skippr-Blog

Was hat der Blick nur gegen unsere Deutschfreiburger-Fussballer?

Enough is enough! Genug ist genug! Die vielleicht grösste Tageszeitung der Schweiz scheint irgendwie etwas gegen unsere Fussballer aus Deutschfreiburg zu haben.

Zuerst schreibt die Zeitung mit den fünf Buchstaben, dass Michel Aebischer aus einem « Kaff » komme. Zurecht haben die Heitenrieder mit viel Humor darauf reagiert. Dem war aber wohl nicht genug. Im letzten Kapitel der Geschichte Blick vs. Deutschfreiburger Fussballer wurde nun der Wünnewiler Marco Schneuwly nach Skandinavien transferiert. In der Zwischenzeit ist bekannt, dass der Stürmer zum FC Aarau wechselt. Zur Erklärung Skandinavien besteht aus den Ländern Schweden, Norwegen und Dänemark, jedenfalls aus geschichtlicher Sicht. Stand Marco Schneuwly oder sein Berater jemals in Kontakt mit einem skandinavischen Klub? Nein. Gehört der FC Aarau zu Skandinavien? Nein. Wo hat der Blick also das Gerücht dieses Transfers aufgeschnappt? Oder besser gesagt, wie kam der Blick - im Sportbereich zugegebenermassen eine Zeitung mit grossem Gewicht in unserem Land - dazu eine solche Falschmeldung, heute Fake-News genannt, zu verbreiten?

Die skippr-Redaktion hat da so eine Theorie, die wir euch nicht vorenthalten möchten:

Wir wissen, dass Marco Schneuwly in Tat und Wahrheit wirklich in Kontakt mit einem ausländischen Verein stand. Der befindet sich jedoch in der gegengesetzten Richtung von Skandinavien und zwar in Sydney, Australien. Dort trainiert nämlich ein gewisser Markus Babbel, Ex-Trainer von Marco Schneuwly beim FC Luzern, den dort ansässigen Fussballklub. Gut möglich also, dass einer der Blick-Redaktoren an einem Stammtisch oder über vier Ecken den Ort Sydney aufgeschnappt hat. Nun stellt sich nur noch die Frage, wie aus Sydney Skandinavien wurde? 

Erste Theorie: beim Weitererzählen wurde aus Sydney Skandinavien. Wir haben den Versuch gewagt und haben den guten alten Kettentrick angewendet. Dabei flüstert man einer Person einen Begriff ins Ohr und danach wird dieser mindestens vier Personen weitergeflüstert. Am Ende hört man dann, was für ein Begriff dabei rauskommt. Wir haben also der ersten Person den Begriff „Sydney“ ins Ohr geflüstert und unglaublich, aber wahr, es kam nicht der Begriff „Skandinavien“, sondern der Begriff „Sydney“ heraus. Ausser Spesen also nichts gewesen. 

Zweite Theorie: vielleicht gibt es in Skandinavien einen Ort Namens Sydney? Unser Freund Google sagt leider nein.

Eine dritte Theorie würde es geben, wenn es sich beim zuständigen Blick-Redaktor um einen Amerikaner handeln würde, da diese die Schweiz und Schweden bekanntlich nicht unterscheiden können. Dies ist aber auch nicht der Fall.

Eine vierte Theorie haben wir leider nicht. 

Habt ihr irgendeine Idee, sie darf gerne kreativ sein, wie der Blick zu dieser Fehlinformation kam?

Strassensanierung nach Prinzip „Feldschiessen“

Einmal im Sense-Oberland, ein Jahr später im Sense-Mittelland, danach im Sense-Unterland oder umgekehrt – und dann beginnt es wieder im Oberland oder umgekehrt. So ungefähr funktioniert der Verteilschlüssel für die Austragungsorte der alljährlichen Sensler Feldschiessen und offenbar auch für die Strassensanierungen im Sensebezirk. Wie anders liesse sich die Realpolitik erklären?

Es wird Sommer, die Strassensanierungssaison beginnt. Kilometerweise Teer wird aufgerissen, aber weshalb oft am falschen, scheinbar unnötigen Ort?

Feldschiessen Düdingen, 2018: Flüsterbelag, die Strasse hält. In Düdingen wird die Hauptstrasse gefühlt alle zwei Jahre aufgerissen und rundumerneuert. Dieser Trend soll auch in Zukunft nicht abbrechen. Verkehrsberuhigende Massnahmen sind geplant, welche einen weiteren Aufriss nötig machen werden.

Bösingen, Strassenabschnitt Riederberg – Bösingen Dorf, seit ungefähr 1938: Die Strasse verwildert. Bolivianischer Hochlandgroove. Ein Wunder, dass noch kein Fahrzeug die Böschung hinunter oder hinauf gesegelt ist.

Alterswil, Strassenabschnitt Galtern – Alterswil Dorf, schon viel zu lange: Flickwerk, unregelmässiges Schachbrettmuster, Zustände wie in Ruanda. Ein Wunder, dass noch kein Fahrzeug im Boden versunken ist. 

Diese beiden Strassen werden in nächster Zeit tatsächlich saniert. Politischer Druck seitens der Sensler Grossräte führt nach vielen Jahren des Missstands – Missstand? Spricht hier ein Wutbürger? – zur Problembehebung. Ein Nachgeschmack bleibt. Die Logik fehlt. An gewissen Orten werden mehr als gut befahrbare Strassenbeläge ersetzt, während andernorts die Löcher wachsen. Weshalb?

Glaubt auch ihr an die Logik «Strassensanierung nach Feldschiessenprinzip»? Oder wie sieht eure Theorie zur wenig nachvollziehbaren Realität aus?

Und kennt ihr andere sanierungsbedürftige Strassenabschnitte in Deutschfreiburg? Fotos und Antworten sind willkommen per E-Mail auf info@skippr.ch.

PS. Der Verfasser entschuldigt sich für den etwas wirren Aufbau des Artikels. Er hat sich der Situation angepasst.

PS 2: Dieser Artikel ist schon seit über einem Jahr für skippr in der Pipeline. Der Zufall wollte es, dass der politische Entscheid für die Sanierung der Strasse bei Bösingen soeben gefallen ist und die Freiburger Nachrichten einen Tag vor seiner Erscheinung das Thema aufgreifen.

Text: Mario Corpataux

 

 

Fussball-WM

Schwachsinnige Deutschfreiburger Vergleiche

Leider haben wir an der Fussball-WM in Russland keinen Deutschfreiburger Fussballer. Obwohl... vielleicht hat ja Yvon Mvogo, der bei Marly und Freiburg spielte, eine Tante deren Cousines Stiefvater aus Giffers kommt.

(Foto: football.ch)

Jedenfalls wollen wir auf eine lustige, gar provokative Art und Weise einen Deutschfreiburger Touch in die WM bringen und haben uns erlaubt sieben schwachsinnige Deutschfreiburger Vergleiche mit den Nationalmannschafts-Stars aufzustellen. Bitte lachen, aber nicht Ernst nehmen:

- Xherdan Shaqiri hat einen Körperbau wie Hans-Peter Pellet.
- Jan Sommer würde es bei einer Mister-Deutschfreiburg-Wahl locker auf das Podest schaffen.
- Blerim Dzemaili ist so torgefährlich wie Gottéron-Spieler Marc Aplanalp.
- Steven Zuber wirkt auf dem Spielfeld nervöser als „as chlises Mitli vorem erschte mau karisiere“.
- Stephan Lichtsteiner legt bei der Hymne beinahe die Sängerqualitäten eines Gustavs an den Tag.
- Die Freundin von Valon Berami fährt leicht besser Ski als Michael Brügger, dafür hat Behrami eine nicht so schöne Frisur - Riedo macht schöner.
- Granit Xhaka weiss, dass es auch in den Deutschfreiburger Voralpen den einten oder anderen Adler gibt.

Das Handy – ein Fluch und ein Segen zugleich

Nach einem Unfall: Der Verletzte liegt auf dem Rasen, einige rufen mit dem Handy die Polizei, über dem Verletzten beugt sich eine Frau um zu helfen. Kommt ein Mann sicheren und energischen Schrittes von hinten, tippt der Frau auf die Schulter und sagt. „Lassen Sie mich das mal machen, ich habe einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht.“ Die Frau schaut ihm eine Weile zu und sagt dann zu ihm: „Wenn Sie an die Stelle kommen, wo Sie den Arzt rufen sollten, ich bin schon da.“

Ist das nicht eine wunderbare Errungenschaft? Wo du bist, stehst und gehst ist ein Gegenstand omnipräsent -  vor allem auch in unseren Breitengraden. Wichtiges gelangt schnellstmöglich an die Zieladresse. Überall ist man erreichbar und von überall kann man sich mitteilen. Das Bedürfnis ist gross sich über das Handy per Whatsapp, Instagram, Facebook, etc. ungefragt mitzuteilen. Und wie um so viel mehr „Wissen“ wird da weitergereicht und geteilt. Wie die Grösse oder Tiefe der Beziehung zwischen Sender und Empfänger aussieht, stellt sich dann spätestens beim nächsten Aufeinandertreffen heraus. Finden wir uns in einem gegenseitigen Verstehen - und wollen wir das überhaupt?

Das Handy – ein Fluch und ein Segen zugleich.

Diese Erreichbarkeit kann einen unbewussten Stress auslösen. Worauf soll man das Augenmerk richten? Symptom oder Ursache? Für viele Menschen ist Stress etwas Alltägliches und zum Teil auch schon chronisch. Da ist man froh, auf die altbewährten, ewig gleichbleibenden Eckpfeiler zurückgreifen zu können wie Familie, Freunde/Freundinnen, Arbeit, finanzielle Sicherheit, solides Netzwerk.  Was ist, wenn diese Säulen der Gesellschaft zum Teil oder ganz fehlen? Wieviel Zeit schenkt man sich? Wie oft unternimmt man bewusst etwas mit sich alleine? Und wieviel Zeit hat man für andere?

Gewünschte Berührungen sind fast unerlässlich für das Genesen  von Körper, Geist und Seele des Menschen in jedem Alter und wissenschaftlich belegt zum sanften Stressabbau. Unter anderem in London ist das eine Arbeitsnische, sprich Dienstleistung die angeboten wir: Kuschelzeit zwecks Stressabbau. In einem Vorgespräch findet der Austausch statt; unter anderem auch welche Berührungsstellen genehm und welche Stellen tabu sind.

Für mich ein wunderbarer Input. Als Experiment möchte ich das Aufgreifen und biete kostenfrei nach telefonischer Terminvereinbarung  „Kuschelzeit“ an. Ich freue mich.

Text: Monika Jeckelmann

Carte Blanche #57

Di Jùnge rede andersch – o im Theater

D Spraach im Mùndarttheater setti scho jùscht syy – aber was isch dialäktmässig scho jùscht? Da gits rächti Ùnderschiide, ob Oberlann oder Ùnderlann, ob aut oder jùng. Graad di Jùnge ùberrasche mier ging ùmmi.

Am 19. Juni isch Premiere vom Frylicht-Theater «Hörti Zytte» z Friseniit. De dritt Tǜü vo de Seisler Saga nach «Hintercher-Banda» ù «Falli Hölli» stygt i di zweiti Saison. Bi de Proobe muess de Mark Kessler ùs Regissöör ù Tegschter allerlei Detail verbessere. Ùn i ggùgge de Schouspiiler de aube no bitz ùf ds Muu.

Debyy isch mer epis Spanends uufgfale. As git Sache, di tööne fùr mier zwaar fautsch, aber wen i verschideni Jùngi fraage, sääge dii dä Begrǜff ali glyych. De chas ja nümme fautsch syy, oder? Ù bim Theater chùnt ja no dezue, dass es fùr d Schouspiileri ù de -spiiler o muess fùnktioniere. Ùberspitzt gsiit, dass dä Satz picobello i iiras Muu yypasst. Schǜsch chùnts ùnnatürlich usa – ù vilicht no fautscher

Dä Dialäktwandù isch o nit schlǜmm. Wier hii früer mengs o andersch gsiit aus üser Öutere ù Grossöutere. Ù drùm beobachten i o ging gäär d Spraach vo de Jùnge ù laa mi gäär vom Wandù la überrasche.

·      Won ii jugendlich gsyy bǜ, hii d Lütt gsiit: Wier tüe daas mache. Das isch mer o bblǜbe. Hütt tää di Jùnge epis mache.

·      Bi mier isch klaar gsyy: eper tuet plöffe "prahlen". Di Jùnge hüt sääge sich plöffe, we eper sich säuber besser macht. Si hii mer erkläärt, asoo teegi si di zwoo Bedütige "sich selbst besser machen, prahlen" ù "sich im Spiel besser machen, bluffen" ùsenann haute. Das isch as tüpisches Argument. "Homonyme-Flucht" isch ds Fachwort, we mù nit wott, dass zwoo ùnderschiidlichi Sache glyych hiisse. O we ja fasch jedes Wort verschideni Bedütige het ù mù de epa glyych druus cheemi. Aber äbe, we Tǜü Lütt, wo as gwǜsses Prestige hii, für sich entscheide, dass a Homonymekonflikt herrscht, de schaffe si epis Nüüs. Ù di andere laferes de naa. Spraachwandù wy ùs ùm Büechli.

·      Bi de öuterschti Generation isch piize no "Fleisch einlegen". Das macht mù hüt epa hööchschtens no bim Wǜüd, de gits z.B. (Reh-)Pfäffer. Di groossi Massa kennt piize no fùr "ködern, die Ehrlichkeit austesten": Si hii mù as Zäächnernöttli piizt, fùr z ggùgge, ob ersch nǜmmt. Ù itz äbe bi de Jùnge hiisst piize nüerdings "plagen, necken" oder o "klauen, wegnehmen". Bim piize sy sich offebaar o di Jùnge nit einig, wo de Wääg hiifüert.

·      Ù itz äbe no zrùgg zùm Theater: Da het lötscht Jaar di einti jùnge Schouspiileri gsiit: i waage mier niit, epis z sääge. O daas het fùr mier fautsch töönt, a Mǜschig zwǜsche i waages nit ù i troue mier nit, epis z sääge. Aber ebe, wen i de bi verschidene Jùnge naagfragt ha, da han i vo meerere köört: i waage mier nit. Das schynt sich langsam dedǜǜrzsetze.

Loset amaau chli ùma. As git ging epis z entdecke ù z leere. Fùr waas son as Theaterprojäkt nit aus guet isch.

PS: Apropos Friseniit: I cha de Naame vo dem Wyler chumm sääge, oni a Sprùch hindernaa, won i früer maau köört ù näy naagglaferet ha: Friseniit – friss mi niit.

Text: Christian Schmutz