Ein Wort von Skipperin

Eine Ode an das Selfie  

Bisher war das Phänomen des zu langen Armes auf Fotografien bei vielen anderen Menschen als bei Skipperin zu beobachten. Selfies sind etwas peinlich, weil da immer die eine Schulter, der eine Arm unnatürlich ins Bild gezerrt stört - ausser es wird deftig am Bildausschnitt gearbeitet, was Jungskipperin mit 14 meisterlich beherrscht. Zur Seite stehen, Lächeln, Lachen, Schnutte schreissen oder sogar trabend auf dem Pferderücken: die Schultern sind nie gleichmässig hoch beim Selfie. Auch wenn die Hände das Handy von oben aufs Gesicht halten.  

Selfies sind schon deshalb peinlich, weil scheinbar ein Mensch fehlt, der dich bildlich festhalten will. Einsame Geschichte. Und voll digital, wo die Überraschung im analogen Fotoumschlag ganz verloren geht - Gott sei' Dank, sagt Skipperin. Manchmal. 

Das Schöne am Selfie: Kein Mensch, der dich fotografiert, motiviert dich so oder so in die Linse zu schauen. Nein, du bestimmt selbst, wie damals allein auf dem Drehtabourettli im Passfotoautomaten, einfach ohne Münz und Lösch-Taste. Heute gibt es für uns Schwerverbrecher die Wiederholttaste im Automaten, dann bitte ohne Lächeln für die behördlichen Papiere. Und ohne Sonnenbrille im Haar. 

Das Allerschönste beim Selfie ist aber, zuzuschauen, wie ein anderer Mensch ein Selfie schiesst. 

So am Wochenende auf einer Bank mitten in der Stadt an einem jungen Typen beobachtet: 

Augendeckel und Hut xfach drapiert, Winkel geprobt und verworfen, Profil von seitlich und in Front, Schulter schräg, Kopf ebenfalls, Dramaturgie mit Mundwinkel und Augenbrauen - ein Schauspiel! Dabei, er hätte einen Fotografen zur Seite gehabt: Doch der schoss ebenfalls ein Selfie von sich selbst. Statt zu Zweit, jeder für sich allein. Sie gingen immerhin zu Zweit zu Fuss von dannen. 

Das Komischste am Ganzen: Es gibt keine Bilder mehr, auf denen wir uns selber nicht gefallen. So wie früher. Wir sind unsere eigene Zensur geworden: Auf einen Klick löschen und danach im Album "gelöschte Fotos" löschen. 

So schön ist das Selfie. 

Gladiatorin im Gladiolenfeld

Auf der Suche nach Walliser Aprikosen am Strassenrand, eigentlich nach einer mit Zuckermasse gefüllten Muschel, im prächtig-farbigen Gladiolenfeld gelandet. Mit Schnitzer, Autoschlüssel und Münz in den engen Blütenkorridor gelaufen, ohne Tasche, mit offenen Schuhen. Schwarze Erde zwischen den Zehen, Münz und Schlüssel zu Boden, beim ersten Versuch eine Gladiole möglichst tief am Boden zu schneiden. Suchtrupps fehlen, also Schuhe aus, auf den Knien, das Münz und Schlüssel eingesammelt. Schwarze Knie sind das Emblem eines Grossen Moos-Kindes, als Tätowierungen den harten Rockern vorbehalten waren. Schwarze Erde mit Bimsstein auf geschundenen Knien wegreiben, bleibt übrigens als gemeine Folter in Erinnerung.

Doch zurück in die Farbenpracht: Uni, bicolor bis tricolor sind die Gladiolen in allen Nuancen und Farben fangfrisch vom Feld zu 1.20 Franken das Stück gewachsen. Fischt wie mit der Harpune, lediglich mit einem ordinären Küchen-Schnitzer bewaffnet, mit dem Ziel, möglichst alle gleich lang abzuschneiden, möglichst bunt gemischt und möglichst weit in den Korridor rein. Die faulen Pflücker gehen nur ins erste Drittel. Fleissige Skipperin schafft es bis ins dritte, aber im selben Korridor kämpfend, Schuhe, Schlüssel und Münz müssen ja verteidigt bleiben. Schade, hat sie kein Handy für Fotos dabei, aber das ginge nun mit zehn Gladiolenschwertspitzen ganz schlecht. Schwer, etwas sperrig sind sie und da keine Hand frei ist, stellt sich die Frage nach einer Tasche und nach Fotos beim nächsten Mal – vielleicht im Artischockenfeld. (Erst erkundigen, ob die noch zu haben sind...) 10 mal 1.20 Franken bezahlt, zum Glück nicht lange rechnen müssen, barfuss Schnitzer zurückgelegt und überlegt, wie sich das Schruppen der Knie mit dem Bimsstein danach anfühlen wird. Ruppig sagt sie euch!


Legende zum #Blumenbilddasihreucheinfachvorstellenmüsst:
Gladiolus, auch Schwertblume genannt; lat. gladius „Schwert“

Ein Wort von Skipperin

Wo liegt Sommerloch?

Die Medien erstatten weniger Wichtiges, die Zeitungen werden dünner, die Newsfeeds über Promis dümmlicher, die Haut brauner, der Bierbauch mehr und das Konto vom kulturellen Überangebot weniger. Alle reden von Flaute und Sommerloch? Flaute gilt in den ersten Julitagen schon gar nicht, doch wo liegt Sommerloch? Unter dem Klavierdeckel, weil in der lektionsfreien Zeit nicht geübt wird? Im ruhigen Frieden, in dem wir uns dankbar sonnen dürfen, während dem es auf der Welt übel kocht?

In der Geschirrspülmaschine, weil viel auswärts gespiesen wird? Tief im Keller, wo es schön kühl ist, vor dem Gestell mit Schneesportschuhen. Oder liegt Sommerloch weiter oben beim Bügellift, mit dem sich nun Wanderer und Biker unterhalten? In der gekühlten Praxis oder im überhitzten Büro, wo sich die Menschen für ihre wohlverdienten Ferien im Takt abwechseln. Sommerloch könnte auch zwischen den Koordinaten 1 und 31 liegen, der Juli (nicht bei allen Berufsmenschen) ist luftiger als die anderen Monate im Jahr. Oder befindet sich das Sommerloch in den politischen Köpfen, weil keine Sessionen stattfinden und auch Diktatoren in ihren Ferienvillas weilen. 

Wenn Sommerloch ein Ort wäre, wohl kein Ort der kreativen, ruhigen Muse, elektrisiert mit Ibiza-Party? Aber ein friedlicher Ort, der im Sommer zwar wenig attraktiv ist, oder wenig zu erzählen hat? Er muss unter der Trockenhaube stecken, weil sich niemand mehr die Haare trocknen will? Oder im Spinnenetz um den Hockeystecken? Ist Sommerloch ein Ausdruck für das positive Abhängen (Summer-Chill) oder das negative ins Loch fallen (Depression) – oder ein Ausdruck für lange Ferien und für die neu gefundene Rolle als Animator, Kinder attraktiv zu beschäftigen und Zelten am Fluss zu veranstalten – inkl. Schlechtwetterprogramm in Reserve? 

Sommerloch liegt vielleicht in der Asche vom vorgestrigen Grill, tief im Caquelon, wenn der Gluscht nach Fondue höher ist als das erneute „TschTsch alles andere ist Beilage“? Das Sommerloch kommt auf 100. Wenn das Gummiboot zum Trocknen im Garten oder das Plantschbecken von Katzen zerkratzt und der Rasen verdorrt ist oder die Gänseflöhe zugebissen haben. Das Sommerloch wechselt seinen Standort von SummerPresale in SommerSale. Von Sommerblumen auf kurzen Kleidchen zum Bohemian-Trend-Prefallwinter-Blütenkleidchen. Das Sommerloch findet sich im Kinosaal, viele Filme sind ja jetzt openair. Auf der Karte findet sich Sommerloch nie, es kündigt sich nie an. Wie die Sternschnuppen am Sommerhimmel, fällt es vor die geflipflopten Sommerfüsse. Wann, weiss auch Skipperin nicht.

Finden wir die ultimative Antwort? Sommerloch gibt es nicht. Sommerloch ist ein Gefühl.

Ein Wort von Skipperin - Schulschluss

Von glamourösen Klamotten & dicken Karren 

Gel im Haar, Hosenträger über blütenweisser Weste mit zwei weissen Rosen in der Hand: Zwei der Neunteler-Jungs gehen zu Fuss Richtung Schule, die sie noch zwei Tage besuchen müssen. Harmos gerechnet sind es Elfteler-Jungs, und bestimmt werden sie in ein spektakuläres Vehikel steigen. 

Der Abschlussball zum letzten obligatorischen Schultag: Ein unvergessliches Gefühl - ein Glückstag, verbunden mit Freude auf die langen Sommerferien und dem Wissen, dass nun, nach neun (elf) Jahren obligatorischer Schulzeit endlich was Neues kommt. 

Die einen fahren im pinkfarbenen Hammer oder in der Stretchlimo auf, die anderen auf dem Brügiwagen vom Traktor gezogen. Morgen kommen sowieso alle barfuss zum „Unterricht", verhudelt von der durchzechten Nacht im Party-Outfit: zum Tschüss sagen. Garantiert werden Tränen fliessen (was an der Sause abends davor floss, wollen wir lieber nicht wissen).  

Die Best Dresses-Show unter dem Motto „Oscar“ beginnt beim Aussteigen auf dem Parkplatz (der rote Teppich fehlt, schade eigentlich, da dürfte sich die Schule was einfallen lassen). Die Outfits sind atemberaubend mit Schärpen, Organza, Stoffblüten, Frisuren frisch vom Frisör, etwas Kunst an Wimpern und Nägeln und hohen Glitzer-Heels. 

Die Skipperin mag Party mit Glanz und Gloria und muss sich wohl heute schon eine Sparsau zulegen, nächstes Jahr muss sie dafür blechen: für dickes Blech auf vier Rädern und ein anständiges Ballkleid (notabene nicht in China hergestellt). 

Allen Schulabgängern im ganzen Deutschfreiburg ein glückliches Schulende und der beste Sommer eures Lebens - Ihr seid easy going, Gentlemen mit euren Mädels, die ihr ausführt. Möge euch der Tritt von spitzen Schuhen und hohen Absätzen verschont sein.

Ein Wort von Skipperin

Ein Hurra auf die Sommerferien

Ihr verlässt Deutschfreiburg für die Sommerferien? Wie schön-schade! Statt Tourismus-Loblieder auf Berge und Seen und Ausflüge in unserer Region gibt es hier die eine oder andere Erinnerung, bevor ihr in die grossen Sommerferien verreist.

Unvollständige Vorferien-Checkliste:

- den Autocheck beim Garagisten eures Vertrauens: Reifendruck, Ölstand, Scheibenwischer-Blätter, Scheibenwischer-Wasser, Leuchtweste - wie eben demonstriert und lernbar.

- Haar- und Hautcheck beim Frisör oder der Kosmetikerin eures Vertrauens (Farbe, Schutz, Pflege, Produkte).

- Reiseapotheke erneuert, leere Blister entsorgt, eingetrockene Salben entfernt

- Dokumente wie Kreditkarten, ID, auch die eigene (!) einpacken & Ablaufdaten checken

-Rasenmäher und Katzenfütterer und den Eti-Schutzbrief ordern

Um nicht im Schilf stehen zu bleiben: Vertrauen ist gut, Handeln ist besser. Nehmt die Reisevorbereitung also selber an die Hand, für euren entspannten Urlaubsbeginn en famille, zu Zweit oder solo! Oder verreist nicht mit dem Auto. Velo- Wasser- und Wanderwege zu den schönsten Plätzen gibt es viele in der näheren Umgebung.  Das Tourismusbüro in deiner Umgebung hilft auch Einheimischen auf der Suche nach Sommerferien. Womit wir dennoch ein Loblied auf unsere Seen, Berge und den Sommer singen! Schöne Ferien allerseits!

Gratis-Kurs: Selfie-Autocheck

Wer auch nach dem Sommer mehr Wissen am eigenen Auto lernen und dabei selber Hand anlegen möchte: 

 Wir bestätigen euch bis am 11.8.18 die Teilnahme per Whatsapp.