Ein Wort von Skipperin

Eine Nachleset von Skipperin zum Winzerfest 2018 am Wistenlach

Was den einen das Oktoberfest in jedem Dorf, ist den anderen das Winzerfest. Die Feier um die Leset. Jene in den Reben. Eben gefeiert, hat Skipperin im kleinen und feinen Rebbaugebiet von Freiburg, der Riviéra Fribourgeoise als Ex-Migrantin im Wistenlach im Vorabendprogramm, bis die Stimmung ins Unmögliche kippt, mitgefeiert. In Begleitung einer Schülerband, mit Autotamponös (Putschautos) und Papabärten (Zuckerwatte) in Erinnerung. Mit einer rosa Plüschsau als Geschenk an der Schiessbude im Visier - und getroffen.

"Bei Vinorama gibt es auch, aber nicht nur Vully"
www.vinorama.ch
Ihr Weinkeller in Laupen

Und natürlich mit dem obligaten Chasselas im obligaten Festglas, das mehr an ein Schnapsglas erinnert, aber Ballon heisst. Garantiert, der 2018 wird ein guter Jahrgang. Und das musste unbedingt gefeiert werden!

Auf dem Kursschiff eine lustige,  junge Truppe namens IG Apero kennengelernt. Die hatten ihren Wein mit Gläser schon teuer über die Gass’ im Stedtli gekauft, also geht es gleich ans Angemachte als selbsternannte Fremdenführerin:

  • am Fête des Vendanges wird Wein vom Vully
  • und aus dem jeweiligen Festglas getrunken
  • Vullykuchen und Egli Fritture sind ein Muss, weil direkt von den Vereinen zubereitet
  • am Vully Blues im November ist es auch schön, weil direkt in den Weinkeller Live-Bands spielen
  • das Schiff geht dieses Jahr nicht zurück, dafür ist ein Busfahrplan bis 3.00 Uhr morgens  angesetzt
  • lieber in Kerzers aussteigen, weil es von da aus bessere Zugverbindungen gibt

Das Weinfest-Sujet auf dem Glas war in diesem Jahr schöner als andere Jahre: Eine Hand mit Zauberstab verteilt Sternchen. Die Vereine haben sich wie jedes Jahr viel Mühe gemacht, der Umzug zum Thema Trickfilme war überaus herzig und liebevoll gemacht. Die marschierenden Supermen, Zwerge und Schneewittchen erinnerten supersüss verkleidet an die Helden der grossen Blockbuster. Die Waffeln (Gaufres) jedes Jahr exzellent, die Wistenlacher wie immer herzlich und ja irgendwie lustig,  und der Vullykuchen bleibt in salziger Speckversion Skipperin’s Favorit.

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Der IG Apero sei Dank, dass die Schülerbands soviel auswärtigen Applaus kassieren durften. Der IG Apero sei Dank, dass wohl eine jede Wein-Spezialität als Chasselas degustiert wurde, also auch Sauvignon, Pinot Gris, Blanc de Noir, Traminer, Freiburger usw.  Der IG Apero sei Dank, dass auch junge Menschen Wein trinken und nicht nur den harten Prozenten frönen.  Und Danke an die IG Apero für ihre lustige Idee, eine Gelegenheit für den Aperitif zu finden, egal wo und wann, aber gepflegt und gut gelaunt. War schön, diese Idee mit euch zu teilen, hier wo ja immer Apero gefeiert wird!

Fête des Vendanges 2019: Als kulinarischen Tipp, für die Fleischspiesse anstehen. Und das Wort Autotamponeuse sei erneut aus den Hirnzellen auszugraben. Bis dahin gibt es an jeder Chiubi wieder die ordinären Putschautos. Und der Bus ging nach Murten - via Galmiz und Kerzers. Drum, wenn keine Schiffe mehr fahren, an die Rückreise denken.
Die IG Apero musste Richtung Bern und kommt bestimmt wieder an den Mont Vully – vielleicht an das Vully Blues Festival.

Ein Wort von Skipperin

Finde das Kind in dir 

Liegt die Zeit von Gummitwist, Sandburgen und –torten und den 3 Fragezeichen kurz zurück? Bazzookas und Zuckerwatte, Wasser- und Kissenschlachten, Alice im Wunderland oder die unendliche Geschichte schon gaaanz laange hinter dir? 

Dreiradgefahren, Himmel und Hölle gehüpft, Steine geschiffert, ein rotes Bergbähnli von Fenster zu Fenster gespannt, im Ofen Yoghurtbecher geschmolzen und mit dem Amulett eine Kette gemacht,  Fischstäbli mit Mayo oder Birchermüesli mit Ankeschnitteli zum Znacht? Oder Götterspeise mit Löffelbisquits und viel Stalder Vanille oben drauf – und ja, die Himbeeren mussten dazwischen liegen. Ein dickes Feder-Duvet mit Gurt um den Bauch gespannt, um Kaiserin Sissi zu spielen. Das Gummiboot in eine Kuckusuhr getauscht. Poster von vergangenen Idolen an den Wänden, Pritt-Leim in Scheiben getrocknet gegessen und eigene Tintentattoos auf unmöglichen Stellen gemacht.  Für 2.- einen Junikäfer runtergewürgt und den Kaninchenstall am liebsten dann gemistet, wenn es die ältere Schwester schon gemacht hat?

Was bleibt von deinem Kind in dir?

Hoffentlich viel mehr als Kindheitserinnerungen in nebliger Weite. Wie schön es doch ist, das Kindische ans Licht zu holen und mitzumachen. Ein Selbstversuch ist es wert, um die Kleinen und Kleinsten besser zu verstehen.

Skipperin selber tippt auf das, was sehr nahe bleibt: Das Schäri –Schtei-Papier, die Titelmusik von Simsons, Pingu in allen Varianten unsterblich. Lilifee tanzt als Tortenfigur, das Sorgenmonster mit Reissverschluss, Mandalas, Wasserpistolen, Kalk-Kreide, das Riesenrad am Boden, die Kerze im Wasser, das alte Idol auf neu aufgelegtem Plattencover, blaue Gummischlümpfe, die Steinschleuder, Kirschensteine spucken, Fischstäbli mit Mayo, Sandburgen aus Lehm, Cupcakes aus YouTube-Tutorials und einhändig Velo fahren. Und zum Schluss: I säge nüt - in Erinnerung an Franz und René.

Ein Co-Wort von Skippern über Clara Louise

Sie rollt das R wie Madame De Meuron: Clara Louise. Das rollende R stamme aus der frühesten Kindheit, die sie bis zum Schuleintritt über lange Zeit bei ihren Grosseltern und Gotte in Estavayer-le-Lac verbrachte. Sie fühle sich deshalb heute noch wie eine Romande im Inneren, fügt sie vor den beiden filigranen Kaffeetassen mit Goldrändern hinzu. 

Auf ihrem rollenden E-Bike sagte sie zu sich selbst: „Steig frühzeitig ab, wenn eine Situation unklar wird.“ Das Unklare traf leider kurz darauf mit einem Trottinettler beim Bahnübergang ein. Mit Schreck im Gebein stieg sie unvorsichtig ab, und das Bike fiel auf sie. Der Trottinetter war ihre erste Hilfe. Das war 2014 mit 83 Jahren jungen Lenzen. Die Verletzungen wurden zum Prozess und zum springenden Auslöser, im Leben etwas zu verändern und alte Gewohnheiten loszulassen. Ihr Ehemann war nicht bereit, auf eine Veränderung einzugehen. So zog Clara L. aus dem gemeinsamen Haus in eine moderne 3,5 Zimmerwohnung, wo Lift vorhanden, weil das Treppensteigen unmöglich geworden  war. Der Bau und die Einrichtung entsprechen ihrem modernen Freigeist sehr. Der Ehemann hofiert sie aus, Mittag wird gemeinsam gegessen und das Abendessen im Appartement, von ihr zubereitet. Ihr Gatte, mit dem sie seit 1964 verheiratet ist, muss etwas mithelfen und das Geschirr abtrocknen. Er verräumt es auch, was für Clara L. gelegentlich sehr zeitraubend wird, diese Sucherei, bis sie findet, was beim Kochen schnell zur Hand sein sollte. 

Die zierliche Frau sagt von sich, sie habe grosse Füsse: „Ja, ich wäre geboren, um auf grossem Fuss zu leben.“ Patronne ist sie auf alle Fälle geblieben, wenn schon, dann schon. Sie gibt gerne den Ton an und nennt sich selber „Schnurripfludi“ – notabene mit Korrespondenz via Mail und PC. Dass sie jahrelang als Unternehmerin einer Firma mit ihrem Mann im Geschäft und Haushalt gewirkt und gearbeitet hat, ist das Eine. Ihr Sinn für das Schöngeistige, die Freude an Kultur und Kunst das Andere in ihrem Leben: Skipperin begegnet ihr überall in der gepflegten Wohnung, wo sich schöne Bücher, Gemälde, Zeitschriften und Pflanzen-Arrangements stilvoll aneinander reihen. Sie selber geht aktiv Kultur konsumieren und hat deshalb viele Abende was vor.  

Clara L. ist 1931 als Bauerstochter als zweitjüngstes von sieben Kindern in einem 200-Seelendorf von Deutschfreiburg aufgewachsen - mit viel harter Sommerarbeit auf dem Hof bis zum Schulaustritt. Ab da ging es erst als Haushalthilfe in das Welschlandjahr. Es folgten Saisonstellen, um im Winter etwas zu verdienen und im Sommer wieder auf dem heimischen Hof zu arbeiten. Einen Winter lang durfte sie die Frauenschule in Bern besuchen, wo ihr Interesse für die Schneiderei geweckt wurde. Im Berner Oberland verbrachte sie zwei Wintersaisons, wo sie ein Ehepaar Engel aus London kennenlernte, das etwas Deutsch sprach und eine Au Pair-Hilfe suchte. Im folgenden Herbst 1952 wagte Clara L. die Reise nach London - mit kleinen Englischkenntnissen in ihrem zu grossen Koffer. Sie blieb hier nur ein paar Wochen. Ihre Arbeitgeber boten ihr dennoch an, den grossen Koffer solange zu bewahren, bis Clara L. eine neue Stelle fand. Das Schicksal war ihr wohlgesinnt:  Sie fand für die Zwischenzeit von fünf Wochen Unterkunft bei einer Schweizerin mit Deutschfreiburger Wurzeln. Clara L. weilte gesamthaft 13 Monate in England, arbeitete in zwei Familien als Au Pair mit häufigem Familienanschluss. Hier entdeckte sie die Kultur, Musik, Kunst und Architektur. Ihr eigenes, verborgenes Talent wurde auch entdeckt: als Schneiderin. So lernte sie nach ihrer Rückkehr in die Schweiz Damenschneiderin und nach einer Reise nach Dänemark führte sie ihr eigenes Atelier in Deutschfreiburg. Dieses befand sich an prächtiger Lage, in einem grossen historischen Gebäude. 

Dänemark war übrigens nur als kurzer Ferientripp eingeplant; aber nein, Clara L. wollte mehr von Skandinavien sehen. Schweden war eine weitere, anziehende Destination. Nach sechs Monaten kam der Wunsch der Eltern, sie möge zurückkehren, um beim Umzug vom Dorf ins Städtchen beizustehen, weil ihr Vater für eine Amtsstelle gewählt wurde. Er war wohl der erste und letzte, der dieses Amt als geweselner Landwirt ausgeübt hat.

Die vielen Räumlichkeiten im prächtigen, historischen Gebäude ermöglichten ihr, ihren Beruf als Damenschneiderin auszuüben. Wie sie heute sagt, sei ihre Atelierbezeichnung „Haute Couture“ schon etwas hochgegriffen gewesen. Das Hochgegriffene findet Skipperin mehr als berechtigt. In edlen Mauern, diesen Beruf ausüben zu können, kommt einer „noblesse oblige“ gleich und passte zu Clara’s damaligen Übernamen „Modegagu“. 

Sie sei immer  geradeaus gewesen, mit Flausen im Kopf, was sie uns heute noch so sympathisch macht. Clara L. sagt von sich, immer viel Glück in kritischen Situationen im Leben gehabt zu haben. Und weil ihr nicht nur in England so viel geholfen wurde, ist ihre Dankbarkeit ganz lebendig geblieben: „Es gibt noch viele Situationen im Leben, in denen ich jemandem helfen kann.“
Ein schönes Credo, liebe Clara L.   

PS: Skipperin fällt übrigens ihre türkisfarbene Steinkette und ihr ultramodernes Kleid auf - mit Spitzen am Ausschnitt. Voll in, wie diesen Sommer als Blusen, Kleider und Tops überall in den Regalen gesehen. Sie habe sich einfach noch einen Gürtel aus Spitze eingenäht, ins weisse Kleid, das mal ein Unterkleid war – sagt Clara L.

 

 

Ein Wort von Skipperin

Ein Loch im Lack

Die folgende Geschichte, die das Leben der unglücklichen Glückspilze in der Schweiz prägt, hat sich echt und wie folgt zugetragen: Ein Automobilist, notabene ein Mann, aber ein pauschalisiert so fröhlicher Italiener, parkt gratis in der weissen Zone irgendwo von Deutschfreiburg. 

Wie lange er sein Auto dort stehen gelassen hat, wissen die Götter.  Ist ja noch weisse Zone, ein endloses Parking-Paradies. Fakt ist, die Tannenzapfen vom angrenzenden Garten tropfen ihm seinen Lack voll. Die Lackfarbe beige, eigentlich nachlässig hässlich. 

So wie, wenn man am See parkt, aggressive Möwenscheisse in Kauf nimmt, in der weissen Zone eines grünen Quartiers aber nie an das böse, böse Tannenharz denkt. Eigentlich weniger schlimm, weil Harz ginge mit Butter oder Olivenöl weg. Möwenscheisse nur mit Hochdruck. Skipperin weiss es aus Familientradition und Eigenerfahrung. 

Nun denn, die Rechtsschutzversicherung klagt mit Eingeschriebenem den angrenzenden Gartenbewohner an, den Kostenvoranschlag für Carrosserie-Schäden von knapp 5’000.- per Ende Monat zu akzeptieren. 

Huch - eigentlich ein schlimmeres Wort gebraucht - flucht Skipperin wie ein Stallknecht mit dem angrenzenden Gartenbewohner mit. Sie hatte sich damals im Sommer singlinggling mit einem rohen Hühnerei auf dem Dach selber ein Loch im Lack eingefangen. Ein Kinderstreich aus dem 5. Stock und voll ins Tor getroffen. 1:0 für die Kids.

Das Ei: Eingetrocknet bei 30 Grad genauso abrasiv wie Möwenscheisse. Im Fall. Ganz ohne Rechtsschutz geregelt, weil ignorant auf dem Dach liegen geblieben, wo es niemand sieht, und das Auto zu lange nicht gewaschen wurde.  

Doch Harz aus den so harmlos vor sich hin auslaufenden Tannenzapfen?
Skipperin macht sich für den angrenzenden Gartenbewohner schlau und fragt mal bei ihrer Carrosserie nach, ob:
 
A. der Kostenvoranschlag nicht etwas übertrieben ist,
oder ob
B. Butter auch auf Lack hilft,
oder
C. sie rät dazu, die alte Tanne mit den bösen Zapfen direkt abforsten.
Sicher nicht. Wegen einem Sprung in der Schüssel. Dann lieber ein Loch im Lack. 

Ein Wort von Skipperin / Gewinnspiel Minigolf Murten

Aus dem Garten Eden - oder: Wo die Liebe hinfällt

Eigentlich geht es in diesem Porträt gar nicht um eine Gärtnerin, die täglich zwei Stunden an ihrem Paradies arbeitet. Äpfel gibt es dort keine, aber verführerisch ist es trotzdem. Es geht eigentlich auch nicht um eine romantische Liebesgeschichte einer jungen Frau, die sich vor mehr als 30 Jahren in ihren Mann verliebte, mit dem sie notabene immer noch zusammen ist - privat und beruflich ein liebevolles, gut gelauntes Paar.  

Es geht hier auch nicht um eine Hotelfachangestellte, die mit 19 Jahren aus Deutschland in die Schweiz gekommen ist, immer hart gearbeitet hat, Winter- und Sommersaisons jahrein, jahraus. Margot Walz aus Nagold blieb in Murten und prägt mit ihrem grünen Daumen, ihrem frohen Wesen und Schaffen einen Ort der Einkehr, einen Garten Eden ganz ohne Schickimicki für viele Gäste aus Nah und Fern. 

Mit den alljährlichen Fischessen, 1. August-Feiern und dem erfrischenden Höck, den Böötler auf dem Land suchen, ist sie die geschätzte Gastgeberin schlechthin. Pinzette gegen Wespenstiche, Verlängerungskabel für Bootsreinigung inklusiveund das Feierabend-Bier für ganz viele Einheimische. 

Noch nie hat Skipperin Margot schlecht gelaunt erlebt oder miesepetrig, sie ist goldener Sonnenschein pur im alten Hafenmeister-Büro. Viele Sommersprossen, ein warmes Herz, meist lange im Sommer in Daunenweste gepackt, weil es lange schattig-kalt bleibt. 

Sie grillt sonntags die besten Würste, frittiert die besten Pommes, hat den schönsten Sommerflor im Garten, den sie morgens ganz in der Früh bei schönster Stimmung am Wasser hegt und pflegt. 

Überhaupt hat der Garten mehr als einen Mini-Blick oder einen ehrgeizigen Schlag auf einen weissen Mini-Ball verdient. Hier wachsen ganz üppige Bougainvillea und Kakteen, die auch Kinder vor dem Klettern abhalten. Verdorrtes gibt es nicht. Nur gute Laune und viele Farben.  

Es geht gegen Herbst zu, die Gartenanlage ist aufgewärmt und das Ausflugsziel für freie Mittwochnachmittage lädt zum Mini-Golf, Maxi-Bon, Apéro und Zvieri ein. 

Weil die Öffnungszeiten ohne Gewähr sind, lohnt sich ein Anruf auf 026 670 24 20.

In der Regel gilt:

  • 1. Märzweekend bis Mitte Oktober
  • Wochentags von 13.30 Uhr bis 19.00 Uhr 
  • Weekend ab 10.00 Uhr 

PS: Der Garten Eden hat schliesslich auch seine Öffnungszeiten

Gewinnspiel

Wir verlosen 10 Eintritte für Erwachsene und 10 Eintritte für Kinder 

 

Teilnahme ist ganz einfach - kennst du den legendären Übernahmen von Margot?