Einfach so, 2500.- weniger auf dem Konto

Mein Auto, ein bisschen in die Jahre gekommen, irgendwie ein Schrotthaufen, aber immer noch wahnsinnig charmant und…tiptop fahrtauglich. So, mein Schätzchen musste, mit fortschreitendem Alter immer wie häufiger, in den Service. Drei Tage musste «es» bleiben. Für diese Zeit versprach mir der Garagist einen Ersatzwagen und meldete kurzerhand einen temporären Halterwechsel beim Strassenverkehrsamt an. So war ich für diese drei Tage Besitzer eines fast nigelnagelneuen Hybrid-Autos. Ich sage euch, dieser war so leise, dass ich kaum wagte, meine neue Gustav CD laut auf zu drehen. Quasi Ehrfurcht vor der Ruhe.

Meine drei Tage verflogen im Fluge und ich gewöhnte mich ganz gut an die meditative Stille im Inneren des Hybrids. Er war wirklich ganz angenehm zu fahren. Die Vorfreude auf mein altes Schätzchen hielt sich somit in Grenzen und ich war leicht enttäuscht, als es hiess: «Heute um 17 Uhr kannst du dein Auto abholen kommen». So stellte ich mich also ein auf die letzten Runden mit meinem «neuen» Baby. Die letzte Kurve ein bisschen schneiden und dann mit Vollgas in die Einfahrt der Autogarage. Bääääng! Scheisse, war da wohl ein Strassenpfosten im Weg (respektive leicht neben dem Weg)?

«Da ist wohl etwas in die Quere gekommen», meinte der Mech lockerlässig. Stosstange, Lichtverkleidung, Farbe, das macht dann 2475.- Stutz, bitte. Nach einem kurzen «schliifts?» besinnte ich mich wieder - für solche Fälle gibt’s ja zum Glück Versicherungen, dachte ich mir und rief gleich meinen Versicherungstypen an… Ein weiteres «schliifffts» folgte. Und noch eins...

Auflösung: Da mein Ersatzliebling temporär auf meinen Namen lautete, war da NIX von Garagennummer und Versicherungshaftpflicht der Garage. Schlimmer noch, meine persönliche Versicherungspolice für den alten Schrotthaufen, der ja glücklich und kratzerfrei in der Garage stand, war nun temporär für den Neuwagen gültig. Und für den Schrotthaufen hatte ich natürlich keine Vollkaskoversicherung – wieso auch? Die Folge ist jedermann bekannt: Der von mir zugefügte Schaden ist in der Teilkaskoversicherung nicht abgedeckt! Jaaaa bravo.

Mein Fazit: Zum Glück erhielt ich kein Ferrari als Ersatzfahrzeug.

Marcel Schori, talentierter Deutschfreiburger Jungkoch & Mitglied der Schweizer-Kochnationalmannschaft

Marcel Schori ist talentierter Jungkoch und arbeitet als Patissier bei Swiss Pastry Design in Rüeggisberg. Er ist 22 Jahre alt, Preisträger vom Kochwettbewerb «La Cuisine des Jeunes» und hat einen spannenden Herbst vor sich: Im Oktober nimmt er mit der Schweizer Kochnationalmannschaft an der IKA/Olympiade der Köche in Erfurt teil und ist nominiert für den Gastrostern 2016. Er berichtet skippr exklusiv von seinen bevorstehenden Abenteuern.

Marcel, erzähl uns doch kurz etwas zu deinem Werdegang.

Aufgewachsen und bis zur 5. Klasse zur Schule gegangen in Muntelier, absolvierte ich den Rest der obligatorischen Schulzeit in Tafers und anschliessend die Kochlehre im Restaurant Landhaus in Liebefeld. Auch beim Militär entschied ich mich für die Küche: in der RS war ich Gruppenkoch, als Unteroffizier Küchenchef und dann habe ich noch den Lehrmeisterkurs gemacht. Danach arbeitete ich eineinhalb Jahre als Sous-Chef im Restaurant alpha thun. Während dieser Zeit habe ich regelmässig an Kochwettbewerben teilgenommen und schliesslich dadurch den Sprung in die Schweizer Kochnationalmannschaft geschafft.

Wow, wie kommt man denn in die Kochnationalmannschaft?

Ich wollte eigentlich ursprünglich den Patisserie Part in der Juniorennati übernehmen und hatte dafür den Patissier-Weltmeister und Patisserie-Coach der Nati Rolf Mürner kontaktiert. Er hat mir viele wertvolle Tipps gegeben und mir ein Jobangebot gemacht. Seither arbeite ich bei ihm im Swiss Pastry Design in Rüeggisberg. Er hat mich dazu bewegt, die Juniorennati quasi zu überspringen und es sofort in der „richtigen“ Nati mit den Grossen zu versuchen. Seit diesem Jahr bin ich dort Mitglied. Vom 22. bis 25. Oktober 2016 werden wir an der IKA/Olympiade der Köche in Erfurt gegen die internationale Kochelite antreten.

Wie läuft denn so eine Koch-Olympiade ab?

Es gibt verschiedene Disziplinen, genannt Programme. Neben über 30 Nationalmannschaften nehmen auch Jugendnationalteams, Regionalmannschaften etc. teil. Ein Team besteht aus sechs aktiv kochenden Mitgliedern und bis zu vier Helfern. An einem Tag werden die Programme „Kochkunst“ und „Patisserie“ präsentiert. Hier geht es darum, einerseits Fingerfood, Schauplatten, Vorspeisen etc. und andererseits ein Schaustück, verschiedene Desserts sowie eine Platte mit Pralinen, etc. vorzuführen. Bewertet werden Präsentation und Innovation, Zusammenstellung, Zubereitung sowie Servieren und Anrichteweise. Am anderen Tag wird beim Programm „warme Küche“ ein 3-Gang-Abendmenü für 110 Personen vor den Augen der Besucher zubereitet. Die Hauptzutaten sind vorgegeben und das Team kann dazu Spezialitäten ihres Landes herstellen. Ein Teil des Menüs darf vorbereitet mitgebracht werden, der Rest muss in der Wettbewerbsküche mit den dort vorhandenen Utensilien produziert werden. Hier zählen neben dem Geschmack auch Mise en place, Zubereitung, Service und Präsentation.

Zur Info: Tickets für die warme Küche der Schweizer Kochnati sind leider bereits ausgebucht. Wer die begleitende Gastronomiemesse „inoga“ besuchen möchte, findet mehr Infos unter www.inoga.de.

Wie bereitet ihr euch auf diesen Event vor?

Wir alle vom Natiteam arbeiten Vollzeit und müssen in unserer Freizeit für diesen Wettkampf trainieren. Seit Januar laufen die Vorbereitungen, jeden Monat machen wir einen Probelauf der warmen und kalten Programme. Das Niveau an der IKA/Olympiade der Köche ist sehr hoch, alles muss perfekt sein. Ab dem 18. Oktober sind wir dann in Erfurt. Die Lebensmittel nehmen wir übrigens alle aus der Schweiz mit.

Gleichzeitig findet ja in der Schweiz am 24. Oktober die Nacht der Gastronomen statt, wo du für den Gastrostern 2016 nominiert bist. Wie kommst du dazu?

An der „Nacht der Gastronomen“ der Hotel & Gastro Union werden aktuelle Wettbewerbsgewinner nochmals gewürdigt. Für den Award „Gastrostern“ nominiert sind diverse Preisträger vom vergangenen Jahr. Im September 2015 hatte ich den Kochwettbewerb «La Cuisine des Jeunes», den begehrten Nachwuchspreis für Schweizer Jungköche, gewonnen. Die Gewinner werden im Publikumsvoting per Facebook und SMS ermittelt (siehe Ende Beitrag).

Die Rangordnung in der Küche ist klar festgelegt, sagt man. Kannst du das bestätigen?

Es kommt ganz auf das Haus an und kann nicht verallgemeinert werden. Ich habe schon verschiedenes erlebt. Bei Swiss Pastry Design in Rüeggisberg, wo ich aktuell arbeite, gibt es den Chef und danach sind alle etwa gleich gestellt resp. nach Posten unterteilt: die, die Pralinen machen und die, die für Mousse und Gebäck zuständig sind. Daneben gibt es Teilzeitmitarbeiter und Aushilfen.

Was kochst du am liebsten?

Das werde ich oft gefragt. Ich habe kein eigentliches Lieblingsgericht. Mein grosses Hobby sind Kochwettbewerbe, weil ich da alles zusammenstellen kann, wie es mir gefällt.

Zauberst du zu Hause auch so ausgefallene Kreationen oder magst du es lieber einfach?

Zu Hause habe ich es gerne einfach und bodenständig. Es darf auch mal eine Tiefkühlpizza sein (lacht). Ich bin meistens einfach froh, wenn ich nach Feierabend oder in meiner Freizeit nicht noch lange in der Küche stehen muss. Anders ist es natürlich, wenn ich Gäste habe oder wenn ich etwas ausprobieren will.

skippr wünscht Marcel alles Gute mit der Kochnati bei der Olympiade sowie beim Gastrostern und drückt die Daumen!

Helft mit und unterstützt Marcel mit eurer Stimme: Sendet eine SMS mit dem Text 'HGU 22' an 4636 oder gebt dem Bild auf der Facebook-Seite von skippr ein "Gefällt mir".