Gottéron-Blog

Bitte aufwachen, liebe Hockey-Richter

Die Liga hat letzte Woche das Urteil im Fall Marco Maurer gegen Andrei Bykov veröffentlicht. Der Haudegen des EHC Biel wurde wegen Check von hinten und Bandencheck zu zwei Spielsperren und einer Busse von CHF 1500.- verurteilt. Andrei Bykov zog sich bei diesem Check eine Hirnerschütterung zu. Für skippr ein klarer Fehl-Entscheid. Ein Kommentar zum Fall Maurer gegen Bykov.

Ein Kommentar

„Kein Vernünftiger straft, weil gefehlt worden ist, sondern um zu verhüten, dass nicht weiter gesündigt werde“, sagte der Philosoph Platon. Mit dem Fehl-Entscheid der Liga-Richter wird auch weiterhin gesündigt, so viel sei vorausgeschickt.

Ein Urteil wird dann als korrekt anerkannt, wenn die Begründung schlüssig ist. Im Fall Maurer gegen Bykov ist die Begründung des Urteils nicht schlüssig, sondern widersprüchlich.

In der Begründung steht, dass Andrei Bykov und Marco Maurer die Situation unterschiedlich eingeschätzt hätten. Bykov hätte damit rechnen müssen, dass Maurer ihm nachsetzen werde, da er zu Beginn des Angriffs mit ihm im Zweikampf verwickelt war. Daran ändere nichts, dass Bykov sich danach auf den Topskorer der Bieler konzentriert habe.

Andrei Bykov hat sich in dieser Spielsituation falsch verhalten. Keine Diskussion. Gerade als physisch dem Durchschnitt unterlegener Spieler darf er nicht einen Meter vor der Bande abbremsen und müsste bis zur Bande durchfahren. Dies wird Hockeyspielern bereits von Klein auf gelernt. Jedoch rechtfertigt die Mitschuld des Opfers nicht, dass die Schuld des Täters gemildert wird. Hier ein ziemlich unpassendes Beispiel: die Strafe eines Mörders herabzusetzen, weil das Opfer in der Nacht alleine durch einen Wald lief, wäre undenkbar. Marco Maurer hätte Andrei Bykov nicht in den Rücken checken dürfen. Punkt. Da spielt die Mitschuld des Opfers keine Rolle. Mit der aktuellen Auslegung des IIHF-Reglements ist die Liga auf dem Holzweg und schützt „Holzer“ wie Marco Maurer, obwohl kreative Spieler wie Andrei Byov mehr Schutz benötigen würden.

Ein anderer Aspekt des Entscheids könnte widersprüchlicher nicht sein. Im Urteil steht: „Absicht ist dem fehlbaren Spieler keine vorzuwerfen“. Wie bitte? Im Schweizer Recht wird der Absicht der Eventualvorsatz gleichgestellt. Das heisst: wer in Kauf nimmt, dass das voraussehbare Ereignis eintritt, handelt absichtlich. Wenn dann im Urteil steht, „allerdings wäre es dem fehlbaren Spieler möglich gewesen zu erkennen, dass sich der gefoulte Spieler in eine Position manövriert, in welcher er wehrlos dasteht“, ist dies sozusagen die Definition des „in Kaufnehmens“. Somit kommen eigentlich auch die Liga-Richter zum Schluss, dass es Absicht war, wollen dies jedoch nicht zugeben... Ein schlechter Scherz!

Die Liga muss endlich die kreativen Spieler schützen. Mit diesem Urteil werden vor allem die offensiven Spektakelmacher zu Freiwild und genau diese Spieler machen das Eishockey lebenswert. Bitte aufwachen liebe Hockey-Richter.

Hier findet ihr das Video und der Entscheid der Liga.

Nur für Gottéron-Fans:

Ein provokative, „ligamafiöse“ und gottlos übertriebene Bemerkung zum Schluss, welche nur für Gottéron-Fans verstehen werden und nicht zum Kommentar über das Urteil gehört: Julien Sprunger hätte für diesen Check mindestens 15 Spielsperren erhalten und Shawn Heins wäre zu seiner Zeit wohl gleich in Handschellen nach Kanada ausgeschafft worden.

Gottéron Blog: Marc „Äpli“ Abplanalp

Eine Liebesgeschichte

Der Berner brach mit 18 Jahren auf, um die Welt zu entdecken. Er liess sich vom Winde tragen und landete im schönen Freiburgerland. Hier verliebte sich „Äpli“ auf den ersten Blick in das imposante St. Léonard, das im Jahr 2002 gewiss anmächeliger war, als dies heute der Fall ist. Dieses klangvolle Französisch, dieses familiäre Umfeld, dieser Künstler auf dem Moped und dieser Heiler mit den warmen Händen an der Bande... Der junge Abplanalp verliebte sich sofort.

Bereits im Jahr 2002 entspross der Liebschaft der erste Einsatz für das Fanionteam des  HC Fribourg-Gottéron. Doch bereits nach einigen Einsätzen musste die Liebesbeziehung ihre erste Probe bestehen. Der sympathische Verteidiger wurde für drei Saisons in die NLB geschickt, um Spielpraxis zu erhalten und Fortschritte zu machen. Mit Tränen in den Augen und dem grossen Wunsch schnellstmöglich wieder ins St. Léonard zurück zu kehren, zog es Marc Abplanalp nach La Chaux-de-Fons und nach Visp. Nach drei Jahren in der Nationalliga B erhielt er jedoch den stets ersehnten Anruf. „Äpli“ durfte nach drei Jahren wieder das Trikot der Drachen überstreifen. Der Verteidiger setzte sich zwei grosse Ziele: Erstens für immer bei seinem Lieblingsklub bleiben zu können und zweitens mit diesem den Titel zu gewinnen. Die Hockey-Geschichte hat gezeigt, dass eines der beiden Ziele dem Berner gelungen ist. In dieser Saison läuft er zum zehnten Jahr in Folge im Dress der Freiburger auf und ist damit nach Julien Sprunger der dienstälteste Gottéronspieler.

In der löchrigen Gottéron-Defensive ist Marc Abplanalp einer der sichersten Werte. Der Mann mit der Nr. 2 ist die Zuverlässigkeit in Person. Über ihn wird nach einem Spiel selten bis nie diskutiert, was in einer Krise ein gutes Zeichen für einen Verteidiger ist. Mit einer geringen Fehlerquote schwingt er in der Gottéron-Defensive oben aus. 

Der Berner Oberländer hat kurz vor Weihnachten seinen Vertrag mit den Drachen um zwei weitere Saisons verlängert. Diese Vertragsverlängerung hat sich der 32-jährige  Verteidiger – wie bei jeder Vertragsverlängerung in den letzten 10 Jahren – mit harter und solider Arbeit verdient. Wie sagt man so schön: Liebesbeziehungen funktionieren eben nur, wenn man daran arbeitet.

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Slava Bykov und Kevin Schläpfer

Zwei Hockeygötter von unterschiedlichen Planeten

Was haben Slava Bykov und Kevin Schläpfer gemeinsam? Beide sind in ihren Städten Hockeygötter. Die beiden Hockeygötter könnten jedoch nicht unterschiedlicher sein - als kämen sie von zwei verschiedenen Planeten.

Auf der einen Seite der Freiburger Hockeygott, die legendäre Nr. 90 von Freiburg-Gottéron. Slava Bykov gehört zu den besten Hockeyspielern aller Zeiten und muss im Welthockey in einem Atemzug mit Wayne Gretzky genannt werden. Der russische Zar war auf dem Eis ein Virtuose, ein Künstler, ja sogar ein Magier. Der Olympiasieger ist als Person eher zurückhaltend, russisch kühl und besonnen. Trotzdem hat er ein Charisma, dass die Kathedrale füllen könnte.

Auf der anderen Seite der Bieler Hockeygott Kevin Schläpfer. Als Spieler war er ein“Büetzer“, der nicht wie Bykov von der Hand des allmächtigen Hockeygotts geküsst und nicht mit viel Talent gesegnet wurde. Als Trainer ist Kevin Schläpfer ein Energiebündel, ein Motivator und ein grosser Kommunikator. Zu Schläpfers Persönlichkeit gehören Emotionen und eine lockere Zunge.

Ein weder kleiner noch feiner, sondern wichtiger Unterschied gibt es zwischen Bykov und Schläpfer auch betreffend dem Titel als Hockeygott. Kevin Schläpfer wurde von den Medien zum Hockeygott ernannt, Slava Bykov ist der Hockeygott.

 Die beiden Hockeygötter stehen aktuell ohne Trainerjob da. Der grosse Unterschied: Slava Bykov gönnt sich, seit er in Russland als Trainer zurückgetreten ist, eine Arbeitspause, während Kevin Schläpfer  unfreiwillig arbeitslos wurde, da er diese Saison beim EHC Biel den Trainerposten räumen musste. Slava Bykov ist seit nunmehr einem gefühlten Jahrzehnt Wunschkandidat für das Traineramt bei der Zähringer-Truppe und die Chancen stehen gut, dass er im Sommer seinen Sohn Andrei trainieren wird. Kevin Schläpfer könnte bei Freiburg-Gottéron jedoch auch eine Option für die Nachfolge von Larry Huras darstellen. Der Bieler Hockeygott könnte in Freiburg zum Thema werden, wenn der wahre Hockeygott, Slava Bykov, wiederum auf das Amt als Drachendompteur verzichtet.

 

 

Gottéron-Blog

Alle Noten der Gottéron-Spieler 

Welcher Gottéron-Spieler hat in der laufenden Saison 2016/2017 welche Note verdient? skippr präsentiert die bisherigen Noten der Spieler.

Mattias Ritola (Stürmer) Note 3.5

Mattias Ritola hat das Zeug, um die Liga zu dominieren. Er ist robust, zweikampfstark technisch überlegen, hat ein gutes Auge und einen guten Schuss. Viel davon haben die Gottéron-Fans in dieser Saison jedoch noch nicht gesehen. Ritola ist einer dieser Spieler von denen man nach jedem Spiel sagt, "wow, der ist gut. Ab dem werden wir noch viel Freude haben". Nun sind jedoch 33 Spiele durch und der Stürmer hat in 25 Spielen (8 Spiele verletzt) nur 15 Skorerpunkte erzielt und eine -7 Bilanz eingefangen. Zeit zu zeigen, dass er wirklich ein starker Spieler ist.

Alexandre Picard (Verteidiger) Note 2.25

Dass Alexandre Picard kein Top-Ausländer sein würde, wusste Sportchef Christian Dubé bereits bei seiner Verpflichtung und spätestens bei der Vertragsverlängerung. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmte jedoch in der vergangenen Saison und darum erhielt der Verteidiger einen neuen Vertrag. Diese Saison ist Alexandre Picard jedoch ein Totalausfall. Ein ausländischer Verteidiger, der in 26 Einsätzen 4 Skorerpunkte erzielt, eine Bilanz von -3 aufweist und keine Leaderrolle übrnimmt, ist in der guten Schweizer Liga keinen Rappen wert.

Andrei Bykov (Stürmer)              Note 4.25

Der Sohn des legendären Slava Bykov hat in der laufenden Saison an Einfluss auf das Spiel der Drachen verloren. Unter Larry Huras erhält Andrei Bykov weniger Verantwortung als noch unter Gerd Zenhäusern. In 30 Spielen hat der Centre immerhin 24 Skorerpunkte erzielt und weist als einziger Gottéron-Stürmer eine positive Plus-Minusbilanz auf (+2) auf. Aus diesen Gründen erhält Andrei  Bykov eine genügende Note. Will Gottéron mit den besten Teams der Liga mithalten, muss die Nr. 89 jedoch in jedem Spiel eine gute, wenn nicht sehr gute Leistung abrufen.

John Fritsche (Stürmer)              Note 3.25

John Fritsche hat in der laufenden Saison seine Furchtlosigkeit verloren. Man spürt, dass die Flügelfräse mit Verletzungen zu kämpfen hatte. An guten Tagen tut John Fritsche weh, an schlechten Tagen tut es weh John Fritsche zuzusehen. Seine Bilanz: 23 Spiele, 2 Skorerpunkte. Kein Kommentar.

Benjamin Conz (Torhüter)         Note 2.5

Aus „King Conz“ ist im Verlauf der vergangenen Saisons ein „Kein Conz“ geworden. Unsicher, unbeweglich, schwache Fangquote. Benjamin Conz ist kein Rückhalt für die Mannschaft und mitschuldig an der Gottéron-Krise. Conz ist in dieser Form schlicht nicht NLA-tauglich. Ohne baldige Leistungssteigerung wird sich Sportchef Christian Dubé von ihm trennen müssen.

Marc Aplanalp (Verteidiger)      Note 4.25 

 

„Äpli“ ist der konstanteste Verteidiger im Ensemble von Freiburg-Gottéron. Marc Aplanalp ist die Zuverlässigkeit in Person und ein stiller Arbeiter. Über ihn wird nach einem Spiel selten bis nie diskutiert, was in einer Krise ein gutes Zeichen für einen Verteidiger ist. Mit einer geringen Fehlerquote schwingt er in der löchrigen Gottéron-Defensive mit der Note 4.25 oben aus. Gut bleibt er den Drachen erhalten.

Roman Cervenka (Stürmer)        Note 4.25 

 Der Tscheche müsste eigentlich in der Schweizer Liga ohne jegliche Diskussion die Note 6 erreichen. Hiervon ist Roman Cervenka trotz überragenden spielerischen Möglichkeiten weit entfernt. Seine Genialität blitzt regelmässig auf und er gehört in der Statistik Punkte pro Spiel (28 Punkte in 27 Spielen) zu den besten Skorern der Liga. Ein Spieler von seinem Format müsste jedoch eine Mannschaft im Alleingang aus der Krise ziehen können, weshalb er nur eine knapp genügende Note verdient. Die Gottéron-Fans erwarten mehr von ihrem Starstürmer.

Dennis Saikkonen (Torhüter)    Note 3.75

Der junge Torhüter feierte mit 4 Siegen in Folge einen Einstand nach Mass. Verständlicherweise konnte der 24-jährige Goalie dieses Niveau nicht halten und weist in der Zwischenzeit eine der schlechtesten Fangquoten der Liga auf. Aufgrund der Formschwäche von Benjamin Conz dürfte er in der laufenden Saison wiederum zum Einsatz kommen, was für ihn wichtig ist, denn jedes Spiel ist für seine Entwicklung Gold wert.

Ralph Stalder (Verteidiger)        Note 3

Im Defensivsystem des HC Lausanne war Ralph Stalder in den vergangenen Jahren ein Fels in der Brandung. In der schwammigen Verteidigungsorganisation von Freiburg-Gottéron steht er konstant im Schilf und ist pausenlos überfordert. Sein „Style“ gleicht  demjenigen eines durchschnittlichen 2. Liga-Spielers. Die Minus-Bilanz (-9) spricht Bände und in der Offensive ist Ralph Stalder inexistent. Unter dem Strich ist der Verteidiger leider ein Fehleinkauf.

Julien Sprunger (Stürmer)          Note 5

Der Kapitän der Drachen ist der einzige Gottéron-Spieler, der zur Weihnachtszeit eine „gute“ Note verdient. Julien Sprunger gehört trotz der dürftigen Leistungen der Mannschaft zu den besten 5 Topskorern (33 Punkte) der Liga. An ihm liegt die Gottéron-Krise nicht. Sicherlich müsste er als Kapitän einen grösseren Einfluss auf die Mannschaft haben, aber Sprunger ist nur Kapitän, weil sich kein anderer Spieler für das Amt aufdrängt. 

Yannick Rathgeb (Verteidiger)   Note 4.5

Die Plus-Minus-Bilanz (-16) des jungen Verteidigers täuscht über seine bisherigen Leistungen. Yannick Rathgeb übernimmt mit Abstand am meisten Verantwortung in der Verteidigung von Freiburg-Gottéron. Mit 19 Skorerpunkten ist er einer der produktivsten Verteidiger der Liga. Seine genügende Note verdient er sich unter anderem – trotz Angeboten von grösseren Klubs - auch mit dem Entscheid zwei weitere Jahre in Freiburg zu bleiben. 

Kilian Mottet (Stürmer)               Note 3

Was ist nur mit Kilian Mottet los? Diese Frage wird einem immer wieder gestellt. Die Antwort: er hat das Selbstvertrauen verloren und damit auch seinen Biss. Ohne strotzendes Selbstvertrauen kann Mottet nicht überzeugen und bleibt ungenügend.

Greg Mauldin (Stürmer)              Note 3.5

Der Tank scheint vor der Saison von Diesel auf Gas gewechselt zu haben, jedenfalls läuft der Motor nicht mehr rund. Greg Mauldin ist immer bemüht und gibt nie auf. Sein fortgeschrittenes Hockeyalter kommt seiner aufopfernden Spielweise jedoch nicht zugute. Sind die Batterien voll und stimmt die Form, ist Mauldin einer der wertvollsten Ausländer der Liga. Sind die Batterien leer, ist er eine Ausländerlizenz nicht wert. In dieser Form wird er wohl in Freiburg keinen Vertrag mehr erhalten.

Larry Leeger (Verteidiger)         Note 3.75

Der ehemalige Verteidiger des HC Lausanne sollte Stabilität in die wacklige Gottéron-Defensive bringen. Er gehört zwar zu den solidesten Verteidigern der Drachen, mit insgesamt 114 Gegentoren und einer Minusbilanz (-4) braucht es jedoch mehr, um eine genügende Note zu erhalten. 

Michal Birner (Stürmer)             Note 4.25

Die Leistungen des tschechischen Verstärkungsspielers sind ordentlich. Seine Skorerwerte sind mit 15 Punkten in 15 Spielen gut. Michal Birner spielt oft fehlerlos, jedoch zu oft wirkungslos, weshalb er nur eine knapp genügende Note verdient. 

Benjamin Neukom (Stürmer)     Note 3.5

Der Flügel wurde in der laufenden Saison in den verschiedensten Linien eingesetzt. Bei Neukom hat man stets das Gefühl, dass ihm als kleiner Bub niemand erklärt hat, dass es das Ziel eines Stürmers sein muss Tore zu schiessen. Seine Wege führen überall hin, jedoch nicht direkt auf das Tor. Zu Gute halten muss man ihm, dass er einer der wenigen Gottéron-Spieler ist, der die Checks fertig macht. Ohne Checks würde er knapp die Note 3 verdienen.

Sebastian Schilt (Verteidiger) Note 3.5

 

Der Verteidiger wird von Verletzungen geplagt. Zuerst zwickte die Leiste und dann brach er sich bei einem Faustkampf einen Finger. Die Bilanz von -8 zeigt, dass die Nr. 77 keine genügende Note verdient. Von ihm wird im Jahr 2017 Härte, Härte und Härte erwartet. Die Gegner müssen die Gottéron-Verteidigung wieder fürchten.

Lorenz Kienzle (Verteidiger) Note 4

Der Ex-Luganesi verdient sich mit einer +4 Bilanz eine genügende Note. Kienzle verpasste in der laufenden Saison aufgrund von Verletzungen 9 Spiele. Hat er die richtigen 9 Spiele verpasst, um eine positive Bilanz zu haben? Die nächsten Spiele wird zeigen, ob Lorenz Kienzle seine gute +- Bilanz halten kann. In der Offensive hätte man von ihm jedoch mehr erwartet (5 Skorerpunkte).

Christopher Rivera (Stürmer) Note 3.75

Ein Kämpfer ist er Christopher Rivera. Jedoch hat er in dieser Saison bisher die Boxhandschuhe vergessen, dies im sprichwörtlichen Sinne. Der Ex-Genfer erhält viel Verantwortung, manchmal wohl zu viel Verantwortung. Der Defensiv-Stürmer weist eine ernüchternde Bilanz vor. 31 Spiele, 5 Skorerpunkte, Bilanz (-6). Will er eine genügende Note, muss er von den Gegnern wieder gefürchtet werden.

Caryl Neuenschwander (Stürmer) Note 3

Mit Caryl Neuenschwander leidet man an einem Gottéron-Spiel richtig mit. "Kann er den Puck dieses Mal annehmen?", "reicht sein Schuss bis auf's Tor?". 33 Spiele, 3 Skorerpunkte, -7 Bilanz... die Note 3 ist als Aufmunterung gedacht, denn eigentlich würde die Nr. 9 in der laufenden Saison sogar eine schlechtere Note verdienen.

Flavio Schmutz (Stürmer) Note 4.00

Flavio Schmutz zeigt bisher eine ordentliche Saison und verdient sich trotz schlechter Statistiken eine genügende Note. Sein Problem: er ist auch bei Gottéron noch zu wenig gut, um in der ersten oder zweiten Linie zu spielen.  In der dritten oder vierten Linie ist es diese Saison bei den Drachen schwierig eine gute Statistik auf die Beine zu stellen. Schmutz ist jedoch engagiert und lässt regelmässig sein Können aufblitzen. 

Fotos: www.gotteron.ch

skippr-Kommentar

Yannick Rathgeb, die Zukunft der Drachen

Der 21-jährige Yannick Rathgeb bleibt Freiburg-Gottéron zwei weitere Saisons erhalten. Der Verteidiger hat am Samstag auf der Facebook-Seite von Gottéron gleich selber verkündet, dass er zwei weitere Jahre in Freiburg bleibt, insofern es ihn am Ende der Saison 2017/2018 nicht nach Nordamerika zieht. Eine wegweisende Vertragsverlängerung für die Zukunft der Drachen. 

"Wer die Jugend hat, hat die Zukunft", sagte einst Napoleon I. Bonaparte. Die Zukunft von Freiburg-Gottéron ist Yannick Rathgeb. Der 21-jährige Jungspunt ist zusammen mit Jonas Siegenthaler von den ZSC Lions der talentierteste Jungverteidiger der Schweizer Liga. Mit dem Sprung in die Nationalmannschaft ist dem gebürtigen Langenthaler ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg in die NHL gelungen. Sein Bekenntnis zu Freiburg-Gottéron, trotz der vielen Angebot anderer NLA-Klubs, ist für die Drachen ein Glücksfall und für seine persönliche Entwicklung - unter einer Bedingung - die beste Entscheidung. Bei einem Grossklub wie dem SC Bern hätte er nicht die Verantwortung, die Eiszeit und die Rolle erhalten, wie dies beim St. Léonard-Team der Fall sein wird. Und dass seine Freundin aus Freiburg stammt und das Drachenland zweisprachig ist, dürfte im Entscheid für Freiburg und gegen Genf oder Lausanne das Zünglein an der Waage gespielt haben. Gottéron wird an Rathgeb wachsen und Rathgeb wird an Gottéron wachsen.

Nun zu obenerwähnter Bedingung: "Es ist das Vorrecht der Jugend, Fehler zu begehen, denn sie hat genug Zeit, zu korrigieren". Dies pflegte der Maler und Bildhauer Ernst Berlach zu sagen. Yannick Rathgeb ist bei weitem nicht von Fehlern gefeit. Ungestüm und oft gar sorglos agiert der Neo-Nationalverteidiger teilweise in der Defensive. Diese Attitüde ist zweifelsohne auf sein junges Alter zurückzuführen. Dementsprechend liegt die Bedingung, dass Yannick Rathgeb im St. Leonard Fortschritte macht, in erster Linie nicht in der Verantwortung des jungen Spielers, sondern in derjenigen der Gottéron-Verantwortlichen, wie Larry Huras, Kari Martikainen und Christian Dubé. Die Trainer und der Sportchef müssen Yannick Rathgeb nun den Teufel austreiben, ohne ihm den Biss zu nehmen und ihn an die Zügel nehmen, ohne ihn in seiner Entfaltung zu bremsen. Eine schwierige Aufgabe, für die die professionelle Umgebung eines SC Bern vielleicht besser geeignet gewesen wäre. Roman Josi lässt grüssen. Für Freiburg-Gottéron ist die Vertragsverlängerung von Yannick Rathgeb jedoch ein Segen für die Zukunft. Mit einem Abgang des jungen Verteidigers hätte Freiburg-Gottéron in der kommenden Saison nicht einen einzigen talentierten Offensivverteidiger in seinen Reihen gehabt.

Yannick Ratgheb wurde von der Hand des Hockeygotts geküsst. Er ist furchtlos, technisch begnadet, hat einen tollen Schuss, eine gute Statur, hat für Checks eines der besten Timings der Liga, ist aggressiv, provokativ und kann im Powerplay sowie im Boxplay eingesetzt werden. Kurzum: er hat das Potential der beste Verteidiger der Liga zu werden und sein Ziel NHL zu verwirklichen. Von einem ungeschliffenen Diamanten zu sprechen wäre verfehlt, jedoch ist es nun an den Gottéron-Verantwortlichen den Feinschliff zu machen und damit Yannick Rathgeb zum nächsten grossen Schweizer NHL-Verteidiger zu formen.

Ein Kommentar von Elmar Wohlhauser/ 11.12.2016