Die Taverna ist Wellness für den Magen

„Ich hätte gerne als Vorspeise das Oeuf Parfait mit grünen Spargeln und einer Bärlauch Mayo, garniert mit Parmesan-Krümeln und als Hauptspeise den 48 Stunden gekochten Schweinebauch an der karamellisierten Apfelsauce“, sagte er mit einer Selbstverständlichkeit, als ob diese Bestellung in Deutschfreiburg etwas Alltägliches wäre.

Vor der Neueröffnung des Hotels Restaurant Taverna hatte skippr mit den neuen "Tätschmeisterinnen" ein Video-Interview geführt:

Oeuf Parfait in Tafers? Das gibts doch sonst nur in der Haute Cuisine in Paris und 48 Stunden lang hat im Sensebezirk wohl noch niemand irgendetwas gekocht, ausser vielleicht früher mal ein Schwarzbrenner einen "Häppereschnaps". Verwundert ab der Karte lief dem Hobby-Koch das Wasser im Mund zusammen, was bei der netten und kompetenten Bedienung nicht unbemerkt blieb. „Was darf es als Beilage sein?“. Überfordert ab der gut bestückten Beilagekarte schien die Antwort gar kindisch: „Alles, bitte“. Die Dame mit dem freudigen Lächeln wies ihn darauf hin, dass dies etwas viel für ihn sein dürfte. Also gab es Kartoffel Gnocchi, Hausgemachte Pommes mit Trüffel Mayo und marinierte Kräuterpilze.

Zur Vorspeise: das Oeuf Parfait war seinem Namen getreu einfach perfekt. Serviert an frischen Spargeln war es schlicht ein Gedicht! Französische Topküche mitten im Sensebezirk, mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Zur Hauptspeise: dem Schreiberling fehlen hierzu ganz einfach die Worte. Der Schweinebauch verging auf der Zunge, wie Butter in einer heissen Pfanne. Das Zusammenspiel mit der Apfelsauce, auf dem der zwei Tage gekochte Schweinebauch präsentiert wurde, war mindestens so gut, wie einst dasjenige zwischen Bykov und Khomutov.

Nur ein Schelm würde denken, dass es sich hier um einen Werbespot für die Taverna handelt. Dem ist nicht so und die Schwärmerei ist noch nicht zu Ende. Denn nach dem Essen warteten noch zwei weitere Überraschungen auf den Neukunden. Erstens: der Preis ist für die Qualität unschlagbar. Für ein solches Essen zahlt man in einem Freiburger Gourmet-Tempel pro Person weit über CHF 100.-. In der Taverna - "häbet nech am Bänkli" - CHF 35.-. Zweitens: obwohl der Genuss erst am späten Freitagabend stattfand, bereitete er auch einem heiklen Magen keine Schwierigkeiten bei der Verdauung. Wellness für den Magen halt!

Ein grosses Bravo in die Küche! Ein "Zigi Zagi, hoi, hoi, hoi" wäre angebracht, jedoch im schönen Ambiente in der Taverna unangebracht.

Carte Blanche #54

In unserer letzten Carte Blanche hat der Blogger Mario Corpataux unseren User/innen einige Fragen zum Thema "Wertvollere und billigere Staatsangestellte" in den Raum geworfen. Den Blog findet ihr unten:

Hier eine Auswahl an Antworten unserer User/innen:

- Nicht vergessen. Wir haben eine bürgerliche Regierung.Die werden sich kaum fürs Spitalpersonal einsetzen.

- Ja, hier wird immer geredet von Sparen. Habe auch ein kleines Beispiel: Schaut mal wie verschwenderisch alles zu geht. Meiner Mutter haben sie drei Paar neue Schuhe anprobiert. "Ach nein, die passen doch nicht". Wurden vor meinen Augen in den Abfall geworfen (...). Hohe Löhne und Meterial wird verschwendet bis zum geht nicht mehr.

- Immer dasselbe, bei Problemen kommen zuerst die "Kleinen" an die Kasse. Die Suppe haben nicht die "Kleinen" eingebrockt, müssen/sollen sie aber zuerst auslöffeln. 

- Ganz einfach Mario, wenn man gutes Personal will, dann muss man das auch gut bezahlen. Tut man das nicht wandert es ab in die Privatwirtschaft. Von daher könnte die Frage ja auch lauten ob das Personal im Kantonsspital nicht doch weiter so gut bezahlt werden sollte oder ob das Kantonsspital grundsätzlich privatisiert werden sollte, dann haben wir aber eine andere Ausgangslage. Aber eben, wie leider so oft in deinen Artikeln, es ist halt schwarz oder weiss... (Passt ja auch zu unserem Kanton;-)

- Wann werden andere Angestellte auf das Niveau der Staatsangestellte gehoben? Industrie, Verkauf, KV und soweiter!

- Die Probleme sind nicht beim "gewöhnlichen" Personal! Hier wird versucht das Problem zu umgehen

Wertvollere und billigere Staatsangestellte?

Ein Politikum der absurden Art: Die Spitalangestellten der öffentlichen Spitäler des Kantons Freiburg sollen vom Staatspersonal gelöst werden, um die Schulden des Kantonsspitals in den Griff zu bekommen. Weshalb nur sie?

Offenbar gibt es Staatsangestellte und (noch) Staatangestellte. In der lebhaft geführten Diskussion geht vergessen, dass alle nur Menschen sind, die irgendwann einmal zu irgendwelchen (guten) Konditionen in die Dienste des Kantons Freiburg befördert wurden und dort üblicherweise bis an ihr Berufsende fristen und zwanzig Jahre lang jährlich automatisch mehr Lohn erhalten.

Aktuell gibt es noch zwei Kategorien von Staatsangestellten: diejenigen, welche Fliegen zählen und diejenigen, die in Spitalgängen herumrennen. Gleichzeitig ist es eine Tatsache, dass das Freiburger Spital HFR deutlich höhere Löhne entrichtet als weit grössere und renommiertere Spitäler in der Schweiz.

Stopp hier! Jede weitere Polemisierung ergäbe ein paar tausend Feinde mehr, weshalb ab jetzt nur noch Fragen gestellt werden:

Auszug aus den Freiburger Nachrichten vom 8. Mai 2018:

«Ein öffentliches Spital braucht ein Gesetz als Grundlage für sein Personal», sagte Siggen (Anm. d. Red.: Jean-Pierre Siggen, Direktor für Erziehung, Kultur und Sport des Kantons Freiburg). «Dieses muss aber flexibler sein als das Gesetz über das Staatspersonal.»

Weshalb um Himmels Willen muss das Gesetz für das Spitalpersonal flexibler sein als das Gesetz über das (normale) Staatspersonal?

Für ihn (Anm. der Red.: Peter Wüthrich, FDP-Grossrat und Motionär für die Auslagerung des Spitalpersonals aus dem Staatspersonalgesetz) ist es ebenfalls wichtig, dass das HFR-Personal künftig nicht mehr dem Staatspersonalgesetz unterstellt sei. Das erlaube dem Spital, flexibler zu handeln.

Weshalb sollten nicht auch die Löhne des übrigen Staatspersonals sinken?

«Skandalös und inakzeptabel», sagte Fede-Präsident Bernard Fragnière im Gespräch. Das HFR-Personal würde auf diese Weise zu «Staatspersonal zweiter Klasse» degradiert.  

Weshalb also nicht alle Staatsangestellten auf dieselbe Stufe degradieren?

Text: Mario Corpataux

Habt ihr Antworten auf die Fragen? Teilt uns diese jetzt mit...

Rechtschreibung

Meinst du "jemand(-en)"?

Regelmässig suchen Leute auf Facebook jemanden, der etwas verkauft / sucht / weiss / hat oder was auch immer. Sie suchen "jemanden", schreiben im Dialekt aber "eber" statt "epper" oder "öpper". Liebe Leute, ein Eber ist ein männliches Schwein!

Und ein männliches Schwein kann weder im Juli für ca. 10 Tage deine Katze hüten, noch weiss er, was du deiner 30- bis 40-jährigen Tante schenken könntest. Er hat auch keinen Tipp, wo man Tartarenhut essen kann (er ist höchstens ein Teil davon). Er hat kein Interesse an deiner Velostange, deinen Berlin Tag und Nacht Staffeln und deiner zu klein gewordenen Jeans. Er hat keine Arbeit zu vergeben, keine Innenraumbeleuchtung für dein Auto und ganz sicher auch kein Laufgitter (Schweine können sofort nach der Geburt laufen und brauchen so etwas nicht). Er weiss nicht, wo man grüne Weihnachtskugeln kaufen könnte, kennt sich nicht mit Neurodermitis aus (Schweine haben das nicht) und kennt 100 % sicher keinen anderen Eber, der Wimpernverdichtung oder -verlängerung mit Perlen drauf macht!

Das einzige, was Eber (oder ihre Baby-Schweinchen) vielleicht brauchen könnten, ist das hier:

PS: Falls du jetzt denkst, dass die genannten Beispiele frei erfunden sind, müssen wir dich leider enttäuschen. Die sind alle echt (auch der mit den Wimpern... mein Liebling übrigens!). Was man in Mami-Facebookgruppen neben ganz viel überteuertem Ramsch und ein paar wenigen nützlichen Sachen nicht alles findet...

Ein Brief an den Blick

"Lieber BLICK, Heitenried ist kein Kaff"

Wer hat diesen Text im Blick zu unserem frischgebackenen Schweizermeister Michel Aebischer gesehen? Die ganze Schweiz natürlich... Die grosse Tageszeitung mit den fünf Buchstaben nennt den Geburtsort des Heitenrieder YB-Spielers darin ein "Kaff". Ein "Kaff". Eine unverschämte Frechheit! Wir haben uns entschieden dem Blick einen Brief zu schreiben.

Lieber Blick

Heitenried ist kein Kaff!

Gemäss Wörterbuch ist ein Kaff ein kleiner, langweiliger Ort. Das ist Heitenried mitnichten. Heitenried, Heitenried ist - wie sollen wir es sagen - Heitenried ist eben Heitenried. Klein, aber fein. Langweilig ist Heitenried aber sicher nicht! Immerhin hat es in Heitenried alles, was es in der meisterlichen Stadt Bern auch gibt. Das wollt ihr uns nicht glauben? Hier der Beweis: Bern hat das Münster, Heitenried die St. Michael Kirche; Bern hat Bären, Heitenried hat Kühe; Bern hat den Loeb, Heitenried den Volg; Bern hat YB, Heitenried Seisa 08; Bern hat Alec von Graffenried, Heitenried Bruno Werthmüller; Bern hat das Bundeshaus, Heitenried das Vereins- und Kulturhaus; Bern hat die Reitschulhalle, Heitenried hat auch eine Reitanlage (?!); Bern hat die Aare, Heitenried die Sense; Bern hat den Gurten, Heitenried das Schlossholz; Bern hat das Du Théâtre, Heitenried den Gasthof St. Michael; Bern hat das National, Heitenried hatte den Sternen; Bern hat zu viele Zürcher, Heitenried zu viele Berner; Bern hat das Dahlhölzli, im Heitenrieder Hölzli gibt es auch komische Vögel. Noch Fragen? Von Langeweile kann keine Rede sein.

Wenn Michel Aebischer jetzt aus Selgiswil, Wiler vor Holz oder Schönfels kommen würde, dann hätten wir den Ausdruck "Kaff" mit der Faust im Sack verkraften können. Aber der YB-Mittelfeldspieler kommt aus dem Dorf selbst, aus der City sozusagen.

Heitenried wurde in einer skippr-Abstimmung vor einem Jahr zur drittschönsten Gemeinde Deutschfreiburgs gewählt. Dies ein Detail am Rande. Und ganz ehrlich: in einem "Kaff" gibt es keine so "gailen Sieche" wie diejenigen, die nach dem YB-Meistertitel im Dorfkern von Heitenried stolz dieses Plakat aufgehängt haben:

Hätten die Heitenrieder/innen eine Anbindung ans Schweizerische Bahnnetz oder eine Autobahneinfahrt, dann hätten geschätzte 30 Personen am Tag nach der Veröffentlichung des Artikels vor euren Lokalitäten protestiert.

Lieber Blick, Heitenried ist kein "Kaff". Eine Berichtigung wäre angebracht!

Im Namen vieler Heitenrieder/innen 

Das skippr-Team

Du blödi Morchla

Wenn man es in diesen Tagen bei einem Spaziergang im Wald rascheln hört, dann muss es nicht unbedingt ein Reh sein, das man aufgeschreckt hat. Ab sofort kann man im Wald nämlich wieder eine ganz andere Spezies sichten. Den Pilzsammler. Ja, genau. Es ist Morchelnzeit. Morcheln sind nicht nur die feinsten Pilze der Welt, sondern auch diejenigen, die wohl am schwierigsten zu finden sind. Wir sind davon überzeugt, dass genau darum der Sensler Ausdruck "Du blödi Morchla" entstanden ist. 

Dieses Foto stammt aus der Gemeinde Alterswil und ist Beweis genug, dass es in unserer Region Morcheln gibt. Die Suche ist aber extrem schwierig. Erstens weiss man nicht genau wo sie wachsen und zweitens sind sie auf dem Waldboden schwer zu sehen. Darum eben "Du blödi Morchla".

Es gibt aber auch Glückspilze. Eine skippr-Mitarbeiterin hat im letzten Jahr im Garten Rinde gestreut und durfte nun Anfangs Frühling diese Überraschung entgegen nehmen:

Im Kühlschrank sah das Ganze dann so aus:

Wir gehen schwer davon aus, dass man aufgrund solcher Morchel-Funde eine Person, die wirklich viel Schwein im Leben hat, einen Glückspilz nennt.

Auf geht die Suche. Viel Spass auf der Pirsch nach Morcheln.