Hommage und Aufruf!

Lichterlöschen im ROCK

Das Rock Café in der Stadt Freiburg schliesst nach 25 Jahren auf Ende Jahr hin seine Türen. Dies geben die Besitzer in einer Pressemitteilung bekannt. Freiburg ohne Rock Café? Unvorstellbar, oder? Wir winden dem Rock ein kleines Kränzchen in Form einer Hommage.

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Die Stadt Freiburg ohne Rock? Unvorstellbar. Eine kleine Hommage.

Das Rock ist seit 25 Jahren DIE Anlaufstelle für Nachtschwärmer im Kanton Freiburg. Seit zweieinhalb Jahrzehnten führen für Partynudeln und Nachtaktive nicht alle Wege nach Rom, sondern ins Rock. Lust, das Tanzbein zu schwingen morgens um 2 Uhr? Rock. Fiduz, noch einen über den Durst zu trinken um 3 Uhr? Rock. Bock auf einen Schlaftrunk gegen 4 Uhr? Rock. Kleiner Hunger nach einer feuchtfröhlichen Nacht um 5 Uhr? Rock.

Das Rock Café hat in der Stadt Freiburg Kultstatus, auch wenn sich in den vergangenen Jahren die Ausgangsgewohnheiten geändert haben und die besten Zeiten des Nachtlokals soweit zurückliegen wie Jeansjacken und Föhnfrisuren. Mit dem Rock verliert Freiburg das wohl bekannteste Nachtlokal - früher nannte man solche Lokale noch Disco - der Geschichte des Kantons.

Das Team vom Rock Café bedankt sich in der Pressemitteilung bei allen Freunden, Gästen usw. Das ist anständig und sehr bodenständig. Es ist aber an uns Gästen, den Betreibern zu danken. DANKE ROCK CAFE für die unvergesslichen 25 Jahre!

Wenn das Rock Café doch nur Geschichten erzählen könnte. Wir sind uns sicher, dass daraus einige Bestseller entstehen würden... Nun gilt es einzig zu hoffen, dass aus dem Rock Café ein neuer Club entsteht, der wenigstens den Charme des Rocks weiterträgt.

Teilt uns eure Lieblingsgeschichte, die ihr im Rock erlebt habt mit auf info@skippr.ch. Wir werden die Geschichten selbstverständlich anonymisiert und ganz neutral zu einem Folge-Blog verarbeiten.

Carte Blanche #29

Die Swisscom – Kommunikationspezialistin in Erklärungsnot

Ein nicht sehr regionales, aber bei sehr vielen deutschfreiburger Kunden bekanntes Thema: Der Telekommunikationsanbieter Nummer Eins in der Schweiz, der am Ende immer noch Monopolist, das ehemalige erste T der PTT – und seine Geschäftspolitik.

Es war Spätsommer. In den Skandinavien-Ferien habe ich mich wieder einmal so richtig über mein Telekommunikationsabonnement geärgert. Zwar konnte, sollte, musste man dort auch kleinste Beträge mit der Kreditkarte bezahlen, dafür war W-Lan Mangelware. Das Dilemma nahm seinen Lauf: Mails checken, W-Lan weit und breit nicht verfügbar, Roaming von Aus ganz kurz auf Ein, und schon packt die Swisscom ein 10 MB-Paket für CHF 4.50 aus. 10 MB sind schnell durch und schon öffnet sich automatisch und ohne Vorankündigung das nächste Paket. Fieserweise muss ein angebrochenes Paket innerhalb weniger Tage aufgebraucht werden, sonst verfällt der Betrag zugunsten – ja, zugunsten wessen wohl??? Und dann soll mir noch jemand erklären, wie man genau, oder auch nur annähernd, 10 und nicht 10,01 MB aufbrauchen soll, um nicht schon wieder das nächste Datenpaket anzutasten? So wird man ja zum Surfen gezwungen.

Also beschäftigt man sich mit seinem Abo und muss feststellen, dass es zum beinahe gleichen Tarif ein neueres Angebot gibt: mit der sechsfachen MB-Surfleistung pro Monat, Gratistelefonie in der ganzen Schweiz gegenüber 70 Rappen pro Anruf, alle SMS und MMS innerhalb der Schweiz kostenlos und jede Menge Gratis-SMS und -MMS fürs Ausland gegenüber mickrigen 50 Gratis-SMS/Monat in der Schweiz.

Man könnte denken, dass dies nicht möglich sein sollte, aber es kommt noch dicker

Im Swisscom-Shop in Düdingen: Auf meine Frage, weshalb der Anbieter nicht automatisch den Abonnenten darauf aufmerksam mache, wenn ein für ihn vorteilhafteres Abo erhältlich ist, antwortet der Zweitlehrjahrstift (vorher hat die ihn begleitende Erstlehrjahrstiftin noch gemeint, dass dies doch selbstverständlich sein sollte), dass ich seit über zwei Jahren nicht mehr im Shop gewesen sei, und mich deshalb niemand auf das neue Angebot hätte aufmerksam machen können.

Und wenn es nun nicht zu meinen Hobbies zählt, immer die neusten Smartphones besitzen zu müssen oder die verschiedenen Schweissmarken im Shop gemischt mit Hartplastikdüften zu erschnüffeln? Bin ich es dann nicht wert, eine automatisch generierte Nachricht mit den neuen Abo-möglichkeiten zu erhalten – so wie man doch auch sonst in jeder und für jede Lebenslage von der Swisscom mit Aktions-Mails und -SMS zugemüllt wird? So wie genau jetzt, um 14.27 Uhr, während des Fertigschreibens dieser Kolumne, eine Mail mit dem passenden Titel eintrifft: Die grössten Tops und Flops in 20 Jahren Swisscom. Hä!?! Haben die nun auch noch übersinnliche Kräfte? Oder bin ich verwanzt, werde ich abgehört vom Schweizerischen Nachrichtendienst, auch bekannt als Swisscom?  

Wie das neue, vorteilhaftere Angebot genau heisst, will hier nicht beworben werden. Sicherlich gibt es andere Anbieter mit noch vorteilhafteren Tarifen. Und jetzt ärgere ich mich noch mehr, weil ich den Schritt von diesem monopolhaften Anbieter weg wieder nicht geschafft habe.

Text: Mario Corpataux

Carte Blanche #28

Ich bin hier der Chef!

Während Jahren habe ich in den verschiedensten Varianten von meiner Freundin folgenden Satz gehört: "Du bist vielleicht der Chef im Büro, aber zuhause bin ich der Chef". Nun hat sich das Blatt endlich gewendet. Die Stadt Freiburg hat letzte Woche einen Brief an unseren Haushalt gerichtet und dort steht unter meinem Namen der Titel: "Chef de ménage"! Hier der Beweis:

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Himmelhoch jauchzend, jubilierend, ja sogar zu Tränen gerührt, freute ich mich auf die Heimkehr meiner Freundin vom Einkaufen, um ihr das Schreiben nicht nur unter die Nase, sondern richtiggehend ins Gesicht zu reiben. "Chef de ménage!" Ich bin hier der Chef, sagte ich ihr gefühlte 999 Mal. Und auch beim 999. Mal fühlte sich der Begriff "Chef de ménage" auf meinen Lippen noch immer an wie der erste Kuss in meinem Leben.

Im ersten Moment war ich der Stadt Freiburg für dieses Schreiben von ganzem Herzen zu Dank verpflichtet und dachte mir: Wenn ihr wollt, liebe Gemeinderäte, dürft ihr in diesem Jahr auch die Steuern ins Unermessliche erhöhen. Solange ihr mich mit "Chef de ménage" anschreibt, ist mir eine Steuererhöhung recht. Auch mit einer Chef de ménage-Steuer könnte ich selbstverständlich leben...

Den Brief habe ich vor Angst, dass meine Freundin ihn vernichten könnte, übrigens 100 Mal kopiert, in drei verschiedenen Clouds abgespeichert und ihn mir auf meine drei verschiedenen E-Mail-Adressen geschickt. Zudem habe ich das Original vom Notar beglaubigen lassen und dieses in einem geheimen Bankschliessfach hinterlegt.

Von den 100 Kopien bleiben mir übrigens aktuell noch 22. Der Grund? Jedes Mal, wenn meine Freundin mir zu Hause irgendeine Vorschrift machen will (z. B. "Lass deine Jacke nicht auf dem Küchenstuhl liegen", "Lauf nicht mit deinen Joggingschuhen durch die Wohnung" oder "Lass deine dreckigen Kleider nicht auf dem Kleiderkorb liegen" usw.), lege ich ihr eine Kopie mit der Anschrift "Chef de ménage" vor, welche jeweils umgehend im Abfall landet.

Was danach passiert, ist unschön, könnt ihr euch selber vorstellen und möchte ich nicht in aller Öffentlichkeit verarbeiten. Soviel sei jedoch jedem Mann mit auf den Weg gegeben: Wenn ihr jemals ein Schreiben mit der Anschrift "Chef de ménage" erhalten solltet, dann trotzt der grossen Versuchung, es eurer Freundin vorzuhalten, sondern vernichtet es. Vernichtet es!

Autor: Der Verfasser des Textes möchte anonym bleiben, da er vor den Konsequenzen und den möglichen Strafen seiner Freundin Angst hat.

Carte Blanche #27

Ein Hörspiel über die Sensler

Wy cha mù d Seisler, Gottéron, as Radio-Hörschpǜü, d Zwǜspraachigkiit ù d Hörbschtfeerie zämebringe? Ganz iifach – mit ara Carte Blanche bi Skippr ;-)

De Endspurt lùùft, i fröye mi ryysig. Vom erschte Kapitù «Dasch itz awä nid de Hammer gsyy» bis zùm lötschte «As Träänli im Ùùgewinkù» git es vom 23. Oktober bis zùm 21. November im ganze 22 Tiile vom a Hörschpǜü ùf RadioFR. Ebe, mengisch «hiis d Seisler böös», bim Schryybe ù Entwickle, bim Beschpräche ù Organisiere, bim Uufnää ù Schnyde, bim Gschtaute ù Naabessere, bim Mengisch-no-iinisch-vo-voor-aafaa. Das gits aus!

«D Seisler hiis böös – Hörspiel» isch a Wytterentwicklig vo Buech ù CD, wo im Ustaage usachoo sy. As par ganz nüi Dialöög ù Gschǜchte, as paar ander, wo im Buech o sy.

Ù äbe apropos «usachoo». Da sy mer itz bi Gottéron, wo o im Hörschpǜü vorchùnt. Loset! De Hotline-Berater Toni Schöpfer nǜmmt hie graad de Höörer ab.

– Hotline «Wortschwau hoch drüü».

– Sälü, Toni. Auso dùù, di Wäutsche: Di chii auso nùme iis Wort ùf Schwytzertütsch.

– Ù das wee?

– «Use!», brüele si gnǜsslich, we am Gottéronmatch de Gägner a Straaf bechùnt.

– Ja, settig Wörter leert mù haut ringer aus komplizierti Grammatik.

– Aber «use» isch scho chli weenig. Vor alùm sääge d Seisler ja «usi». D Fääns müessti doch «usi» brüele, de leerti di Langnauer Tigere oder d Genfer Adler oder d Zürcher Löye wenigschtens Seislertütsch, we si ùf de Strafbank hocke…

Genau. Ù drùm bitte, liebi Seisler am Gottéron-Match: Wen es scho schaadefrǜǜdig ù destruktiv muess sy – de tüe mer nis doch fùr amaau nid aapasse a di Wäutsche oder a d Bärner. De tüe mer härzhaft «usi» brüele! Müesset de ggùgge, wy di Ùswärtige ùf ds Maau Seislertütsch leere.

Guet, das wees…

Ou neei, itz hetten i fasch vergässe d Hörbschtfeerie yyzbue! Ebe, gniesset di Feeriezyt, dii wo hii. Oder o dii, wo daablyybe. Nämet as Seisler Wort mit ùf anas sùnigs Benkli, chroutschet a wee drùf ùma, chǜschtigets no bitz, ggùggets aa, loset, chaflet, gschpǜret ù schmeckets – as tuet ifach guet. Ja, das köört auz üüs! Ù d Uussicht ùf ds Seiselann passt dezue wy d Pfuuscht ùf ds Ùùg.

Pfuuscht ùf ds Ùùg – isch daas iigentlich positiv oder negativ?

Härggott, d Seisler hiis haut glyych böös…

Text: Christian Schmutz 

 

 

Gottéron-Blog

Ein Brief an Philippe Furrer

Der Nationalverteidiger Philippe Furrer gastiert am Freitag mit dem HC Lugano in der BCF-Arena. Der 32-jährige Verteidiger wechselte nach drei Meistertiteln mit dem SC Bern auf die Saison 2015/2016 hin ins Tessin und führte die "Bianconeri" auf Anhieb in den Playoff-Final. Philippe Furrer gehört seit Jahren zu den besten Verteidigern auf Schweizer Eis. Nun, sein Vertrag in Lugano läuft Ende Saison aus und es sieht danach aus, dass er wieder auf die andere Seite des Gotthards zügeln möchte. Philippe Furrer wäre genau der Spieler, der aus einem guten Gottéron wieder ein GROSSES Freiburg-Gottéron machen könnte. Das Problem: Philippe Furrer hat sich in der Vergangenheit dahingehend geäussert, dass er sich nicht vorstellen könne in Freiburg zu spielen. Um ihn umzustimmen, schreiben wir ihm aus der Sicht der Gottéron-Fans einen leicht übertriebenen Brief:

 

Lieber Philippe

Das Gottéron-Trikot steht dir gut. Wir wollen dich nicht unter Druck setzen, zu etwas drängen oder gar nötigen... aber wenn du nicht zu Freiburg-Gottéron wechselst, dann, dann, ja dann...  Eine Frau aus Bösingen, ein schönes Haus in Kerzers und viele Freiburger Freunde, setzt dich also erst gar nicht mit Biel oder Lausanne auseinander, sondern setz dich seelenruhig und ganz gemütlich ins gemachte Nest Namens Freiburg-Gottéron. 

Argumente dagegen gibt es übrigens keine. Titel dürften dich nur bedingt reizen, da du mit dem SCB bereits eine Handvoll gewonnen hast. Geld sollte auch kein Argument sein, da du den Goldesel Lugano sicherlich in den letzten beiden Jahren gut melken konntest und wir in Freiburg zwischenzeitlich auch ansprechende Löhne zahlen. Was du suchst, kann also eigentlich nur eine neue Herausforderung sein. Gottéron wäre für dich nicht nur eine Herausforderung, sondern viel mehr! In Freiburg kannst du dich unsterblich machen. Glaub es uns: Ein Meistertitel mit Gottéron hat einen Wert von 10 Titeln mit dem SC Bern.

Schliesse kurz die Augen und blicke 25 Jahre in die entfernte Zukunft, lieber Philippe. Mit 57 Jahren schlenderst du an einem schönen Sonntagnachmittag mit deiner Frau durch die Stadt Freiburg. Deine drei Töchter studieren zu diesem Zeitpunkt bereits an der besten Schweizer Uni, an der zweisprachigen Université de Freiburg. Zuerst läufst du am Place Georges Python und damit am Meister-Denkmal der Saison 2019/ 2020 vorbei. Kurz verdrückst du dir eine Freudenträne bevor du die Rue Philippe Furrer (heute Rue de Lausanne) hinunter läufst. Danach nimmst du den Trolley-Bus der TPF in Richtung St. Léonard, der auch 23 Jahre später noch immer das Team-Foto der Meistermannschaft trägt. Bereits im Bus siehst du aus der Ferne die 12 Meter grosse Philippe Furrer-Statue vor der etwas in die Jahre gekommenen BCF Arena, die beim Meistertitel noch brandneu war. Vor der Statue stehen wie an jedem Sonntag dutzende Gottéron-Fans und huldigen gut zwei Jahrzehnte später noch immer deine Leistungen. Nun öffne die Augen lieber Philippe und erklär uns, warum du nicht zu Gottéron wechseln möchtest? Genau! Es gibt keine Argumente gegen die Drachen. Im Gegenteil. 

Wir Gottéron-Fans bieten und versprechen dir zudem Folgendes:

1. Einen Fangesang, der zu deinen Ehren komponiert wird. Etwas mit "Philippe Furrer, Philippe Furrer, Philippe Furrer dù büsch a gaila Siech". Reto Von Arx wird es uns nicht Übel nehmen.

2. Mind. 10 Mal pro Saison nach dem Spiel deinen Namen zu skandieren, um dich für die Ehrenwelle in die Fankurve zu bitten. Du darfst in Anlehnung an den Kiwi-Dance auch einen eigenen Tanz erfinden.

3. Die Deutschfreiburger Gottéron-Fans lernen den "Welschen" wie man deinen Nachnamen ausspricht, damit dein Nachname nicht der Bezeichnung des wohl fürchterlichsten Menschen der Geschichte ähnelt.

4. Über Eigentore wie dasjenige an der WM 2008 im Dress der Schweizer Nationalmannschaft nur 3-4 Wochen zu lachen.

5. Tag und Nacht für dich und deine Familie da zu sein. Will deine "Madame" Abends um 23:15 Uhr Meringues mit Double Crème, eine deiner Töchter zum Z'Morge um 6:20 Uhr einen Gâteau de Vully oder ein Cousin in Bern endlich Mal ein paar "Seislerbrätzele"... wir Fans organisieren es.

Sag JA zu Gottéron und wir Fans werden dich, lieber Philippe, auf Händen tragen.

Deine Gottéron- und in Zukunft hoffentlich auch Furrer-Fans