Carte Blanche #5

Maisingen: "Ding-Dong. Wier Seisler hiis luschtig, wier Seisler hiis guet" 

Am Tag der Arbeit verdienen sich im Kanton Freiburg hunderte Kinder ein Sackgeld mit dem alljährlichen Maisingen. Ein schöner Brauch. Ein Brauch, der sich in den letzten Jahrzehnten nur leicht verändert hat und regionale Unterschiede aufweist. 

Ich erinnere mich nur allzu gut an meine Maisingen. Das Ziel war stets, schnellstmöglich die CHF 100.- Grenze zu knacken. Zur Aufklärung der heutigen Jugend: zu meinem Maisingzeiten gab es oftmals 20 Rappen pro Vorsingen, heute dürfte der Durchschnitt sich bei mehr als 50 Rappen bewegen. Somit waren CHF 100.- bereits ein sehr stattliche Summe, vor allem da unsere Maising-Truppe nicht gerade die Wiener-Sängerknaben war. 

Bereits in der Schule oder mit den Eltern zu Hause wurden Wochen vorher die Lieder einstudiert. Die Kleinen sangen Lieder wie "Wier Seisler his luschtig", "Det äne am Bärgli" oder "Mini Farb u dini". Bei den grösseren Maisinger/innen durfte es auch mal etwas Englisches sein, obwohl dies von vielen Zuhörer/innen hinter den Türen weniger geschätzt wurde. Heute packen die Kinder oft moderne Songs aus. So hört man am 1. Mai Lieder von Kevin Bourani oder sogar von Lady Gaga. Eigentlich schade, dass wir zu unseren Zeiten nicht den Mut hatten, Lieder unserer Musikhelden zu singen, denn über David Hasselhoff oder Metallica hätten sich sicher viele Leute gefreut. 

Interessant ist, dass es im Kanton Freiburg verschiedene Gepflogenheiten gibt. Im Seebezirk ist das Maisingen viel weniger verbreitet als im Sensebezirk oder in der Stadt Freiburg. Bei den Senslern, jedenfalls in Heitenried, bleibt die Tür nur einen Spalt offen und man hört den Kindern hinter der Tür zu. Bei den Welschen oder den Stadt-Deutschfreiburgern öffnet man die Tür und  schaut den Kinder beim Singen zu. Dies wäre unserer Maising-Gruppe damals zum Verhängnis geworden, da der Eine oder Andere mangels Vorbereitung und Stimmkraft vollends - wie in der Mini Playback Show - auf Lippenakrobatik setzte. 

Nach Rücksprache mit einigen Hausfrauen und Hausmännern, die am 1. Mai den Kindern zuhören durften, lässt sich über das diesjährige Fest des „von Haustür zu Haustür-Singens“ festhalten, dass die Kinder heute weniger Strophen singen als früher und auch weniger Instrumente dabei haben. Ob die Kinder besser oder schlechter singen als noch zu meinen Maising-Zeiten, kann jedoch kaum geklärt werden. 

Die einzige Frage, die ich mir zuletzt stelle, ist was die Kinder sich heute mit ihrem Maisinggeld leisten. Bei uns war klar... in Jahren der Fussball-EM oder Fussball-WM ging das ganze Maisinggeld für Panini-Kleber drauf. Was für ein Spass! Eine Stunde singen, dann im Primo 10 „Päckchen“ Kleber kaufen, dann wieder eine Stunde singen, wieder ab ins Primo usw. Am Abend wurde dann mit den Schulfreunden eifrig Kleber getauscht. In den Jahren ohne Panini-Kleber ging das Maisinggeld ins Sparschwein.

Elmar Wohlhauser

Carte Blanche #4

Im Faschtetrùckli

Wier hii früer aube as Faschtetrùckli ghääbe. Aus Süessa, wo mer vor de Ooschtere bechoo hii, hii mer det müesse drinyy tue. Asoo wölis Gott, hii si üüs erkläärt.

40 Taage lang het mù gfaschtet. Ù ersch z Ooschtere hii d Chinn de ali di Süessigkiite törffe yystopfe. Ù das het mù gmacht, bis si ùmmi zù de Oore usagwachse sy. Asoo wölis Gott, hii mer üüs awä o beruhiget, we ali di Schùggela, Byssguyy ù Guetzini a Widergebùrt vom Maage zrùgg ùf d Wäut erläbt hii. 

Üsa Nachpuur, de Marc, dä het de Gottes Grauzoona uusgglootet. Är isch ging di süesse Köschtlichkiite ga abschläcke ù het si de ùmmi zrùgg taa. As het ghiisse, ma törffi nüüt Süesses ässe, aber niemer het epis vom a verbottene Schläcke verzöut. Vor alùm het mù ja ds Ursprùngs-Schläckzüüg ging no tipptopp kennt. As het sich fasch nüüt veränderet. 

Fasch.

Z Ooschtere het de de Marc wöle afa zueschlaa. Won er aber di haubverpackte, x-maau abgschläckete Feinigkiite het wöle ässe, da sy dii ali zùm ena groosse Chlotz zämegchläbbt gsyy. Nümme wûrklich gniessbaar.

Ja, epis het de Marc auso gleert: Gott straaft sofort. Oder speeteschtens z Ooschtere – o i de Grauzoona.

Text: Christian Schmutz

Gottéron-Blog

Top-Ausländer für Gottéron

Freiburg-Gottéron ist nicht nur auf der Suche nach einem neuen Trainer, sondern auch nach zwei neuen Ausländern. Broc Little und Magnus Nygren standen bei Sportchef Christian Dubé zuoberst auf dem Wunschzettel. Die beiden Spieler haben jedoch schlussendlich beim HC Davos unterschrieben. Seither hat man nichts mehr zu potentiellen Kandidaten gehört. Wir wissen einzig, dass es ein erfahrener Verteidiger und ein Stürmer sein soll. Wir erlauben uns - ganz unverbindlich und etwas träumerisch - Christian Dubé in seiner Suche etwas zu unterstützen und ihm ein paar Kandidaten vorzuschlagen. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit klein ist, dass einer dieser Spieler dann wirklich nach Freiburg kommen wird, würde es sich sicherlich lohnen, dass sich der Gottéron-Sportchef kurz mit den Agenten der vorgeschlagenen Spieler unterhalten würde.

Stürmer

David Desharnais

(Klick auf das Bild, um es zu vergrössern)

Der 30-jährige NHL-Center wäre ein Traum für Freiburg-Gottéron. Allein seine Präsenz würde die Drachen stark machen. Während der laufenden Saison kam der Kanadier bei Montreal wenig zum Einsatz und wurde danach zu Edmonton getradet. Kurz hofften die Gottéron-Fans, dass er wie in der Lockout-Saison 2012-2013, in Freiburg landen könnte. In Edmonton hat er wieder Fuss gefasst und darum ist ein Engagement in der Schweiz in die Ferne gerückt. Ein Telefon mit ihm müsste Dubé jedoch eigentlich alle 10 Tage führen, bis er endlich zu Gottéron wechselt. 

Joakim Lindström

Der 33-jährige Flügelstürmer spielt bei Skelleftea AIK in der schwedischen Liga. Lindström war in dieser Saison mit 54 Skorerpunkten in 51 Spielen Liga-Topskorer in Schweden. Der kräftige Flügel wird seit Jahren von diversen Schweizer Klubs gejagt. Zudem wäre Lindström ein Typ mit Charakter, ein Leader.

Olli Palola

Der Vertrag des Flügelstürmers läuft bei den Växjö Lakers aus. In dieser Saison war er der drittbeste Skorer der schwedischen Liga mit 48 Skorerpunkte aus 52 Spielen. Dem finnischen Nationalstürmer dürfte man auch an der kommenden WM zuschauen dürfen.

Max Talbot

Der 33-jährige ist bei Gottéron kein Unbekannter. In der Saison 2012-2013 spielte er mit den Drachen am Spengler Cup. Der Kanadier spielt aktuell bei Lokomotive Yaroslavl und erzielte dort diese Saison 36 Skorerpunkte in 60 Spielen, dies bei einer +16 Bilanz. Talbot war dieses Jahr am Deutschland-Cup der Kapitän des Teams Kanada. Ein Leader in Person, der Gottéron auch dank seiner NHL-Erfahrung gut tun würde.


Verteidiger

André Benoît

Der 33-jährige Kanadier (180cm, 87kg) erzielte mit Malmö diese Saison 24 Skorerpunkte in 52 Spielen. Benoît wäre ein sicherer Wert für Freiburg-Gottéron. Der Kanadier hat NHL-Erfahrung und war während Jahren einer der besten, wenn nicht der beste Verteidiger in der AHL.

Chris Lee

Mit seinen 36 Jahren ist Chris Lee bereits etwas in die Jahre gekommen. Trotzdem ist und bleibt er der beste Verteidiger in der russischen KHL. Der Kanadier kam diese Saison bei Metaller Magnitogorsk auf 65 Skorerpunkte in 60 Spielen. Sein Vertrag läuft aus und eine Luftveränderung könnte gewünscht sein. Seinen Gehaltsforderungen könnte Gottéron jedoch wohl kaum nachkommen. 

Marc-André Gragnani 

Ein bekannter Name in der Schweiz. Der Vertrag des Ex-SCB Verteidiger läuft bei Dynamo Minsk aus. Diese Saison erreichte er in 56 Spielen 37 Skorerpunkte. Gragnani ist ein Leadertyp und würde - auch wenn er als Offensivverteidiger bekannt ist - mit seinen 191cm und 93kg der Gottéron-Verteidigung gut tun.

Lassen wir uns überraschen, ob Christian Dubé einen unserer Vorschläge an die Saane holen kann... Welchen Spieler würdet ihr gerne in der Patinoire St. Léonard sehen? Schreibt uns jetzt auf info@skippr.ch oder per Kommentar auf unserer Facebook-Seite.

 

 

Carte Blanche #3

Bad Bonn und Politiker? Seit wann funktioniert das?

In den FN sahen wir einen strahlenden Manfred Raemy mit Familie im Bad Bonn, zufrieden auf den Wahlsieg anstossend.

Ende März dann in der Liberté ein kurzer Artikel, in welchem der grüne Stadtpräsident von Bern, Alec von Graffenried, erwähnte, dass er ab und zu im Bad Bonn ein Konzert besuche.

Wie zum Teufel ist dies möglich?

Ich kenne das Bad Bonn als verrauchten Spunten, immer mal wieder hart an der Grenze der Legalität operierend. In den gutbürgerlichen Kreisen war ein Besuch im Bonn gleichzusetzen mit der Bestätigung, man führe ein verludertes Leben. Die Betreiber, ehemalige Pubveranstalter im Kern von Düdingen, waren immer bereit, sich mit der Obrigkeit kleine und grössere Scharmützel zu liefern. Als die Kneipen rauchfrei wurden, wehrte sich das Bonn mit vernünftigen und unvernünftigen Aktionen gegen das Unabwendbare.

Und nun das!

Der Oberamtmann feiert seinen Wahlsieg im Bonn, der Berner Stapi erwähnt das Kulturlokal Bad Bonn lobend. Wie kam es dazu? Eine Spurensuche.

Daniel Fontana und Patrick Boschung darauf angesprochen, geben einige interessante Einblicke.

Das Bad Bonn lebt seine Provokationen anders aus als früher. Heute beschränken sich die Provokationen auf die künstlerischen Ebene. So mutet Fontana seinem Publikum immer mal wieder schwer verdaubare Kost zu. Provokationen via Politik und Polizei? Zu gelassen seien sie geworden, meinen beide unisono. Vielleicht altersmilde.

Aber warum ist das Bonn en vogue?

Mit dem steigenden kommerziellen Erfolg der Kilbi wurde das Bonn national und in der Musikszene auch international bekannt. Finanzierte der Jahresbetrieb früher die Spinnerei Kilbi, ist es heute umgekehrt.

Die Glaubwürdigkeit des kulturellen Betriebes und damit des Bad Bonn wird durch Treffen folgender Art erhöht:

Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik treffen sich irgendwo in der Schweiz und im belanglosen Miteinandersprechen erklären die Freiburger woher sie kommen. Das Gegenüber versucht nett zu sein und erklärt: "Ich gehe ab und zu ins Bad Bonn. Dort hat es immer tolle Konzerte!" Oder: „Du kommst aus dem Sensebezirk? Kennst du das Bad Bonn? Dort war ich vor zwei Jahren an einem Konzert, war toll!". Mit solchen Erlebnissen in der grossen weiten Welt der engstirnigen Schweiz wird es auch für uns Einheimische einfacher, das Bonn „cool" zu finden. So hat auch die Gemeinde Düdingen bemerkt, dass vor ihren Toren ein Juwel liegt, das es zu würdigen gilt. Und seien wir ehrlich: Ist die Lage am See nicht einfach zauberhaft?

Und wenn sogar der Oberamtmann und der Stapi von Bern sich lobend äussern, dann kann das Bonn nicht gefährlich sein. 

PS: Um meinem Text mit gründlicher Recherche Glaubwürdigkeit geben zu können, habe ich mich sowohl mit den Betreibern des Bad Bonns getroffen als auch Kontakt mit Manfred Raemy aufzunehmen versucht. Der Versuch scheiterte. Woran? Darauf komme ich in meinem nächsten carte blanche zu sprechen.

Text: Benjamin Zurron

Gottéron-Blog 

Bob Hartley - die Traumlösung für Gottéron

Freiburg-Gottéron ist auf der Suche nach einem neuen Bandengeneral und dürfte den neuen Cheftrainer in den kommenden Tagen bekanntgeben. In der letzten Woche wurden von verschiedenen Medien zwei Namen in den Vordergrund gestellt: Bob Hartley und Serge Aubin.

Serge Aubin wurde vor Wochenfrist mit Wien österreichischer Meister und ist in Freiburg kein Unbekannter.  Der Kanadier steht bei den Wiener Capitals jedoch noch ein Jahr unter Vertag und eine Ablöse dürfte den Drachen eine Stange Geld kosten. Bob Hartley coacht an der kommenden Weltmeisterschaft das lettische Nationalteam und könnte danach einen neuen Trainerjob übernehmen.

Serge Aubin und Bob Hartley würden beide gut nach Freiburg passen, wobei gerade der erfahrene Bob Hartley für die St. Léonard-Truppe eine Traumlösung wäre. Freiburg-Gottéron braucht nach der verkorksten letzten Saison einen Trainer, der auf der einen Seite der Mannschaft ein diszipliniertes Defensivkonzept ins Gehirn eingravieren kann, aber auf der anderen Seite den kreativen Spielern nicht all zu sehr die Flügel stutzt. Die Drachen brauchen einen Chef an der Bande, dem man zuhört, der Autorität ausstrahlt, der auch mal einen Spieler in die Ecke stellen kann. Jedoch muss der gleiche Trainer einen Spieler auch mit Samthandschuhen anpacken können, wenn dies von Nöten ist. Gottéron braucht eine wahre Trainerpersönlichkeit, die das Leistungsprinzip zuoberst auf seine Fahne schreibt, ohne dabei zu sehr am Fahnenaufzug zu reissen. Fingerspitzengefühl und ein natürliches Selbstbewusstsein braucht der neue Gottérontrainer.

All diese Charaktereigenschaften und Fähigkeiten wurden Bob Hartley in die Wiege gelegt oder hat er sich in der NHL, AHL oder der National League A während Jahren angeeignet. Der Kanadier stand in der besten Hockeyliga der Welt bereits an der Bande von Colorado, Atlanta und Calgary. In der Saison 2011-2012 coachte er für eine Saison die ZSC Lions und wurde auf Anhieb Schweizermeister. Im letzten Herbst trat der Gottéron-Sportchef Christian Dubé zum ersten Mal an den 56-jährigen Trainer heran und wollte ihn als Nachfolger für den abtretenden Gerd Zenhäusern verpflichten. Bob Hartley schlug das Angebot der Drachen jedoch aus und begründete dies damit, dass das Timing leider nicht stimmen würde. Hintergrund: Zu diesem Zeitpunkt wurde er als neuer Trainer der Montréal Canadiens gehandelt und diese Chance wollte er sich nicht verspielen.

Den Trainerposten in Montréal erhielt er danach jedoch nicht und er machte bereits beim ersten Gespräch mit Gottéron klar, dass ihn eine Rückkehr in die Schweiz und die Aufgabe in Freiburg reizen würde. Daran dürfte auch die katastrophale letzte Saison nichts geändert haben. Hartley war der meistgenannte Kandidat für den Trainerposten beim HC Lugano. Die Tessiner haben in der Zwischenzeit jedoch den Vertrag mit Notnagel Greg Ireland verlängert, weshalb einem Wechsel nach Freiburg nichts im Weg steht. Zudem würde Hartley in Freiburg auf Reto Berra im Tor zählen können, dem er einst zum Schritt in die NHL verhalf.

Der einzige Stolperstein für ein Engagement von Bob Hartley bei Gottéron ist das Geld. Ein Trainer mit Weltklasseformat wie Bob Hartley kann Freiburg-Gottéron nicht aus der Portokasse bezahlen. Findet der Sportchef Christian Dubé jedoch eine finanzielle Lösung, dürfte die Traumlösung für Gottéron wahr werden.

Und wir wetten: Mit Bob Hartley an der Bande werden wir in der kommenden Saison ein anderes Freiburg-Gottéron sehen, ein Gottéron, das kämpft und Freude macht...