Themenwoche Seislertütsch

D Seisler hiis böös

Dies ist der Titel der neuen satirischen Erzählung von Christian Schmutz, die in Bälde veröffentlicht wird. Wir Sensler/innen haben es in der Tat nicht immer einfach. In einem Land mit gefühlten 50 Dialekten und in einem zweisprachigen respektive mehrheitlich "welschen" Kanton, werden wir oft nicht verstanden. skippr nimmt dies als Anlass drei Beispiele zu erfinden, die sich so ereignet haben könnten.

Drei gelebte Beispiele mit bitteren Enden:

1. Ruedi und die schöne Aargauerin

Im Ausgang in der Stadt Freiburg lernt Ruedi über ehemalige Arbeitskollegen eine wunderschöne Frau kennen. Etwas eingeschüchtert von der Schönheit der blonden Aargauerin, sucht er auf breitem Senslerdeutsch das Gespräch. Als sie auf seine ersten zwei Fragen nicht reagiert, quasselt Ruedi trotzdem unaufhaltsam auf sie ein. Nach fünf Minuten unterbricht die Aargauerin den Plaffeier abrupt und sagt: „I verstoh di nid, chasch bitte uf Schriftdütsch redä“...

Ruedi ist noch heute ledig!

2. Hubi und die unmögliche Selbstständigkeit

Hubi aus St. Antoni muss sich bei der kantonalen Ausgleichskasse anmelden, um seinen Traum einer Einzelfirma wahr werden zu lassen. Da er die schlecht übersetzte Internetseite nicht versteht, ruft er die Behörde an. Hier das Gespräch:

Ausgleichskasse: „Caisse de compensation du canton de Fribourg, Magali Brodard.“

Hubi: „Gùete Morge, da isch de Hubi Aerschmann.“

Ausgleichskasse: „Vous parlez français, Monsieur?“

Hubi: „Nei... i mine non, pas bien.“

Ausgleichskasse: „Une minute, Monsieur“.

Ausgleichskasse: (es läuft Liftmusik am Telefon) „Ausgleichskasse Kanton Freiburg, Stephane Chassot“.

Hubi: „Gùete Morge, da isch de Hubi Aerschmann.“

Ausgleichskasse: „Sprechen Sie Hochdeutsch?“

Hubi wurde nie selbstständig!

 

3. Käthi und der schwere Stand in Bern

Käthi Jenny aus St. Silvester arbeitet in einer Apotheke in der Stadt Bern. An einem Morgen kommt Frau Sutter, eine Bernerin, in die Apotheke und kauft eine überteuerte Faltencrème. An der Kasse fragt unser Käthi die Frau Sutter freundlich „Isches fürd's scheiche?“. Sagt Frau Sutter „Geits no! Sicher nid für d’Scheiche, füre Gring, dänk“...

Käthi arbeitet heute wieder in St. Silvester!

 

Die neue Sensler Erzählung „D Seisler hiis böös“ ist an die nigelnagelneue Sensler Hotline www.senslerhotline.ch gekoppelt. Die Sensler Hotline bietet auch Hilfe für Sensler/innen die sich missverstanden fühlen. In erster Linie geht es aber darum, einen Austausch zwischen den Menschen mit dem schönsten Dialekt der Welt zu schaffen.