zum Vorschein und sie wirkten zeitweise komplett verloren. Über Benjamin Chavaillaz ist es schwierig Worte zu verlieren. Man müsste ihn wohl mal in der 1. Liga im Einsatz sehen, um seine Fähigkeiten beurteilen zu können. In der National League A ist er jedenfalls in jeder Spielsituation überfordert. Lorenz Kienzle spielte im Prinzip eine ordentliche Saison im Gottérondress, wenn er denn überhaupt spielte. Trotzdem scheint er nie wirklich aus dem Tessin in Freiburg angekommen zu sein.

Im Verlauf der Saison packten gleich drei wichtige Spieler die Koffern, um aus dem Freiburgerland zu flüchten. Gustafsson und Ritola gaben den Wünschen ihrer Frauen / Freundinnen nach und gingen zurück nach Schweden. Hätte es den Hauptakteuren besser in Freiburg gefallen, wären wohl auch die Damen gerne in der Saanestadt geblieben. Was die wahren Gründe für die Heimflucht waren, sei dahingestellt. Jedoch muss auch hieraus geschlossen werden, dass zwei Spieler verpflichtet wurden, die nicht nach Freiburg passten. Der Abgang von Marc-Antoine Pouliot ist eine Geschichte für sich. Der Ursprung ist auf den Jobwechsel von Gerd Zenhäusern zurückzuführen. Im letzten Spiel unter Zenhäusern kam es zum Eklat zwischen Pouliot und Dubé, welcher zur berühmt-berüchtigten Schlittschuh-Story geführt hat. Zur Erinnerung: Pouliot vergass sein Arbeitsgerät für das Auswärtsspiel in Zug und wurde danach freigestellt. Jedenfalls entsprang auch dieser Abgang aufgrund zweier Fehler. Erstens scheint die Kommunikation zwischen dem Sportchef und seinem Trainer nicht funktioniert zu haben. Jedenfalls dürfte wohl der Trainer der ersten Mannschaft früh genug ins Bild gesetzt werden, dass der Klub im September einen Juniorenchef suchen wird. Damit hätte die Situation frühzeitig unter Kontrolle gebracht werden können. Zweitens hätte Gerd Zenhäusern nach seinem Outing zu den Junioren wechseln zu wollen, nie und nimmer noch für ein Spiel an der Bande der Drachen stehen dürfen. Dass in dieser Situation ein Spieler den Klub und dessen Führung nicht mehr ernst nehmen kann, ist verständlich, auch wenn man das Verhalten von Pouliot nicht goutieren darf.

Dadurch verlor Freiburg-Gottéron innert einiger Wochen einen grossen Teil seiner im Sommer neuverpflichteten Durchschlagskraft. Mit Michal Birner wurde während der Saison ein guter Ersatz für Marc-Antoine Pouliot geholt. Dies muss dem Sportchef Christian Dubé zugutegehalten werden. Der Ersatz für Matthias Ritola, der Amerikaner Ryan Vesce, war jedoch ein Totalausfall. Mit den zwei Toren im letzten Saisonspiel verhinderte er immerhin, ohne Skorerpunkt aus Freiburg abreisen zu müssen. Die Verpflichtung von Daniel Steiner kann schlicht nicht nachvollzogen werden. Geld- und Zeitverschwendung pur. Welchen Teufel hier den Sportchef geritten hat, weiss nur er. Jedenfalls sah es nach einer Verzweiflungstat aus, den arbeitslosen, in die Jahre gekommene und in Biel verhasste Steiner zu verpflichten. Dass Steiner und Vesce in den Playouts mehrheitlich überzählig waren, spricht Bände.

Fehleinschätzungen in der Zusammenstellung des Teams, fehlende Leader und Fehleinkäufe während der Saison, Sportchef Christian Dubé muss wohl oder übel einen Grossteil der Schuld der verpatzten Saison auf seine Kappe nehmen. Es wird interessant zu sehen, welche Lehren die Gottéron-Führung daraus ziehen wird.

Fehlentscheide über Fehlentscheide. Eine Topmannschaft, die keine war...

Die Gottéron-Saison 2016/2017

Fehlentscheide über Fehlentscheide

Die Saison 2016/2017 ist endlich vorbei. Zum Glück. Nun steht ein rasches Aufarbeiten der Geschehnisse, dann ein noch schnelleres Vergessen und schlussendlich die Vorfreude auf die neue Saison auf dem Programm. Die verpatzte Gottéron-Saison ist auf eine Reihe von Fehlentscheiden zurückzuführen. Wir sehen uns darum gezwungen, als Saisonbilanz von Freiburg-Gottéron in den kommenden Tagen die gröbsten Fehlentscheide chronologisch in Kapiteln zu präsentieren.  

1. Kapitel: Gerd Zenhäusern - der Trainer, der keiner war

Der vielleicht grösste Fehlentscheid ereignete sich bereits lange vor der nun abgeschlossenen Saison. Sozusagen der Anfang vom Ende.

Die Verantwortlichen von Freiburg-Gottéron machten im Oktober 2014, nach der Entlassung von Hans Kossmann, den Walliser Gerd Zenhäusern zum Cheftrainer der Drachen. Ein Fehlentscheid. Gerd Zenhäusern hat viele sehr gute Eigenschaften, nur nicht diejenigen, die ein Gottérontrainer braucht. Nach dem zu harten Kossmann sollte der Kumpeltrainer Zenhäusern das Team wieder auf die Beine bringen und die Kossmann-Kritiker innerhalb der Mannschaft besänftigen. Die Spieler stellten sich jedoch in der Folge nicht auf die Beine, sondern auf das wohlgenährte Hinterteil. Die Wohlfühloase Gottéron war zurück. Unter Zenhäusern machte weder die Mannschaft, noch ein einziger Einzelspieler Fortschritte. Keine Handschrift. Keine Taktik. Kein Plan. Eigentlich stimmt kein Plan nicht ganz, soviel Ehrlichkeit muss sein. Der Plan war simpel: "Sprunger und Bykov müssen einfach in jedem Spiel ein Tor mehr schiessen als der Gegner". Der Plan der sogenannten guten Hoffnung.

In den zwei Jahren wurde man das Gefühl nie richtig los, dass Zenhäusern eher ein Jubla-Leiter, als der Cheftrainer einer National League A Mannschaft war. Mit Zenhäusern verlor der grösste Sportklub des Kantons zwei Jahre. Zwei Jahre, die Gottéron benötigt hätte, um weiter zu den Spitzenteams aufzuschliessen. Zur Erinnerung: 2013 stand Gottéron noch im Playoff-Final. Heute ist Gottéron wiederum meilenweit entfernt, ein Spitzenteam zu werden.

Die Zenhäusern-Zeit an der Bande von Gottéron wirkte sich - selbstverständlich gepaart mit weiteren Fehlentscheiden - katastrophal auf die letzte Saison aus. Da vermeintlich schwächere Mannschaften wie Biel, Lausanne oder auch Langnau sich einen Plan zurechtlegten, um das beste aus ihren Möglichkeiten rauszuholen, fiel Gottéron zeitweise ans Tabellenende und musste gar den Weg über die Playouts antreten, um den Ligaerhalt zu sichern.

Wäre anstelle von Gerd Zenhäusern im Oktober ein namhafter und erfahrener Trainer ernannt worden, wäre Gottéron der tiefe Fall in die Abgründe der National League A in dieser Saison mit grosser Wahrscheinlichkeit erspart geblieben. 

Zu Beginn der Saison 2016/2017 bekundete Gerd Zenhäusern Interesse am freiwerdenden Posten als Juniorenchef bei Freiburg-Gottéron. Aus Angst vor einer bevorstehenden Entlassung und einem erneuten Umzug mit seiner Familie, sah er dies als Chance, seine Zukunft langfristiger in Freiburg planen zu können. Ein legitimes Interesse und genau der richtige Job für Gerd Zenhäusern. Jedoch blieb diese Geschichte selbstredend nicht ohne Einfluss auf die Saison der Drachen. Ein Trainer, der kein Trainer mehr sein will, hinterlässt in einer Mannschaft Ungewissheit und Unverständnis. Dies war auch der Ursprung des Abgangs von Marc-Antoine Pouliot zum EHC Biel.

Hierzu jedoch mehr in einem nächsten Kapitel der unrühmlichen Geschichte „Fehlentscheide über Fehlentscheide“, die Gottéron-Saison 2016/2017.