Meine Aushebung:

Ein Griff an die Kronjuwelen, ein Psychotest mit Hasen und ein Eklat

In diesen Tagen werden junge Deutschfreiburger an der sogenannten Aushebung ins Militär eingeteilt. Aushebung? Da muss mit rund 20 Jahren jeder Mann durch, denn der Militärdienst ist in der Schweiz für Männer obligatorisch. Meine Erinnerungen an die Aushebung liegen knapp 15 Jahre zurück. Trotzdem kommt es mir vor, wie ich erst gestern im Bus nach Tafers an die Aufhebung gefahren wäre.

Es war irgendwann um die Jahrtausendwende als ich für die Aushebung aufgeboten wurde. Mit mässiger Freude ging es damals mit meinen Gymnasiums-Kollegen nach Tafers an die Orientierungsschule. Ja, dazumal fand die Aushebung für Deutschfreiburger noch an einem Tag im Sensebezirk statt, heute sind es zwei bis drei Tage in Sumiswald.

Am Morgen früh wurden wir an der OS Tafers von einer Gruppe Armeeangehöriger empfangen und man spürte unter meinen Jugendfreunden bereits bei der Ankunft eine gewisse rebellische Stimmung. Wie in einem schlechten Film wurden wir nach Aussehen in zwei Gruppen eingeteilt. Die sportlichen mit kürzeren Haaren links und die etwas korpulenteren sowie diejenigen mit längeren Haaren rechts. Ich wurde dank meinen etwas längeren Haaren in die "Rebellengruppe" eingeteilt. 

Rein diese Einteilung sorgte für das erste Kopfschütteln. Nach der Vorstellung der Ausbildner sollten wir in Reihe und Glied stehen. Die Rebellen gehorchten jedoch zum ersten Mal nicht, bildeten einen Kreis und gaben sich die Hand. Dem Major Migthy Duck (Name unbekannt, blieb mir jedoch so in Erinnerung) platzte schon kurz vor 8 Uhr der Kragen. Ich habe noch nie einen Menschen mit einem so roten Kopf gesehen, als er uns androhte, dass wir alle nachgestellt werden würden und in einiger Zeit wiederum an die Aushebung kommen müssten, wenn wir uns nicht sofort in Reihe und Glied begeben würden.

Als sich die Lage beruhigte, ging es ab zum Medizintest. Jeder von uns stellte sich die Frage, die bisher nur als Abschreckungsversuch oder "Grüselgeschichte" im Raum stand. Gibt es den berüchtigten Griff an die Kronjuwelen mit gepaarter Aufforderung zum "Husten" wirklich? Und wie es ihn gab! Als der Erste meiner Kollegen aus dem Raum kam war rein an seinem verwirrten Gesichtsausdruck klar, dass dieses Gerücht der Wahrheit entsprach. Es spielte sich in etwa so ab: der Arzt zog sich Handschuhe an, bat die Boxershorts runterzuziehen, griff an das männliche Heiligtum und sagte "nach links schauen und Husten, nach rechts schauen und husten". Was mit diesem altertümlichen Test rausgefunden werden sollte, ist mir bis heute unklar und ich will es ehrlich gesagt auch nicht wissen.

Am späteren Morgen fand dann der Psycho-Test statt. Darin ging es einerseits darum festzustellen, ob man einigermassen intelligent ist und ob man dir eine Waffe anvertrauen kann. Am besten in Erinnerung ist mir folgende Frage geblieben: "Du siehst auf dem Feld einen Hasen. Was machst du? Eine der vorgegebenen Antworten war, mit dem Maschinengewehr darauf zu schiessen. Einmal könnt ihr raten, was ich darauf geantwortet habe. Hier sollte man wissen, dass wir vorher unter Kollegen abgemacht hatten, auf dumme Fragen auch dumme Antworten zu geben.  

Am Nachmittag ging es dann in die Turnhalle für den berühmt berüchtigten Sporttest. Das Highlight des Tages und hier gaben auch die sportlichen Rebellen ihr Bestes. Immerhin gab es ein Abzeichen zu gewinnen und so machten wir daraus einen spassigen Wettkampf. Nach vier von fünf Aufgaben hatten ein Kollege und ich das Sportabzeichen bereits auf sicher. Beim letzten Wettkampf ging es darum, einen Medizinball so weit wie nur möglich zu werfen. Das Sportabzeichen in der Tasche entschieden wir uns den Medizinball rückwärts zwischen unseren Beinen zu werfen. Auch dies wurde von den Ausbildnern nicht wirklich gern gesehen!

Zum Abschluss mussten wir dann einzeln zum Aushebungsgespräch. Bei mir kam es hierbei zu einem Eklat. Major Mighty Duck teilte mir mit, dass ich aufgrund meiner Resultate in den Tests für alle Aufgaben geeignet sei und er mich gerne bei den Grenadieren sehen würde. Ich Grenadier? Nicht in 1000 Jahren. Danach zeigte er mir Videos mit Panzer und schlug mir weitere Aufgaben vor, die ich dankend ablehnte. Sein Gesicht wurde langsam wie am Morgen rötlich und er fragte mich enerviert. Was wollen Sie denn? Ich sagte Koch. Er sagte, dazu haben Sie keine Ausbildung! Buchhalter schlug ich vor. Er erwiderte, dass es dies im Militär nicht gebe. Also teilte ich ihm mit, dass ich sowieso gerne Zivildienst leisten würde. Major Mighty Duck war anzusehen, dass er mich am liebsten an den Ohren aus dem Raum geschleift hätte. Erstaunlicherweise blieb er aber ruhig, fasste ein Papier, knallte einen Stempfel drauf und schickte mich damit aus dem Raum. Darauf war zu lesen, Füsilier gebirgstauglich.

Nach dem erhaltenen Tagessold gab es ein wohlverdientes Bier in der Taverna. Am Abend zeigte ich die Einteilung zuhause meinem Vater, der die Welt nicht mehr verstand. Erst als er mir erklärte, was gebirgstaugliche Füsiliere so machen, war ich etwas reuig an der Aushebung nicht kooperativ gewesen zu sein. Dies spielte schlussendlich jedoch keine Rolle, da ich wie angekündigt meinen Militärdienst in Form von Zivildienst leisten konnte und für jede dadurch gemachte Erfahrung sehr dankbar bin.

ew/26.10.2016 

Gottéron-Blog

Roman Cervenka Superstar

Im Eishockey gibt es für Verteidiger eine ganz simple Regel: man schaut auf den Gegenspieler und nicht auf den Puck. Die Gegenspieler von Roman Cervenka können sich glücklich schätzen, dass die Regel nicht andersrum lautet. Denn jedem Gegenspieler auf dem Hockeyplaneten wird es beim Zuschauen der Stocktechnik Cervanka's "chatzesturn u hundeübu". Links, rechts, links, rechts, links, rechts und das im Hunderstelsekunden-Takt. Beeindruckend ist dabei aber nicht nur die Geschwindigkeit, sondern dass der tschechische Center zu keinem Zeitpunkt auf den Puck schaut. Unglaublich!

Man wird das Gefühl nicht los, dass Roman Cervenka einem sechsten Sinn hat. So wie man Fabian Cancellara vorwarf in seinem Rad einen Motor zu haben, könnte man der Nummer 11 von Freiburg-Gottéron vorwerfen, dass er in seinen Hockeystöcken einen Magneten hat, damit der Puck immer unter Kontrolle bleibt. Diese unerklärbare Fähigkeit führt dazu, dass man stets den Eindruck hat, dass Roman Cervenka am Puck eine Sekunde mehr Zeit hat als alle anderen Spieler auf dem Eis. Diese Gabe ermöglicht ihm im Spiel nicht nur ein-zwei Anspielmöglichkeiten, sondern alle nur erdenkbaren Optionen zu sehen und pro Partie seinen Mitspielern mindestens drei hundertprozentige Chancen auf dem Silbertablett zu servieren. Der tschechische Nationalspieler setzt seine Mitspieler derart gut in Szene, dass jeder Hobby-Hockeyspieler selbstbewusst sagt "also in der Linie mit Cervenka würde sogar ich ein Tor schiessen". Bis dato verstanden Ritola und Co. es aber noch zu wenig diese Vorlagen in Tore umzumünzen. Ändert sich dies, dann kann die Paradelinie um Cervenka jedoch zur Tormaschinerie der Liga werden.

Der nicht gelungene Saisonstart von Freiburg-Gottéron sowie die Theater-Aufführungen mit den Herren Zenhäusern und Pouliot in den Hauptrollen haben leider dazu geführt, dass die Gottéron-Fans sich gar noch nicht bewusst werden konnten, dass in den Reihen der Drachen "der Superstar" der Liga spielt. Klasen, Arcobello und wie sie alle heissen, können sich vor dem grossen Roman Cervenka nur verneigen. Auf dem Pausenplatz würde der Hockeygott persönlich von allen National League A Spielern den Tschechen als Ersten in seine Mannschaft wählen. Ein Spieler der Schweizer Eishockeyliga am World Cup of Hockey? Gar nicht möglich. Doch, Roman Cervenka! Über den neuen Gottéron-Star könnte man Tag und Nacht schwärmen. 

Wenn Freiburg-Gottéron den Tritt nun nach dem starken Auftritt gegen den HC Lugano richtig gefunden hat, wird Cervenka ohne jeglichen Zweifel Ende Saison der wertvollste Spieler der Liga gewesen sein, auch wenn am Schluss ein Spieler des SCB, des HCD oder des ZSC zum MVP gewählt wird. Der grösste Star Gottéron’s seit Bykov/Khomutov hat bei den Drachen einen Vertrag für eine Saison unterschrieben. Möge Christian Dubé die richtigen Worte finden, dass der Künstler den Drachen noch lange erhalten bleibt. Denn Cervenka könnte Gottéron ohne Zweifel zu einem Meistertitel führen. Roman Cervenka Superstar.

ew/20. Oktober 2016

"Pilzlen" in den Freiburger Voralpen

Eine skippr-Reportage

Es gibt Jäger, Sammler und solche die das Feuer bewachen. In Form einer Reportage hat sich skippr, eigentlich geborene Feuerbewacher, zu den Sammlern begeben und zwar zu den "Pilzlern".

Pilze sammeln ist ein Volkssport, der wenig Vorbereitung braucht. Ein paar Wanderschuhe, ein Schweizer Sackmesser und ein geflochtener Korb ins Gepäck und ab geht's Richtung Freiburger Voralpen. Natürlich ist auch ein Grundstock an Wissen förderlich, um geniessbare Pilze zu sammeln. Selbstverständlich ist der Gang in die Pilzkontrolle jedoch nach dem "Pilzlen" für Laien ein Muss. Bei unserer Reportage hatten wir das Glück von einem Deutschfreiburger Kenner mitgenommen zu werden. Der Kenner möchte anonym bleiben. Warum? Weil "Pilzler" wie die Pilze selber ein eigenes Gewächs sind. Die Angst, dass dem Kenner nach der Reportage dutzende Personen mit dem Auto nachfahren und auf der Suche nach Steinpilzen, Eierschwämme  usw. nachlaufen würden, ist schlicht zu gross. Ein vorsichtiges Volk diese "Pilzler". 

Die Freiburger Voralpen sind als Goldgrube für Pilze bekannt. Ob auf dem Schwyberg oder im Plasselbschlund hat es gemäss Volksmund Pilze en masse. Der Kenner nahm mich mit Richtung Schwarzsee. Mehr darf ich hierzu nicht verraten. Das Geheimhalten der besten Plätze gehört zum "Pilzlen".  Jedenfalls bin ich überzeugt, dass wir an jenem Morgen höchstens den sechstbesten Platz des Kenners nach Pilzen abgesucht haben. Die fünf Top-Plätze würde ein Pilzesammler nämlich nie preisgeben!

Nach gefühlten 1000 Höhenmeter und 20 Fliegenpilzen der erste Erfolg, der erste Steinpilz. Der Steinpilz wird in Freiburg übrigens "Bolet" genannt. Meine Freude war gross. Der Kenner freute sich mit mir, sagte jedoch, warte nur bis wir etwas weiter oben sind. Wie angekündigt, kam es auch. Wenig später zeigte mir der Kenner einen Ort, an dem die Steinpilze richtiggehend aus dem Boden schossen. Die „Bolets“ waren so gross, dass ich sie als Laie wohl für etwas anderes als für Steinpilze gehalten hätte. Sofort wurden die Pilze beschnitten und die Resten liegen gelassen. Als "Pilzler" lässt man die Abschnitte absichtlich liegen, um dem nächsten mitzuteilen: "hier gibt es nix, aber auch gar nix zu holen". Der Korb füllte sich schnell und als wir das gesetzliche Maximum erreicht hatten, ging es zurück zum Auto.

Dankbar für den interessanten Morgen lud ich den Kenner auf dem Heimweg zu einem Bier ein. Beim kühlen Blonden gab er mir noch einen Tipp mit auf den Weg. Man könne Steinpilze auch sehr gut einfrieren, sagte mir der Kenner. Also begab ich mich mit meinem Korb voller Pilze nach Hause. Der Steinpilz-Risotto am Abend war unschlagbar und der Rest wurde wie angeraten eingefroren.

Wer also an einem schönen Herbsttag noch nichts vor hat, dem kann ich einen "Pilzle"-Ausflug nur wärmstens empfehlen.

Gottéron-Blog

Bringt gegen den Angstgegner den Knoten zum Platzen!

Der HC Lugano verfügt über einen Kader, dass es "chlöpft und tätscht". Klasen, Brunner und Martensson sind nur drei von 10 klangvollen Namen in der Offensive der Bianconeri. Mit Verteidigern wie Furrer und Vauclair haben die Tessiner auch aus der zweiten Reihe Feuerkraft bis zum Abwinken. In den letzten Jahren sind die Tessiner darum zu einem der Angstgegner von Freiburg-Gottéron gereift. Gereift ist das richtige Wort, denn gegen Gottéron fallen die Lugano-Siege wie faule Früchte von den Bäumen. Freiburg-Gottéron hat von den letzten 10 Spielen gegen Lugano nur gerade zwei Partien gewonnen. Ein Zufall? Nein.

Freiburg-Gottéron liegt dem HC Lugano von der Spielveranlagung und der Mentalität her. Die Drachen lieben es viel Platz und Freiheiten zu haben und es gibt nur eine Mannschaft in der Schweiz, die dies noch lieber hat. Genau, der HC Lugano. In einem offenen Spiel, in dem die Mittelzone nur zum Durchfahren gedacht ist und Körperkontakt wie in der Plausch-Liga aus den Spielen verbannt wird, sind die „Luganesi“ mit Abstand die beste Mannschaft der Schweiz. Larry Huras wird darum gut daran tun, seine Spieler vor einem offenen Schlagabtausch gegen den HC Lugano zu warnen, aus einer sicheren Defensive spielen zu lassen und die Tessiner in Zweikämpfe zu verwickeln.

Die Drachen haben am Wochenende mit zwei Siegen gegen Ambri-Piotta den Weg zurück auf die Siegerstrasse gefunden. Trotz den 5 Punkten hatte man jedoch nicht das Gefühl, dass der Knoten bei den Drachen vollends aufgegangen sei. Daher kommt der HC Lugano gerade zum richtigen Zeitpunkt in die FKB-Arena. Ein Sieg gegen den Angstgegner und der Knoten wird bei Ritola, Gustafsson und Co. definitiv platzen. Geht der Knoten nun richtig auf, dann steht Gottéron schon in einigen Wochen auf einem Playoff-Platz. Das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche und fast so sicher, wie dass Julien Sprunger in einer allfälligen Verlängerung gegen Lugano den Siegtreffer erzielen wird.

Allez Gottéron!

Ankunft in Delémont mit B-Post

Der EHC SenSee vergibt die Führung im letzten Drittel und verliert gegen Delémont mit 5:3.

Der eine Torhüter war krank und der Andere kam erst nach dem Einlaufen. Somit musste der EHC SenSee kurioserweise ohne Torhüter einlaufen!

Obwohl die Sensler bereits nach 14 Sekunden das erste Gegentor kassierten, konnten sie das erste Drittel trotzdem ausgeglichen gestalten. Timi Bührer brachte den EHC SenSee mit einem präzisen Schuss im Powerplay zurück ins Spiel. Leider gab es 5 Minuten vor Ende dieses Drittels nochmals die erneute Führung für die Gastgeber.
Im zweiten Drittel hatte der EHC SenSee das Team aus Delémont fest im Griff und deshalb war es keine Überraschung, dass Sandro Glauser für den Ausgleich sorgte. Das zweite Drittel gewannen somit die Sensler.
In der Drittelspause spürte der EHC SenSee, dass in diesem Spiel eindeutig Punkte machbar sind. Das zeigte sich auch auf dem Eis. Es dauerte nur gerade 16 Sekunden bis Marc Moser den Puck über die Torlinie schoss. Leider vergab das Team, duch unnötige Fehler, den Auswärtssieg und kassierten noch drei Tore. Somit verliert der EHC SenSee im Jura mit 5:3. Schade, da wäre mehr Möglich gewesen!

HC Delémont-Vallée - EHC SenSee
5:3 (2:1 ; 0:1 ; 3:1)

Torschützen des EHC SenSee:

1:1 Timi Bührer (Sandro Glauser, Kilian Amstutz)
2:2 Sandro Glauser (Yannik Grau, Kilian Amstutz)
2:3 Marc Moser (Patrick Zürcher, Dominik Riedo)

Der Beste: Timi Bührer