Wir wollen den EHC Biel 

EV Zug, EHC Biel oder HC Lugano? Das ist hier die Frage. Vor der letzten Qualifikationsrunde ist der Viertelfinal-Gegner von Freiburg-Gottéron unbekannt, wie der Vater eines Strassenköters. Es könnte die Bulldogge aus dem Steuerparadies, der Pudel aus dem Uhrenland oder der Windhund aus dem Sonnendach der Schweiz sein.

Die skippr-User haben in den vergangenen Tagen abgestimmt, welchen Gegner sie im Viertelfinal gegen ihre Drachen spielen sehen möchten. Die Antwort ist klar: der EHC Biel soll es sein. Insgesamt 80% der Gottéron-Fans wünschen sich das Team von Antti Törmänen als erste Playoff-Hürde. Es scheint, als die Bieler - der Pudel aus dem Uhrenland - als schwächster Gegner eingestuft wird. Doch stimmt dies auch mit den Statistiken überein? Ja. In der diesjährigen Qualifikation hat die Mannschaft von Mark French immerhin drei von vier Spielen gegen den EHC Biel gewonnen. Gegen den EV Zug und den HC Lugano ist die Bilanz in dieser Saison jedoch auch nicht von schlechten Eltern, da Freiburg-Gottéron jeweils zwei von vier Partien gegen die Innerschweizer und die Tessiner gewonnen hat.

Schaut man jedoch die letzten 10 Spiele gegen die potentiellen Viertelfinalgegner an, zeigt die Statistik ein noch deutlicheres Bild, dass der EHC Biel den Wunschgegner darstellen muss:

Freiburg-Gottéron - EHC Biel        7 Siege / 3 Niederlagen

Freiburg-Gottéron - EV Zug          2 Siege / 8 Niederlagen

Freiburg-Gottéron - HC Lugano     3 Siege / 7 Niederlagen 

Aufgrund dieser Statistik scheint der EHC Biel in der Tat ein Lieblingsgegner von Freiburg-Gottéron zu sein. Damit die Drachen im Viertelfinal auf die Bieler treffen, benötigen sie im letzten Qualifikations-Match gegen den HC Lausanne unbedingt einen Sieg. Geht das Heimspiel gegen die Waadtländer verloren, dann kommt es im Viertelfinal zum Strassenkampf gegen den EVZ. Bei einem Sieg, welcher auch hinsichtlich der Vorbereitung auf die Playoffs wichtig wäre, hängt der Name des Vierteilfinal-Gegners von den Resultaten aus den Spielen HC Lugano - HC Davos und ZSC Lions - EHC Biel ab.

 

Die Gottéron-Fans dürfen sich bereits zweierlei Dinge sicher sein. Erstens wird Freiburg-Gottéron in den Playoffs für alle Teams ein unangenehmer Gegner und kann sowohl den EVZ, den EHCB oder den HCL in die Schranken weisen. Zweitens - und das ist die Kirsche auf der Torte  - winkt bei einem Halbfinal-Einzug der grosse SC Bern. Der Chronist erinnert hierbei gerne an einen Gottéron-Blog aus dem Monat Oktober 2017 in dem er angekündigt hat, dass in dieser Saison nur Freiburg-Gottéron den SCB auf dem Weg zum dritten Meistertitel in Folge stoppen kann.

Wer ist hier der Beck?

Eigentlich könnte man im Titel auch fragen: «Wer ist hier der Depp?» Wann ist eine Backware handgemacht? Und wann darf man sie als «frisch vom Beck» bezeichnen?

Als ob wir nicht schon oft genug hinters Licht geführt würden von Brotbackduftzerstäubern oder Backmischungen voller Chemie, welche die Teigherstellung zwar revolutionär vereinfachen, aber eben auch nichts mit einem richtig gereiften Teig zu tun haben. Brot, das wegen Beigabe von Zusatzstoffen nach Monaten noch irgendwie knusprig ist und niemals schimmelt, leider aber schon einen – oder am selben – Tag nach dem Backprozess nach nichts mehr schmeckt?

Bei Lidl in Düdingen steht seit rund zwei Jahren in grossen Lettern auf einem Plakat an der Strassenseite: «Handgemacht und frisch vom Beck» Und die Lidl-Homepage bekräftigt: «Keine Frage – handgemacht schmeckt es am besten.“ Stimmt, aber wieviel ist bei Lidl wirklich handgemacht? Lidl hat tatsächlich richtige Bäckereien engagiert, welche aber nur einen Teil des Angebots liefern. Dieser Teil besteht aus Halbweiss- und Ruchbrot und ähnlichen Klassikern, hält aber keinem Vergleich mit „richtigem“ Bäckerbrot stand. Aber das ist eine andere Angelegenheit. Mehr ist von diesem Grossbäckerbrot auch nicht zu erwarten, schliesslich kostet es zum Teil deutlich weniger als die Hälfte eines richtigen Brotes.

Aber weshalb stehen im «Backraum» der Filiale Düdingen acht Aufbackautomaten und nicht wirklich eine geeignete, genügend grosse Fläche, um einen möglicherweise frisch hergestellten Teig zu kneten und zu formen. Was heisst hier also handgemacht und frisch? Bei Lidl in Düdingen kommen Kleinbackwaren, Zöpfe, Baguettes und wer weiss nicht was noch alles aus dem Automaten. Tiefgefrorene Rohlinge werden aufgebacken, in den Ofen geschoben – natürlich von Hand. Wie man sich hier mit dem Begriff «Frische» brüsten kann, ist mir ein Rätsel und es wäre zu prüfen, ob «handgemacht und frisch vom Beck» als Werbeslogan nicht gerichtlich verboten werden müsste, wenn nur ein Bruchteil des Angebots frisch und handgemacht ist. Mehl in die Augen streuen nennt man das.

Lidl steht hier nur stellvertretend, aber als überaus offensives Werbebeispiel, für alle Grossverteiler und ihre Aufbacksystematik. Ich vertraue weiterhin meinen Bäckern Fontana, Waeber, Rappo, Widmer, Schorderet, Suard, Hauser – und dem «Grossen» Manor.

Text: Mario Corpataux

Carte Blanche #42

Lieben heisst Leben

"In allen Bereichen des Lebens können wir lernen das zu tun, was wir tatsächlich tun wollen und zwar weil wir es lieben"

Und mit Lieben im Leben kann ich auch verschiedene Abschnitte in meinem Leben angehen. Da kommt man als Kind, im besten Fall durch und mit Liebe,  in ein Lebenssystem. Und alles was es sieht, muss wohl der „Wahrheit“ entsprechen. Und wir beginnen unser Lebens- Spiel, kreativ und forschen an all den neuen Dingen, denen wir begegnen.

Später als Jugendliche entstehen Gefühle für Körper und Geist. Und je nach Prägung durch Vorleben unseres Umfeldes sind wir uns unserer Macht des eigenen Entscheides bewusst – oder eben auch nicht.

Ein gesundes Selbstbewusstsein entwickelt  inneres Feuer  und verleiht Energie. Ich „will“ oder „will nicht“  ist auch ein Zeichen der Liebe zum eigenen Leben und auch gegenüber zu meinen Mitmenschen. Ich  kommuniziere, versuche, dass mich meine nächsten verstehen – und ich auch sie.

Und  wie wandelbar ich sein darf  – denn es kann geändert werden  wenn  der  Weg  sich so nicht mehr richtig anfühlt.

Zeit sich schenken, alleine zu sein und sich annehmen können – wie viele sind damit überfordert...   .

Ich sehe meinen Fokus und nehme in mir die Lust an der inneren Führung wahr. Mein Egobewusstsein entsteht mit Ueber- oder Unterforderung. Mache ich das richtige im Leben und liebe ich das was ich tue oder tun werde.

In einem  Lebensabschnitt bin ich am Dienen oder  mache gar ein Geschenk an die Welt. Denn ich habe gelernt mit Liebe umzugehen. Habe meine Rolle im Lebenssystem und nutze dessen Beweglichkeit und Auswirkung auf meine Befindlichkeit. Ich finde so auch meinen richtigen Platz bei lieben Menschen und übernehme die Lebens-Verantwortung. Die Verbundenheit unter- resp. mit Gleichgesinnten stärkt Vertrauen und verleiht einem Momente um die Seele baumeln zu lassen.

Meine Liebe und meine Entwicklung hat mich zu einem weiteren Abschnitt des Lebens gebracht. Ich werde weiser - habe ein gereiftes geistiges Bewusstsein. Ich gebe mein Wissen an Menschen in allen Lebenslagen weiter und stärke Sie in Ihrer Entwicklung. Erfahrung sammelt man wenn man sein Leben erlebt. Das Erlebte kann ich weitergeben und jeder kann daraus seinen Teil der Geschichte mitnehmen, der ihm in seinem Leben dient.

Ja und manchmal ist es nicht einfach, die Balance der Liebe zu finden. Aber eigentlich gibt es für die Liebe ja keine Messgrösse.

Lassen wir die Liebe zu. So  steigt zwar die Verletzlichkeit, aber das Gefühl zu lieben und im besten Fall auch geliebt zu werden schenkt Glücksmomente und Zufriedenheit.

 

Text: Monika Jeckelmann

 

Ds Tootemǜgerli - ùs Nachaamig vo de Seisler

Lötscht Hörbscht hii mer bi Radio SRF 50 Jaar Tootemǜgerli gfieret. Allerlei Promis hii mit dùm Schöpfer, im Franz Hohler, ù mit de zweene Sǜffle Schüppelimùnggi ù Houderebäseler aagschtoosse. Ùf as haubs Jarhùndert zuelose, ds Muu offes vergässe, d Wörter zwaar nid verstaa ù glyych druuschoo, was passiert. Das isch a Leischtig!

Das «bärndütsche Gschichtli» isch as Parade-Byschpǜü, wyn es Fremdspraachige chenti gaa. Ma verstiit nid auz, aber irgendiinisch gwaanet mù sich dra ù verstiit de glyych di wichtigschte Sache. Ma leert.

Ds Tootemǜgerli isch aber nid nùme ùs Spiileryy mit erfùnene Wörter interessant, sondern o wäge de Wǜrkig ùf d Tütschschwyzer. I de 1970er- ù 80er-Jaar het daas Gschǜchtli fasch a jeda kennt. Vǜü hiis ùswenig chene ù bim gringschte Verdacht vo Füechtfröölichkiit ùm ds Laagerfüür oder bim Ggaffimache oder so, da het iina aagfange: «Gäuit, wemer da grad eso schön binanger sitze...»

Ds Tootemǜgerli isch zùm Vouksguet choo. Epis, wo d Dütschschwyzer bis hüt verbindt. O Jùngi kenes meischtens no. Ù dä Aalass im Hörbscht z Lùzäärn het ziigt, dass es allerlei Naachaamige ù Nüüschöpfige git. I allerlei Spraache ù Dialäkt. O vo de Musiker Lo & Leduc zùm Byschpǜü gits as Tootemǜgerli, äh Tootemägerli, «wo kei Instagrämli meh wot uf de Rippi haa». Ds Tootemǜgerli hets mit iine i di Social-Media-Gegenwart gschafft (s. Link/Youtube: https://www.srf.ch/play/tv/kultur/video/lo--leduc-totemuegerli-goes-online?id=a6573302-abb0-4a39-850c-c6b1f2230ef2).

Aproppo Dialäkt: A Wùcha nach dem 50. Geburtstag vom Tootemǜgerli isch a Lääserbrief i de NZZ am Sonntag gstane. A ehemaaliga Studiekoleeg vom Franz Hohler het verraate, was de Outor zùm Tootemǜgerli gfüert hiigi: de Schlöörggeler vom German Kolly ùf Seislertütsch! Si hiigi denn zäme a de Uni Zǜrich di Uufnaam vom Phonogrammarchiv aaglosst. Das Ùnverständlicha ù glyych Spannenda i der Gschǜcht, i der ǜberraschendi Spraach, das het ne imponiert. Kis Wùnder hiigi so epis de Hohler määrterlich inspiriert!

Auso stölet nùch das Bǜüd voor: Iina vo de Bärner Tegschte mit dùm grööschte Stouz-Potenziaau (natüürlich näbe Mani Matter ù Polo Hofer) chenti vom Seislertütsche präägt syy!

Jùggerschmaria! As sou de daas niemer de Bäärner ga vùrzöle…

Text: Christian Schmutz

 

Kiki der Spitzbub

Von den Fans wird er liebevoll "Kiki" genannt, von den Gegenspielern respektlos "Fils de purée de pommes de terre" (*das Fluchwort wurde von der Redaktion verharmlost, da der Ausdruck "fils de pute" in einem Gottéron-Blog nichts zu suchen hat).

Ja, ja... bei unserem "Kiki" scheiden sich die Geister. Manch ein Schulmädchen bekommt rote Backen, wenn der Name Killian Mottet fällt. Manch einem gegnerischen Fan platzen beinahe die Adern vor Weissglut, wenn unsere #71 im Torraum ganz unabsichtlich auf den Torhüter stürzt und trotzdem keine Strafe erhält. 

Der 27-jährige Gottéron-Stürmer gehört zu einer rar gewordenen Spezies im Schweizer Eishockey. Die Spezies des Spitzbubs (lateinisch: spitzbubus kilianus mottets). Das Wort Provokateur passt auf Killian Mottet nicht, obwohl er vielleicht auf Schweizer Eis der Spieler ist, der am meisten provoziert. Unlogisch? Nicht wirklich. Um ein klassischer Provokateur zu sein, fehlt dem Gottéron-Flügel die Ausstrahlung eines Bösewichts. Der Begriff Spitzbub passt hingegen wie die Faust von EVZ-Boxer Johann Morant auf das Auge von "Kiki", nach dem Mottet zufälligerweise sich mit seinem Stock zwischen dessen Beinen verhakt hat. Der Freiburger geht nicht wie ein Thomas Rüfenacht vom SCB unter die Haut. Nein, viel schlimmer. Killian Mottet schafft es in deinen Kopf. Der Chronist hat in den vergangenen Jahren mehrere Nationalverteidiger miterlebt, für die das Spiel zur Nebensache wurde, da sie sich auf nichts Anderes mehr konzentrieren konnten, als auf "Kiki". Mottet verhält sich auf dem Eis, wie ein Lausbub in der vierten Schulklasse. Der Lehrer, auf dem Eis der Schiedsrichter, kennt den Brandstifter eigentlich bereits, bevor er überhaupt weiss, dass die Schule brennt. Jedoch will er dies nicht wahrhaben. "Kiki"? Nein, "Kiki" doch nicht... Der Beschuldigte mimt zudem dermassen das Unschuldslamm, dass auch die letzten Zweifel des Lehrers beseitigt werden. Insgeheim ist der Spitzbub jedoch der Ursprung jeden Streichs und jeder Pausenschlägerei. Nachsitzen müssen aber immer die anderen Schulkameraden, da "Kiki" wieder einmal mit einem blauen Auge davon kam.

Killian Mottet hätte jedoch nicht nur aufgrund seiner Rolle als Spitzbub Freiburg-Gottéron gefehlt, hätte er seinen Vertrag letztes Wochenende nicht um zwei Jahre verlängert. Es gibt zwei weitere wichtige Gründe, weshalb die Gottéron-Fans wirklich ab der Vertragsverlängerung aufatmen können. Einerseits spielt Killian Mottet aktuell seine beste Saison im Trikot der Drachen. Mit 25 Skorerpunkten ist er sieben Spiele vor Quali-Schluss nur fünf Zähler von seiner Bestmarke entfernt. Aber auch wenn er die 30er-Marke wohl nicht erreichen wird, sind seine Leistungen mit einer +-0 Bilanz und nur 18 Strafminuten als Steigerung gegenüber den vergangenen Jahren zu werten. Anderseits ist Killian Mottet ein waschechter Freiburger. Nach dem Abgang von Andrea Glauser war es darum von Wichtigkeit wenigstens "Kiki" in Freiburg halten zu können.

Spielertypen wie "Kiki" dürfen in der Schweiz nicht aussterben, denn auch am Rande der Fairness beleben sie die schönste Sportart der Welt. "Kiki" unser Spitzbub, danke für deine Treue zu Freiburg-Gottéron!